Die Rabenmutter und ihr Smartphone - meine Verbindung zur Außenwelt

Es war bereits in den Medien und auch vielen Blogs bereits Thema - wie viel sollten Eltern überhaupt in ihr Smartphone schauen dürfen? Ist da nicht auch immer ein schlechtes Gewissen dabei? Sollte es doch auch oder? Ich sehe das Thema ehrlich gesagt ein wenig ambivalent, denn auch ich bin eine Mama, die ständig ihr Smartphone dabei hat...

 

"Darf man sein Smartphone auch in der Familienzeit checken?" - Bildrechte: 2KindChaos

 

Mama in Not - mein high need Kleinkind

Ich bin 24/7 für mein Kind da. Ungelogen. Naja, zumindest körperlich. Ich bin bei Weitem keine Supermutti geschweige denn eine Helikoptermum, nein, das ist aus der Notwendigkeit heraus entstanden. Ich bin schwanger und habe ein Beschäftigungsverbot, das ist natürlich auch gut so. Das heißt aber auch, dass ich allein die Kinderbetreuung übernommen habe, und die ist gerade wirklich recht anstrengend. Peanut ist zwei Jahre und liebt Rollenspiele - die sehen dann aber so aus, dass sie dieselbe Situation ungefähr 10000x nachspielen möchte. Mit mir.

Wenn sie einen wirklich guten Tag hat, bekommt sie auch noch ständig Wutanfälle, weil irgendetwas nicht genauso läuft wie sie es sich vorgestellt hat. Jedes Essen, das ich zubereite, wird mit Schweiß und Tränen bezahlt, denn sie brüllt dabei immer lauter "Auf den AAAARM!" und heult erbärmlich, während ich im Akkord Gemüse schneide (irgendwas Gesundes will man ja auch essen und nicht nur Pommes und Nudeln mit Pesto) und irgendwann auch total gereizt und nervlich am Ende bin. Rausgehen mag sie nicht, und wenn ich sie dazu nötige, brüllt sie auch meist dass sie auf den Arm will, und brüllt dann, weil ich die in den Buggy packe. Oder sie brüllt auf dem Spielplatz, weil mein Bauch zu dick ist, um mit ihr zusammen zu schaukeln. 

Und so geht der Spaß bis zum späten Abend. Entweder sie macht ihr Mittagsschläfchen gegen 16 Uhr herum und hält bis um 12 durch, egal wie schnell ich sie aufwecke, oder sie pennt garnicht und ich habe bis 20, 21 Uhr "Dienst" ohne Pause und dann weint sie mehrfach bis in die späte Nacht und ich renne ständig zu ihr ins Bett. Je früher sie schläft, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass sie nachts mehrfach lange wach liegt. Ach ja, den Papa gibt es natürlich auch, aber der arbeitet sehr lange und wird dann auch nicht als Ersatz akzeptiert.

Darum brauche ich mein Smartphone - Rabenmutteralarm!

Ich gebe es zu: ich bin oft, sehr oft, am Rande des Nervenzusammenbruchs. Und außerdem scheißfroh, dass ich keine größeren Probleme in der Schwangerschaft habe, sodass ich diese Tage und Nächte halbwegs durchstehe. Manchmal heule ich auch nur noch vor Müdigkeit oder Genervtheit. Was mich dann oft rettet? Ja, es ist das Smartphone. Mal eben einen Verzweiflungs - Tweet raushauen und mich dann freuen, dass mir andere schreiben, wie es ihnen so geht. Gemeinsam einsam, oder so. Oder in meiner Facebook Timeline die Blogbeiträge und Artikel scannen und schnell einen lesen, nebenbei. Oder lustige Fotos machen und bei Instagram hochladen (die meisten natürlich nicht...). Bin ich deshalb eine beschissene Mutter, nur weil ich auch öfters am Tag mal sage "Moment, Mama schreibt schnell fertig!"?

Klar, ich denke oft, dass ich meinem Kind mehr Aufmerksamkeit schenken müsste. Noch mehr. Nicht nur nebenbei aufmerksam sein und hoffen, dass sie auch mal fünf Minuten alleine spielt. Oder mehr. Noch schlimmer, ich lasse sie sogar Youtube Kindervideos schauen... zum Entsetzen der Schwiegermutter und sicherlich vielen pädagogisch anspruchsvolleren Müttern als mir. Aber ich bin mir sicher, die haben andere Kinder zuhause, sind nicht schwanger und haben auch noch einen Job und sehen dann ihre Kinder wieder mit anderen Augen. Wenn ich weniger Zeit hätte, würde ich die sicherlich auch gezielter nutzen, so mutiere ich eben zur Rabenmutter und schaue, dass ich den Tag irgendwie gebacken kriege.

Also, werft ruhig mit Steinen (oder Festnetz Telefonen) aber für mich ist das eine Überlebensstrategie... keine, auf die ich stolz bin, aber momentan eine der wenigen, die ich zur Verfügung habe.

 

Dieser Blogpost ist Teil der Blogparade "Nutzt ihr das Smartphone in der Familienzeit?" von Mamaskind

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