Von der großen Geschwisterliebe und meinem Mama Glück

Von der großen Geschwisterliebe und meinem Mama Glück
Als Peanut 2,5 Jahre alt war, wurde sie große Schwester - und anfangs hatte ich das schlechteste Gewissen des Universums, weil ich dachte - wie konnte ich ihr das antun. Ich hatte sogar monatelang damit zu kämpfen, dass ich mich von ihr entfremde. Aber wisst ihr was - dieser Beitrag hier ist sowas von überfällig, und ich möchte allen sagen: es ist ganz wunderbar mit Geschwistern! Und auch meine Gefühle sind alle wieder völlig klar...

 
 
 

 

Der positive Start ins Geschwisterleben

Wenn es um Geschwister geht, so ist doch auch der Start dieser Beziehung als wichtig zu achten. Bei uns war es nämlich von Anfang an positiv - Peanut freute sich (meistens) auf das Baby, und obwohl ich ihre obskuren Namensvorschläge nicht annehmen wollte, tat ich alles, um sie auch auf ihre kleine Schwester vorzubereiten. Peanut wurde in alles mit einbezogen und das Wichtigste: sie fand es auch ganz spannend. Als ich dann von dem Papa und ihr aus dem Geburtshaus abgeholt wurde, da war sie total euphorisch und zuhause wollte sie permanent das schlafende Baby streicheln. Die ganze restliche Nacht lag sie hibbelig nebendran und konnte nicht mehr schlafen, so geflashed war sie.
 
Und bei aller Wut, Trauer und Enttäuschung, dass sie mich nun teilen musste und das Baby hauptsächlich schrie, so richtete sich der Zorn vor allem gegen mich, und das ist auch im Nachhinein betrachtet sehr gut so gewesen. Peanut und ich hatten eine waschechte Krise, aber wir haben sie echt gut überstanden. 
 

 

Wenn Geschwister zusammen wachsen

Nachdem bei uns die schlimmste Schreizeit vorbei war, stellte sich Little Pea als meist entspanntes Baby heraus, und so lag sie recht zufrieden nebendran, wenn Peanut und ich etwas spielten. Als sie mit einem halben Jahr begann, zu krabbeln, wurde sie dann zunehmend interessanter als Spielgefährtin - und für mich war es wunderbar, mit anzusehen, wie Peanut sie in ihre Spiele einbezog. Zum Beispiel baute sie einen Deckenhaufen mitten ins Zimmer und spielte ihre Fantasiespiele, während Little Pea die Herausforderung sportlich nahm und Spaß daran hatte, sich immer wieder hoch zu ackern. 
 
Ähnlich ging es weiter. Little Pea begann früh, zu laufen, etwa mit 11 Monaten lief sie gut und Peanut akzeptierte sie zuehmend mehr als Mini-me. Sie schoben ihre Buggys um die Wette, hüpften sich auf dem Familienbett müde oder erfanden andere Spiele, derer es erstaunlicherweise einige gab. So langsam wurden die beiden richtig gute Freunde. Vielleicht war auch die Tatsache zuträglich, dass Peanut nicht in den Kindergarten ging und oft keine andere Wahl hatte, als ihre Schwester als Spielgefährtin zu nehmen. Oder dass ich oft von ihnen erwartete, sich selbst zu beschäftigen.
 
Ich vertraue Peanut, und ich weiß, dass sie eine sehr liebe, fürsorgliche Person ist. Das spürt sie und gibt es ihrer kleinen Schwester wirklich zurück. Ich kann die beiden auch mal unbeaufsichtigt lassen (wenn ich koche o.ä.), und ich weiß, dass wenn Little Pea weint, hat sie etwas nicht hinbekommen oder sich selbst weh getan. Im schlimmsten Fall will Peanut ein Spielzeug nicht teilen, den Konflikt muss ich natürlich öfters moderieren, aber ich bin oft so erstaunt, wie wertschätzend sie schon mit ihrer Schwester umgehen kann. 
 
