Ich hab keinen Hunger, Mama! - Vom Langzeitstillen zum schwierigen Esser

Essen oder Ernährung ist ein Thema, bei dem die meisten Eltern wohl ziemlich kribbelig werden. Man will alles richtig machen, schließlich soll der Nachwuchs ja im wahrsten Sinne gut wachsen. Die richtige Ernährung soll es sein, und bei der Umsetzung scheiden sich die Geister. Was aber, wenn das Kind trotzdem monate- oder jahrelang sehr schwierig ist mit dem Essen? So ist es nämlich bei uns...

 
 
 
 

Die (Mutter-) Milch macht's

Peanut war so ein richtiges Stillkind - weit über den ersten Geburtstag hinaus ernährte sie sich nur von Milch und das optionale Essen war mehr ein Spiel für sie. Damals als Neumama war ich gar nicht so informiert und war immer ein wenig verzweifelt, dass das mit dem Brei so gar nicht hingehauen hat. Monatelang versuchte ich alle Varianten, vom Gläschen zum Selbstgekochten bis hin zu unserem ungewürzten Essen aus dem Mixer.
 
Da sie auch ein Tragekind war, saß sie sowieso nur auf dem Schoß und grabschte sich selbstständig das Essen von unseren Tellern, das sie probieren wollte, und so machten wir, ohne es zuwissen, Baby Led Weaning. Irgendwann googelte ich mein Wissensdefizit nach und war etwas beruhigter, als ich einschlägige Seiten fand, auf denen stand, dass Kinder keinen Nahrstoffmangel erhalten, wenn sie hauptsächlich Milch zu sich nehmen - so, wie es mir ein Kinderarzt mal eingeredet hat und mich dazu bringen wollte, sie zu stopfen wie eine Weihnachtsgans. Zum Glück war ich nie so drauf... Jedenfalls wuchs und gedieh sie prächtig, war sogar eher kräftig. Mittlerweile ist sie im Normbereich und im Übrigen schon immer kerngesund und früh entwickelt (sorry Kinderarzt, kein neurologischer Schaden dank Stillen).
 
 

Ich will nicht essen!

Ich entwickelte also eine gewisse Coolness in Sachen Essen - ich gab mir kaum noch Mühe, etwas in sie hinein zu bekommen sondern stellte ihr alles hin, was wir hatten, und saß es einfach aus. Phasenweise aß und isst sie richtig gut und viel, auch Gemüse (Zu geil: "Kann ich noch mehr Pak Choi haben, Mama?") und phasenweise - ok, die meiste Zeit - isst sie nur ein paar Löffelchen und dann sagt sie, dass sie keinen Hunger mehr hat. Ich akzeptiere das natürlich, weil ich es selbst schlimm fand, meinen Teller leer essen zu müssen. Aber nun kommt die Crux an der Sache: kurze Zeit später hat sie wieder Hunger und will natürlich etwas anderes haben, und erzählt ihr nix vonwegen das aufgehobene Essen wär noch gut. Bääääh! Das schmeckt doch garnicht! Egal was, auch Leibspeisen!
 
"Iss deine Pommes, Kind!" - ja, sowas habe ich mich schon öfters sagen hören. Und dann verlangt sie lautstark nach Süßigkeiten, Keksen, Pudding, Gummibärchen, Eis... natürlich bekommt sie die bei uns nur in Maßen - es gibt garantiert viele, die sagen würden, wir geben schon viel an Süßem, aber es gibt auch viele andere, die nicht so "Gesundheitsapostel" sind wie wir und bei denen es auch am späten Nachmittag noch Doppelkekse gibt. Ich koche vegan und glutenfrei und auf die Teller kommt sehr viel Gemüse. In so fern ist die Ernährung schon spezieller als bei den meisten anderen. (Die Kinder sollten es aber auch gewöhnt sein.) Süßigkeiten gibt es aber trotzdem und teilweise auch mehr, als ich es für gut empfinde. Was ich sagen will - wir kochen gesund, sind aber nicht hardcore streng, eher ein gutes Mittelmaß, wie ich finde. Und trotzdem ist Peanut so ein megamäßiger Zuckerjunkie, das macht schon gar keinen Spaß mehr.
 
 

Und jetzt? Panik bekommen oder weiter so?

Ganz ehrlich, ich denke nicht dass ich grobe Fehler gemacht habe. Ich habe sie nicht gezwungen, ich habe ihr auch kein Mainstream Essen vorenthalten, und wir ernähren uns nicht übermäßig gesund. Der ein oder andere Tierkonsument mag jetzt sagen "Gebt ihr doch mal ordentlich Fleisch", aber das kann es auch nicht sein. Die Ersatzprodukte isst sie zwar auch sehr gern, aber sobald sich der Gewöhnungseffekt einstellt, sind wir wieder am Ausgangspunkt angekommen. Auf jeden Fall ist Peanut gesund, wohl genährt und unterliegt eher zu wenig als zu viel Zwang. Ich erinnere mich, dass ich mal in einem Buch gelesen habe, dass es in diesem Alter oft zu einer großen Differenz kommt zwischen den Ansichten der Eltern und dem, was Kinder tatsächlich essen wollen. Ich hoffe einfach, dass wir langfristig als gesunde Vorbilder dienen und sich das Thema von selbst erledigt. 
 
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