Brüllende Kinder, Sightseeing Light in Berlin und Horror Home Trip

Nachdem der erste Tag sehr ereignisreich und die Nacht ganz besonders scheiße war, hatte ich die Hoffnung, dass es vielleicht am zweiten Tag etwas gediegener zugeht. Man kann ja auch mal Glück haben oder so... von Sightseeing im Zeitraffer, Brüllarien, einem pennenden und ningelnden Baby und einem verpeilten Papa war alles dabei.

 

 

Ein halber Tag Sightseeing Berlin - ich sehe vor allem U - Bahn

Wir trauten uns zum Hotelfrühstück, obwohl ich echt ein wenig Angst davor hatte, von den anderen Gästen gesteinigt zu werden. Wir waren nämlich die einzigen mit Kindern! Ehehehe... Peanut hatte sich irgendwie abgeklatscht mit Little Pea und brüllte und klammerte, wollte keinen Schritt laufen, geschweige denn irgendetwas machen. Ich stelle mir das für die Zuschauenden irre lustig vor, wie zwei verschwitzte Eltern, jeder mit einem nöligen Kind auf dem Arm, wie die Bienen herumschwirren und für jedes Frühstückstool extra laufen. Little Pea verbrachte das Frühstück auf meinem Schoß, Einzelteile vom Teller schmetternd, Peanut jammerte erst vor sich hin und verschmierte dann ihren Schokoaufstrich auf dem Tisch. Yay! Fast wie zuhause also. Ich bekam mittlerweile Migräne und versuchte, möglichst viel zu essen und Kaffee aufzutanken, denn manchmal hilft das ein wenig. Was nicht so hilft, ist stechende Sonne und körperliche Betätigung - also zum Beispiel bei strahlendem Sonnenschein in Berlin herumrennen. Nochmal yay!

Ich erspare euch mal das ewige Verlaufen in dem unterirdisch-überirdischen Labyrinth, dem gegenseitigen Angeschnauze und den greinenden Kindern. Das war schon fast Standart. Wir brachten den Koffer erst mal an den Bahnhof und überlegten dann, mit der Bahn zum Reichstag zu fahren - wie jetzt, noch mal ne halbe Stunde? Spontan traten wir aus dem Gebäude und sahen die ganzen Wegweiser, ach bloß eineinhalb Kilometer, die sind wir schneller gelaufen als gefahren. So bekommt man wenigstens mal was von der oberen Hälfte der Stadt mit. Schön war es hier, vor allem der schattige Platz vor dem Reichstag. Little Pea pennte schon wieder in ihrer Trage ein und wir erkundeten noch den Park und das Brandenburger Tor. Peanut hatte leider grottige Laune und so beließen wir es dabei. Ich glaube, für Berlin braucht man mindestens eine Woche, bis man wenigstens das Nötigste gesehen hat, und mit Kindern dann mal einen Monat oder mehr. Mit unseren zumindest. Es war ja auch noch Vatertag und richtig fett was los, von Polizeiaufgebot mit Knüppeln und Schilden bis hin zu B-Boys, Musikanten, Kutschen, Rikschas, Fotografen, einigen Bühnen und vor allem Heerscharen von Touristen, die mit Handysticks das perfekte Selfie schießen wollten. Der pure Wahnsinn.

 

 

... and with confidence back home

Nach einer Stunde chillen auf dem Platz vor dem Reichstagsgelände (inklusive komplett durchnässter Peanut) spielte sich dann mein persönliches Drama ab - uaaaah, Blase voll! Ich rannte eine komplette Ubahnhof Station ab, nichts zu sehen. Also schnell die Kinder wickeln und die eineinhalb Kilometer zum Bahnhof hetzen. Es ist nicht besonders charming, aber ich war kurz davor, mich ebenfalls komplett zu durchnässen. Da halfen auch keine blöden Sprüche von Passanten in Richtung Peanut "Naaa, ick hätt ja ooch jern mal jemanden der mich trägt, wa!" oder "Biste müde oder wat??" oder "Der Papa trägt dich, kannste nich looofen oder wat!". Das erstbeste Klo im Bahnhof war, natürlich, mit einer ellenlangen Warteschlange versehen, und ich hüpfte von einem Bein aufs andere. Glaubt ihr, mich hätte mal jemand vorgelassen? Die Erleichterung der Entleerung war dann ein wahrhaft himmlischer Genuss...

Es war nur noch eine halbe Stunde bis zum ICE Start und wir beschlossen, kurz noch ein paar Pommes zu tanken. Ich war dann ungefähr bis zu dem Zeitpunkt entspannt, an dem mir einfiel, dass ich nicht wusste, wo die Zugtickets waren. KREISCH! Die hatte ich dem Papa im Hotel in die Hand gedrückt, und er konterte fachgerecht "Selber Schuld, wenn du mir die gibst, wenn ich abgelenkt bin." Aha. Grummelnd beschloss ich, den Blog in 3KindChaos umzubenennen und mal wieder mein schnarchlangsames Iphone zu konsultieren. Voll der Thrill, die Kontrolleurin zu sehen, die langsam näher kommt, während sich der Emailaccount so langsam läd, dass man innerlich schon die Melodie vom nahenden weißen Hai wie eine Todestrommel hört. Um es kurz zu machen, ein Kind am Busen stimmt wohl die meisten Schaffner so gnädig, mal alle fünfe gerade sein zu lassen und uns auch mit nicht leserlichem Barcode durchzuwinken. Puh!

 

 

Nachdem Little Pea dann so schön gepennt und vom Trip nichts mitbekommen hatte, war mittlerweile Peanut am Ende mit den Nerven. Little Pea wollte direkt noch mal pennen im Zug und Peanut wollte Mama - und bekam sie nicht. Sie brüllte also eine ganze Stunde durch, auch der Hauptbahnhof Leipzig wurde beschallt, während ich mit Terrormigräne und Baby versuchte, Bestechungseis und Kaffee zu kaufen. Reihenweise wurden wir ausgelacht, belächelt, mit Sprüchen bedacht und mit zugeklappten Ohren empört angestarrt, aber irgendwann ist alles scheißegal, hauptsache man kommt wieder in den nächstbesten Zug. Peanut tat mir so so leid, mit knallroten Backen, getrockneten Tränenspuren, klatschnassem Haar und Schnappatmung musste sie sich irgendwann ohne Mama beruhigen. Der Rest der Fahrt war dann normal anstrengend mit ewigem Hin und Her Gelaufe, Migräne from Hell und Babybespaßung, während Peanut fremde Leute anschwafelte und die Sitze bekletterte. 

Als wir dann um neun Uhr abends vom Opa nach hause gefahren wurden, fiel Peanut endlich in ihren wohlverdienten Schlaf und Little Pea war gereizt wie ein Jungbulle in der Arena, denn sie war ja fit und wollte laufen. Der Abend vom Papa und mir endete dann auch erst nach zwölf, als endlich auch das Baby wieder bereit war zum Schlafen und endlich klang auch meine Migräne ab. Der absolute Wahnsinn, und trotzdem hat es sich gelohnt. Ich wollte ein Abenteuer, und ich bekam eins... aber für eine Nacht mit der ganzen Familie nach Berlin mach ich so schnell sicher nicht mehr.

Die Oma im Familienbett
Ja spinnen die? Zwei Tage mit dem Zug nach Berlin ...

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