Alleinerziehend mit Mann - Alltagswahnsinn trifft erschöpfte Mama

Heute ist mal wieder einer der verdammten Tage... da kann ich einfach nicht mehr. Ich sitze gerade auf dem Sofa und überlege, ob ich schreien möchte. Oder weinen. Oder kotzen. Stattdessen blogge ich, irgendwie beruhigt das auch die Nerven... heute mal im Tagebuch Style!

 

"Fridas Verzweiflungstweet" - Bildrechte: 2KindChaos

 

Tagebuchbloggen aus dem ganz normalen Alltag einer überforderten Mutter

7:45 

Nachdem die Nacht mal wieder ziemlich kurz war und ich abwechselnd von schwangerschaftsbedingten Toilettengängen, schmerzendem Schwangerschaftsbauch, tretendem Fötus, säugendem und heulendem Kleinkind sowie dem schnarchenden Papa aufgeweckt wurde, piept jetzt auch noch der gottverdammte Wecker. Wieso? Untypischerweise gehe ich heute zum Friseur, das erste Mal seit über einem Jahr, denn langsam wird es trotz erhöhter Phobie nötig, die schlecht gepflegten Mama Haare zu schneiden.

8:03

Quäle mich aus dem Bett - schnell Frühstück reinwürgen und das nach vertrockneter Gurke schmeckende Gesundheitsbrot (Danke an der Stelle an den Papa) verfluchen. Dann im Bad fertigmachen - mittlerweile kann ich das in Lichtgeschwindigkeit - und dann Peanut aufwecken, ihres Zeichens ultimativer Morgenmuffel und Langschläfer. 

9:05

Überstürzt renne ich aus dem Haus, noch zehn Minuten Zeit. Wie erwartet hat alles nicht so geklappt und der Papa hat ein mehr oder weniger gutschlechtnormalgelauntes Kind an der Backe mit dem Auftrag, "irgendetwas Sinnvolles" zu machen bis ich wieder da bin.

9:50

Huch, das ging schnell. Habe der Friseurin direkt erzählt dass ich Angst vor ihr habe. Vielleicht hat sie mir deswegen nicht die erwarteten 20cm vom Kopf gefräst und ich komme mit immernoch langen Haaren wieder halbwegs heil aus der Sache raus. Einziges Manko: nasse Haare grob mit einem engen Plastikkamm durchkämmen und dann noch blöd fragen, ob ich denn Haarausfall hätte. Nein, das nennt man Haare ausreißen... 

10:45

Nachdem der Papa wie erwartet mit Peanut vor dem Jonalu Youtube Kanal angetroffen wird, muss ich auch noch mitgucken. Die Zeiten, wo man sie davor parken konnte, um schnell mal etwas anderes zu machen, sind leider auch vorbei. Dumm nur, dass sie das vermeintliche Recht jetzt einfordert. Der Papa kocht ausnahmsweise Mittagessen vor und verschwindet dann. Normalerweise koche ich gegen Mittag unter ständigem MAAMAAA Geschrei und bin spätestens dann schon wieder durchgeschwitzt. Mist, mein Magen knurrt schon wieder - habe den Spruch der Frauenärztin im Kopf, dass ich nicht zwischen den Mahlzeiten essen soll. 

11:00 

Esse mit Tochterkind Kuchen und Smarties. Hey, sie hat angefangen. Dann versuche ich, sie vom Bildschirm zu lösen und texte nebenbei auf Instagram und Facebook. Verbindung zur Außenwelt und so.

11:45

Nach erfolgreich abgewehrtem Wutanfall (ewig Kuscheln und Nuckeln auf dem Sofa) kriege ich nun endlich mein Mittagessen - komischerweise ist mir schon wieder übel. Da der Papa fett- und gewürzarm kocht, verschwindet das Problem leider auch nicht sondern verstärkt sich wie von Zauberhand. Peanut konzentriert sich auf die Sojawurst und schmeißt den Rest auf den Boden. Recht hat sie. 

