Urlaubs - Diary Teil 4: 50 Facts about 4KindChaos-Urlaub

So, nach knapp 2 Wochen objektiv wissenschaftlicher Studie kann ich Euch wichtige Erkenntnisse, FunFacts und absolut Belangloses vom Urlaub mit 1-4 High-Need-Kindern und immer total ausgeglichenen, kompetenten Eltern berichten:
 
 
 

 

Surferbody, Gemüse-Extase und Schimpfwörter

 
1. Ich hätte alles dagegen gewettet, aber die Tagesrhythmen haben sich synchronisiert. Coco, die um 18 Uhr (weil ohne Mittagsschlaf) normalerweise fix und alle ist, hält inzwischen teils bis 23 Uhr durch (ohne Mittagsschlaf).
 
2. Ort und Zeitpunkt, als Coco sich im Legoland erstmals brüllend auf dem Boden wälzt: Kurz nach Ankunft, kurz hinterm Eingang. Weil ich nicht verstanden habe, was sie wollte – nämlich nicht ins Mini-Land und nicht ins Duplo-Land, neeeeiiin!! (Wiederaufleben des Brüllens mit akustischer Steigerung), sondern natürlich (ist doch klar!) auf den ganz hohen Lego-Tower, der auf den ersten Blick aussieht wie ein Freefall-Turm.
 
3. Der Preis für die beste Steilvorlage geht an „Papa Mercury“. Bereits nach wenigen Tagen zog er am Mittagstisch sein wie immer figurbetontes Shirt aus (Größe S, Ergebnis investigativer Recherche beim Aufhängen der gemeinschaftlichen Wäscheladungen), griff zur Flasche Sonnenmilch (mittlerer Schutzfaktor) und erklärte: „Ich will ja nicht später so weiße Ränder haben.“
 
4. Fair, wie wir sind, haben wir das nicht kommentiert. Oder thematisiert. Nur ein bisschen. Und nicht länger als 12 Tage (Stand heute).
 
5. Der Vorteil von Kindern, die bis in die Puppen auf sind, liegt im längeren Schlafen am nächsten Morgen. Der Nachteil sind Kinder, die bis in die Puppen auf sind.
 
6. Wir waren nicht ein einziges Mal essen. Da das Geld bei keinem von uns im Überfluss vorhanden ist, hatten wir den genialen Plan geschmiedet, nicht essen zu gehen, sondern einfach ganz viel selber zu kochen. Leider hatten wir nicht bedacht, dass man dann ja auch sehr viel einkaufen muss.
 
7. Ich rechne für den Spätsommer und Herbst mit einer eklatanten Preissteigerung bei Gemüse in Dänemark. Angebot und Nachfrage. Es ist ein Irrtum! Familie Mercury ist doch längst wieder zu Hause, das Nachfrageverhalten an der Westküste normalisiert sich wieder.
 
8. Die wichtigsten Spielutensilien waren mit Abstand die 18 Einzel-Polster-Bestandteile der Sofas. Auf solche Details werde ich bei der nächsten Ferienhaus-Suche definitiv achten und ggf. beim Anbieter die Zerlegbarkeit der Polstermöbel erfragen.
 
9. Papa Mercury trägt eine Badeshorts in original derselben Farbe wie Elsa. Wer diese Familie kennt, weiß: Das kann kein Zufall sein.
 
10. Neue Schimpfwörter wurden kreiert. Frida beleidigte ihre Kinder beispielsweise mit „Du bist ein Nymindegab*“, was von den Kindern mit einer Mischung aus Beleidigtsein, Lachen, Schadenfreude und Schlitzohrigkeit fleißig fortgeführt wurde.
 
*Ort an der Südseite des Rinköbing-Fjords
 
 

Schwimmpfütze und erster Wackelzahn

 
11. Es war auch der Urlaub der Tierfreunde. Peanut und Maple befreiten eine Libelle, die sich in unser Haus verirrt hatte, Maple schloss tiefe Freundschaft mit einer Schnecke und vergoss Abschiedstränen, und alle Kinder streichelten begeistert Seesterne, die es in allen Größen in der Schwimmpfütze gab.
 
