Wie bereite ich mein Kleinkind auf das Geschwisterkind vor?

Bei mir ist es ja bald so weit - aktuell bin ich in der 35. Schwangerschaftswoche und ich hab keine Ahnung, wie viel Zeit ich noch habe bis zur Geburt. Aktuell ist ja alles drin. Grund genug, mir auf die letzten Wochen noch mal mehr Gedanken zu machen, wie ich Peanut auf die Ankunft ihres Geschwisterchen vorbereite. Außerdem habe ich mal in den Social Media herumgefragt wie ihr das so gemacht habt. Wer noch ein paar Bombentipps hat, darf die natürlich sehr gern beisteuern...

 

6 Strategien um ein Kleinind auf die Geburt des Babys vorzubereiten

1. Reden, reden, reden

Ob das was hilft? Manchmal bin ich mir nicht so sicher, anfangs zum Beispiel hat Peanut mich einfach nur ungläubig angeschaut, entweder "Nein" gesagt wenn ich meinte, ich hätte ein Baby im Bauch oder schlichtweg desinteressiert etwas anderes gemacht. Mit wachsendem Bauch und parallel wachsenden Bemühungen hat das Geschwisterkind langsam auch in unserem Alltag einen Platz gefunden. Bei jüngeren Kindern macht es auch Sinn, mit dem Reden ein paar Monate zu warten, da das einfach noch zu abstrakt ist.

 

2. Bücher anschauen

Es gibt haufenweise Bücher, mal mehr und mal weniger gute. Wir haben drei Stück; teilweise finde ich sie ein wenig zu theoretisch aufgebaut und teilweise wiederum zu blumig dargestellt oder eben nicht für unter Dreijährige geeignet. Richtig gut finde ich "Wir sind jetzt vier" von Ministeps, da nicht nur die Geschwistereifersucht und das schwierige Leben mit Baby dargestellt wird sondern auch dass der Junge eines morgens aufwacht und Mama und Papa sind weg - na klar, die Geburt ist losgegangen. Kein Ding. Auf der nächsten Seite ist Mama dann im Krankenhausbett (dankenswerterweise ohne Geburtsszene, sowas gibt es auch in einigen Büchern) - also wirklich aus Kinderperspektive.

 

3. Geschwisterkurse besuchen

Mo hatte offenbar das Glück, einen tollen Geburtsvorbereitungskurs gefunden zu haben, in dem auch die Geschwisterkinder mitgehen konnten. Klingt echt toll und hat sicher auch viel geholfen. Ich hätte auch gern mit Peanut einen Geschwisterkurs (mit "Geschwisterführerschein") besucht, dieser wird auch oft in Geburtshäusern oder Familienzentren angeboten - allerdings erst ab 3 Jahren. Wer ein solches Angebot findet, nicht entgehen lassen...

 

4. An der Schwangerschaft teilhaben lassen

Je größer der Bauch wird, desto leichter fällt es dem Kleinkind, sich vorzustellen, dass da wirklich ein Baby drin ist - vor allem wenn er sich auch mal so lustig bewegt. Ähnlich wie Katharina erzähle ich schon viel vom Baby im Bauch und lasse sie auch mal den Bauch anfassen oder streicheln, natürlich nur wenn sie das von sich aus thematisiert. Mittlerweile sagt sie auch mal was zu dem Baby ("Komm raus, spielen!") was wirklich sehr süß ist (und mir die Gelegenheit gibt, auch mal klarzustellen, dass das erstmal nix wird mit Spielen). Bei der Ärztin war sie ein Mal mit, hat aber nur geweint weil sie es so befremdlich fand, während sie bei der Hebamme sehr beeindruckt war und mit mir zusammen auf dem Sofa bei der Untersuchung herumlümmeln durfte. Ich denke, da kommt es auch stark auf das Alter an, wie viel man mit dem Kind zusammen machen kann.

