Schuhe kaufen mit Kleinkind - die 5 Schritte zum Erfolg

Schuhe kaufen war mit meiner großen Tochter schon immer schwierig. Aber unser aktuelles Winterschuh Desaster hat schon Ausmaße angenommen, da frage ich mich schon, ob's noch hackt oder schon läuft. Ihr versteht was ich meine. Hier unsere 5 Schritte zum Erfolg (=Schuhekauf), nur bedingt zur Nachahmung empfohlen.

 

 

1. Statusupdate: Schuhbankerl - Check

(Der Papa ist Bayer, ich darf das. Vermutlich zumindest.) Also: man checke, welche Schuhe sich auf dem Schuhbankerl befinden. Turnschuhe, mehr oder weniger verdreckt, Badeschuhe, zu klein aber heißgeliebt, Hausschuhe, unbenutzt und eingestaubt, Prinzessinnenschuhe, ausgelatscht, Gummistiefel, fast wie neu. Es fehlen also Winterschuhe, denn die vom letzten Jahr sind natürlich zu klein. Das Kind selbst hat natürlich keinerlei Bedürfnis nach neuen Schuhen und möchte wahlweise Badelatschen (diese geschlossenen Plastikdinger in ROSA) oder die Prinzessinnenschuhe tragen, egal bei welchem Wetter. Immerhin zieht manchmal das Argument, doch mal wie Peppa Wutz mit Gummistiefeln in Matschepfützen zu hüpfen.

 

2. Mit der Familie den Schuhladen rocken

Klingt cooler als es ist, denn eigentlich trieft die Überschrift von beißendem Sarkasmus. Rocken heißt in unserem Fall: hinfahren, muffliges Kleinkind vor Schuhwand zerren, selber ein paar Schuhe herausfiltern, die dem Kind anziehen, dann begeistert sein, dann vom Kind verlangen, damit herumzulaufen, das wiederum wegrennt, in einem ganz andren Regal Tussi-Ballerina-Schuhe herausholt und die anzieht und nie nie nie wieder andere anziehen möchte. Seufzen. Tief seufzen. Liebevoll auf das Kind einreden, es mit Argumenten versuchen, noch rosanere Schuhe suchen, irgendwann komplett verzweifeln, das Kind bestechen, mit Wintereinbruch bedrohen, versuchen zu zwingen und hilflos dabei zuschauen, wie das Kind sämtliche Schuhe durch den ganzen Laden pfeffert. Schlußendlich heulendes Kind aus dem Laden schleifen und die ungnädigen Verkäuferblicke ignorieren.

 

3. Internet - Konsumterror - Überforderungs - Windowshopping

Nach dem desaströsen Schuhladenbesuch mache ich das, was wohl jede Mutter der Internetgeneration versucht: die Schuhe, die halbwegs gut waren, bei gängigen Online Shops ergoogeln und nachbestellen. Zumindest in der Theorie. De facto hatten wir ja festgestellt, dass kein Winterschuh rosa genug ist für unsere Tochter (Wieso ich!?!?!?!???) und die Suche begann. Ich meine, wir sind doch alle so krass gegendert mit Mädchen Produkten in Rosa und Pink also wieso zur Hölle gibt es keine superpinken Winterschuhe? Die Latschentrends sind ja leider so ein Altweiberlila oder tristes Beige mit Applikationen, und wenn Rosa dabei ist, ist es immer nur ein kleiner Teil des Schuhs. Wo sind die Barbieschlappen wenn man sie mal braucht?? Nach einigen Abenden gab ich auf. Fürs erste.

 

4. Nochmal den Schuhladen rocken 

Better luck next time, oder so. Also noch mal einen anderen Schuhladen aufgesucht mit hoffentlich mädchenhafteren Auswahl. Sah ziemlich ähnlich aus, nur juhu, noch viel mehr Ballerinas und Schläppchen. Geil. Das Kind hatte mittlerweile Blut geleckt und war wie im Shopping Wahn: anprobieren, herumstolzieren, wegwerfen. Nochmal von vorne. Rosa in allen Schattierungen, mit Spitze, mit Schleife, mit Glitzer. Aber Winterschuhe? Nö. Altweiberlila und Matschfarben, mit Bommel und ohne. Mein rechtes Auge begann nervös zu zucken - sollte ich dieses Jahr den Rabenmutteraward gewinnen, weil mein Kind im tiefsten Winter Gummistiefel und Rutschsocken tragen muss? Natürlich gingen wir auch hier mit Riesengetöse: Heulen, Schreien - und Ballerinas. Für die Wohnung. Muss ich erwähnen dass die jetzt hier in der Ecke stehen?

 

5. Blindflug im Internet - alles egal Hauptsache Rosa

Naja, ganz so demotiviert bin ich natürlich nicht herangegangen. Das, was einem bei Winterschuhen als Rosa angedreht wird, ist ja so ein ganz dunkles Rosa, das eher an Altweiberlila angrenzt. Trotzdem habe ich dann einfach die rosasten Latschen bestellt die ich finden konnte, gefüttert und halbwegs wasserdicht. Beim Auspacken war ein zartes "Oooh!" zu vernehmen, aber angezogen hat sie sie dann auch nicht. Leider hat auch die kleine applizierte Schneeflocke dabei nicht geholfen. Es bleibt also abzuwarten, ob sie die Schuhe wirklich noch anzieht, aber so  langsam bin ich ein wenig desillusioniert. Klar, die Phase nervt, und sie soll anziehen, was sie vermeintlich dringend zur Persönlichkeitsfindung benötigt, aber die Schuhe die in ihrer Vorstellung auftauchen, existieren irgendwie nicht oder wir leben auf dem falschen Kontinent. Winter mit 28° wäre nicht verkehrt. Florida?? Oder kennt jemand eine gute Methode, die man Schuhe pinkifiziert? Ich bleibe jedenfalls dran und bin gespannt auf die ersten Schneeflocken und Minusgrade.

Leserinterview #8 - Jennie wurde dank der Kinder z...
Die letzte Selbstbestimmung / Anzeige

Ähnliche Beiträge

 

Copyright © 2015-2017 2KINDCHAOS - ELTERN BLOGAZIN Alle Rechte vorbehalten.
Powered by Hilkert Consulting