Freibad mit (high need) Kind und Baby - eine kalte Dusche Realität bitte

Manchmal frage ich mich, wie ich auf so bekloppte Ideen komme. Freibad, in den Ferien, an einem sehr sehr heißen Nachmittag. Vermutlich lag es daran, dass ich irgendwie verstrahlt oder zumindest sehr verschwitzt war. Klar, die Aussicht auf ein wenig vollgepullerte lauwarme Plörre an den Füßen war sehr verlockend, aber ich hätte es besser wissen müssen...

 

 

Da brat' mir einer einen Storch!

Sorry, der musste sein. Kennt ihr bestimmt, wenn es so übel heiß ist, dass man morgens schon die Fenster zumachen muss und die Kinder direkt nach dem Aufstehen schon permanent explodieren. Zu heiß, die Laune wird ranzig. Bitte, ihr kennt das, oder? Bei uns ist das jedenfalls mit Peanut so, ihres Zeichens high need Kind und Prinzessin mit dem wallenden Anna - und - Elsa - Kleid. Das ist leider ziemlich tuffig und stickig und dazu muss ihro Majestät auch noch zwei verschiedene Tüllröcke anziehen und einen rosa Longsleeve von mir, den sie sich als Schürze umbindet. Egal wie oft ich sie anflehe, den Scheiß auszuziehen, so oft schreit sie zurück, eine Prinzessin müsse hübsch aussehen. Pauf! Ok! Die heißen Tage verlaufen also zäh wie Kaugummi und es wird langsam an der Zeit, sich ein geeignetes Programm einfallen zu lassen, weil sonst nicht nur die Prinzessin ungnädig ist, sondern auch Little Pea, mein Räubermädchen, das den Bewegungsdrang eines Terriers, der gerade Witterung aufgenommen hat, an den Tag legt.

 

Kaltes, klares Wassaaaaa

Innerlich bin ich also gegen Mittag schon tausend Tode gestorben. Da ich ja außerdem gefühlt um die 80 bin bei diesem Wetter - ständig schwarz vor Augen und so - kam mir also mal wieder die geniale Idee, mit der Brut ins Schwimmbad zu gehen. Allein. Ich Heldenmutter. Einmal hab ich das Experiment schon gewagt gehabt, allerdings war das vormittags, unter der Woche, ohne Ferien. Da war es relativ leer und ziemlich angenehm. Wir haben uns Pommes reingeschaufelt und in Ruhe drölfzigmal die Gießkanne geleert. Aber jeder kennt es ja, dieses Sardinenfeeling im Sommer im Freibad. Die einen stehen drauf, die anderen vermeiden es. Aber wie gesagt, ich Heldenmutter (oder besser die, bei der die Lichter im Kronleuchter schon ausgegangen sind) wollte ja unbedingt ins Freibad gehen... selber Schuld, nä!

 

Kotzedikotz!

Tja, angekommen im Freibad - ach nee, die Fahrt war schon richtig kacke im Dampfkessel gewesen. So ein überhitztes Auto kennt und liebt man ja, aber stellt euch dazu ein heulendes Kind vor, weil die Klimaanlage zu doll pustet. Mach die aus, Mama! Kreisch! Nee! Grenzen sind Grenzen und Gurken sind Gurken. (Twitter - Insider.) Also die Klima blieb an und das Heulen auch. Irgendwann kamen wir dann an, ich halb schielend vor Anstrengung, die Kinder waren nassgeschwitzt und taten mir echt leid. Da kann doch nur ein schönes Bad helfen, oder? Der Babypool jedenfalls war so dicht bevölkert, dass ich von Weitem kaum das Wasser sehen konnte. Die Eltern saßen am Rand dicht an dicht, wie bei einer Perlenkette, und die Kinder rannten und schrien und spritzen durcheinander.

Ich weiß nicht wie ihr das seht, aber ich finde, dass größere Kinder nichts im Babypool zu suchen haben, zumindest wenn sie mit Super Soccern durch die Gegend ballern. Da sind ja nicht nur meine Kinder drin, die heulen, wenn sie eine Ladung ins Gesicht kriegen, sondern auch schreiende Säuglinge, die von ihren stolz grinsenden Eltern immer und immer wieder eingetaucht werden (wieso?!?!?). Oder so kleine Stöpsel wie Little Pea, die gerade Laufen lernen und die sich in einer Wasser - Kriegszone befinden. Am Geilsten aber find ich ja die Eltern, die auch noch dreckig lachen, wenn ihre Kinder andere abschießen - gut gemacht, Junior, du wirst mal ein richtiger Manager wenn du mal groß bist - oder was?!?

 

Ich Arschlochmutter

Ich stand also da mit Peanut, die alle 5 Sekunden heulte, weil sie nassgespritzt wurde und Little Pea, die völlig geflashed war von dem Chaos und irgendwann beschloss, doch lieber auf die überhitzte Wippe auf dem Spielplatz zu gehen. Links und rechts sehe ich weinende Babys, drehe mich weg - das tut mir echt weh, mit anzusehen. WTF Leute, muss das sein? Ab und zu ranze ich größere Kinder an, sie mögen bitte keine Babys und Kleinkinder bespritzen oder umrennen. Scheint ja sonst niemanden zu interessieren. Komme mir vor wie eine Mega Arschlochmutter. Peanut versucht, ihre Unsicherheiten zu kompensieren, indem sie sich permanent umziehen will - ich kriege langsam die Vollmeise. 

Irgendwann setzen wir uns dann heulenderweise zusammen hin, machen eine Snackpause. Ommmm! Kumbayaaaah, My Lord! Peanut kuschelt sich in eine pinke Decke, Little Pea knabbert Salzstangen und spuckt sie wieder aus, und ich entspanne mich langsam. Die ersten Familien pilgern auch schon Richtung Abend(b)rot und wir können doch noch eine Runde Pissplörre Wasser genießen. Ich liebe es auch, wie Kinder positiv sehen können. "War ein schöner Tag, Mama." Na gut, im Endeffekt seh ich es auch. Aber trotzdem mach ich den Zirkus so schnell nicht mehr mit...

Die Mama die ich sein möchte
Und dann stehst du da, allein. Die neue Einsamkeit...

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