Kindergartenfrei und Selbstbetreuung - wie geht das? Infos, eigene Geschichte & Instagram Aktion

Nachdem bei uns die langmonatige Eingewöhnung in den Kindergarten gescheitert war, haben wir uns erst mal erleichtert an das Leben ohne Fremdbetreuung gewöhnt. Mittlerweile sind fast 1,5 Jahre vergangen: Peanut wird bald 5 und entwickelt sich richtig gut. Ich will aber auch nichts von Bullerbü erzählen: manchmal ist es hart. Ich möchte euch in diesem Artikel einen kleinen Einblick in unser Leben geben, ein paar Gedankenanregungen zum besseren Vernetzen mit anderen Familien, die selbst betreuen und möchte euch auch eine Plattform bieten, Fragen zu stellen und euch auszutauschen.
 
 
 

Kindergartenfrei - wie machst du das?

Zuerst einmal zu unserer Familie. Ich habe zwei Kinder, die gut miteinander spielen, was mir den Alltag sehr erleichtert. Hätte ich nur ein Kind, wäre ich noch mehr auf die Unterstützung und Vernetzung mit anderen angewiesen als ich es jetzt bin. Der Kindergarten bietet nicht nur die Möglichkeit, dass beide Elternteile arbeiten gehen, sondern eben auch Sozialkontakte, die es zu ersetzen gilt. An diesem Punkt möchte ich sagen: ich verurteile niemanden, der den Kindergarten nutzt, und ich möchte auch keine Debatte über das Wort Fremdbetreuung auslösen.
 
Bei uns hat es schlichtweg nicht geklappt und ich halte viele Erziehermethoden und oft auch das System generell für veraltet und schlichtweg an den Bedürfnissen des Kindes vorbei. Wobei es da auch rühmliche Beispiele gibt. Außerdem denke ich, dass es eben sensible Kinder gibt, die nicht so gut im Kindergarten klar kommen und eine andere Form der Betreuung bräuchten. Man kann das als Erzieher zwar kompensieren, aber dazu bedarf es natürlich die Möglichkeit dazu (strukturell) und auch das Einsehen, dass die Bindungstheorie nicht völliges Geschmarri ist (leider oft erlebt).
 

Von Kontakten und Problemen

Kurzum, wie machen wir das. Ich habe eine liebe Freundin in der Nähe, mit der wir uns verabreden können. Aber eine Freundin reicht natürlich nicht. Die Oma in der Nähe auch nicht, aber auch sie ist eine Anlaufstelle. Ich habe über das Internet nach Kontakten gesucht; zuerst gründete ich eine Spielgruppe, die ein paar Wochen lief. Ich schrieb, dass ich andere Eltern suche, die auch Attachment Parenting leben. Lustigerweise meldeten sich einige, die sagten, sie wüssten nicht, was das ist, fänden es aber ganz gut nach einigem Googeln. Es waren nette Kontakte, die aber kein langfristiges Interesse hatten. Parallel dazu fand ich in der Facebook Gruppe "Fremdbetreuung brauch ich nicht" virtuelle Ansprechpartner und auch über die Facebook Community Kindergartenfrei.org kam ich an regionale Kontakte. Es kamen einige lose Treffen zustande, aber es dauerte Wochen, bis sich eine feste Gruppe entwickelte. Und wie es leider so ist mit Kindern, kommt auch mal Krankheit dazwischen oder, ganz fies, die unterschiedlichen Tagesrhythmen.
 
Oft haben diejenigen, die Kindergartenfrei leben, wie ich sensible Kinder, die zum Beispiel nicht gern Auto fahren oder Stress in Gruppen nicht gut vertragen. Ich war sogar mal in einer What's App Gruppe mit vielen vielen Leuten drin, die es monatelang nicht wirklich schaffte, sich zu verabreden. Jeder hat tolle Pläne und ist dann aber kaum flexibel. Wenn man mal ehrlich ist, braucht man einfach seine eigene Crew in Greifnähe, und das ist schwierig, wenn man in verschiedenen Orten wohnt und mehrere Schwierigkeiten auftauchen. Man muss es also wirklich wollen und können, und die anderen müssen das auch.
 
Wenn ihr wissen wollt, wie das andere machen, schaut doch mal in das Interview rein, das ich mit zwei kitafrei Mamas geführt habe.
 
 

Jedes Kind braucht ein Dorf..?

Ich denke, da ist auf jeden Fall was dran. Zumindest als Erwachsener, der zuhause betreut, kann man da schnell am Rad dehen, wenn man ganz alleine ist. Vor allem in den Phasen, in denen mal wieder keine Playdates drin waren, oder wenn das Wetter lange schlecht ist. Wenn man also aus der Not oder aus der Überzeugung heraus Kindergartenfrei leben möchte, dann braucht man andere Kontakte. Deshalb habe ich hier ein paar Ideen für euch:
 
  • Facebook Gruppen wie z.B. Fremdbetreuung brauch ich nicht
  • nutzt das Netzwerk von Kindergartenfrei.org
  • werdet selbst aktiv und macht Aushänge z.B. in Familiencafés, Mehrgenerationenhäuser, Kirchen oder inseriert in Zeitungen und Online Börsen und schreibt deutlich rein, was ihr sucht und was ihr gern gründen möchtet
  • bei Überlastung sucht euch Unterstützung! Es ist keine Schande, denn ihr leistet wirklich verdammt viel! Artikelempfehlung Hilfe für Mütter
  • wer schon andere Mamas oder Papas in der Nähe kennt, kann mal über ein Eltern Team nachdenken: regelmäßige Treffen bei denen die Kinder abwechselnd betreut werden. Mehr dazu findet ihr beim Freilern Blog.
  • Selbstbetreuung heißt, Hausfrau / -mann sein? Nicht unbedingt. Ich arbeite zum Beispiel im Home Office, und in größeren Städten gibt es private oder kommerziell organisierte Coworking Spaces mit Kind. Man kann die natürlich auch selbst gründen, dazu empfehle ich den ausführlichen Artikel im unerzogen Magazin.
 

Was kann ich für euch tun?

Ich bin ja eigentlich mit euch in einem Boot. Ich bin auch nicht unbedingt besser aufgestellt oder habe super viel Erfahrung. Aber ich habe ein wenig Reichweite und die stelle ich euch gern zur Verfügung. Wie schon mehrfach erwähnt gibt es auf Facebook ja einige Möglichkeiten, sich zu vernetzen, da würde ich jetzt auch keine Konkurrenzveranstaltung dazu gründen wollen. Aber da nicht alle auf Facebook sind, dürft ihr gern hier unter dem Artikel kommentieren, wenn ihr Fragen habt (oder auch welche beantworten) oder wenn ihr andere kennen lernen möchtet, vielleicht auch mit ungefährer Ortsangabe. Wenn ihr eure Email Adressen nicht öffentlich machen möchtet, dann könnt ihr auch anklicken, dass ihr bei Antworten benachrichtigt werden wollt.
 
Außerdem wurde ich bereits ein paar Mal auf Instagram angesprochen, ob ich nicht ein paar Kontakte vermitteln kann. Da Instagram ja kein Forum ist, habe ich mir überlegt, dass ich alle 2 Wochen etwas zum Thema Kindergartenfrei poste und ihr dürft darunter gern diskutieren, euch gegenseitig folgen und so weiter. Den Anfang habe ich am Dienstag bereits gemacht. Der Einfachheit halber werde ich dann immer direkt auf das Bild dick und fett "Kitafrei" schreiben. 
 
 
 
Habt ihr noch Ideen und Vorschläge?
 
Love & Peace,
 
eure Frida
 
 
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