Und jetzt alle kloppen! Alternative Heilmethoden - Oder: Wann Coco Geburtstag hat

Ein Reizthema für viele. Warum, erschließt sich mir nicht so recht im Geringsten. Lasst doch jeden die Heilmethode wählen, die ihn heil macht. Und was hat das mit Cocos Geburtstag zu tun?

 

 

Ich bin ja zur Homöopathie gekommen wie die Jungfrau zum Kinde, nämlich voller Glauben an die Schulmedizin. Als ich mir in der ersten Schwangerschaft einen Mückenstich zuzog, der, wie so oft bei mir, direkt eine heftige allergische Reaktion nach sich zog mit totalem Klumpfuß, wollten die mir in der österreichischen Apotheke nix Herkömmliches geben. Stattdessen bekam ich Kügelchen. Ich wusste damals nicht mal, was Homöopathie ist. Mir fiel nur auf, dass die Darreichungsform sonderbar war. Ich lutschte fünf Kügelchen und mein Fuß schwoll sofort ab.

Ich nahm es dankbar hin, ohne mir weiter Gedanken zu machen. Homöopathie soll jetzt aber gar nicht das Thema sein. Nein, noch was viel Schlimmeres.

 

Cocos Start in die Welt

21. September 2014. Coco kam zur Welt, und die Kurzfassung ist, dass es der pure Horror und Psychoterror war auf der Intensivstation. Ich wollte ambulant entbinden und sofort mit ihr nach Hause, in die Geborgenheit. Stattdessen waren wir gefangen in den Katakomben der Hölle, nur dass es dort nicht dunkel war, sondern grell.

Wir durften nicht nach Hause, weil sie nicht richtig trank („So kommt die Infusion nie ab!“ – Man weiß ja, wenn eines hilft, dann Druck aufbauen.) Sie trank nicht richtig, dass ist mein unbeirrbarer Mutterinstinkt, weil sie hier nicht geborgen war. Ein Teufelskreis. Dieser Zusammenhang interessierte aber niemanden. Sie trank einfach nicht. Aus der Brust schon mal gar nicht, dafür war sie zu schwach (während ich stündlich gefühlt 3 Liter Milch produzierte), also pumpte ich ab, was einem ungeschriebenen Gesetz der Neonatologie entspricht: Wenn es denn schon unbedingt Muttermilch sein muss („Vielleicht haben Sie nicht genug Milch?“), dann wenigstens abgepumpte (Maschinen können das einfach besser als Kinder; besser aber noch: Säuglingsnahrung, denn vielleicht wird Ihr Kind ja gar nicht satt?).

Selbst die abgepumpte Milch aus dem Fläschchen trank Coco kaum. Wir mussten um jeden Tropfen kämpfen, bekamen aber kaum etwas in sie hinein. Sie machte auch ums Verrecken kein Bäuerchen, und damit war der Minimagen schlicht sehr schnell voll und wurde auch nicht leerer, um einen Nachschluck zu verabreichen.

 

Wie Wurzeln schlagen?

Hinter uns standen mit Argusaugen die schrecklichen Intensivschwestern, mit gezücktem Kugelschreiber, um prompt in der Akte zu vermerken, wie viel zu wenig Coco diesmal wieder getrunken hatte.

Aber irgendwann sahen auch die Schwestern ein, dass es nicht an uns lag („Lassen Sie mich mal.“ Erfolglos.), was ihnen nicht passte, also suchten und fanden sie andere Wege, uns zu schikanieren. Es war schlicht entwürdigend, wie man uns behandelte. Erst anderthalb Jahre später in der Traumatherapie konnte ich das ansatzweise verarbeiten.

 

Ein Lichtblick

Irgendwann, nach gefühlt hundert Jahren, dabei war es am vierten Lebenstag, hatte einmal eine nette Schwester Dienst. Sie ging mit mir in einen Nebenraum. Ich glaube, sie hatte direkt gewittert, wie es uns allen ging und wie wir tickten, denn sie fragte mich ohne Umwege, was so überhaupt nicht zu der Station und zum dortigen Personal passte:

„Ich mache nebenbei eine Ausbildung zur Heilberaterin, und im Rahmen dessen praktiziere ich Reiki.“

Ich wusste nicht einmal ungenau, was Reiki ist, aber in mir öffnete sich alles, einfach alles, weil ich spürte, das war nichts, was mit der hiesigen Maxime „sauber, satt und trocken und klinisch nicht tot“ zusammenpasste.

„Soll ich mir Coco vielleicht mal in dieser Hinsicht anschauen?“

Ich sagte ja und hatte das Gefühl, als würde sich zum ersten Mal jemand für mein Kind, dieses kleine Individuum, wirklich interessieren.

Die Schwester erklärte mir, bei Reiki schaue man auf den Energiefluss im Körper. Es gebe verschiedene Chakren, und wenn diese blockiert seien, könne die Energie nicht richtig fließen.

Coco lag in Bauchlage auf einem Kissen, ganz ruhig, meine Hände auf ihrem kleinen Neugeborenenkörperchen, denn ich wollte ihr Sicherheit geben, ihr zeigen, dass ich da war, und dass gerade alles völlig in Ordnung war.

Die Schwester lege ihre Hände auf Cocos Rücken und schwieg. Nach einer Weile fragte (!) – der fehlende Befehlston fiel mir sofort auf – sie mich, ob ich meine Hände vielleicht von Coco herunternehmen könnte, weil sie auch meine Energie spüre, die sich mit Cocos mische.

Das verstand ich sofort, und da ich volles Vertrauen hatte, nahm ich meine Hände weg und beobachtete die Schwester. Es dauerte nicht lange, sie glitt über Cocos kleinen Körper und hielt an verschiedenen Stellen an, strich dann weiter. Dann sagte sie: „Cocos Energie ist gut im Fluss, keine Blockaden – bis aufs Wurzelchakra. Das ist das Chakra, das uns mit der Erde verbindet. Das ist blockiert. Ich habe das Gefühl, dass Coco noch gar nicht richtig hier auf der Erde angekommen ist.

Ich heulte los. Ich konnte es nicht mehr zurückhalten. Ich heulte, getragen von dem Gefühl, endlich verstanden zu werden. Und dass Coco endlich wirklich gesehen und gemeint war.

Die Schwester legte wieder ihre Hände auf Coco, auf den unteren Rücken, wobei ihre Hände eigentlich fast das ganze kleine Wesen abdeckten. Sie schwieg. Coco war die ganze Zeit ganz ruhig.

Nach einer Weile nahm sie die Hände behutsam weg, lächelte, schaute mich an und erklärte mir, die Blockade sei nun gelöst und die Energie würde fließen. Ich nahm Coco in den Arm, und die Schwester sah sie an und sagte: „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, kleine Coco.“

Ich heulte und heulte und heulte und konnte überhaupt nicht mehr aufhören.

Ab diesem Zeitpunkt trank Coco die doppelte Menge.

Ab dem Zeitpunkt, 24.09.2014, als sie wirklich auf der Erde angekommen war.

 

Eure Mo

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