Attachement Parenting? Kann einen auch gewaltig ankotzen...

Hätte es das nicht schon gegeben, ich hätte es erfunden. Bzw. ich hab es praktiziert, ohne zu wissen, dass es dafür einen Begriff und viel Literatur zu gibt. So ist es wahrscheinlich vielen gegangen: Der hochempathische (aus Elternsicht) und damit bedürfnisorientierte, ich würde sogar sagen: bedürfnisgerechte (aus Kindersicht) Erziehungsstil ergibt sich irgendwie automatisch, wenn man selbst ein empathisches Wesen ist...

 

"Manche Babys schlafen lieber allein" - Bildrechte: 2KindChaos

 

Wie mich mein geliebtes Attachement Parenting abfuckt

Tragetuch, Manduca, Familienbett – liebe ich alles. Bedarfsgerechtes Stillen wurde mir von dämlichen Katastrophenärzten verboten, obwohl wir es alle gebraucht hätten. Damals, bei Maple, unserer ersten Tochter, die jetzt fast drei ist und bis heute ein ultra-high-need-Kind. Kinderwagen, Maxi-Cosi, Autofahren, allein Schlafen, Brei – Fehlanzeige. Man hatte deutlich das Gefühl, das Kind wolle einfach nur zurück in den Bauch, da, wo es immer ganz nah bei Mama, geborgen und schmerzfrei war. 

Inzwischen ist sie in der Welt so einigermaßen angekommen, und das haben wir unbescheidenerweise uns zu verdanken. Wir haben ihr alles gegeben, mehr als wir konnten und immer weiter. Sie hat sehr viel sozusagen außeruterale Gebärmutter gebraucht, um Fuß zu fassen in einer Welt, die wirklich nicht gut zu ihr war. 

Jetzt haben wir Coco, ein (gemessen an Maple) unkompliziertes Baby. Und was tut sie? Hasst mit Ausnahme der ersten Wochen Tragetuch und Manduca. Fühlt sich nur im Maxi Cosi und im Kinderwagen wohl. Wenn nichts mehr geht, geht Autofahren. Wie kann es sein, dass ein kleines Baby nicht getragen werden will, außer auf dem Arm? Wie kann ein Kind sich im Kinderwagen und vor allem im Maxi Cosi (schön eng?) wohler fühlen als an die Mama gebunden oder geschnallt in Ultrageborgenheit?

In den Schlaf stillen, jetzt wo ich so oft stille, wie sie es braucht, ist auch Fehlanzeige. Nach dem Trinken einschlafen? Ha. Da wird erst mal noch ordentlich geschrien. Nachts ist also an gemütliches Einschlafen von Mama und Baby nicht zu denken.

Deshalb schlafen wir getrennt, in zwei Familienbetten: Papa mit Coco, Mama mit Maple, die mich neben sich braucht. Aber egal wie groß das Bett ist, es ist immer zu klein. Wir haben schon von 1,40 Meter auf 1,80 Meter aufgerüstet und an die eine Seite ein großes Baby-Anstellbett und an die andere Seite ein großes Kinderbett drangestellt, sodass die Gesamtbettbreite 1,80+70+50=3 Meter beträgt. Das Bett gleicht einer Gummizelle, ist an allen Seiten gepolstert, und trotzdem jammert sie nachts immer wieder: „Aua, gestoßen...“ oder fällt am Fußende raus. Ich wechsle ungefähr 20 mal pro Nacht die Seite, weil für mich einfach kein Platz ist. Dazwischen tritt Maple mich noch ständig überall hin, gerne auch ins Gesicht.

Gestern zum Beispiel, als ich schlafen ging, lauschte ich im dunklen Schlafzimmer ihrem Atem, um zu orten, wo sie liegt: Rechts oben. Ich kroch also ins Bett, die 2x2-Meter-Bettdecke hatte sie mal wieder komplett vereinnahmt, und legte meinen Kopf oben links aufs Kissen Ich korrigiere: auf ihre Füße.

Attachement Parenting, du kannst mich mal. Ich wollte ja. Aber das funktioniert nicht einseitig. Dann, liebe Kinderlein, könnt Ihr bitte auch schön in eigenen Betten in eigenen Kinderzimmern schlafen und mich nachts in Ruhe lassen. Und ich mutiere zur Kinderwagen schiebenden Cappuccino-Mutti, die schön mit dem Auto in die Shoppingmall reinfährt. Ihr habt es nicht anders gewollt!

Es grüßt

Eure Mo

 

 

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