Von fehlender Weihnachtsstimmung und einem entspannten Heiligabend mit Kindern

Dieses Jahr kam bei mir so gar keine Weihnachtsstimmung auf. Die Welt spielt verrückt, ich habe Schlafstörungen, die Kinder lassen mich einfach nicht zum Weihnachtswichtel mutieren und die Bude könnte auch mal wieder geputzt werden. Von Anlaufschwierigkeiten, Alltagschaos und einem dann doch ganz schönen Weihnachtsfest bei uns.

 
 
 

 

Weihnachtsgefühle (nicht) auf Knopfdruck

Ich war ja nicht allzu weihnachtlich eingestellt, muss ich gestehen. Ich weiß manchmal gar nicht, wie das genau geht. Die Bude war einigermaßen schön dekoriert, Rolf Zuckowsky düdelte seit Wochen die Ohrwürmer aus der Weihnachtshölle (nie wieder werde ich nachts aufwachen, ohne dass die Ohrwürmer "Guten Tag, ich bin der Nikolaus" intonieren) und wir hatten auch irgendwann mal Plätzchen gebacken, inklusive am selben Tag wieder gegessen. Das weihnachtlichste Gefühl kommt ja eher dann auf, wenn man Geschenke einpackt und verschickt, oder nette Weihnachtspost erhält. Irgendwie waren mir die Horrornachrichten aus aller Welt zu viel, und ich lag nachts wach, grübelte über die kleinen und großen Probleme dieser Welt. Nicht zu vergessen, mit Rolf Zuckowsky im Ohr. Ich hoffe sehr für Herrn Zuckowsky, dass wir uns niemals begegnen, denn ich weiß nicht, ob ich ihm eine scheuern würde. Diese Musik ist echt Teufelszeug.
 
Ja, also diese fehlende Weihnachtsstimmung wurde natürlich noch untermalt von Horroreinkäufen auf den letzten Drücker. Little Pea ist nämlich gerade aus ihrem Angstschub rausgewachsen, der besagte "Du sollst bei deiner Mama klammern, was das Zeug hält". Stattdessen lief sie ständig weg, räumte am andren Ende des Universums Regale aus, stieß Pappaufsteller um, schminkte sich in der Drogerie und warf mir Dinge, die ich nie haben wollte, in den Einkaufswagen. Während Peanut keinerlei Bock auf irgendwas hatte und schonmal die Pubertät trainierte. Inklusive bratzenvoller Einkaufsgänge und Menschen, die sich um jede Tafel Schokolade balgen. So muss das. Das ist eine echte Challenge. Ohne die wäre mir ja echt langweilig, ich fürchte, wenn die Kinder älter sind, kann ich nie wieder mit demselben Adrenalin einkaufen gehen.
 
Tja, und nachdem dann am Tag vor Weihnachten auch nur gebrüllt wurde, weil Peanut keinen Zentimeter von Mamas Seite weichen wollte (inklusive Bettgehzeiten von halb 1), hatte ich natürlich auch keine Geschenke eingepackt. RABÄÄÄäääÄÄÄÄÄHHhhHH! Auch mein Ablenkungsprogramm, das darin besteht, abends Horrorserien zu schauen (je weniger Realität, desto besser kann ich abschalten), macht irgendwie nicht so viel her, wenn man ständig über die Schulter linsen und dann auf Pause klicken muss, weil das Kind reingeschlichen kommt. Stöhn. Uncool. Ja, so kann man auch seine Abende verbringen.
 

 

Heiligabend - alles soll "perfekt" sein?!

Und der Weihnachtsmorgen. Bude unaufgeräumt, Waschbecken in der Küche verstopft, Geschenke nicht eingepackt. Zum Glück keine Verabredungen getroffen. Die ganze Zeit hatte ich schlechte Laune, weil ich mir vorgenommen hatte, es allen schön zu machen. Wenigstens eine gewisse Grundordnung reinbringen. Schnell noch irgendwas weihnachtliches Backen. Ich packte dann die Geschenke morgens auf den letzten Drücker ein, während der Papa am Wasserrohr fluchte - und dann beschloss ich, dass wir einfach alles so unaufgeräumt lassen, wie es ist.
 
Dieses Jahr hatte ich mal keine Lust auf Streß und Geschrei, denn jedes Mal putzen wird mit einer massiven Klammer- und Langeweilegebrüllorgie der Kinder bezahlt. Wir sind dann erstmal direkt in den Wald, haben mittags Kekse gefressen und haben nach dem Mittagsschläfchen von Little Pea eine wilde Tanzparty veranstaltet. Auf unserem Familienbett. Mit meinen Lieblingsbands. (Eat this, Rolf.) Ging auch, ging sogar sehr gut. Und die Stimmung kam, als wir die Lichter ausmachten und alles mit Kerzen beleuchteten. Mal ein ganz anderes Weihnachten, ganz nach meinem Geschmack. Ich glaube, das machen wir nächstes Jahr wieder so.
Katharina erzählt von zwei High Need Kindern und v...
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