Happy Valentine... wir gehen dann mal ins "Chez Ikea" mit Kleinkind

Warum sollte ein Paar mit Kleinkind so blöd sein, ausgerechnet am Valentinstag zum Ikea zu fahren? Ok, offenbar sind sie unromantisch und auch ein wenig naiv, da es sich beim 14.02.2015 um einen Samstag handelte. Was sie aber nicht wissen konnten: halb Deutschland war auch da!!

 

"Kleine Auswahl unserer schwedischen Beutestücke" - Bildrechte: 2KindChaos

 

Erstmal wegkommen sollte man!

Ja das ist zur Zeit eines unserer Hauptprobleme! Unsere Tochter Peanut hat gerade eine Phase (ich sollte wohl mal einen Hustenanfall vortäuschen, denn wann befindet sie sich nicht in einer Phase?), in der sie unglaublich schlecht planbar ist vom Schlafrythmus her. Mal schläft sie den ganzen Tag gar nicht und treibt mich in den Wahnsinn mit ihrer Duracell Energie, die so ganz konträr zu meiner Schwangerschafts - Schlaffheit steht, und mal pennt sie am späten Nachmittag und lässt sich erst nach zwei Stunden wieder erwecken, um dann mindestens bis zur Geisterstunde fit zu sein. Seufz. Gestern, also am 13., war natürlich schon wieder so ein Tag, an dem sie spät ins Bett ging und damit verzögerte sich dann das Aufstehen heute. Dann folgt das übliche Trara mit ewiglichem Kuscheln und Nuckeln, verzögertem Frühstück, eingefordertem Peppa Wutz gucken und der Verweigerung, sich die Windeln wechseln zu lassen. Ich mach es kurz: wir kamen erst so gegen 12 an! Wie blöd muss man sein... 12 Uhr, Ikea! Volle Möhre!!

Boah nee, Papa ey!

Die Anzeigetafeln machten deutlich, was ich ehrlich (!) nicht vermutet hatte. Linker Parkplatz: 0 Plätze frei, rechter Parkplatz: 32 Plätze frei, Parkhaus: 57 Plätze frei. Schluck. Und ich hatte noch groß angekündigt, dass bestimmt keiner am Valentinstag Köttbullar mit dem Liebsten verspeisen möchte. Falsch gedacht - oder zu richtig. Wie auch immer, richtig dick in die Kacke gegriffen mal wieder. Mit quengeligem Kind parkten wir mindestens einen Kilometer vom Eingang weg, um dann festzustellen, dass direkt davor noch ein paar frei waren. Also habe ich den Papa in dem guten Gewissen noch mal umparken geschickt, dass wir uns ja gleich in der Kinderabteilung treffen könnten. Ha. Haha. Eine halbe Stunde später war Peanuts Wohlwollen nicht nur deutlich getrübt, nein, sie war auch hungrig genug, um nur noch herumzuschreien und ich hatte die ganze Zeit mit ihr Stühle rücken und Klettern spielen müssen, während sich der Papa verlaufen hatte. Verlaufen!? Wir waren ja erst fünf Mal fort und überhaupt ist das Kinderabteil ja auch immer gleich, nämlich am Ende des Ausstellungswurms. Also ohne Ergebnis mal direkt zum Essen gestiefelt...

Die Essensausgabe aus der Hölle

Die Menschen drängten schlechtgelaunt schon bis zu den Toiletten, Essenswägen gab es natürlich auch nicht mehr und so musste der Papa auf einem Tablett zwei angeranzte Beilagensalate, zwei große Pommes, eine Brezel, einen Pudding, ein Glas und Besteck balancieren. Die Pommes waren leider noch schlechter als sonst und waren nicht nur fettig, sondern auch kalt und matschig. Und während wir mit ihnen eine halbe Stunde anstanden, um endlich an der einzig geöffneten Kasse bezahlen zu können, wurden sie halt leider auch nicht viel besser. Peanut bekam natürlich schon die ganze Zeit immer mal wieder eine Pommes zugesteckt und beschäftigte sich dankbarerweise mit einem kleinen Margarinepäckchen, das sie könnerhaft öffnete und kunstvoll darin herumbohrte. Aber wie ich jüngst gelesen habe fördert das ja die Sprachfähigkeit und ist bestimmt auch der Grund, wieso sie schon so fabulös sprechen kann (zum Beispiel "Das geht nicht leider gut nicht!"). Das Essen war dann relativ unspektakulär und zeichnete sich durch Würgereiz und Hustenanfälle sowie eine überdrehte Peanut aus, die kaum etwas essen und lieber spielen wollte und danach kaum wieder vom Pavillion wegzubekomen war. Mega stöhn!!