Und dann wird es auch immer geschwisterplüschiger mit den beiden. Ja, wirklich. Beim Einkaufen mit dem Papa erzählt der mir hinterher, Peanut hätte aufgepasst, dass Little Pea nicht abhaut. Wenn ich mit Peanut am Tisch sitze, kommt Little Pea und bringt ihr "Baby Buuu" zu Peanut, damit die ihr vorliest (nicht zu mir!). Und wenn sie nach dem Baden nur in der Windel herum rennt und ich später ins Kinderzimmer komme, hat Little Pea tatsächlich Klamotten an. Gut, alles ist extrem rosa, aber Peanut hat sie eingekleidet. Wie süß ist das denn bitte?!
 
 

Habt keine Angst vor dem zweiten Kind

Natürlich habe ich jetzt vor allem das Positive berichtet. Die Mädchen streiten sich auch gerne mal, und auch eine ordentliche Keilerei ist mindestens ein Mal täglich drin. Aber die Geschwisterliebe wächst und die beiden sind richtig gute Freunde geworden - und das muss ich ganz dringend aufschreiben, denn mein Mutterherz hüpft und tanzt jeden Tag vor Liebe, wenn ich die beiden so sehe. Was habe ich am Anfang geweint und ein schlechtes Gewissen gehabt - was tue ich der Großen an, kann ich der Kleinen jemals gerecht werden? Und jetzt - die beiden so zusammen zu sehen, wie sie sich gegenseitig unterstützen ist einfach großartig. Peanut ist eine tolle große Schwester und Little Pea ist so eine mutige kleine Person, die der Großen die Scheu vor fremden Situationen nimmt. Zusammen sind sie stark und ich denke, der Grundstein für eine lebenslange Freundschaft ist hier auch gelegt.
 
 
Als Bloggerin nehme ich euch mit durch  meine schönen und auch die weniger schönen Momente - und ich fand es oft schade, zu hören, dass ich andere motiviere, es bei nur einem Kind zu belassen. Ich kann wirklich nur sagen, dass es gut wird. Vielleicht nicht immer genau so wie bei uns (denn die Charaktere müssen ja auch zusammen passen), aber es wird immer besser.
 
Love & Peace,
eure Frida
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Der verrückte Vormittag. Basteln, Malen, Kochen mit Kindern und immer schön Mitmachen lassen

Der verrückte Vormittag. Basteln, Malen, Kochen mit Kindern und immer schön Mitmachen lassen
Unsere Vormittage sind entweder davon geprägt, dass ich mich zu irgendeinem Date abhetze, oder ich versuche, die Kinder spielen zu lassen oder sie bei irgendeinem Projekt zu unterstützen. Basteln, Malen, Kneten, Höhle bauen. Sowas eben. Und so richtig bricht das Chaos über mich herein, wenn zwei Kinder experimentieren wollen und ich dann noch versuche, nebenbei den Haushalt zu machen... Ich habe mal einen Vormittag für euch verbloggt, an dem ich mal versucht habe, pädagogisch wertvoll die Kinder alles mögliche mitmachen zu lassen.

 

 

 

Nana essi und Elsa Merchandise

Nachdem wir uns im Bad fertig gemacht haben (was by the way auch mal über eine Stunde dauern kann, weil ich ständig irgendwem hinterher laufen muss), will Peanut an ihren Schneideskills arbeiten. Bisher fand sie das nicht so interessant, aber momentan wird geschnipselt und gemalt, als müsse sie für eine olympische Disziplin trainieren. Gestern Abend hatte ich ihr versprochen, dass sie auch mal wieder den Kleber ausprobieren darf, also ran an den Prittstift.
 
Ich habe ihr einige Werbeprospekte überlassen, und guess what - da hat sie direkt Anna und Elsa gefunden und ein Bild mit Merchandise Artikeln gestaltet. "Maaamaaaa, schneid mir das PUPPENGESCHIRR AUS!" Währenddessen sitze ich neben Little Pea und assistiere beim Schneiden mit einer stumpfen Schere. Für einige Minuten geht es recht friedlich zu, und ich zücke das Handy - schnell Fotos machen, den Flow fotografieren. 
 
