Geht's noch? Finger weg von meinem Kind!

Jedes Elternteil hat wohl schon Erfahrungen mit ihnen gemacht: den Distanzlosen, die sich auf wildfremde Kinder stürzen und entweder einfach ansprechen oder direkt angrabbeln. Dagegen sind die, die einem ungefragt Ratschläge erteilen, ja schon fast charmante Begegnungen... denn eins ist klar: das macht mich so wütend, ich könnte abkotzen! Das Trauma habe ich in der Geschichte der "Grabbel - Oma" verewigt...

 

 

Da ist sie wieder, die Grabbel - Oma

Kennt ihr sie auch? Sie hat viele Gesichter und doch unterscheidet sie sich nur in wenigen Variationen von ihren Artgenossinnen. Männliche Grabbler sind eher selten gesät; wenn man sie trifft neigen sie eher dazu, in exorbitanter Lautstärke dem Kind die Welt zu erklären oder wohlmeinende Witze anzubringen, die weder das Kind versteht noch sonst irgendwer lustig findet. Zumindest einen gewaltigen Schrecken können sie dem ängstlicheren Nachwuchs einjagen, was im Übrigen auch ziemlich ätzend ist. Aber hier geht es ja um die Grabbel - Oma, und der bin ich mal wieder begegnet...

 

Vom Häckselangriff: die Grabbel - Oma und das hilflose Kleinkind

Das Kind sitzt im Rüschenkleid und mit Schmollvisage im Kindereinkaufswagen und lässt sich von mir durch die Drogeriemarkt - Gänge schieben. Hey, immerhin brüllt sie so nicht, auch wenn ich so nicht wirklich viel mitnehmen kann. Besser als Brüllaffen schleppen. Die Grabbel - Oma steht an der Pröbchenwand und täuscht erst einmal Desinteresse vor, nur um dann im Wahnsinnstempo auf uns zuzuschießen und während sie noch flötet "Naaaaaaaaaaa, hast du wieder nicht bekommen was du wolltest?!?" rotieren ihre riesigen spinnenartigen Klauen wie ein Handmixer auf das Gesicht (!) des Kindes zu. Nicht auf die blonden Flauschelocken, nein, direkt aufs Gesicht.

Im letzten Moment gelingt es mir, den Kinderwagen zurückzuziehen, sehe ich doch schon panisch das Gesicht meines Engels zu einem hackfleischartigen Haufen verarbeitet... Ich weiß garnicht, welche Miene ich dabei mache, aber zumindest bin ich schwer schockiert. Die Grabbel - Oma indes scheint sich keiner Schuld oder Scham bewusst und setzt ein zweites Mal zu ihrem Häckselangriff an; wieder ziehe ich den Wagen einen halben Meter zurück, mein irritiertes Halbgrinsen ist einer düsteren Miene gewichen. Im Hintergrund tritt der Papa neben uns und schaut genauso entsetzt und murmelt etwas von "Geht ja gar nicht." - was auch immer es war, die Grabbel - Oma tritt endlich die Flucht an. Kommentarlos versteht sich.

 

Was treibt manche Menschen dazu, fremde Kinder anzutatschen?

Ich weiß gar nicht, auf wen ich wütender war: auf die Grabbel - Oma oder auf mich, die ich so perplex war, dass ich dazu nichts gesagt habe. Zumindest schwungvoll den Wagen zurückziehen und zwar so deutlich, dass es ein "Don't touch this" Schild hätte tragen können habe ich hinbekommen, aber eigentlich hätte die Olle für ihren regelrechten Angriff eine deutliche Ansage verdient. Ich finde es ja schon nervig genug, wenn man ohne mich oder mein Kind vorher anzuschauen auf das Kind losgeht und anflötet oder blöd anmacht (Ja, auch das gibt es, manche Leute scheinen sich da eine Art Erziehungsauftrag angeeignet zu haben...). Noch ätzender finde ich wenn das Kind in den Bauch gepiekst, an den Füßchen gekitzelt oder am Kopf gestreichelt wird. Aber hey, die Grabbel - Oma hat noch eins draufgesetzt: hätte sie ihren Häckselangriff durchgeführt, bin ich mir sicher, der wäre schmerzhaft geworden! Vielleicht hatte sie etwas gegen schmollende Kleinkinder? 

Wie auch immer, ich kann und will es nicht verstehen oder auch nur akzeptabel finden, wenn jemand meine Kinder anfasst. Bei Babys finde ich es noch schlimmer, die können sich garnicht wehren. Auch nicht gegen stark parfümierte Familienangehörige mit dickem roten Knutschlippenstift. Babys haben gar keine Persönlichkeitsrechte, die sind dazu da, von jedermann geherzt und gebusselt zu werden als gäbe es kein Morgen. Welche Mutter da etwas dagegen hat, kann sich schonmal auf den Pranger gefasst machen: Drachenmutter oder hysterische Glucke, die nur neidisch ist und ihr Kind nicht hergeben will. Auch Kleinkinder stehen noch weit unter Hund und Katze und haben auf Kommando jedermann ein Küsschen zu geben, sich artig zu bedanken und auf dem Schoß zu sitzen, ist doch so schön kuschlig...

 

Kennt ihr auch solche Situationen und wie geht ihr damit um?

 
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