12:00

Habe Pipi in den Augen, weil der Postmann so tolle Geschenke gebracht hat, unter anderem von der lieben Mo, die mir ihre Mama - Hair - Must - Haves geschenkt hat! Ich liebe sowas ja... kleiner Haarfetisch.

13:30

Schaue ständig auf die Uhr. Bin Gefangene im Kinderzimmer und spiele gefühlte Stunden mit Barbie und Affe "Hallo sagen" und "In Matsch 'fallen". Irgendwie fühle ich mich ein wenig seltsam, wenn die große "Biba" den Affen säugen muss, aber ok. Ab und an starte ich den Versuch, mit dem Smartphone zu surfen und verteidige diesen sinnlosen Zeitvertreib gegen ein kreischendes, aufmerksamkeitsgeiles Kleinkind. Because.

14:45

Telefonat mit der Freundin, die immer alles so zwanghaft positiv sehen muss und mir ständig sagen will, wie toll doch alles ist und dass ich das mal von der schönen Seite sehen sollte. Kinder sind doch etwas Tolles. Hat natürlich selber keine. Verstehe nicht, wieso keiner hören will, wie genervt und erschöpft ich bin und dass ich am Liebsten heulen würde, weil ich seit Tagen keinen Mittagsschlaf mehr gemacht habe und das Kind einfach pausenlos durchrödelt den ganzen Tag. Wenn es einen menschlichen Duracell Hasen gibt, dann ist es meine Tochter.

15:10

Quäle mich mit Peanut endlich vor die Tür, um nicht ins Delirium abzugleiten. Immer wenn sie gestillt wird, versuche ich mal kurz die Augen zuzumachen und von alten Zeiten zu träumen, in denen ich dabei hätte schlafen können. "NEIN MAMA! AUGEN AUF! KISSEN WEG! KISSEN WÄÄÄÄÄG!" Also liege ich dann immer ohne Kissen total verdreht in der Gegend herum, blinzle gegen die Verzweiflung und schimpfe ein wenig vor mich hin, hilft aber nichts. Bevor wir aufbrechen, stopfe ich mich mit Chips voll und gedenke noch einmal der Frauenärztin, die mir vom Essen abgeraten hat. Soll sie doch mal meinen Tag durchmachen, dann reden wir weiter.

16:05

Zurück vom Einkaufen. Habe die ganze Zeit gestöhnt wie eine Seekuh in der Brunftzeit, denn der Bauch wird ständig hart von dem vielen Tragen und Heben. Aber zum Spielplatz hätte ich es nicht geschafft, denn Peanut ist strikte Verweigererin wenn es ihr zu kalt ist. Habe mich überreden lassen, mehrere Süßigkeiten einzukaufen und bin stolz, dass ich sie nur ein Mal bestochen habe bis zur Kasse. Und im Auto. Auf der Fahrt hören wir "Barbie Girl" in der Dauerschleife. F*** the 90ies! Kind scheint einen diebischen Spaß daran zu haben, die ätzendsten Lieder toll zu finden, bei denen es mich innerlich nur noch würgt wie zum Beispiel "Nackidei" oder "Stups der kleine Osterhase". 

Die nackte "Biba" war natürlich auch mit von der Partie, aber mittlerweile fällt mir garnicht mehr auf, dass ich ständig dieses FKK Model in der Hand halte. Anderen schon, wie ich dem steten Kichern entnehmen kann, das mir folgt wie ein Schatten.

16:55

Ohne die Zwischendurch - SMS von und mit Mo Zart würde ich wohl durchdrehen, denn wir schicken uns gerne mal aufbauende Mantras oder zumindest ein wenig Anteilnahme rüber.

18:00

Da ich mittlerweile nervlich kurz vor dem Supergau bin, habe ich dem Kind noch eine Runde Jonalu gegönnt und mir einen kurzen Aufenthalt im Internet, ist ja so schön entspannend. Das Abendessen muss ich mir auch erkämpfen, denn mittlerweile merkt man Madame Duracell auch an, dass sie nicht geschlafen hat und ihre Laune ist fun-tastisch. Wie eigentlich schon den ganzen Tag über.

