Vom Langzeitstillen. Die Abstill - Chroniken - Teil 1

Mein Sohn liebt es zu stillen. So sehr, dass ich fürchte, dass ich ihn noch zu Schulzeiten stillen werde. Deshalb arbeite ich jetzt (in seinem 4. Lebensjahr) daraufhin hin, ihn langsam aber sicher abzustillen. Wie das funktioniert bei einem Kleinkind? Nicht so einfach wie gedacht.
 
 
 
 
 

Beginnen möchte ich erstmal am Anfang.

Der Anfang unserer Stillbeziehung war schmerzhaft. Sehr schmerzhaft sogar. Die Brustwarzen bluteten und beim Andocken musste ich krampfhaft die Zähne zusammen beißen, damit ich nicht laut aufschrie. Meine Hebamme meinte aber, ich würde alles richtig machen und mein Baby würde auch alles richtig machen. Also schob ich es auf meine Wehleidigkeit und machte einfach weiter. Richtig schmerzfrei war die Brust jedoch erst nach 4 Monaten.

Dann kamen verschiedene Zipperlein (Bandscheibenvorfall, Schilddrüsenunterfunktion, Allergien gegen unbekannt) gegen die mir Ärzte verschiedene Mittelchen verschreiben wollten, weswegen ich hätte abstillen sollen. Ich weigerte mich und alle Ärzte hielten mich für verrückt. "Ein Baby braucht doch nur die ersten 3 Monate Muttermilch, danach kann man doch getrost abstillen". Ich verstand die Welt nicht mehr.

Ich hatte so lange und so hart fürs Stillen gekämpft und nun wo es gerade anfing schön zu werden, wollen die mir das wegnehmen für etwas was nicht zwingend notwendig ist? Ich biss wieder die Zähne zusammen und habe weitergestillt und habe halt andere (bzw. eher keine) Medis genommen.

 


Mit einem Jahr stillte mein Sohn immer noch alle 3 Stunden.

Er hat zwar auch gerne alles Mögliche von mir probiert aber nennenswerte Nahrungsaufnahme war das nicht. Dann kam er mit 20 Monaten zur Tagesmutter. Seitdem aß er schon besser, aber sobald ich "verfügbar" war, wollte er auch Stillen. Am Wochenende dann auch wieder im 3 Stunden Rhythmus. Stillen war zwar keine Nahrungsaufnahme, mehr aber Kuschelzeit. Ich ließ ihn erstmal weil ich ja wusste das Stillen ihm auch hilft mit den ganzen neuen Eindrücken fertig zu werden und sich auszugleichen.

Als er dann mit 26 Monaten in den Kindergarten kam und alles so weiterging wie bisher, wurde ich dann das erste Mal stutzig. Irgendwie hatte ich gehofft er würde sich selber abstillen aber er zeigte nicht mal Ansätze davon. Was mir richtig an die Substanz ging, war, der einzige Ansprechpartner zu sein. Der Papa konnte mich kaum unterstützen, da ja immer meine Brust gefragt war. Und da ich wieder berufstätig war, konnte ich das so nicht mehr weiterführen.

Ich erzählte meinem 2 jährigen Sohn, dass ich weniger stillen möchte und spätestens wenn er drei ist, mit dem stillen aufhören möchte. Er zeigte meist keine Reaktion. Ich wiederholte es in regelmäßigen Abständen in seinem dritten Lebensjahr damit er es auch verinnerlichte. Erst kurz vor seinem dritten Geburtstag äußerte er sich dazu, was für mich eine Schlüsselerfahrung war. Ich schrieb dazu einen Gastartikel bei Motherbirthblog.

Kurzgefasst kann man sagen, dass er mit mir diskutiert hat und mir sehr verständlich gemacht hat, wie wichtig ihm das Stillen ist. Deshalb entschloss ich mich dazu ihn nicht von jetzt auf gleich abzustillen sondern es jetzt langsamer aber dennoch konsequent zu tun.
 


Ich überlegte mir, was mich am meisten stört und womit ich erstmal Leben kann und kam auf folgende Vorgehensweise:

Das Stillen tagsüber mochte ich konsequent abschaffen. D.h. ich wollte alle Situationen vermeiden, in denen wir gewöhnlich stillen würden. Das sind in unserem Fall der Mittagsschlaf auf dem Sofa und das Sandmännchen abends auf dem Sofa. Sowohl alle Ruhe-Phasen am Tag. Das Stillen zum Einschlafen abends im Bett, sowie morgens beim Aufwachen wollte ich übergangsweise beibehalten, weil mich dies weniger störte. So sollte unser Kompromiss aussehen und in der Theorie fand ich diesen ganz gut.
 
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