Bedtime Stories - hier spricht das Familienbett

Nein das soll kein flammendes Plädoyer für das Familienbett werden - aber auch keines dagegen. Das Familienbett war nie geplant, es hat sich einfach so ergeben, und es ist dabei geblieben. Ich zeige euch in drei kleinen Geschichten aus Sicht des Familienbettes, was wir so alles zusammen erlebt haben...

 

 

1. Das erste Baby schläft nur bei Mama und Papa im Bett

Hey Leute, ich bin's, das Familienbett. Ehrlich gesagt wusste ich nie, dass ich mal eine Familie gründen will und war anfangs zufrieden mit den beiden Menschen und zwei Katern, die es sich in mir gemütlich gemacht haben. Ok, der eine hat ein paar seltsame Schlafgewohnheiten und schubbert immer seine Füße an meinem Gestell, aber ansonsten konnte ich nicht meckern. Und die beiden Fellträger haben mich immer vollgefusselt und sind morgens wie die Irren auf mir herumgetobt, aber ich will mal nicht so sein. Aber auf einmal haben die sich vermehrt gehabt - ich hätte es ja wissen müssen, als das Weibchen immer dicker wurde und nachts nicht mehr schlafen konnte. Hat mich schon ein wenig nervös gemacht, die Vorstellung, dass mich da eine Fruchtblase durchweicht hätte. Zum Glück ist nix passiert. 

Und auf einmal war er da, dieser Miniaturmensch. Ich gebe zu, ich war entzückt. Er war noch niedlicher als das angestellte Babybett, das mich sozusagen über Nacht zum Elternteil gemacht hatte, auch wenn es mir gar nicht ähnlich sah. Der Miniaturmensch jedenfalls hat keine Nacht darin geschlafen, sondern wollte immer nur zu mir - und natürlich zu seinen Eltern, jaja. Ich war so geschmeichelt, sag ich euch, dass ich mich direkt in den kleinen Schreihals verliebt habe. Da hat es mir auch nichts ausgemacht, dass sämtliche Besucher ständig gefragt haben, ob ich ihn nicht töten würde. Ziemlich absurd oder? Wieso sollte ich den Miniaturmenschen ersticken, also echt. Ich doch nicht.

 

2. Das Baby wird zum Kleinkind - das Familienbett bleibt

Der Miniaturmensch wurde zu einem kleinen Krabbler und dann zu einem richtigen Zweibeiner wie seine Eltern. Nicht, dass ich daran gezweifelt hätte. So weit ich weiß, bleiben die humanoiden Spezies unter sich. Aber dass ich langfristig zu einem richtigen Familienbett werden würde, hat mir auch keiner gesagt. Wie oft war ich Lebensmittelpunkt dieser kleinen Familie - das Weibchen lag mit dem Baby oft auf mir, weil das Baby sonst nicht liegen geblieben wäre, und später lernte es auch auf mir krabbeln. Und zog sich an meinem Gitter hoch. Wie niedlich ich das fand, ich werd noch ganz rührselig. Kletterte hoch und runter, und wieder hoch. Tanzte seltsame Tänze an meinem Gitter.

Nur die Nächte, die waren nicht mehr ganz so flauschig. Oft brüllte der Miniaturmensch und wurde herumgetragen, monatelang. Wieso der nicht so gut durchschlafen konnte erschloss sich mir nicht, und ach ja, die ewigen Milchflecken gingen mir gelinde gesagt etwas auf die Matratze, aber ich will ja nicht so kleinlich sein. Etwas amüsiert habe ich mich auch über die ganzen Besucher, die mich immer noch staunend bewunderten - hiiiiiier schlafen etwa alle drei Homo Sapiens? Wo ist das Babybett? Das Kinderbett? Das geht? Ja, offenbar musste ich ein richtiges Wunder in meiner Branche darstellen, da es mir gelang, niemanden zu töten oder zu traumatisieren. Bin halt ein echter Prachtlachs, wusste ich schon immer.

 

3. Das zweite Baby will auch nur im Familienbett schlafen - das Familienbett expandiert

Huch, wie ist das denn passiert? Das Weibchen war schon wieder schwanger und ich bekam einen Anbau. Jawohl, einen Anbau! Nicht etwa weil das Weibchen so dick wurde, sondern weil sie den Miniaturmenschen auslagern wollten. Dabei hatte ich mich doch so sehr an ihn gewöhnt. Aber irgendwie war das schmale und kürzere Kinderbett wie eine Verlängerung meiner Selbst und mir gefiel, wie kuschelig sie es sich gemacht hatten. Der Miniaturmensch schlief anfangs trotzdem noch oft bei mir, bis er irgendwann nur noch im Anbau nächtigte. Zum Glück kam dann auch schon der nächste Miniaturmensch und die erste Nacht schlief eigentlich nur er in mir, sonst waren alle wach. Das nahm das Weibchen zum Anlass, zwei Wochen außerhalb zu schlafen, was ich ihr echt übel nahm. Der größere Miniaturmensch auch, denn der brüllte mehrmals in der Nacht und das Weibchen rannte zwischen zwei Brüllkindern hin und her. Das geschah ihr recht.

Mittlerweile ist es wieder so, wie es sein sollte. Alle zusammen schlafen auf mir, und das klappt erstaunlich gut. Das sind eben meine magischen Kuschelkräfte. Yess-yo! Das Weibchen turnt ab und an in das Kinderbett, aber ansonsten schlafen alle ganz friedlich den Großteil der Nacht, so wie es sein soll. Und mittlerweile verdächtigt mich auch keiner mehr mit diesen absurden Vorstellungen - nein, man bewundert mich ob meiner Größe und Schönheit, und fremde Miniaturmenschen hüpfen ab und zu auf mir herum. Ich bin eben the best place to be!

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