Lustigerweise kommt der kleine große Hunger ja immer völlig überraschend, und ich werde sanft aufgefordert, einen Obstteller zuzubereiten. "MACH MIR APFEL MAMA! LOS!" Mimimimi. Seit Monaten rede ich mir den Mund fusselig, dass es sich hierbei nicht um eine Frage handelt und ich den direkten Befehlston eher suboptimal finde, aber das Ergebnis ist trotzdem dasselbe - ich schnipple Obst. "Nana essi!" fordert nun auch Little Pea. Wie jetzt, seit wann isst die denn Banane? "ICH WILL AUCH BANANE! EINE GANZE!"
 
Friedlich mümmeln die beiden dann auf dem Sofa ihr Obst. Schnell die Handykamera gezückt und auf Instagram gepostet, bevor... jaaa, genau! Little Pea fängt an, den Bananenmatsch wieder auszuspucken und in die Sofaritze zu puhlen, während Peanut ihre Apfelschnitze verkehrt herum auf die Gabel spießt. (Ohne sie hinterher zu essen, versteht sich.) 
 
Während ich den Matsch vom Sofa abkratze, haben die Mädels wieder den Esstisch geentert und Little Pea bemalt die Tischdecke, während Peanut... ja, was eigentlich? "Mama, ein Monster hat das Salz über den ganzen Tisch verteilt." Uäääh... ich fand die Ausrede aber so kreativ, dass mir das Schimpfen im Hals stecken bleibt und ich sie dazu anleite, die Stifte einzusammeln und das Salz mit dem kleinen Besen abzukehren. (Ich höre gerade alle möglichen guten Hausfrauen innerlich schreien, har har!)
 
"Wir haben Hunger, Mama!" Orrrrrr...
 

 

Wenn Kleinkinder beim Kochen mithelfen und Monster im Esszimmer wüten

Mittags koche ich immer irgendwas mit Gemüse, die Meute muss ja satt werden. Und etwas Gesundes wäre auch nicht schlecht. Während die beiden wieder an ihren Bildern sitzen, setze ich Wasser auf, schneide etwas Paprika, zähle innerlich bis drei... "Määäämääää!" Little Pea möchte wieder zu mir. Seufz. War ja klar. Kochen ist meist unter Vollstreß zu machen und nur, wenn ich ganz viel Glück habe, heult keiner. Momentan hat Little Pea ihre Ich - Will - Mitmachen - Phase und das muss unterstützt werden, pädagogisch wertvoll und so.
 
"Wassi! Waschi!" Trotzdem stöhne ich innerlich, als sie auch einen Pilz waschen will. Die ersten zwei Minuten klappt das immer total süß, aber dann wird es nass. Richtig nass. Little Pea durchnässt nicht nur ihre Ärmel, sondern auch den gesamten Oberkörper UND nimmt sich anschließend den Putzlappen, um ordentlich feucht das Waschbecken zu putzen. Süß, gell... man soll sie ja nicht daran hindern, sonst haben sie später keinen Bock mehr drauf.
 
Also wische ich seufzend die Küchenfront, den Boden, noch mal die Front und noch mal den Boden, bevor ich den Herd auf kleinste Stufe stelle und Little Pea schnell noch mal umziehe. Wer Kleinkinder hat, weiß, dass das schnell und unkompliziert vonstatten geht. Nicht. "El'la! Kaid! NEIIIIIINNN!" Ich übersetze mal: sie will das Anna &  Elsa Kleid ihrer Schwester und keinesfalls eine Leggins dazu. Stöhn! Wir einigen uns auf Kleid und Strumpfhose und kommen kurz darauf beim verkochten Essen wieder an.
 
"MAMA ICH HAB HUNGEEEER!" Peanut empfängt mich mit vorwurfsvollem Blick und erzählt mir völlig selbstverständlich "Mama, das Monster war wieder da und hat mein Wasser umgekippt, der ganze Tisch ist nass. Was machen WIR denn da?"
 
