Meine Tochter ist keine Zicke!

Kennt ihr das Phänomen, wenn jemand etwas sagt und erst etwas später spuken diese Wörter dann plötzlich wieder im Kopf herum und ein Unbehagen macht sich breit? Mir ging es so, als meine Tochter das erste Mal als Zicke bezeichnet wurde. Es geschah beiläufig und war auch nicht bös gemeint, aber es hat mich im Nachhinein total gewurmt.

 

Bildrechte: Muddi

 

Meine Tochter war ein wenig trotzig an dem Tag und eine Freundin merkte amüsiert an: "Oh, auch eine kleine Zicke, was?" Sie meinte es sicher lieb und eher als Verniedlichung, aber ich mag dieses Wort einfach nicht. Sie selbt benutzt dieses Wort für ihre eigene Tochter und das nervt mich. Kann sein, dass ich da empfindlich bin. Aber das Wort Zicke ist für mich eine Bezeichnung, die leider ausschließlich für Frauen reserviert ist. Frauen sind zickig. Das behaupten vor allem Männer gerne. Männer hingegen können keine Zicken sein. Warum? Keine Ahnung. Maskulines Naturgesetz. 

Jungs werden gerne als wild oder kleine Rabauken bezeichnet. Mädchen sind eben kleine Zicken. Das Wort ist negativ besetzt und impliziert immer eine gewisse Charaktereigenschaft, die als nicht sonderlich erstrebenswert gilt. Ein Rabauke hingegen ist typisch männlich und irgendwie drollig. Darüber schmunzelt man gerne. "Ach der Kai-Uwe war ja als Kind ein kleiner Rabauke!" - klingt besser als: "Charlotte war so eine kleine Zicke damals!"

Deswegen soll meine Tochter auch keine Zicke sein. Sie kann bockig, trotzig, wild und frech sein, aber nicht zickig. Denn ich möchte nicht selbst anfangen, mein Kind so in ein Rollenbild zu drängen. Es werden jetzt sicherlich einige Leser mit den Augen rollen. Mir egal. Und nein: Ich werde jetzt nicht zickig. Vielleicht bockig. Ich kann nämlich auch eine ganz schöne Rabaukin sein.

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