Roadtrip mit Kleinkind - ganz schlechte Idee

Gestern sind wir von einem Kurztrip wieder gekommen - fünf Tage, 400 Kilometer mit dem Auto, ein nöliges Kleinkind. Wie wir die Vorbereitungen und Hinfahrt überstanden haben, könnt ihr hier nachlesen...

 

"Rastplatz - Rutsche" - Bildrechte: 2KindChaos

 

Hessisches Familientrio auf Kurztrip in Bayern

Was vielleicht vielen Bayern gar nicht so klar ist: die Hessen sind nicht besonders, naja, sagen wir mal, bayern - affin. Wie das in anderen Bundesländern aussieht weiß ich nicht, aber vielleicht ist es ja ein stückweit ausgleichende Gerechtigkeit für den Bavaria Hype im Ausland. Nun habe ich ja zweieinhalb Jahre in Nürnberg gelebt und mir einen bayrischen Freund mitgenommen, der seine Zeit im Exil fristen muss und ab und an die Familie in einem Vorort „Mingas“* besuchen muss, nein, will.

Das Müssen trifft dann eher auf mich zu, die ich mich die letzten zwei Jahre kindesbedingt gesträubt hatte, eine viereinhalbstündige Autofahrt anzutreten – denn Peanut hat direkt nach der Geburt gestreikt und auch eine fünfminütige Fahrt glich stets einem Horrorszenario oder eventuell auch dem Sound, den ein Ferkel – Schlachter im Ohr haben muss. Um es kurz zu machen: die Verwandten sind mittlerweile gekränkt und der Druck auf die schwangere Mama, schnell noch vor dem nächsten großen Wurf den Besuch abzuhaken, enorm gestiegen. Nicht, dass das nächste Kind auch wieder ein großer Brüller und somit eine Verwandtschafts – Spaßbremse wird.

Vorbereitung im Alltagschaos – dat nervt!

Ich bin aktuell im 6. Monat schwanger und fühle mich schon wie ein prallgefüllter Mississippi Dampfer, der nur noch HOOOONK HOOONK machen kann und ganz gemütlich über den Fluss schippert. Sport und ähnliche Spirenzchen, die einem immer vorgeschlagen werden zur Steigerung des körperlichen Wohlbefindens fallen bei mir leider komplett flach, da ich die meiste Zeit des Tages ein nicht-schlafendes Kleinkind zu betreuen habe (und ich armes Schwein auch noch Beschäftigungsverbot habe, also gar keine Pause vom eigenen Kind bekomme) und der Papa meist dann nach hause kommt, wenn ich Peanut ins Bett gebracht habe. Seufz. Um für die Zeit um die Geburt Urlaubstage zu sparen, hat er sich nicht die gesamte Woche freigenommen und so fielen die Vorbereitungen allesamt mir zu – soll heißen, ich hab es natürlich nicht geschafft. Mit Vorwehen, Spannungskopfschmerzen und Dauer – Ischias den Großeinkauf machen hat schon mal das höchste der Gefühle dargestellt und zu einem netten harten Bauch geführt, der mich daran erinnert hat, dass ich in der letzten Schwangerschaft um diese Zeit schon liegen musste. Gargh**.

 

"Rastplatz Fritten, aka. Notfall - Set" - Bildrechte: 2KindChaos

Beste Vorzeichen und tolle Fahrt mit Kleinkind

Nachdem es mir also schon die letzten Tage dreckig ging und ich nur noch auf dem Zahnfleisch kriechen konnte, bahnte sich auch bei Peanut die nächste Trotzphase an und sie hat momentan mehrmals am Tag eine halbstündige Brüllarie und auch gern nachts unruhigen weinerlichen Schlaf. Jip, das fetzt. Beschissen geschlafen und dann noch am nächsten Morgen alles mal schnell „zampacken“, das dauert dann auch mal zwei, drei Stunden. Ich muss nicht erwähnen dass wir einen Großteil vergessen haben?

Den ersten Teil bin ich gefahren und der Papa ist in Schweißausbrüchen und Schimpftiraden ob meines Fahrstils ausgebrochen – sonst wäre ich ja auch immer so vorsichtig aber beim Autofahren wäre ich ein echter Rowdy. Ehm... hallo? Ok, ich fahre nicht mega vorrausschauend und auch gern mal etwas schneller aber bei GTA könnte ich nun wirklich nicht mitmachen. Der klassische Paarstreit führte denn zu einer verfrühten Pommespause (naja ok wenn es um Pommes geht gibt es kein zu früh) und ab dann durfte der Herr Papa das Steuer übernehmen, während ich meinen moppeligen Schwangerschaftshintern in der Mitte des Rücksitzes auf Anschnallgurte quetschte und den Animateur mimte. Vorlesen, malen, Rollenspielen mit diversem Getier und schlussendlich auch DVD einschieben und kommentieren. Ich muss nicht erwähnen, dass ich mich mittlerweile nicht mehr entscheiden konnte, welches Körperteil am meisten wehtat?

Nach einer weiteren Pause in einer verkeimten Rastplatz – Kinderspielecke war es der armen Peanut dann endgültig genug, und sie war nahezu unerträglich und schrie und zappelte nur noch hin und her. Hey, sechs Stunden Roadtrip, das kann man doch echt mal von so einem Kleinkind erwarten, oder?

 

 

* ugs. für München

** entnervter Ausdruck der Verzweiflung

Mit Herz und Mundwinkel den Tag überleben
Mutter's Survivalguide - Impressionen aus dem Schw...

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