Urlaubs - Diary Teil 3: Von weinenden High Need Kindern, Lakritz Schokolade und dem Hygge Feeling

So, nachdem Mo hier meine Serie ergänzt hatte, bin ich aber wieder dran. Ich muss zugeben, ich habe vor und während des Urlaubs mal eine kleine Schreibblockade genossen, aber so langsam kommt es wieder. Muss ja auch mal sein, oder? Langsam nähern wir uns der Urlaubs - Halbzeit an, und deshalb gibt es jetzt ein Best Of - Urlaub mit High Need Kind und natürlich all den anderen lustigen und besonderen Erlebnissen, wenn man länger zu acht wohnt.
 
 

 

Zwischen Wachsen und Abregnen: mein High Need Kind im Urlaub

Ich wusste nicht genau, wie es für Peanut so sein würde. Mit 1,5 war sie schon mal mit uns im Urlaub gewesen und hat die ersten 5 Tage quasi durch gebrüllt - eine Mischung aus Reisestress und dem Problem, dass sie sich an völlig neue Bedingungen anpassen musste. Wie wäre es nun, wenn sie sich auch eine lange Zeit an eine andere Familie anpassen würde? Die Wochenenden mit Mo, Karl und deren Kindern waren eigentlich immer ganz entpannt, da alle Kinder sensibel und lieb miteinander umgehen und die Erwachsenen auch auf die Bedürfnisse aller Rücksicht nehmen. Trotzdem braucht Peanut immer mal wieder Erholungsphasen - ich übrigens auch, aber als Erwachsene habe ich natürlich ganz andere Strategien zur Verfügung. 
 
Und so war es dann die ersten Tage eine Mischung aus völlig - in - der - Kindergruppe - aufgehen und dem großen Panikweinen, wenn eine Situation außerhalb der Wohnung ungewohnt war. Große Angst vor dem Meer zum Beispiel; ich war etwas frustriert, dass ich zwei Stunden neben einer völlig panischen Peanut sitzen musste, anstatt mit meinen Kindern im Meer zu plantschen wie Mo und Karl. Little Pea wurde ein Mal von den Wellen geduscht und hat seitdem auch keine Lust mehr, möp. Oder wenn es mal wieder extrem windig ist, will Peanut erst mal ganz lange mit mir kuscheln - und brüllt dann, sobald irgendetwas nicht so klappt. Da hilft eigentlich nur - Ansprüche an den Urlaub rausnehmen und einfach den Moment genießen und das Beste daraus machen.
 
 

Großfamilie Feeling: von einem Essen zum nächsten

Ich weiß nicht, ob es an der guten Nordsee Luft liegt, oder daran, dass wir uns gegenseitig anstacheln, oder daran, dass unsere Kinder alle ziemlich aufs Essen fixiert sind, aber so gefühlt dreht sich der ganze Tag um Nahrungsbeschaffung und deren Vernichtung. Wer geht wann wohin einkaufen, wieso sind die Avocados so billig und alles andere so teuer, wieso isst Familie Mercury bei jedem Essen fünf Tonnen Gemüse und das Gemüsefach ist schon wieder leer (ich komme mir im Vergleich vor wie ein Brontosaurus, der die ganze Ebene leer gefressen hat), wieso konsumieren die Zart - Rotten Kinder bei jedem Essen noch mal drei Joghurts, wieso hat Little Pea auf einmal eine Avocado Sucht installiert und so weiter und so fort.
 
Noch schlimmer ist die Lakritzinvasion von Karl, der ständig die geilste Schokolade anschleppt und ich sie dann heimlich mitfressen muss. Ja, zuckerfrei ist hier so gar nicht, und ich sehe schon den hardcore Entzug, den ich dann zuhause wieder auf mich nehmen werde. Mo macht sich ständig Kaffee mit Milchschaum und hat Chips zum Hauptnahrungsmittel deklariert. Sogar Papa Mercury, der eher so der Gesundheitsapostel ist, pfeift sich heimlich immer mal wieder eine Kugel Lakritz Eis rein. 
 
Und dann müssen wir ja auch noch die ganzen Hauptmahlzeiten stemmen. Da ich versuche, glutenfrei zu essen (Migräne Trigger) und das glutenfreie Brot hier umgerechten 10€ pro 5 Scheiben kostet, kochen wir hier zwei Mal am Tag. Karl und ich sind beide passionierte Hobby Köche und versuchen, anhand des kindichen Beifalls zu messen, wer es mehr drauf hat. Schneller kochen kann ich auf jeden Fall, aber dafür ist Karl der Kartoffel Experte. Er macht mal eben frische Kartoffelpuffer oder die geilsten Bratkartoffeln ever. (Frisch müssen sie sein, nicht vorgekocht.) Papa Mercury lassen wir nicht an die Töpfe, sonst gibt es nur wässrige Gemüsepfanne. Und ständig kommt von irgemdwen die Frage "Was kochen wir heute?"
 
 
 

 

Hygge! Oder die große Frage: wie kriege ich das zuhause auch hin?

Zuhause hatte ich seit über einem Monat extorbitante Verspannungen, lag vielleicht daran, dass ich hauptsächlich irgendetwas gearbeitet habe und kaum an etwas anderes denken konnte. Kurz gesagt, es war einfach viel zu viel zu viel. (Kein Schreibfehler.) Und hier? Hänge ich nur am Rechner, wenn ich eine Serie gucken will, beantworte nur sporadisch Emails und lasse mich mal ordentlich durchhängen. Einzig Instagram mache ich, weil es mir echt Spaß macht, schöne Fotos zu machen.
 
Wir sind fast täglich am Strand, und ich genieße es, dass man die Menschen hier quasi suchen muss (die hängen alle in den Touri Meilen herum). Es sind meist um die 20 Grad, abwechselnd Nieselregen und strahlender Sonnenschein, der einem das Gefühl gibt, es wäre doch ein richtiger Sommer hier. Wir springen in das kühle, wilde Meer, kommen lachend und etwas durchgefroren wieder raus, buddeln Sandburgen mit unseren wasserscheuen Kindern, und weil wir fast den ganzen Strand für uns haben, ist es mir auch nicht zu peinlich, Yoga Übungen am Strand zu machen.
 
Glücklich, mit Sand zwischen den Zehen, und auch sonst überall. Stört aber nicht wirklich. Die Kinder spielen fast den ganzen Tag miteinander, und wir kommen zum reden und rumgammeln. Wir machen die Tür auf, und es ist vom Wind abgesehen echt still und friedlich. Wir wohnen hier im Auenland und die Kinder rennen lachend um das Haus. Fast ein bisschen wie im Fernsehen. Nur ohne Drama.
 
Love & Hygge,
 
eure Frida
 
 
Nachtgespräche (mit dem eigenen Gehirn)
Urlaubs - Diary Teil 2: Wenn 2 Chaosfamilien zusam...

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