12. Highlight Schwimmpfütze: Das dankbare kleine Becken, das nach Zurückgehen der Flut zwischen Strand und Sandbank entstand. Perfekt für wellenscheue Kinder.
 
13. Ich hingegen habe natürlich keine Angst vor Wellen. Ich kann ja schwimmen, und außerdem kann man schließlich sehen, wo und wann eine Welle kommt, und rechtzeitig hochspringen. Meine Sonnenbrille habe ich nur deshalb im Meer gelassen, weil man als Touristin nicht nur von der Schönheit des Landes nehmen soll, sondern selbst auch etwas da lassen.
 
14. Das Erdbeertörtchen auf Vanillepudding, darunter knackiger Schokoschicht auf Marzipanteigboden haben Jogi und ich aus rein strategischen Gründen gekauft, um einen möglichst guten Draht zur dänischen Bäckereifachverkäuferin zu erhalten, die uns schließlich bestmöglich und vor allem unabhängig und neutral bezüglich der Glutenanteile der einzelnen Brote beraten sollte. (Frida meidet Gluten, wo es geht, um nicht noch öfter Migräne zu bekommen.) Es war also ein altruistischer Akt der Fürsorglichkeit.
 
15. Zuckerfrei ist ja auch keine Religion, ne.
 
16. „Nehmt Ihr eher viele Kindersachen mit oder setzt Ihr auf häufiges Waschen?“, fragte Papa Mercury während unseres Pack-Twitter-Chats vor Reisebeginn. Karl antwortete wahrheitsgemäß: „Beides“. Wir kauften vorsichtshalber noch Waschpulver, das nach Packungshinweis für 24 Wäschen reicht. Offenbar zählen die Dänen nur Primzahlen. Und es sollte 23 heißen.
 
17. Es macht einen Unterschied, ob man ungeliebtes Mischgemüse mit Kartoffeln den maulenden Kindern zuliebe „dann halt für Euch püriert“ oder direkt freudestrahlend verkündet: „Heute gibt es Kindersauce!“
 
18. Der letzte Oreo-Keks. Maple hat ihn sich natürlich gekrallt. Mein Input: „Wer mir als erstes einen Keks in den Mund steckt! 3, 2 1, LOS!“ Ich konnte kaum so schnell den Mund aufreißen, wie Maple ihn mir reinsteckte. Mir gefällt das Spiel.
 
19. Spielen. Endlich mal wieder spielen. Karl und ich hatten solche Spiele wie „Der wahre Walter“, bei dem man sich im Lückentext die passende Antwort für den Fragesteller ausdenken soll, immer abends gespielt, wenn die Kinder schlafen. Aber Frida und Jogi machen das ungerührt, wenn die Kinder noch wach sind, was auch ganz lustig war, auf mehreren Ebenen. Ging ja auch nicht anders, siehe Punkt 5.
 
20. Maple hat einen Wackelzahn. Und das kann doch nun wirklich nicht sein. Hab ich sie nicht gestern noch zur Welt gebracht?
 
 
 
 
 

Einschlafbegleitung, Elsa-Virus und Lakritz

 
21. Außerdem hat sie mich einmal ins Bett gebracht. Das war unglaublich friedlich und schön. Sie hat die Elternrolle perfekt übernommen. Ich die Kinderrolle auch. Wer sagt eigentlich, dass Einschlafbegleitung eine Einbahnstraße ist?
 
22. Coco ist extrem flauschig, selbstbewusst, frei und selbständig drauf in diesem Urlaub. Hohe Frustrationstoleranz, viel Eigeninitiative, sehr verständig und insgesamt einfach zuckersüß. Fridas Anspielung auf die „Terrible Twos“, in denen sich Coco befinde, habe ich daher nicht so ganz verstanden. Bestimmt verhört oder so.
 
23. Insgesamt halten sich meine Kinder recht tapfer und profitieren von einem starken Immunsystem gegenüber dem Anna- und Elsa-Virus.
 