Orrrr...
 
 

Piep, piep, piep, guten Appetit

Bäm, ich Supermutter habe es tatsächlich geschafft und für alle ein warmes Essen auf den Tisch gestellt. Zwischendurch musste ich nur noch mal die durchnässten Malblätter entsorgen und das Salz abkratzen, das mittlerweile so schöne Muster bildet. (Immer diese scheiß Monster, ey.) Little Pea bekommt Reis mit Tomatensoße vermischt und Peanut bekommt das Gemüse extra daneben.
 
"Mama, wieso machst du denn Paprika rein? Den mag ich doch gar nicht!" Puh... wie immer darf sie den dann rausfischen und auf meinen Teller manövrieren, während Little Pea mir ihren matschigen Reislöffel in die Kinnlade rammt (sie steht total auf Füttern). "MEIN ESSEN IST JA NOCH HEISS! PUSTE, MAMA!" "Essiiiiiii! Namnam! Mama! "Hallo, ich will auch mal selber essen!"
 
Und während ich so versuche, mein Essen irgendwie schnellstmöglich zu inhalieren, verschütten beide Kinder abwechselnd ihr Getränk und schreien lautstark nach "Tuch! Tuch!". Peanut isst mittlerweile halbwegs manierlich, dafür verrührt Little Pea ihren Reis im Trinkglas und schippt mir dann die Plörre auf den Teller. 
 
OMMMMMM...
 
Bei euch läuft das doch ähnlich ab, oder? :)
 
Love & Peace,
eure Frida
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Frühkindliche Essstörung? Das steckte bei unserer Tochter dahinter

Frühkindliche Essstörung? Das steckte bei unserer Tochter dahinter
Es ist schon einige Monate her, da schrieb ich über mein großes Mädchen, mein Kind, das ein unsagbar großes Problem hat mit dem Essen. Schon immer, schon seit jeher. Seit sie auf der Welt ist, war es bei uns Thema. Aber eigentlich habe ich mich davon nie beeindrucken lassen, schließlich aß sie ja, wenn auch nicht viel. Doch irgendwann kam ein Einbruch, und als sie es dann tatsächlich schaffte, die Nahrungsaufnahme komplett für mehr als 48 Stunden zu verweigern, da war uns klar, dass es so nicht weitergehen konnte.
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Kindergartenkrise. Unser Weg.

Kindergartenkrise. Unser Weg.
L. wollte nicht mehr. Wir kamen aus einem wunderbaren Urlaub zurück und er wollte nicht mehr in den Kindergarten. Zum Hintergrund: L. ist mein Sohn, wird demnächst 3 Jahre alt, ist im Kindergarten seit er ein Jahr alt ist. Die Eingewöhnung lief gut und er ging bis zu unserem Urlaub meist gerne in den Kindergarten, den er zusammen mit seinem großen Bruder J. besucht (aber getrennte Gruppen). Und dann: Tränen über Tränen.

 
 
Quelle: privat
 
 
 
Na gut, nach so einem Urlaub ist das eben manchmal schwierig, dachten wir. Aber es wurde nicht besser. Er hat zwar im Kindergarten nicht die ganze Zeit geweint, aber wollte nicht mitspielen und war passiv, Nach einer Woche dann das erste große Gespräch mit seiner Erzieherin. Sie war ebenso ratlos. Wir waren völlig fertig.
 
Was tun? Ihn zu Hause lassen? Aber würde es das besser machen oder noch verschlimmern? Ich muss bald wieder arbeiten, dann ist das keine Option mehr. Ihn früher holen? Ja. haben wir gemacht. Aber auch danach: Tränen über Tränen. Schon in der Früh, beim Anblick des Autos Tränen. Ich las auf einschlägigen Blogs und fühlte mich als die schlimmste Rabenmutter aller Zeiten. Warum nicht dem augenscheinlichen Bedürfnis des Kindes nachgeben und ihn zu Hause bei Mama lassen? Warum ihn nicht "frei" aufwachsen lassen? Weil mein Bauchgefühl mir anderes sagte. Und ich darauf höre. Und mein Kind am Besten kenne.
 
