Gefühlschaos als ZweifachMama - oder: einer brüllt immer

Ich habe vor Kurzem zwei traurig schöne Texte gelesen; Bella von Freiraumkind schrieb über das Vermissen und auch Kathrin von Nestling hat über das Loslassen ihrer Großen geschrieben. Bei uns gab es ja vor knapp 3,5 Monaten Zuwachs und ich muss sagen, dass ich immer noch nicht angekommen bin als Zweifachmama - eine brüllt eben immer und ich hab das Gefühl, ständig vernachlässige ich eine der Mädchen. Andererseits bin ich froh dass die Große so einen harten Kampf um mich führt...

 

 

Wenn zwei Kinder so unterschiedliche Bedürfnisse haben

Ich wusste dass es schwierig wird aber nicht, wie sehr. Ein Baby, das viel brüllt und sehr unruhig ist und ein Kleinkind das massiv in der Autonomiephase steckt und auch generell ein absolutes Mamakind ist. Schon in der Schwangerschaft spürte sie, dass sich bald etwas ändert und klammerte massiv, mit Papa ging so gar nichts mehr. Dann hatte der zum Glück Urlaub und die zwei wurden auch in den ersten Wochen nach der Geburt ein gutes Team, unternahmen viel und erstmals durfte auch er sie zuerst trösten. Ok ich gebe zu, das hat mir schon einen kleinen Stich versetzt, auch wenn ich gleichzeitig erleichtert war, dass er meine Lücke füllen durfte. Ich vermisste sie einerseits wahnsinnig, andererseits kam sie mir so fremd und groß vor im Vergleich zu diesem hilflosen kleinen Wurm in meinen Armen, der mich noch viel dringender brauchte. Über diese erste Zeit hatte ich bereits berichtet.

Mittlerweile ist der Papa aber schon längst wieder arbeiten und ich habe mich oft gefragt, wie zur Hölle ich den Tag eigentlich überstanden habe. Ich bin mittlerweile gefühlt massiv gealtert und nur noch froh, abends ins Bett fallen zu können. Mein Witwenbuckel vom vielen Babytragen hat mich bestimmt schon einige Zentimeter gekostet und dank der Tatsache, dass mich beide Kinder abwechselnd fast stündlich aufwecken trägt sicher auch nicht dazu bei, dass ich mein ursprüngliches Lebensende erreichen werde. Aber ok, man opfert sich ja gern für die lieben Kleinen. Was ich aber wirklich furchtbar finde: ich bin wie der Hase aus Alice im Wunderland, renne hin und her und kann es doch keinem Recht machen. Meist habe ich ein total unruhiges greinendes Baby mit dem ich auf dem Ball herumhüpfen muss und ein Kleinkind, das weint weil ich nur die Synchronstimme für ihre Stofftiere sein kann...

 

Der Kampf um die Aufmerksamkeit

Wenn man sich das recht überlegt habe ich ja ein ganz schlaues großes Mädchen, das so mit allen ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten alle Waffen einsetzt im Kampf um meine Aufmerksamkeit. Von Provokationen aller Art über babyhaftes Verhalten bis hin zu verzweifeltem und unabstellbarem gefühlt ewigen Gebrüll ist wirklich alles dabei. Mittlerweile setzt das auch jedes Mal ein, wenn das Baby auch nur anfängt zu wimmern. Der Superhero - Dad aus den ersten Wochen ist mittlerweile zum alten Käse mutiert denn der kann und darf nichts mehr mit ihr machen, außer ihre Laune ist zumindest ansatzweise im grünen Bereich. Blöd nur dass das Baby mich eben auch braucht, vor allem natürlich abends, wenn es müde ist. Und dann ist es wirklich die Hölle wenn beide herzzerreißend schreien und keines von beiden aufhören kann, solange ich es nicht in den Schlaf schaukle. Meist muss das Baby zurückstecken denn sonst kommt die Große gar nicht mehr Runter vom Schreitrip...

Und so schlimm ich das finde, so froh bin ich dann doch, dass sie mich nicht aufgibt. Sie könnte sich ja auch völlig zurückziehen und berechtigterweise so wütend auf mich sein, dass unsere Beziehung einen echten Riss bekommt. Aber nein, sie ist so froh und dankbar wenn ich extra Zeit mit ihr allein verbringe dass ich heulen könnte, so sehr rührt mich das. Die Fremdheit hat sich übrigens wieder stark gebessert - sie ist zwar nicht wieder das (gefühlte) Baby geworden das ich vorher hatte aber ich fühle zumindest wieder zeitweise das tolle Team, und das lässt mich hoffen, dass es insgesamt wieder besser wird. Irgendwann. Aber diese zwei Monats Regel (da soll es mit der Entthronung angeblich besser werden) ist definitiv nichts für unsere Große, die macht sich nämlich ihre eigenen.

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