Urlaub in Deutschland. Von schlechtem Wetter im Hunsrück und fiesen Eltern Fails

Wir hatten uns spontan zu einer Woche Urlaub im Hunsrück entschieden. Wieso genau da? Weil er zum einen nicht so weit von uns entfernt ist – eineinhalb Stunden ohne Stau – und zum andren waren alle anderen Wunschziele entweder ausgebucht oder zu teuer. Der Hunsrück ist eigentlich eine schöne Region zum Urlaub machen, allerdings, rückwirkend gesehen nicht, wenn man Kleinkinder hat und es ständig regnet...

 

 

Es regnet, es regnet, die Erde wird nass...

Ich habe ohne Witz irgendwann Aggressionen gegen Regentropfen bekommen. Ich wollte einen Sommerurlaub, und ok, in Deutschland regnet es momentan öfters. Aber ich war verblendet von den letzten zwei warmen Wochen und hatte mich also an dem orientiert, was wir zuvor benötigt hatten. Kurze Hosen, Shirts, Flip Flops und so. Der Papa fragte mich bei der Abreise noch – „Sollen wir die Matschhosen einpacken?“ und ich im Brustton der Überzeugung „Nein, wieso denn – das nimmt nur Platz weg.“ Haha. Nicht. Kaum aus dem Auto ausgestiegen wehte der Wind ein wenig kälter und in der echt kühlen Wohnung zogen wir uns erst mal Socken und Longsleeves an.  Mein einziges längeres Oberteil übrigens hatte ich kurzfristig noch in den Rucksack geschmissen, weil ich dachte, vielleicht brauche ich ihn irgendwann abends mal, draußen oder so. Den Kindern hatte ich generös drei längere Oberteile eingepackt, man will ja minimalistisch sein.  

Tag 2 weckte uns erst mal nicht, denn es blieb lange dunkel. Genauer gesagt blieb es bis abends ziemlich finster, denn es pisste wie aus Eimern. Ab und an hörte es mal kurz auf zu pissen, nur um dann wieder neu anzufangen. Wir begannen den Urlaub erst mal mit einem Shoppingtrip und deckten uns mit Regenschirmen und Regenjacken für die Kinder ein. Für mich selbst war ich irgendwie zu geizig und dachte, wegen einem Regentag kauf ich mir doch nicht alles, was ich zuhause habe, noch mal... sehr kurzfristig gedacht, aber das würde sich noch herausstellen.

 

 

Auch an Tag 3 und 4 blieb es finster, und rückblickend kam es mir so vor, als steckte man in einem Paralleluniversum fest. Mit grantigen Kindern, ohne WLAN und ohne Indoor Spielplatz. Einen Trip ins Hallenbad tätigten wir zwar, der war aber ein schlechter Witz – es gab kein Kinderbecken, nur eine Abtrennung zum Schwimmerbereich und der war so kurz, dass man sich kaum umdrehen konnte. Natürlich war das gefühlte 5 Quadratmeterbecken vollgestopft mit Touristen. Das angeschlossene Café war proppenvoll mit Senioren, die sich offenbar zur Unterhaltung angesiedelt hatten – also die Unterhaltung waren wir, die Eltern mit Kindern. Kann man ihnen nicht verdenken, ist aber für für uns Objekte ziemlich ätzend, das ständig mitzubekommen, wie man Inhalt eines unseriösen Tratschgespräches ist. Hahahahaha! Habt ihr dieses Kind gesehen? Huhuhuhu!

 

Große Ambitionen und Alltags – Fail

Was machten der Papa und ich also, als es mal kurz nicht regnete? Wir klammerten uns verzweifelt an die Prospekte des Hunsrücks, die wir in der Ferienwohnung fanden und suchten uns ein paar coole Sachen aus (von denen wir dann leider nur etwa 0,5% durchzogen). Die Ferienwohnung zeichnete sich übrigens durch hohe Luftfeuchtigkeit, abgedrehte Heizung und Warmwasser – Sparmodus aus, also nicht mal heiß duschen war möglich. Ein Alptraum für mich.

 

 

Aber zurück zu den Prospekten. Ich hatte so richtig Bock auf ein abgefahrenes Naturerlebnis und so besuchten wir die Geierlay, Deutschlands längste Hängebrücke. Sieht geil aus, ist ziemlich hoch und man kann schicke Fotos vom Wald von oben und abgefahrenen Nebelschwaden machen. Was aber nicht so im Prospekt stand: man muss 2 Kilometer hinlaufen durch unspektakuläre Wohngebiete (in denen man nicht parken darf) und ein dröges Feld. Klar, könnte man jetzt sagen, was sind schon 2 Kilometer. Normalerweise kein Problem für mich, aber wir mussten zwei extrem miesmuschelige Kinder schleppen, dazu noch die Regenschirme unters Kinn klemmen. Wuaaaaah! Auf der Brücke selbst hatte ich dann noch nicht mal Höhenangst, weil ich so angepisst war von meinen Rückenschmerzen und dem Dauergejaule der Kinder und meiner eigenen Blödheit – das hätte ich mir ja schon vorher denken können. MÖP! Mega Eltern Fail!

Auch die Trips in das wirklich wunderbare Koblenz stellten sich als schwerer Eltern Fail heraus. Kennt ihr das; zuerst sucht man sich friedlich ein Ziel heraus und dann streitet man sich permanent, weil man keinen Parkplatz findet und sich ständig verfährt? Wenn da doch bloß eine Kamera mitgelaufen wäre, super Unterhaltung für alle Trash TV Fans. Ja und die Stadt selbst war wirklich großartig anzuschauen – nur leider mussten die Kinder mal wieder ein paar Kilomenter zu Fuß zurücklegen.

 

 

Stellt euch eine aggressive Little Pea vor, die zu lange im Auto festgeschnallt war und die unbedingt explorieren möchte. Dieses Kind läuft also, theoretisch, gern, aber praktisch nicht in die richtige Richtung oder im Kreis. Peanut war und ist eher das Tragekind und jault bei jedem Schritt, den sie zurücklegen muss. Dazu kam natürlich noch die endlich eingetretene Sommerhitze und die Tatsache, dass sie etwa fünf Lagen Röcke trägt und alles mit einer schönen warmen Jacke abrundet. Schwitz! Also hatte jeder von uns ein Kind zu schleppen / ziehen / beim Klettern zu betreuen und die abermals zurückzulegenden Kilometer bis zur Festung Ehrenbreitstein mit Seilbahn in Koblenz zogen sich über Stunden dahin. Auch hier wieder einen schweren Elternfail begangen.

 

 

Wer diesen Hunsrück Trip dennoch mal wagen möchte, dem empfehle ich zum einen – entweder direkt in Koblenz zu übernachten oder am Forsthaus Remstecken um die Ecke, das mit den süßen Wildwutzen. Und wer den genialen Kletterspielplatz auf der Festung Ehrenbreitstein genießen möchte, fährt besser mit dem Auto hoch. Die Seilbahn kann man schließlich auch von oben betreten wenn es denn sein soll.

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