 

5. Ein Ritual erfinden; bei uns die Grosse - Schwester - Post

Wenige Wochen vor dem Geburtstermin fand ich es an der Zeit, unser eigenes Ritual abzuhalten, zumal wir auch keinen Kurs besuchen konnten. Da Peanut gerade von der "Zahnfee" fasziniert war, bemalten wir einen Karton mit einer Fee und erzählten ihr am nächsten Morgen, die Grosse - Schwester - Fee hätte ihr ein Paket geschickt und heute sei der Grosse - Schwester - Tag. Natürlich gab es auch Kuchen mit zwei Kerzen drauf (der natürlich viel beeindruckender war als das Paket...). Pädagogisch wertvoll enthielt das eine Babypuppe mit Pflegeset, was auch erst einmal anständig ausprobiert wurde. Allerdings ließ das Interesse schnell wieder nach, weil sie gerade mehr auf kleinere Puppen steht... trotzdem halte ich das Ritual für wichtig und hat auch uns Eltern Spaß gemacht.

 

6. Das Baby "schenkt" dem größeren Kind etwas bei der Geburt

Dieses Ritual ist mittlerweile weit verbreitet und auch sehr toll, wie ich finde. Das größere Kind wird vom Baby gewürdigt und fühlt sich als etwas Besonderes, so sollte es ja auch sein. Vermutlich zieht das bei älteren Kindern auch besser als bei unter 3Jährigen, aber dennoch habe ich auch schon ein paar Kleinigkeiten, die "das Baby" dann schön verpackt "überreichen" kann.

 

So hat Leserin Sabine ihre Tochter auf Baby "Flip" vorbereitet

Hi, auch wir sind seit letztem Sommer zu viert. Um die große Schwester (damals 2,5 Jahre) auf das was da kommt, vorzubereiten, haben wir viel vorgelesen. Unsere Maus ist eh ein Bücherwurm und es gibt sehr süße Bücher zu dem Thema (wir sind jetzt 4, die beste große Schwester usw.), die Namen wurden von uns dann beim Vorlesen ausgetauscht. So haben wir bei ihr auch nie von "dem kleinen Brüderchen" oder "Mamas Bauch" gesprochen, sondern es war von Anfang an (nennen wir ihn) "der Flip". So hat sie zwar in der Kita dann den Namen schon verraten gehabt, aber so what... Sie hat in ruhigen Momenten mit dem Bauch gekuschelt und "dem FlipBauch" Abends auch immer ein Gutenacht - Küsschen gegeben, hat mit ihm geredet. Das kam alles von ihr aus, ich hätte das nicht von ihr erwartet, war selber überrascht über so viel Liebe. 

Aber auch mit ihr habe ich abends vorm Zubettgehen viel geredet, dass sie zB immer meine Große sein wird, dass es auch mal anstrengend sein kann, eine große Schwester zu sein und warum Mama immer so müde ist... Sie durfte dann später das Schmusetier für Flip aussuchen und hat ihr Spielzeug für ihn aussortiert ("Schau Mama, das ist für Babies, das kann der Flip haben"). Bei der Geburt hat Flip der großen Schwester dann auch ein Geschenk "mitgebracht", das kam natürlich gut an! 

Wir hatten sicher auch unverschämt viel Glück, aber die beiden lieben sich sehr. Die große Schwester nimmt ihre Rolle sehr ernst, kümmert sich rührend und verteidigt ihren Bruder gegen andere Kinder, die allzu aufdringlich in den Kinderwagen gucken wollen. Eifersucht war nie ein Thema. Nur den Papa, den mag sie nicht so gerne teilen... 

Was soll ich sagen... ich bin glücklich und dankbar um jeden Tag der so entspannt ist mit den beiden, ich hatte es nicht so erwartet, hatte ehrlich gesagt mit doppelt Stress und Eifersucht gerechnet. Aber genießen wir die Zeit, denn so eng wie die beiden jetzt schon miteinander sind, bekommen wir später sicher eine Menge Spaß mit der Geschwisterallianz.

Alles Liebe für Dich! 

Die Flipmama

 

 

Danke liebe Sabine für deine nette Email! Ich fand sie so positiv, dass ich sie komplett in den Beitrag mit aufnehmen wollte!

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