Eltern brauchen andere Eltern

Kennt ihr den Spruch "Kinder brauchen andere Kinder"? Na klar kennt ihr den. Aber wer denkt denn an uns, die Eltern? Wir brauchen uns gegenseitig genauso, mindestens. Dieser Beitrag wurde inspiriert durch ein ganz tolles entspanntes Wochenende mit Mo und Karl, meinen Mitautoren - die ein mindestens genauso chaotisches Familienleben haben, aber zusammen sind wir, was? Chaos x 2? Nein: Entspannung pur.

 

 

Eltern Freundschaften - nicht so leicht, wie man denkt

Bevor ich Mutter wurde, habe ich mir das immer so schön vorgestellt. Man geht in prä- und postnatale Mama Kurse, Krabbelgruppen, Spielplätze - alles voll mit potentiellen Freundinnen mit Kindern, die mit meinen Kindern spielen können. Pustekuchen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das ja dasselbe ist wie mit allen anderen Menschen auch - es passt halt meistens nicht. Liegt sicherlich an mir, oder auch an denen, egal, das Ergebnis ist dasselbe.

Nur, weil man jetzt in der Eltern Community angekommen ist, gehört man noch lange nicht dazu oder passt automatisch zu allen anderen. Lange Zeit habe ich mir richtig Mühe gegeben, mich anzupassen und zu verbiegen, nicht zu erzählen, dass wir im Familienbett schlafen, Langzeitstillen, dass wir diesen oder jenen Entwicklungsschritt noch nicht oder schon längst erreicht haben, was ich von Ferbern halte - die Liste ist beliebig erweiterbar.

Oft bin ich aber gar nicht wirklich in eine Gruppe aufgenommen worden, weil sich schon alle kannten und demonstriert wurde, dass sie keinen Bedarf an mehr Kontakten haben. Oder auf dem Spielplatz ergibt sich mal ein netter Smalltalk, aber mehr wird nicht daraus. Wie soll man das auch sagen - hey, willst du mal mit mir spielen gehen? Leider etwas schwieriger als bei den Kindern. Aber das für mich größte Problem ist es, Eltern zu finden, die mich verstehen können, all die Erfahrungen, die auch nicht so schön oder einfach waren, das vorurteilsfrei annehmen und einfach mal glauben, was ich sage - ohne mich mit Ratschlägen zu erdrücken und abzustempeln.

 

Gesucht und gefunden: wenn man die ganze Familie toll findet

So, genug gejammert. Jetzt kommen wir zum schönen Teil des Textes. Es gibt sie, die passenden Deckel zu jedem Topf, auch wenn es ein Frida Topf ist. An dieser Stelle möchte ich darauf verweisen, dass es ganz und gar nicht unsozial ist, sich im Internet Freunde zu suchen oder gar zu Bloggen, denn dadurch habe ich schon so einige tolle Menschen kennen gelernt, die ich nicht mehr missen möchte. Mo zum Beispiel hatte meinen Vor-Vorgänger Blog gefunden und erst kommentiert, dann mit mir geschrieben. Sie meinte, es sei der einzige Blog, in dem sie sich verstanden fühlte, und ich bloggte ja vor allem, weil ich mich ebenso unverstanden fühlte wie sie.

Irgendwann trafen wir uns mit der ganzen Familie - damals nur mit je einem high need Kind, beide abwechselnd am Brüllen, aber was soll ich sagen - es stresste keinen von uns. Denn wir kannten das ja zum einen selbst und zum andren merkten wir, dass wir keinerlei Anforderungen an den andren stellten. Es war einfach gut so, wie es ist. Und das zog sich dann durch alle anderen Treffen, egal, ob einer schwanger war, ein Schreibaby hatte oder schwierige Kleinkinder. Total kackegal. Wenn wir zusammen sind, ist es einfach entspannt.

Wir kommen dann halt alle zusammen unpünktlich aus dem Haus, oder die andren gehen schon mal vor, weil ein Kind nicht passend gepennt hat und es nachholen möchte. Man fühlt sich wie zuhause und hilft mit, es ist kein steifes "Oh die Gäste müssen bewirtet werden". Man kann die Kinder auch mal bei den anderen lassen und in Ruhe duschen gehen. Alles so kleine Beispiele, die zeigen, dass es eher was von einem Clanleben oder Großfamilie hat und wenig von Gästebesuch. Und das ist so so geil.

So sollte es bei richtig guten Eltern Freundschaften sein, und ich habe auch noch ein paar andere kennen gelernt, mit denen es ähnlich läuft. So ziemlich alle 2KindChaos Autoren sind zum Beispiel so drauf. Ich würde allen meine Kinder anvertrauen oder meine schlechte Laune zeigen oder meine Müdigkeit oder meine nachdenkliche Seite. Das sind Menschen, mit denen man unzensierte dumme Witze machen kann oder die ich auch mal um Rat frage oder volljaule, wenn ich deprimiert  bin. Solche Menschen brauche ich, solche Menschen braucht jeder von uns. Ich wünsche euch allen, dass ihr solche Freunde habt oder kennen lernt, denn sie machen das chaotische Familienleben lebens- und liebenswert!

 

Love & Peace,

eure Frida 

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