24. Die Rangordnung im Kinderrudel ist diesbezüglich allerdings glasklar innerhalb eines komplizierten, etwa zweisekündigen Aushandlungsprozesses festgelegt worden: Peanut ist Elsa, Little Pea ist Anna, Maple ist Elsas Katze, und Coco ist Olaf. Alle fühlen sich sehr wohl und sicher in ihren sozial verlässlichen Rollen.
 
25. Allerdings ist Jogi in eine gewisse Konkurrenz zu Peanut eingetreten, subtil und understatement, ohne es an die große Glocke zu hängen, siehe Punkt 9.
 
26. Little Pea: „Ich hab Angst vor Maple“ – ein Satz, der mir unter die Haut gegangen ist. Sehr.
 
27. Für geiles Kurkuma-Brot, Olivenöl mit Zitrone, hausgemachtes Kräutersalz und Sanddornsalz, lokalen sortenreinen Direkt-Apfelsaft sowie besonders milden* dänischen Käse, alles in Bio-Qualität, haben wir im Hofladen von Houvig (den ich jedem nur empfehlen kann!) nur gut 40 Euro bezahlt. Das ist doch ein Schnäppchen. *immer noch zu strengen
 
28. Inzwischen sind wir alle Lakritz-Fans. Vor allem bei Lakritz in Schokolade (Marabou Daim-Lakritz) und in Eis.
 
29. Wenn Ihr in Dänemark eine gestreift bebadeanzugte Volltätowierte seht, die bei jeder Welle hochspringt und dabei auf dänisch „Schokokuss!“ schreit (Flödeboller), winkt Frida ruhig zu.
 
 

Dänische Post und Kinderliebe

 
30. Karl gerade beim vergeblichen Versuch, ein mehrlagiges Anna-und-Elsa-Tüllkleid auf den Wäscheständer zu hängen, Hände im Kleid verknotet: „Wo zur Hölle ist hier der Ausgang?!“
 
31. Es macht mich etwas schüchtern, dass Frida sogar im Ausland auf offenem Feld in Menschenmengen erkannt wird. Gott sei Dank traut sich niemand, sie direkt anzusprechen. Ist ja durchaus auch eine furchteinflößende Person, besonders vor dem ersten Liter Kaffee.
 
32. Anzahl der benötigten Packungen Kakao-Getränkepulver: 3.
 
33. Ich ärgere mich gerade, dass ich keine Strichliste für die verbrauchten Stückzahlen der einzelnen Gemüsesorten gemacht habe.
 
34. Eine Postkarte nach Deutschland zu versenden, kostet 3,40 Euro. Dauert um die 2 Wochen. Die dänische Entschleunigung hat ihren Preis. Außer, man gibt die Karten am Schreibwarenschalter im Supermarkt ab (den Tipp haben wir bekommen), dann dauert es nur 5 Tage. Innerhalb von Dänemark brauchen Briefe und Karten offiziell maximal 7 Tage, tatsächlich aber bis zu zwei Wochen. Man kann sie auch per Express verschicken, das kostet dann inländisch 27 Kronen, also schlappe 3,80, dann sind sie offiziell in 2 Tagen da.
 
35. Ich bin immer wieder begeistert von der Kinderfreundlichkeit hier. Da hat selbst ne Parfümerie eine 1,20 Metzer hohe Qualitäts-Holzkugelbahn rumstehen.
 
36. Familie Mercury baute sich ein Familienbett hier im Ferienhaus. Zum Doppelbett kam ein Einzelbett hinzu, also Betten von Wand zu Wand – wer die dänischen Ferienhäuser kennt, kennt auch die extrem geräumigen *räusper* Schlafzimmer. (Klar, irgendwo muss ja auch noch Platz sein für Sauna, Whirlpool, zweites Bad und Wohnraum mit 3 Sofas, Sessel und Esstisch für 8 Personen.) Tja, Schicksal, dass Papa Mercury ein eigenes Einzelzimmer bekam und dort jede Nacht durchschlafen durfte? Puh, also ehrlich gesagt, ich wäre ausgetickt angesichts dieser unfairen Lastenverteilung...
 
