Mutter's Survivalguide - Impressionen aus dem Schwimmbadesuch mit Kleinkind

In meiner ersten Schwangerschaft hatte ich immer irgendwelche Paranoia am Laufen, alle würden mich anglotzen - vor allem im Schwimmbad. Aber ganz ehrlich, ich denke das war auch so. Jetzt mit Kleinkind ist das natürlich total egal, denn man wird vor ganz andere Herausforderungen gestellt...

 

"Badezubehör für's Kind" - Bildrechte: 2KindChaos

 

8 Stufen Plan zur Eroberung des Schwimmbads mit Kleinkind

  1. Die Anfahrt: Jessas, Maria und Josef. Jeder mit Kleinkind (oder Baby) weiß, wie das läuft. Rabäääh, Mama kuscheln. Windel vollgekackt. Erstmal zu Ende spielen. Jetzt wieder Hunger. Durst. Nochmal gekackt. Und dringend noch ein Videooooo gucken! Schokolade!! Wenn man das Kind also Stunden später ins Auto verfrachtet hat, ist man also schon mal am Ende mit den Nerven, total verschwitzt und hat eigentlich gar keinen Bock mehr. Man braucht also von vorne herein eine Menge Energie, damit man nicht an diesem heiklen ersten Wendepunkt schon aufgibt.
  2. Die Umkleidekabine: Total rückständig - die meisten Schwimmbäder haben keine Familienkabinen, also muss entweder Mama oder Papa das Kind mit in die Sammelumkleide nehmen. Tja, manage das mal: nöliges Kleinkind das keinen Bock auf die unbequeme Badewindel hat, am Liebsten direkt abhauen würde und oder anfängt zu klammern, weil die fremden Leute beängstigend wirken.
  3. Das Kinderbecken: Gemeint ist das 1 Meter - Teil. Typischerweise sackig voll mit bewegungsmuffligen Leuten (ohne und mit Kindern), irgendwelchen mittelalten Typen die stundenlang Bällchen werfen (über eine beachtliche Distanz von ein oder zwei Metern) und chillenden Omas, die entweder schnacken oder die Kleinkinder anflirten. Ach ja, und Myriaden von Kindern, die links und rechts vom Beckenrand springen, sich sardinenmäßig auf den wenigen Quadratmetern tummeln und kein Problem damit haben, andere einfach plattzumachen. Sprich, mein überfordertes Kleinkind staunt Bauklätze und guckt und guckt - will sich aber nicht bewegen. Schon gar nicht die Schwimmflügel anziehen oder in den Babyreifen.
  4. Das KleinkindPipibecken: Eigentlich eine Frechheit, dass es so genannt wird, denn Kleinkinder tragen ja im Gegensatz zu den ganzen ins Wasser schiffenden Erwachsenen Schwimmwindeln. Egal. Auch hier finden sich mehr Erwachsene als Kinder, von Babys ganz zu schweigen. Man muss also ständig darauf achten, dass das eigene Kind nicht umgenietet wird, aber immerhin hat es Spaß in der Pfütze und wälzt sich stundenlang herum und ist nur unter Tränen oder mit Schokoladenbestechung wieder herauszulocken.
  5. Die Sportlerbahn: heißt die so? Ihr wisst schon, das Erwachsenenbecken. Rechts die Rentner, links die Sportkrauler, in der Mitter die Abnehmwilligen. Normalerweise schaffe ich ja keinen Meter allein zu schwimmen, denn Peanut hat es sich angewöhnt, an Mama zu klammern und kriegt panische Schreiattacken, wenn ich mal eine Weile nicht zu sehen bin. Dabei braucht man ja gerade als Schwangere mit ordentlichem Bauch Tiefgang ein wenig meditatives Bahnenziehen. Das letzte Mal habe ich aber doch glatt festgestellt, dass sie mich mit Vergnügen beobachtet und dabei kräht "Mama Schildkröte sein!" Na danke...
  6. Die Futterstelle: Ist sie geöffnet, ist alles in Butter. Pommes und Eis, das Kinderherz ist zufriedengestellt. (Und meins im Übrigen auch...) Aber beim letzten Mal erlebte ich doch glatt eine verrückte Überraschung: kein Nomnom, nix! Ein Glück hatte ich da in meinem schwangeren Muttirausch eine Menge Rohkost geschnippelt und Brötchen geschmiert, sonst wäre ich dort ganz sicher verhungert und Peanut wäre wie in einem Klischee - Psychiatrie - Film schreiend abgeführt worden.
  7. Die Dusche: Wenn man es irgendwie geschafft  hat, sein heulendes Kind zu beruhigen, das überhaupt nicht mehr aus der "großen Badewanne" raus will und nach einigen Wortgefechten mit dem Herrn Papa (Gehst du mit ihr duschen? Oder soll ich? Schaffst du das?) der sich da erstaunlich unschlüssig gibt, sich seufzend das Kind schnappt. Ich weiß nicht ob ich da besonders pingelig bin, aber ich hasse öffentliche Duschen. Abgesehen von den Haaren auf dem Fußboden und den Endloskeimen wäre das ja noch mal ein Beitrag für sich wert... Jedenfalls Peanut geht normalerweise nur in die Badewanne zum Waschen und ist da ziemlich heikel, was Wasser über den Kopf angeht. Schön, wenn dann auch die eigenen Haare erst Stunden später ausgespült sind, weil ja das Wasser so munter fließt wie ein Gebirgsbach. Nicht. Eine Geduldsprobe, die man wirklich nur mit gut gefülltem Magen überstehen kann.
  8. Nochmal Umkleidekabine: mittlerweile ist Peanut dann total cool und kennt sie ja wie ihr zweites Wohnzimmer. Also ist sie so schwer zu bändigen wie ein Sack Flöhe und rennt hin und her, während sie laut und deutlich verkündet, dass Mama eine Scheide hat und Papa einen Penis. Gut, wissen alle anderen auch Bescheid. (Dabei wollte ich die Aufmerksamkeit ja nicht direkt haben, während ich mich umziehe.) Irgendwann bin ich total durchgeschwitzt, weil Peanut sich lautstark ärgert, dass die knallenden Spindtüren nicht zubleiben, habe das Deo vergessen aufzutragen und sehe aus wie ein übergossener Pudel, während das Kind sozusagen geschniegelt und gebügelt glänzt. Kaum auf dem Flur angekommen stelle ich fest, dass ein lässig grinsender Papa dasteht und meint, er hätte ja die ganze Zeit belustigt zugehört. Achja, schön. Auf die Idee, mir unsere Tochter mal abzunehmen, ist er nur leider nicht gekommen...

Und da wundert man sich, wieso die Mama hinterher ein Mittagsschläfchen einlegen muss...

Roadtrip mit Kleinkind - ganz schlechte Idee
Let me introduce myself: Mo Zart

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