Jedes Mal wenn sie mich aus den Augen verliert oder ich mich wegdrehe oder auch nur nicht sofort mache, was sie will, schreit sie wie eine bösartige Sirene. Gesteigert werden kann das Ganze noch mit Geheul und endet dann im Wutanfall. Bin vermutlich eine schlechte Mutter, weil ich dann meistens nachgebe und mir denke, hauptsache ich habe den wenigstmöglichen Streß und kann es noch halbwegs mit meinem pädagogischen Gewissen vereinbaren.

18:30

Heule mich telefonisch bei Mutti, äh Oma, aus. Vermutlich die Einzige, die das Gejammer noch ertragen kann - oder Bock hat, bei dem Hintergrundkreischen mit mir zu telefonieren. Allerdings trägt das eher zur Verschlechterung der Stimmung bei, denn ich muss nun parallel "Hallo sagen" spielen, mit dem Affen die "Biba" knuddeln und halbwegs sinnvolle Sätze von mir geben. Kaum ist das Telefonat beendet und ich kündige dem Tochterkind an, dass es nun den Schlafanzug anbekommt, geht das Geheule wieder los und endet erst mit dem Verfrachten ins Bett um 19 Uhr - dann pennt sie allerdings innerhalb von zwei Minuten ein. Ein wenig Schokolade wirkt aufmunternd, auch wenn ich wieder die fies nasale Ärztinnenstimme im Hinterkopf habe und vor meinem geistigen Auge zu einer Wahnsinns Xanthippe aufblähe.

19:45

Wuääääh! Kind heult, Mama rennt ins Schlafzimmer. Dieses Mal dauert der Aufenthalt eine halbe Stunde, und so wird es nun den ganzen Abend weitergehen bis etwa 12 Uhr nachts - alle halbe bis eine Stunde. So kriegt man den Abend auch rum... bin mittlerweile nur noch ein nervliches Wrack und will sinnlos vor mich hinstarren und oder heulen und oder kotzen. Klar könnte ich auch ins Bett gehen, aber dann hätte ich das Gefühl, wieder NullkommaNull Zeit gehabt zu haben.

20:15

Der Papa kommt nach hause und ist mal wieder fein raus aus der Nummer. Hätte das Kind Mittagsschlaf gemacht, hätten wir beide Spaß bis circa 12 Uhr gehabt und sie uns die ganze Zeit hin und her geschoben, weil keiner mehr so richtig Kraft und Lust auf "Hallo sagen" hat, aber was soll man machen... 

22:15

Gebe erschöpft auf, etwas zu lesen. Der Papa macht sich gemütlich über einen Hilfeplan her, das entspannt ihn. (Seltsam find ich das...) Die Schrift verschwimmt vor meinen Augen, und nachdem ich sinnlos die Social Media Kanäle hoch und runter geglotzt habe und drei Mal bei Peanut im Schlafzimmer war, entscheide ich mich Schlafen zu gehen.

03:00

Das ist eine geschätzte Uhrzeit. Peanut erwacht und hält mich etwa eine Stunde wach, in der sie immer wieder Schlaf antäuscht und sich dann wieder aufsetzt und ihr Fläschchen verlangt. Ab und zu kichert sie und erzählt etwas vonwegen Video gucken oder Spielen gehen. Gegen vier will sie dann aufstehen und Müsli essen, also wecke ich den etwas ungnädigen Papa, der auch früh aufstehen muss. Er versucht, ihr etwas Essbares anzudrehen und scheitert, während ich versuche, kurz zu schlafen und immer wieder von Peanuts Geschrei oder Türgetrommel aufgeweckt werde (MAAAMAAA!) Es ist nun definitiv an der Zeit, einen Joghurt und Kuchen und Schokolade zu essen, denn meine Nerven verlangen nach MEHR!

05:00

Endlich wieder Ruhe. Das Kind schläft mit Knete und Plastikmeerschweinchen in der Hand ein und schnarcht selig. In drei Stunden müssen wir aufstehen - hey, fünf Stunden Schlaf klingen garnicht so schlecht, oder? Allerdings ist es ein Unterschied ob diese zusammenhängend konsumiert werden oder nicht...

Wenn das Baby endlich schläft
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