Kleinkinder sind keine Tyrannen - sie sind genial! 5 Gründe die dafür sprechen

Die blöden Sprüche, dass man aufpassen muss, dass Kleinkinder sich nicht zu Tyrannen entwickeln, kennt wohl jeder. Dabei haben die lieben Kleinen einfach eine ganz andere Sicht auf die Welt und verstehen viele Zusammenhänge ganz anders als wir - etwas, worüber wir ab und an mal nachdenken sollten bevor wir ihnen unterstellen, so zu denken wie wir. Und um zu zeigen, warum diese kindliche Sicht einfach absolut genial ist, habe ich fünf Situationen aus dem Alltag mit meiner Tochter gesammelt...

 

"Kleinkinder suchen sich ihre Herausforderungen gern selber" - Bildrechte: 2KindChaos

 

1. Absolute Begeisterungsfähigkeit

Das Kind matscht mit dem Essen herum und bröselt mit faszinierter Akribie den Kuchen über die Tischplatte, in sämtliche Getränke, verziert damit andere Fressalien und schlußendlich streut es liebevoll wie ein Blumenkind zum Hochzeitstag die Brösel direkt auf den Boden. Huiiiiii, wie die fliegen! Das nennt man im Übrigen auch physikalisch - chemische Experimente, immerhin haben die Brösel je nach Aggregatszustand eine andere Konsistenz, und das mit der Schwerkraft ist sowieso ein echter Dauerbrenner. Wenn man als Erwachsener ein echt ausgebuffter Fuchs ist und das Talent eines mittelprächtigen Fernsehverkäufers hat, kann man zumindest versuchen, dem Kind schmackhaft zu machen, wie super es ist, den Boden hinterher zu kehren. Klappt bei uns... manchmal.

2. Emotionales Haifischbecken

Kleinkinder müssen eine Menge aushalten an Gefühlen, die sie nicht verstehen und gegen die sie sich kaum zur Wehr setzen können. Früher nannte man das semiprofessionell "Trotzanfälle", heute sagt man dazu "Autonomieentwicklung" was deutlich netter klingt. Als Elternteil muss man natürlich trotzdem irgendwie damit klarkommen, wenn das eigene Kind vermeintlich grundlos brüllt, schlägt, beißt, tritt und das im besten Fall auch  mehrmals am Tag. Dabei liegt das vor allem daran, dass das Kind entweder etwas alleine machen möchte und nicht kann oder eben etwas tun soll, das es nicht möchte - und daran verzweifelt, sich nicht ausdrücken zu können. Perfiderweise können die kleinen Windelrocker ja auch noch nicht wissen, dass ihre Eltern nicht genau wissen, was in ihnen vorgeht, und so sehen sie es wohl eher so, als ob dann die Erwachsenen den Trotzanfall haben und einfach nicht verstehen wollen, was man ihnen sagt. Schon echt mega anstrengend, ein Kleinkind zu sein (und trotzdem geben sie uns Eltern nie auf!).

3. Was deins ist, ist meins

Oder wie so manche Pädagogen sagen würden: die Stärkung des Wir - Gefühls. Yay! Auch hier fallen mir vor allem Beispiele aus der Nahrungsmittelindustrie ein: das Kind und ich essen ein Eis, und ich habe den schwerwiegenden Fehler gemacht, eine andere Sorte zu nehmen. (Was natürlich nicht heißt, dass das nicht trotzdem hätte passieren können.) Erst widmet es sich dem eigenen Eis, dann fällt ihm aber schnell auf, dass meines vermutlich anders schmeckt - oder wieso beeilt sich Mama so sehr, das Eis runterzuwürgen? Muss ja besser schmecken als meins! Man sieht richtig, wie es in dem zweijährigen Hirn arbeitet, und schließlich kommt die Killerfrage "Darf ich mal probier'n?" Wie kann man denn das abschlagen? Nachdem das Kind also die Hälfte des Eises abgenagt hat, ohne mir das eigene anzubieten, ist sie der Fantasie anheim gefallen, dass sie jetzt den größten Anspruch darauf hat und verlangt das gesamte Eis für sich. Wie kann man sich so viel Genialität widersetzen? Eben.

4. Perpetuum Mobile

Kennt ihr? Das ist eine hypothetische Maschine, die ohne Zusatz von außen unendlich Eigenenergie produziert. Gibt es nicht? Doch, bei vielen Kleinkindern. Meines ist so eins. Was meine Tochter angeht, kann man getrost alle Regeln vergessen, die man über das Schlafverhalten von Kleinst - Homo Sapiens schon mal gehört zu haben scheint. Sie kann jeden Tag einen anderen Rhythmus haben und vor allem unterschiedliche Schlafbedürfnisse. Und sie kann auch mal mittags totmüde sein, eine Kuschelpause machen und dann wieder durchhalten, sodass sie insgesamt länger als 12 Stunden am Stück wach ist und immernoch hüpfen kann, wenn man versucht, mit ihr im abgedunkelten Raum einzuschlafen. Wenn sie auch nur die Hälfte dieser wahnsinnigen Lebensenergie in ihr Erwachsenenalter mitnehmen kann, kann doch eigentlich alles aus ihr werden...

5. Durchhaltevermögen eines wahren Zen Buddhisten

Ok, dieses Bild hinkt ein wenig. Natürlich wird ein Kleinkind niemals von außen mit einem Zen Buddhisten verwechselt werden können - mir geht es in diesem Punkt eher um die penetrant - bewundernswerte Konzentrationsfähigkeit, die Kinder manchmal an den Tag legen können, wenn sie etwas interessiert. Fünfzigtausendmal hintereinander rutschen zum Beispiel, oder dieselbe Geschichte so lange hören wollen, bis man vor lauter Gereiztheit das Buch am Liebsten verbrennen und das Klo runterspülen würde.

Meine Tochter hat sich eine ganz besondere Obsession zugezogen: das Rollenspiel. Sie kann tagtäglich und stundenlang dieselbe Situation immer und immer wieder durchspielen in verschiedensten Varianten, nur leider benötigt sie dazu einen tapferen Gehilfen, der all ihre Befehle ausführt und ihr so die Gelegenheit gibt, ihre Wünsche akkurat umzusetzen. Mittlerweile stöhnen nicht nur Mama, Papa und die Großeltern, auch der Kinder - Besuch muss dran glauben. Und wenn ich nicht gerade furchtbar gereizt bin, muss ich doch innerlich den Hut ziehen vor ihrem Durchsetzungs - und Durchhaltevermögen! 

 
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