Ein Shopping Trip wie ausm Bilderbuch. Nicht.

Shopping mit der ganzen Familie, ach nee, wat schön! Baby in die Tragehilfe geschnallt, Kleinkind an die Hand genommen, Papa mit Tüten beladen und los gehts. Nee, nix geht. Gar nix. Kacke war's. Richtig kacke. Aber ich bin stolz auf mich, denn ich habe das nahezu Unmögliche geschafft: ich habe mir Klamotten gekauft. Die passen sogar. Geil, ne... 

 

 

Wenn gar nichts klappt, mach es einfach trotzdem

Könnte ein Mama Tipp sein, oder? Zumindest einer für anspruchsvolle Kinder oder einfach welche, die gerade in der Trotzphase Autonomiephase sind. Der Papa und ich haben lange überlegt was wir an einem Samstag denn so machen sollten. Sinnvoll wäre etwas für die Große, die die ganze Woche gestreikt hat und extrem mies gelaunt war und ist. Sinnvoll für das Baby wäre, zuhause zu bleiben da es Schnupfen hat. Sinnvoll für uns wäre, mal Klamotten shoppen zu gehen, da Mamas Kleiderschrank eine einzige Trauerweide ist (entweder die blöden Schwangerschaftsklamotten die ich nicht mehr sehen kann oder die alten Klamotten die großteils zu presswurstig daherkommen). Wahrscheinlich ist, dass egal in welchem Fall die Große einfach nur beschissen gelaunt ist und sowieso nur brüllt, also: so f***ing what! Machen wir mal was wir wollen, machen wir ja sonst nie...

 

Schlechter Witz? Hipster, Kleinkinder und die Shopping Mall

Am Besten shoppt es sich ja bekanntlich in einer Mall - einmal hin, alles innjekooft oder so. Guter Dinge und seit dem Parkhaus nur drei halbe (d.h. tränenlose) Wutanfälle später waren wir im Klamottenladen angekommen, der möglicherweise X&Y heißt und im Regelfall von Myriaden von Teenagern mit Strähnchen, junge Frauen mit Dutt und Brille sowie knallig geschminkten Mittvierzigerinnen bevölkert ist, die nur eines im Sinn haben: sich die besten Teile schnappen, als befänden sie sich in einem Ausverkauf. Ellbogen raus und zack zack. Offensichtlich kamen wir ein wenig spät denn bei den meisten Teilen gab es nur noch die Größen XS und XL. Haha. Fängt ja gut an.

Peanut war noch gut gelaunt und ließ sich mit falschen Versprechungen ködern, sie dürfe mich beraten und mir Klamotten aussuchen. (Als ob ich knallpinke Oberteile mit Häschen tragen würde...! Näää!) Nach dem ersten Hipster Zusammenstoß der in etwa so klang: "Kicherkicher... boah ey hast du das Kiiiiiind eben gesehn... kicherkicher... die hat ja geschaut als ob ich ihr was getan hätte... kicherkicher..." hatte ich keinen Bock mehr zuzuhören und hab die Chicks ebenfalls so angeschaut als ob sie mir etwas getan hätten. Hatten sie ja irgendwie auch denn ab da war der Wurm drin. Peanut kreischte permanent und wollte auf den Arm, also stürmte ich mit einem Arm voll Kind, mit dem andren Arm voll Wäsche in die Umkleide, bereit für den endgültigen Showdown.

 

Hear me cry!

Oh ja, ist echt eine Spitzenidee, zwanzig, gefühlt zwei Milliarden Einzelteile anzuprobieren. Was denkt sich denn so ein Kleinkind dabei...

 

1. Oh geil, ausziehen! Ich will auch! (Strumpfhose aus! WuäääääÄÄÄÄäääh!)

2. Oh geil, anziehen! Ich will auch! (Der rosa Pulli!!! AAAANNN! Der ist zu groß! WUuuäääÄÄÄääääähhh!)

 

Im Endeffekt schwankte ich zwischen in Lichtgeschwindigkeit anziehen, Kind liebevoll ermahnen, weniger liebevoll ermahnen, anfauchen dass es doch endlich mal ruhig sein soll und NEIN wir gehen nicht sofort nach hause, Mama braucht Klamotten echt jetzt mal und einem eigenen Nervenzusammenbruch. Wuäääääh! Beim Heraustreten starrte mich eine ganze Warteschlange Hipster grummelig-vorwurfsvoll an, die ich aber gekonnt ignorierte was mit Sicherheit auch daran lag, dass ich echt keinen Nerv mehr übrig hatte, da alle schon fünf Mal zu oft über den Boden geschrubbt worden waren. Hab ich schon erwähnt dass die vorherige Woche beschissen war?

 

Das I-Tüpfelchen gibt's auch noch: wir machen weiter

Der Papa schaute mich mit einer Mischung aus Respekt und Mitgefühl und Schadenfreude an - natürlich hatte er es kilometerweit Schreien hören. Das Baby übrigens saß die ganze Zeit brav auf seinem Arm. Ob wir eine Pause machen sollten? Oh nein, ich wollte mir noch den Rest geben. Kinderabteilung und kurz noch zu den Herren, man gönnt sich ja snst nix. Außerdem würden wir sicher nicht noch mal in das Höllenloch herabsteigen.

Die Kinderabteilung war eine regelrechte Explosion an Rosa und Tüll, oder wie der Papa sagen würde, eine echte Prüfung für einen Drogenabhängigen. Und die Droge unserer großen Tochter heißt "Kleid anziehen". Seufz. Doppelseufz. Ich schnappte mir also das brave Baby und ließ ihn zurück. Schon süß, die Babysachen, ne? Nach fünf Minuten hörte  ich natürlich auch hier wieder das obligatorische Wutschreien, das selbst den Hörbehinderten die Hörgeräte aus den Ohren knallen lässt, also schnell wieder nach unten. Nach dem nächsten Wutanfall, weil das XXL (leider rosa) Männeroberteil nicht gekauft werden würde, zogen wir uns an dieser Stelle strategisch zurück und retteten uns mit einem Eis. 

Ja jetzt könnt ihr uns zu recht ein paar Selber Schuld's um die Ohren hauen, aber wisst ihr was? 

 

1. Wir haben es versucht

2. Alles andere wäre genauso schief gelaufen

3. Wenn man nicht krankhaft optimistisch bleibt kann man sich gleich einmauern

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