Beziehungsprobleme?! Zwischen Resignation und Hoffnung

Immer wieder gibt es Situationen, in denen ich fast verzweifle, am liebsten alles hinschmeißen will und keinen Bock mehr habe. "Lieber alleinerziehend als jedes Mal diese Ungewissheit", sagt dann der Teufel auf meiner linken Schulter. "Einen Klotz am Bein brauchst Du nicht, du hast 2 Kinder, um die Du Dich kümmern darfst und kannst. Das reicht. Ein drittes Kind in Form eines Mannes, der umsorgt werden möchte und seine Launen an Dir auslässt, brauchst Du nicht." Doch dann klopft das Engelchen wieder auf meine Schulter und sagt: "Hey, er ist der Vater Deiner Kinder, Deine Kinder lieben ihren Vater und sie brauchen ihn. Alleinerziehend willst Du nicht sein und leichter ist das auch nicht." Und dann ziehe ich die Reißleine meiner Gedanken und mache weiter.

 

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Wenn es ihm zu viel wird, schnappe ich mir beide Kinder und unternehme etwas mit ihnen. Sie merken es meistens nicht, weil ich es auffange. Ich merke es meistens, bevor es eskaliert und packe sie und unsere Sachen und unternehme was mit ihnen, das ihnen Spaß macht. Manchmal kommt es doch so weit, dass ich es nicht rechtzeitig merke oder selbst gestresst bin und einfach eine verdammte Erwartungshaltung an ihn habe, dass er auch mal mit an packt und mir unter die Arme greift, wenigstens ein Kind zu bespaßen. Wie dumm von mir, dass ich diese Erwartungshaltung nicht ausspreche, sondern nur Anspielungen mache, weil ich denke, er muss doch mal was merken.
 
Anspielungen versteht er nicht, Vorwürfe treiben ihn in den Wahnsinn und der Ton meiner Aussagen klingen angriffslustig. Und schon platzt die Bombe! Schmerz in meinem Herzen, Tränen in meinen Augen, Stärke für die Kinder und irgend ein schneller Gedankenblitz, was wir jetzt machen können, damit die Kinder trotzdem Spaß haben und ich nicht in Traurigkeit versinke. 
 
Ich lasse mir durch seine Launen die Zeit nicht mehr vermiesen. Wenn er keinen Bock hat, dann eben nicht. Dann machen wenigstens wir das Beste daraus und er wird sich schon wieder abregen. Es bringt ja nichts, wenn ich dann mit den Kindern in einem Raum sitze und Trübsal blase, während sie sich vernachlässigt fühlen oder Langeweile schieben und die ganze Situation womöglich noch auf sich beziehen und sich schuldig fühlen. 
 
Wenn er da ist und gut gelaunt ist, ist er ein toller Papa. Wenn er nicht da ist, ist er eben nicht da. Das kennen die Kinder ja auch von den Wochentagen, wenn er arbeiten ist. Für sie ist es als etwas Gewöhnliches, dass er nicht da ist und ich lasse mich nicht mehr davon beirren. Irgendwann wird er vielleicht merken, wieviel er verpasst hat und was er verpasst hat. Vielleicht hat er dann die Chance, es nachzuholen - vielleicht nicht. Ich für mich weiß jedenfalls, dass ich die Zeit mit den Kindern genutzt habe. 
 
Und wenn wir dann mal wieder Paar sein müssen, wenn die Kinder uns nicht mehr so sehr brauchen, dann sehen wir, wo wir stehen. Vielleicht lernen wir uns dann neu kennen, vielleicht leben wir nebeneinander her oder gehen dann getrennte Wege. Bis dahin ist noch ein weiter und ungewisser Weg. So ist meine Hoffnung, dass hoffentlich alles gut wird oder bleibt, mein Strohhalm, an dem ich mich festhalten kann. 
 
 
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