Ja spinnen die? Zwei Tage mit dem Zug nach Berlin mit Baby und Kleinkind

Manche haben mich für total verrückt erklärt, andere meinen Mut bewundert - für zwei Tage nach Berlin, nur für ein Event? Einen Tag hin, einen zurück - tickt die Alte noch richtig? Ja, meine Kinder sind nicht die pflegeleichtesten, aber deshalb möchte ich nicht für immer und ewig zuhause bleiben. Da fällt mir echt die Decke auf den Kopf. Und deshalb habe ich es einfach gemacht! Papa und Kinder eingepackt und nach Berlin gefahren... es war chaotisch und wir waren echt knülle aber es war auch echt witzig! Alltagscomedy vom Feinsten!

 

Perfekte Vorbereitungen und Alltagschaos

Als Peanut eineinhalb Jahre alt war, sind wir schon mal mit dem Zug in den Urlaub gefahren und es ist so ziemlich alles schief gegangen, was möglich war. Deshalb ließ ich dieses Mal nichts außer Acht und packte, nachdem die Kinder erst um halb 12 im Bett waren, bis tief in die Nacht. Dann früh aufstehen und mega übermüdet stylen - das soll ja über 12 Stunden halten, also auch nicht so einfach. Geschniegelt und gebügelt standen wir dann viel zu früh am Bahnhof und ich trank zufrieden einen Schluck Soja Latte, als ich den Papa fragte, wo er denn die Sitzplatreservierung hätte. Wie, sollte er die ausdrucken? Schockstarre! Fieberhaftes Überlegen, Handy auspacken, Emailkonten checken, PDF Datei heraussuchen. Kennt ihr das, wenn die Ladegeschwindigkeit genau dann, wenn man es eilig hat, minutenlag braucht? Fuck off, Murphy!

Durchgeschwitzt und mies gelaunt im Regionalzug nach Frankfurt "unterhielt" Little Pea die anderen Reisenden mit ihren Walgesängen - sie hat so ein schrilles Dauergegreine drauf, wenn sie übermüdet ist. Man erkannte uns daran, dass sich im Umkreis von 5 Metern alle die Ohren zuhielten. Peinlich ist mir sowas aber schon lange nicht mehr. Peanut war zwar etwas chilliger, ließ sich dafür aber zu 100% vom Papa tragen und so war es ein ganz schönes Herumlavieren, bis wir die Züge wechseln konnten. Im ICE nach Berlin sollte es dann vier Stunden hin- und her laufen geben, Müdigkeitsgebrüll und Schlaflosigkeit von Little Pea. Nett war auch, wie ich wegen ihr mit einer Teenagergruppe ins Gespräch kam - wie sich herausstellte, war das eine Schulsprecher Gruppe, die uns dann die restlichen vier Stunden mit Geschwafel über Wahlen, Politik und den Neid der anderen auf ihre Tolligkeit unterhielt. Stöhn.

 

Small Town Family in Big Berlin

Um es mal vorweg zu nehmen, ich habe auch schon in Nürnberg gelebt und der Papa ist ein Münchner - von daher sind wir jetzt nicht gerade Hillbillys. Aber in Berlin haben wir uns beide so gefühlt... vor allem dank des Labyrinthes, das sich Öffentlicher Verkehr nennt. Auf meinen Plänen sah das immer so einfach aus, fünf Minuten umsteigen von S-Bahn zu Bus. Oder von S-Bahn zu U-Bahn. Dass da aber jedes Mal eine Laufstrecke von mehreren Minuten, Rolltreppen, unterirdische Tunnel und Schächte, Myriaden von busy people dazwischen steckten, war echt der Hammer. Allein der Alexanderplatz ist ja schon krasser als der Nürnberger, der Münchner und der Frankfurter Hauptbahnhof zusammen. Und wenn man ein kreischendes Baby hat und ein nörgeliges Kleinkind, das auf dem Rollkoffer gezogen werden möchte, dauert alles eben direkt doppelt so lange. Irgendwann haben der Papa und ich uns abwechselnd angeschnauzt und uns ob der Alltagskomik selbst ausgelacht.

