"Ist es schon da?" - Wenn der Entbindungstermin näher rückt

Jede Schwangere kennt die Fragereien nach Entbindungstermin und ob sich endlich "was getan"  hat. Auch wenn man das Gefühl hat, dass die zweite Schwangerschaft so verstrichen ist, ohne dass sich irgendwer größer interessiert hat, wird es spätestens um den Entbindungstermin wieder ätzend. Jeder, der noch nicht einmal nachgefragt hat, ob "es" Junge oder Mädchen wird, mailt einen plötzlich an oder penetriert einen mit Telefonanrufen...

 

 

Danke, ich bin auch so schon nervös genug!

Wie soll das alles nur werden? Wird alles gutgehen, oder werden meine größten Alpträume wahr? Das Gedankenkarussell einer Hochschwangeren läuft auf Hochtouren, jede kleine Wehe wird mißtrauisch beäugt und fleißig Kotztee (Himbeerblättertee) getrunken. Bei den Hebammen - Terminen werde ich immer nervöser - anfangs hatte ich Angst vor einer zu frühen Geburt weil ich dann ins Krankenhaus müsste, jetzt habe ich Angst dass ich die zehn Tage Kulanz überschreite und dann in ein Krankenhaus muss, dass mich wieder fremdbestimmt. Ehrlich, das ist mein größter Horror. Viele verstehen das nicht - das sind doch die Profis und so. Aber für mich hat sich das irgendwie eingebrannt, dieses Gefühl, keine eigene Stimme zu haben und jeder entscheidet über den Kopf hinweg. Am allerschlimmsten wäre es, einen Kaiserschnitt aufgezwungen zu bekommen und dann nicht für mein Baby sorgen zu können; die ersten wichtigen Bonding Stunden übernimmt eine Krankenschwester oder gar keiner, denn der Papa muss sich ja dann um unsere Große kümmern, auf die sonst keiner aufpassen kann. (Ja, echt alles dumm gelaufen bei uns.)

 

Und, ist es denn schon da?

An dieser Stelle könnte ich mal brainstormen, welche Antworten wohl am Besten wären. "Moment, ich guck mal nach!" oder "Ja, schon seit drei Wochen, hatte nur keinen Bock dir Bescheid zu sagen!" vielleicht? Mal im Ernst: was ist denn das für eine Frage? Klar, Anteilnahme ist etwas Schönes, aber ein tägliches oder zumindest öfteres Nachfragen ist mehr als nervig. Es setzt einen unter Druck und impliziert, dass man sich außerhalb der Norm bewegt. Und das ist ja bekanntlich keine gute Sache. Als Mutter sollte man ja alles richtig machen und bestenfalls genau so, wie es in den Büchern steht. Zu früh ist scheiße, aber zu spät? Doch fast genauso. Da wird das Baby doch viel zu groß und kommt niiiie wieder raus, Kaiserschnitt unabwendbar. Schwangerschaftsvergiftung. Fällt mir noch was ein? Ich lass es an der Stelle mal lieber...

 

Mein Baby ist kein Allgemeingut

Was mich aber richtig richtig sauer macht, sind die ganzen Leute, die sich die ganze Zeit einen Scheiß interessiert haben und die jetzt alle ankommen und so scheinheilig nachfragen. Ich bin niemand, der anderen hinterher läuft - wer sich nicht für mich interessiert, ok, damit kann ich leben. Aber dann bitte auch konsequent bleiben. Es gibt ein Baby nicht ohne die Mama, so sehe ich das zumindest. Ein Baby ist kein Allgemeingut, das - endlich raus aus dem Uterus, der notwendigen Brutstation - jedem zur Verfügung stehen sollte. Ohne Witz, ich habe schon kuriose Selbsteinladungen erhalten, à la "Dann kann ich ja mal bei euch übernachten wenn das Baby da ist und die Kleine kennenlernen" oder "Ich muss sie unbedingt kennenlernen so lange sie noch frisch geschlüpft ist sonst ist das ja nicht dasselbe". 

Muss man mal so stehen lassen... Geht es denn jeder Mama so? Oder bin ich nur besonders empfindlich? Ich wäre einfach heilfroh, wenn ich mich mal kurz vor der Geburt entspannen könnte und nicht immer mehr Druck von allen Seiten aufgebaut würde, egal ob es sich um den Entbindungstermin, mögliche Schwierigkeiten oder den Wochenbett - Terror handelt...

 

 
Meine zweite Schwangerschaft, und trotzdem viele e...
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