Kurz vor der Entbindung: Ich kann mich nicht auf mein Baby freuen

Irgendwie schade - ich bin kurz vor dem Geburtstermin und leide ehrlich gesagt darunter, dass ich mich nicht so freuen kann, wie es eigentlich sein sollte. Dabei hat das zweite Kind doch genauso ein Anrecht darauf, Willkommen in der Familie zu sein... aber irgendwie kommen mir diese fünf Dinge immer dazwischen. Kommen sie euch bekannt vor?

 

"Babyinside - ich würde mich gerne mehr freuen (dürfen)" - Bildrechte: 2KindChaos

Aus diesen 5 Gründen kann ich mich nicht auf mein Baby freuen

1. Mein Kleinkind ist mir meistens schon zu viel

Da höre ich schon wieder die Unkenrufe, wem sein Kleinkind zu anstrengend sei, der hätte sich eben ein zweites Kind verkneifen sollen. Aber: wäre ich nicht schwanger, hätte ich ja auch mehr Energie für die ganzen Trotzanfälle, die Nein - Sagereien, die täglichen Kämpfe zum Schuhe anziehen, Zähne putzen, Windeln wechseln und was noch so alles ansteht. Ich bin hochschwanger und den ganzen Tag wahnsinnig müde, jeder Schritt tut mir weh weil das Baby irgendwelche Nerven abdrückt, und mit Kleinkind muss man den ganzen Tag auf Achse sein, herumkrabbeln, beim Klettern helfen, zum Spielplatz laufen. Ich bewundere all die Mütter, die das scheinbar so einfach hinkriegen... Meist habe ich auch nur ein schlechtes Gewissen, weil ich meiner Großen schon viel zu wenig Aufmerksamkeit gebe und oft gereizt und ungeduldig bin.

 

2. Unser Vermieter und die Nachbarn sind kinderfeindlich

Das ist ein echt stressiges Thema gerade, vor allem belastend. Die Nachbarn sind selbst kinderlos und verstehen nicht, dass man Kinder nicht über Nacht abstellen kann - aber anstatt mit uns das Gespräch zu suchen, klopfen sie lieber nachts an die Decke oder schwärzen uns beim Vermieter an. Der wiederum scheißt uns zusammen, weil wir das in den Griff kriegen müssen. Kinder hätten spätestens um 20 Uhr zu schlafen und sich ansonsten an die Nachtruhe zu halten. Ach ja, und wer ein Schreibaby hätte solle sich ein Haus bauen. Ich frage mich wie er Schreibaby definiert, vermutlich darf mein Baby dann auch nur bis 20 Uhr weinen...

 

3. Die Geburt muss ich alleine schaffen - hoffentlich im Geburtshaus

Irgendwie sind uns alle möglichen Betreuer für die Große "ausgegangen" und zum betreffenden Zeitpunkt verhindert oder die Eingewöhnung ist an anderen Gründen gescheitert. Dumm gelaufen, kann man nichts machen. Zum Glück sind der Papa und ich uns da einig; wir wollen unser Kind nicht traumatisieren und zum Babystart auch noch negative Erfahrungen mitgeben, also wird es wohl darauf hinauslaufen, dass die beiden mich im Geburtshaus abliefern und wieder abholen. Klar, im Endeffekt kriegt man das Baby sowieso allein, aber momentan dominiert eigentlich nur die Angst davor, dass etwas schiefgehen könnte und ich dann allein meinem Alptraum gegenübertreten muss: der zweiten Krankenhausgeburt. Wie schrecklich ich die erste fand, hatte ich schon mal verbloggt.

 

4. Langsam geht die familiäre Einmischung wieder los...

Macht nie, nie, nie den Fehler, kritischen Familienangehörigen den geplanten Namen des Babys zu verraten, auch wenn sie noch so charmant - demütig danach fragen, es sei denn du möchtest die "Hmmmms..." und "Ahas..." dazu hören - und natürlich die Geschichten, die ihnen zu den Namen einfallen. So hieß doch mal die blöde Schulkameradin oder den Namen spricht man in jener Region komisch aus und und und. Überhaupt gibt es auch Verwandte, die den Namen schonmal so grottenfalsch aussprechen, dass es einem die Fußnägel hochrollt - und daran wird auch nix zu rütteln sein (denn schon beim ersten Kind hat sich die falsche Aussprache eingebürgert). Und so wird dann regelmäßig angerufen und nachgefragt, ob man sich das mit dem Namen nicht doch noch überlegt hätte...

 

5. Horror vor dem Wochenbett

Klar, dass das kein Spaziergang ist und gerade wenn man zwei Kinder hat, ist das Chaos und die Umstellung sicher riesig. Kein Schlaf und vermutlich ein dick eifersüchtiges Kleinkind. Aber das ist nicht mein Hauptproblem - sondern die Angst davor, tagelangen Verwandtenbesuch zu bekommen und mich nicht dagegen wehren zu können. Dieses Mal habe ich zumindest von Anfang an verkündet, dass ich erstmal Ruhe möchte, aber es scheint doch ein Riesenproblem zu sein, eben nicht das "frisch geschlüpfte" Baby zu sehen sondern eins, das schon ein paar Wochen älter ist. Dem Baby ist das zwar sicherlich wumpe beziehungsweise es hätte mehr davon, nicht gestresst zu werden, aber scheinbar bezweifeln einige die eigene Bondingfähigkeit zum Nachwuchs, wenn man nicht sofort "ran" darf.

Und ganz ehrlich, am Schlimmsten finde ich die Ignoranz die mir als Mutter gegenüber an den Tag gelegt wird - in der Schwangerschaft interessiert mein Befinden wenig bis kaum und ist mein Baby endlich da, gehört es plötzlich der ganzen Welt und ich soll gefälligst teilen. Mag der ein oder andere auch kindisch finden, aber gegen Gefühle kann man ja nun nichts machen oder?

 
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