Wenn Geschwister beide klammern, weinen und sehr spät einschlafen

Müde bin ich, geh zur Ruh... schnarch! Das entspricht ungefähr meinem geistigen Niveau, auf dem ich mich momentan bewege. Super müde, super fertig. Beide Kinder haben offensichtlich einen Schub, denn sie sind extrem gereizt, am Klammern, schlafen sehr spät und nicht durch, tagsüber hab ich das Gefühl, ich laufe über ein Minenfeld... und dann merke ich aber immer mal wieder, dass da bei beiden Neues am Horizont auftaucht... eine Geschichte aus unserem Chaos - Alltag von Anstrengendem und Schönem.
 
 
 

 

Achtung Explosionsgefahr

Schon der Morgen beginnt meist mit einem Wutanfall der Großen. Ängstlich schleiche ich an das Familienbett - da sie wie immer sehr spät ins Bett ist, will ich sie nicht zu früh wecken, andererseits hieße Ausschlafen lassen, dass sie noch später ins Bett fällt und so weiter. "Guten Morgen, mein Schatz", flöte ich und versuche, ihr über die güldenen Haare zu streicheln, als plötzlich "RABÄÄÄÄÄH! NEEEEIIIIIIIN! Ich BIN nicht dein SCHATZ! Ich bin die PRINZESSIN! RABÄÄÄÄÄHH!". Das zuckersüße schlafende Engelchen verwandelt sich in ein strampelndes, tretendes und schreiendes Etwas.
 
Liebevoll Aufwecken würde ich ja so gern, aber das ist momentan nicht mehr drin. Manchmal denke ich, dass sie mir leid tut, weil es sicher anstrengend sein muss, da drin zu stecken, aber meistens komme ich nicht so weit, weil ich selbst zu  müde bin und keine Lust mehr habe. Kann nicht irgend etwas mal einfach einfach sein?
 
Der Tag läuft so weiter, zieht sich wie Kaugummi. Beim Frühstück verlangt sie erst Joghurt, als er dann vor ihr steht, schreit sie "NEIN, KEINEN JOGHURT! Der ist EEEEKLIIIIG! Ich wil Schokolade!" Die Kleine ist im Übrigen schon mindestens eine Stunde länger wach und stößt im Sekundentakt "Ääääääh Ääääh!" aus - irgendein Laut der Unzufriedenheit, der alles bedeuten kann. Auf den Arm, wieder runter, wieder hoch. Dies haben, das haben, alles runterschmeißen. Nichts macht wirklich Spaß, aber wehe, man setzt sie ab, zum Beispiel weil man sich die Zähne putzen möchte. RABÄÄÄÄÄH!
 
Also alles einarmig erledigt und schon nach den ersten zehn Minuten mit Kind todesmüde, ach was, direkt nach dem Aufstehen. Kennt ihr das, wenn ihr aufsteht, der Rücken schmerzt schon von sich aus und dann soll man direkt das 11 Kilo Kind wuchten und wünscht sich, einfach nur liegen zu bleiben? Und so geht es den ganzen Tag.
 
 

Geschwister - Schubkraft

Zwei Mal Schub, das multipliziert sich natürlich auch gegenseitig nochmal neu. Das schlechtgelaunte Kleinkind will alles, was die Große hat. "ÄÄÄääääh!!" Und die wiederum scheint sich daran zu ergötzen, es ihr vor der Nase herumzuwedeln und sie zum Heulen zu bringen. Irgendwann greift man ein, weil man das Geschrei nicht mehr erträgt, nur, um dann das andere Kind zum Schreien zu bewegen. Rausgehen ist meistens eine gute Lösung, aber nicht, wenn der Schub so richtig klingelt. Die Große klammert an mir, will für alles Händchen halten. Schaukeln, Rutschen, nur mit Mama. Die Kleine ist unzufrieden, will alles und gar nichts, am Besten nur auf dem Arm. ÄÄÄÄÄÄH! Wenn sie doch wenigstens beide dasselbe wollten, aber das wäre ja nun auch zu einfach, oder?
 
Am meisten hasse ich die Zeiten, in denen ich Essen vorbereiten muss. Wenn ich Glück habe, drehe ich irgendeine Kinder CD an, die beiden hüpfen in der Gegend herum und ich kann schnell etwas kochen. Momentan sieht es aber eher so aus, dass die Kleine nur auf dem Arm sein will und nicht mal im Learning Tower eine Sekunde ruhig bleibt, was sonst eine große Hilfe war. ÄÄÄÄÄH! ÄÄÄÄH! ÄÄÄÄH! MAMA! Die Große will unbedingt helfen, hat aber auch keine Lust, das zu machen, was man ihr sagt - also stellt sie sich hin und beginnt, alles runter zu schmeißen oder nass zu machen oder zu Brüllen - irgendeinen Grund wird es sicher geben. Oder die beiden streiten sich mal wieder um irgendeinen Kleinscheiß und brüllen im Kanon.
 
 

Abends? Was ist das?

Abends, das ist doch die Zeit, in der die Kinder im Bett liegen und man endlich Me Time hat, oder? Hab ich mal so gehört. War bei mir noch nie der Fall, seit ich Mama bin. Meine Me Time beginnt meist um halb 11, 11. Normalerweise. Mittlerweile schläft die Große so gegen 12 erst ein, aber auch nur, wenn ich mitgehe ins Bett. Klammer, klammer, Jammer! Und dann lasse ich sie frei nach "selbstbestimmtes Einschlafen" (hier nicht ganz freiwillig, da ich sie vorher ein oder zwei Mal ins Bett gebracht habe) vor sich hin malen oder Buch gucken und versuche, etwas anderes zu machen - da zeigt sie mir auf einmal, was sie malen kann: ihre vorher kaum erkennbaren Kopffüßler haben jetzt Haare, Zähne, Kulleraugen. Wow! Entwicklungsschritt! Sie erzählt richtig komplexe Geschichten, denkt sich selbst Lieder aus. Krass! Und die Kleine, die versucht jetzt, Wörter zu artikulieren. Richtig spannend, wie unterschiedlich Sprachentwicklung bei jedem Kind verlaufen kann.
 
Und dann fällt es mir wie Schuppen von den Augen: na klar, Entwicklungsschub. Beide, gleichzeitig. Uff! Die gute Nachricht: es wird besser. Bald. 
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