Angeschnauzt habe ich vor allem den Papa, weil er ständig meinte, als echter Münchner wäre er sozusagen der geborene U-Bahn - Karten - Leser, weshalb er sich weigerte, im Vorfeld die Verbindungen zu recherchieren. Ich hatte dann also ständig wieder mein Iphone in der Hand, ihr wisst schon, das das sich extra langsam läd, wenn es drauf ankommt, und recherchierte die verschiedenen Möglichkeiten, die es so gab - und wie bei Hase und Igel rannten wir dann durch das Labyrinth, um festzustellen, dass die Bahn abgefahren ist, aber in drei Minuten kommt eine andere, für die man wieder durch ganz andere Gänge hetzen muss. Es war wirklich zum Kotzen. Und das mit Peanut auf dem Koffer und Little Pea, dauermüde und aufgeregt. Erstmals in meinem Mama Leben war ich froh über die anderen Leute, die ständig auf fremde Babys einschwafeln, und sie so vom Heulen ablenkten.

 

 

Vom Event, zickigen Kindern und der Nacht des Grauens

Was genau auf dem Event abging, hatte ich ja schon mal verbloggt. Ich hatte aber nicht geschrieben, dass ich mir echt blöd vorkam, denn ich war gefühlt wieder die Einzige, die mehr damit beschäftigt war, die Kinder abzulenken, als irgendwelche Connections zu machen. Vielleicht auch besser so, dass ich nicht mal die Hälfte der möglichen Goodiebags abgestaubt habe, denn ich hätte auch nicht gewusst wohin damit. Ich glaube, die meisten PRler haben gar nicht so genau gecheckt, dass die verschwitzte und verzweifelt nach Kaffee suchende Mutti mit endlich schnorchelndem Baby in der Trage auch eine Bloggerin war. Und dazu dann die blogging Stars, die den Charme eines Z Promis verströmten, trugen umso mehr dazu bei, mich etwas fehl am Platz zu fühlen. Ich nenne keinen Namen, aber ein Sternchen knurrte mich bloß aus den Augenwinkeln an, weil sie nicht mal Interesse hatte, mich direkt anzsprechen. Mann, war ich enttäuscht. So eine, die sich auch total charming und bodenständig präsentiert. Heftig. Aber zum Glück gab es auch mega nette Begegnungen, die mein Bild wieder gerade gerückt haben. 

Als wir dann wieder in die berliner Abendsonne traten, bemerkte ich, dass ich echt fett Kopfschmerzen hatte. Mist. Als Migräne Patientin triggert mich Streß immer an und ich kann eigentlich fast immer davon ausgehen, dass ich nicht ungeschoren davon komme. Aber auch hier gilt wieder - dann könnte ich nie aus dem Haus gehen, wenn ich immer Schonhaltung einnehmen würde. Auf dem Weg zum Hotel (wieder so einer, wo auf dem Plan 10  Minuten standen und in Wahrheit waren es über 60) war Little Pea dann richtig grantig gelaunt, denn sie wollte unbedingt laufen - so richtig zusammenhängend laufen, das hat sie nämlich lustigerweise in der PR Agentur begonnen.

Es war dann fast schon acht Uhr abends, als wir im Hotel ankamen, und wir beschlossen, nicht mehr essen zu gehen, damit die Kinder sich akklimatisieren und überhaupt schlafen können. Reste aus der Tupperdose mümmeln, ne Runde baden, und vor allem die Hotelbetten auseinander nehmen und ein riesiges Matratzenlager auf dem Boden errichten. Zum Glück war es ein größeres Zimmer und nicht so ein Wohnklo, wie ich es auch schon mal erlebt hatte. Da wir nur einen Raum hatten, versuchte ich, beide gleichzeitig ins Bett zu bringen und dann eben selbst mit einzuschlafen, so ab zehn Uhr.

Der Papa versprach, zu warten, bis Little Pea pennt, und wie immer hörte ich keine Minute später sein leises Schnorcheln. Little Pea selbst war übermüdet und kuschelte, was das Zeug hält - und schlief dann deutlich später ein. Mit Kopfschmerzen from hell dachte ich naiverweise, das Schlimmste schon geschafft zu haben... stündlich erwachte Little Pea schreiend und ließ sich kaum beruhigen. Manchmal weinte sie eine halbe Stunde, manchmal kürzer. Peanut war so fertig, dass sie sich davon nicht irritieren ließ, aber ich wette, der Rest des Hotelflügels hat uns in dieser Nacht verflucht.

 

Fortsetzung folgt

 

Brüllende Kinder, Sightseeing Light in Berlin und ...
Unser Autorenteam wächst um einen royalen Löwenpap...

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