Selbstbestimmtes Einschlafen my ass!

Ich bin eine absolute Attachment Parenting Freundin, und ich finde es ganz wunderbar, wenn das klappt mit dem Familienbett und dem selbstbestimmten Einschlafen. Genial. Ein Traum. Träumchen! Aber bei uns? Das Thema Einschlafen ist ein absolutes Reizthema und ich kriege Plaque, wenn mir andere erzählen, dass das so easy peasy funktioniert...

 

 

"Mach doch mal 'n Einschlafritual"

Man darf niemals nie anderen Leuten erzählen, wie das so klappt mit dem Einschlafen - außer es klappt völlig problemlos und die Kinderlein schlafen auch noch durch. Bei uns rief das Einschlafprozedere immer Kopfschütteln und ein Schwall Ratschläge hervor, die ich mittlerweile nicht mehr hören kann. Ja, ich reagiere sogar mit innerlichem Erbrechen darauf. (Das geht. Stellt es euch einfach bildlich vor.) Am Schlimmsten von meinen Töchtern ist ja Peanut, schon immer gewesen. Als Baby schlief sie nur auf und später an mir, aufstehen zwecklos.

Als sie dann so auf die 1,5 Jahre zuging, konnte ich auch abends noch mal rausschleichen. Aber nicht lange. Alle halbe Stunde ging der innere Spürhund los und sie brüllte panisch, wenn ich nicht da war. Je nach Entwicklungsschub oder Streßpegel wachte sie auch nachts öfters auf, das ist bis heute so. Teilweise weckte sie mich öfters als Little Pea. Im Bestfall halbstündlich. Echt jetzt. Und bis sie eingeschlafen war, brachte ich erst stundenlang damit zu, zu warten, bis sie überhaupt müde war (so viel zur Selbstbestimmung, ich habe sie nie ins Bett geknüppelt) und dann noch eine gefühlte Ewigkeit, bis sie eingeschlafen konnte. Gut und gern lag ich jeden Abend ein bis zwei Stunden mit ihr da. Und dann war es 23, 24 Uhr. Me Time, Yaaaaay! Nicht. 

 

Meine tägliche Ochsentour

Irgendwann hörte sie mit dem Mittagsschlaf auf und sie ging zwar früher schlafen, dafür wachte sie aber bis Mitternacht alle 10 - 30 Minuten auf, um anständig zu brüllen. Wieso?!? Besonders geil war auch die Phase, wo sie monatelang nachts 1, 2 Stunden wach war. Ich ging auf dem Zahnfleisch. Eine liebe Freundin von mir möge mir verzeihen, aber ich könnte immer kotzen, wenn sie mir erzählt, dass ihr Kind abends um halb acht schläft und dann erst wieder morgens um neun aufwacht. Hass! Ja, das mag dem ein oder anderen vielleicht etwas dramatisch erscheinen, aber macht die Ochsentour mal mit, jahrelang. Wenn es mal eine Nacht gibt, in der ich länger als zwei Stunden am Stück schlafe, dann fühle ich mich am nächsten Tag wie ein anderer Mensch. (Und sehe auch gleich viel besser aus, by the way. Ich bin ja so alt geworden dadurch. Das Hirn schrumpft ja angeblich auch. Ich bin dann ungefähr beim Dinosaurierstatus angekommen.)

 

Familienbett mit zwei Kindern - jetzt wird's schwierig

Potenziert wird dieses reine Vergnügen also mit Kind 2, Little Pea. Die hat ja als Baby so viel gebrüllt, dass sie halbwegs gut schlief, wenn sie mal schlief. Dazu ist es aber bis heute von Nöten, dass man sie einschlafhüpft. Ja, an der Stelle kommen gern die Kommentare à la "Hättste ihr ja nicht angewöhnen müssen". Aber das arme Kind hat ja auch kein eigenes Bett, es muss ja ins Familienbett. In dem Peanut immer noch herumhüpft weil sie wach ist. Shit. Ja, dumm gelaufen. Aber ich möchte meine Kinder beide nicht auslagern, und es würde auch nicht gehen.

Peanut hat endlich wieder Vertrauen gefasst seit den Kindergarten - Schlafstörungen und schläft zumindest durch (wenn auch sauschlecht ein). Die braucht das Gefühl, dass das Rudel über sie wacht, am Liebsten würde sie zeitgleich mit mir schlafen gehen. Und Little Pea wird nachts mehrmals gestillt und es gibt einen Mordsterror, wenn ich nicht da bin. Dann wäre sie ja auch wach. Ein großer Fortschritt ist übrigens auch, dass Peanut alleine im Zimmer bleibt, wenn sie nicht einschlafen kann. Dafür ruft sie immer mal wieder nach mir. Stöhn. Und Little Pea hängt so lange im wahrsten Sinne des Wortes bei uns auf dem Arm rum.

Abgesehen davon liebe liebe liebe ich das Familienbett, wenn endlich mal alle pennen, heißt das. Ich schlafe am liebsten zwischen meinen schnorchelnden Kindern und grinse selig vor mich hin. Diesen Moment würde ich total gern konservieren. Der ist Glück pur. Aber das (unfreiwillige) selbstbestimmte Einschlafen, das kann mich mal. Ich hab keinen Bock bis um Mitternacht rumzueiern mit den Kindern, auch wenn sie dann sicherlich friedlich pennen würden mit dem Rudel. Aber dann wäre die Alphahündin total am Durchdrehen, und zum Lesen hättet ihr dann übrigens auch nix. Wär ja auch blöd, oder?

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