Shopping Marathon im Schwedischen Möbel - Arsenal

Wenn man beginnt, macht es einen Heidenspaß. Hier und da Babysachen anschauen, das Kind in einer XXL Truhe verstauen unter den entsetzten Blicken der anderen Shopping Maniacs, die in Herdentier - Manier immer brav im angezeigten Kreis herumtrotten und sich dann darüber aufregen, dass man mal gegen den Strom läuft oder ihn gar unterbricht, weil man Gegenüber etwas entdeckt hat. Aber spätestens im Keller - Labyrinth des Grauens wird es dann auch für mich anstrengend. Das schwarze Ikea - Loch hat einen schon mindestens zwei Stunden festgehalten und wirkt sich mit seinem Massentierhaltungs - Feng Shui negativ auf das Kind aus, das einfach derb keinen Bock mehr hat und nur noch rumnölt. Zum Glück ist sie in einem Alter, wo man sie etwas ablenken kann, und so jongliere ich mit diversen Snacks, lasse sie in Regale krabbeln oder schiebe sie nach ihren Anweisungen in der Gegend herum. Der Papa, mittlerweile vollkommen desorientiert und überdreht, muss auch noch mal in den ersten Stock rennen weil wir etwas vergessen haben und ich danke dem Minotaurus oder wer auch immer sich für diesen unheiligen Ort zuständig fühlt, dass wir uns immer wieder gegenseitig gefunden haben.

Nachdem ich entgegen den Hetzreden von Frau Fritze keine einzige Frau beim Breastfeeding erwischt habe, musste ich dann doch auf Trovit Kartons meine Zweijährige stillen, denn nach mittlerweile drei (?) Stunden (die Zeit in diesem Haus vergeht ja anders als in der alltäglichen Realität) pendelte sie zwischen Quietschen und Kreischen. Erstaunlicherweise waren mir die Horden kichernder Teenager und pikierter anderer Eltern relativ egal, denn mittlerweile schlugen meine Schwangerschaftsbeschwerden ordentlich zu: harter Bauch vom Kleinkind schleppen, Ischias Schmerzen deluxe und die verzweifelte Müdigkeit, die mich momentan jeden Tag an den Rand des Nervenzusammenbruchs treibt. Ja, schön so eine Schwangerschaft, ich bin fit bis ans Ende, und ihr so? Nee, ernsthaft, wie machen das diese Power - Kundalinis, die mit XXL Kugel joggen gehen oder auf Weltreise oder auch nur ins Aqua Jogging? 

Ausgereizt bis ans Ende sämtlicher Nervenstränge

Der Papa war auf jeden Fall schon mindestens drei Mal kurz vor dem Beginn einer Psychose, denn unser Wagen quoll nicht nur über, nein, er verlor auch alle paar Meter einige Bestandteile. Außerdem musste er abermals zurückrennen, während ich mit Kind, Wagen und extra zu schleppendem Teppich versuchte, der Wagenkolonne zu folgen, die die Kasse zumindest aus nebulöser Ferne sehen konnte. Hinter uns stand dann auch noch das Paar mit dem Baby an, das mir schon vor vier (?) Stunden brüllend aufgefallen war, eben weil die Mutter es relativ unbeteiligt im Arm trug und auch jetzt brüllte es wie am Spieß. Meine Tochter, das empathische Wesen, musste gleich eine Runde mitweinen und am Schlimmsten war für sie, dass keiner bei dem Baby "Ei" machte oder es fütterte. Also flüchtete ich mit ihr mal wieder, eine Runde Kuscheln und Stillen und dann noch Süßigkeiten kaufen. Redlich verdient und so.

Als wir dann in der fünften Stunde das schwarze schwedische Loch verließen, was im Übrigen gar nicht so einfach war, da uns ständig etwas vom Wagen fiel, war es bei Peanut kurz vor 12. Im übertragenen Sinn, versteht sich. Dumm nur, dass wir noch an der Warenausgabe warten mussten... mit schätzungsweise 100 anderen Menschen. Nach zwei speckigen Büchern, einer gewechselten Windel, Verzweiflungs - Stillen und einer Brüllarie später saßen wir dann im Auto und genossen die halbe Stunde Heimfahrt, in der Peanut dann durchbrüllte und ich den Papa bedrohte, wenn er sich jetzt noch verfahren würde müsste ich ihn leider umbringen...

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