37. Karl hat in diesem Urlaub nach eigenem Bedürfnis endlich wieder mit Sport begonnen. Er hatte sich, damit es auch niemand übersieht, neonorangene Laufschuhe gekauft. Einmal blitzten sie, fast so strahlend wie der Leuchtturm Lyngvig Fyr, über die Insel.
 
38. Wir waren nicht in Kopenhagen. Ich finde diesen Zusatz sehr wichtig, weil beachtet werden muss, wie unglaublich viel Geld wir damit eingespart haben.
 
39. „Ich sehe uns noch nicht in drei Tagen nach Hause fahren“, hat Karl heute Morgen gesagt. Ich nehme ihm mal beim Wort *googelt Jugendherberge in Ribe, einer wunderschönen, alten kleinen Stadt an der Westküste, quasi so gut wie auf dem Nachhauseweg gelegen*
 
 
 
 
 

Kochen, Wunder und Kacka-Witze

 
40. Im Spülmaschinen-Tetris steht es zwischen Jogi und mir unentschieden.
 
41. Pssst, nicht weitersagen, aber ich habe es geschafft, im ganzen Urlaub nicht ein einziges Mal zu kochen. Meine Qualitäten liegen eher im Bereich Essen.
 
42. Den Preis für das unbeliebteste Essen, das nicht mal die „Juhu, Gemüse!“-Kinder von Frida und Jogi gegessen haben, gewinnt Karl mit seinem indisch inspirierten Kartoffel-Blumenkohl-Curry. Allerdings muss man mildernde Umstände geltend machen, da unsere einzigen Gewürze Pfeffer und Salz waren. Kurkuma, Kumin, Kardamom, Koriander – nix davon zur Hand, sondern nur so eine Supermarkt-Mischung aus dem Gewürzregal mit der Aufschrift „Curry“. Nun ja.
 
43. Wunder des Urlaubs: Frida isst Obst, Peanut schläft selbstbestimmt allein ein, Coco kommt und sagt: „Schlafen gehen“, Maple malt selbst ein Rätsel mit einer Karotte, die 5 Fehler enthält, Jogi schafft es, einmal surfen zu gehen, Karl kauft keinen Whiskey, Little Pea unterhält sich mit Coco, und ich esse nicht die meiste Schokolade von allen. Jedenfalls kann mir niemand das Gegenteil beweisen.
 
44. Cocos Highlight am Strand war das Pipi-Loch, das wir für sie gebuddelt haben. Natürlich wollte sie danach auch ein Aa-Loch haben. Es blieb leer.
 
45. Nach anfänglichen Kompatibilitätsschwierigkeiten (die wir zuvor bei den beiden nicht kannten) haben Maple und Peanut eine tragende gemeinsame Ebene gefunden: Pipi-, Pups- und Kacka-Witze.
 
46. Maple, die sonst gerne mal eine Stunde lang isst, war erstaunlich schnell fertig bei den Mahlzeiten, um dann entweder mit Peanut unterm Tisch zu verschwinden oder mit den anderen drei Kindern auf Jogis Bett zu hüpfen, das gleich zu Beginn zum Trampolin erklärt wurde. (Warum er in den zwei Wochen zigmal seine Bettwäsche gewaschen hat, weiß ich jetzt auch nicht).
 
47. Die dänischen Waschmaschinen haben doch eine eingebaute Sand-Toleranz-Funktion, oder? ODER?
 
48. Services, die wir konsultiert haben: Dänisches Rotes Kreuz, dänische Autowerkstatt.
 
49. Bisher erkundet: Lebende Historie (Wikinger-Fest, Leuchtturm, alte Mühle, in der Mehl gemahlen wurde), Strand, Fjord (Surfen), Legoland.
 
50. To do in den letzten 2 Tagen (wenn’s nach mir geht): Kopenhagen, Ribe, Strand, mit Metalldetektoren archäologische Funde ausgraben, exorbitant viele Sachen im wunderschönen Leuchtturm-Shop kaufen, nochmal in das unfassbar schöne Hofcafé, Kolding, ausschlafen und früh ins Bett. Und endlich einen riesigen Erdbeerkuchen für alle. Zum Frühstück.
 
Alles Flödeboller,
 
Eure Mo
 
 
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