Wir stellten fest, dass es nicht nur der Kindergarten war, den er plötzlich ablehnte. Er wollte nicht mehr in die Eisdiele. Nicht mehr auf den Spielplatz. Und langsam bekamen wir eine Ahnung, was mit ihm los war. Augenscheinlich hatte ihn seine eigene Entwicklung "überrollt", er kam emotional und sozial einfach nicht mehr mit sich selbst klar und suchte deswegen - Mama. Und dann fanden wir Lösungsansätze: Viele Gespräche (er ist sprachlich sehr weit), das Auto wurde in der früh durch Laufrad fahren und Bus ersetzt (Trigger entfernen und gezieltes Rituale brechen), im Kindergarten bekam er Verantwortung (Tisch decken, auf die Babys aufpassen) und die Nachmittage gestalteten wir ruhig.
 
Nach einigen Tagen schaute mich L. ruhig an und sagte :"Mama, früher musste ich ja immer weinen im Kindergarten. Jetzt nicht mehr. Ich bin jetzt groß." Seit diesem Tag geht L. wieder fröhlich aus dem Haus, hat seine diffusen Ängste Schritt für Schritt abgelegt und liebt seinen Kindergarten so sehr, dass ich ihn auf eigenen Wunsch erst um 15:30 Uhr abhole. Im Entwicklungsgespräch wurde mir bestätigt, dass er ein extrem aufgewecktes Kerlchen ist, Freunde hat und sich sehr wohl fühlt.
 
Warum dieser Artikel? Weil es nicht immer nur gut und böse gibt. Weil die Tränen jedes Kindes einen anderen Hintergrund haben. Weil nur die eigene Mutter und der Vater ihr Kind gut kennen und Ratschläge von außen oft nicht helfen, sondern ein schlechtes Gewissen machen. Verlasst euch auf euer Herz.
 
 
 
Der Gastartikel ist von Kristina, die ihr übrigens auch bei Twitter und Instagram als Kindhoch2 finden könnt.
 
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Wenn die ganze Familie krank ist

Wenn die ganze Familie krank ist
Wir waren allesamt krank, die ganze Familie. So richtig heftig war es noch nie, denn wenn es alle erwischt, wer kümmert sich dann um die Kinder, Tag und Nacht? Richtig, die Mama. Unser soziales Netz wollte entweder den Virus nicht abbekommen oder hatte ihn schon, also waren wir ganz auf uns allein gestellt... Wieso mich diese Erfahrung tiefe Dankbarkeit gelehrt hat, könnt ihr hier nachlesen.

 

 

 

Wie Dominosteine fallen wir einer nach dem anderen

An einem Nachmittag erwischte es zuerst unsere jüngste Tochter. Little Pea war schon eine Weile schlecht gelaunt und wollte nur auf dem Arm sein, und plötzlich kotzte sie los. Und hörte nur für wenige Minuten auf damit. Zu diesem Zeitpunkt waren wir bei meinen Eltern. Meine Mutter versuchte tunlichst, alles zu beseitigen und zu desinfizieren, während sie ein Handtuch nach dem anderen reichte. Es war so extrem, dass ich darauf warten musste, dass mein Partner von der Arbeit kam und mit uns fahren konnte, denn das arme Kind würgte und weinte ununterbrochen. Nicht mal das Vomex Zäpfchen half, und so saß ich da mit meiner kleinen Maus, Stunde um Stunde. Ab und zu fiel sie in einen leichten Schlaf, nur um weinend und würgend wieder aufzuwachen.
 
Als sie gegen Mitternacht dann so richtig fest schlief und ich auch die Große endlich ins Bett gebracht hatte, machte ich innerlich drei Kreuze. Ist doch super, dass Kinder Krankheiten sehr intensiv aber dafür kurzlebig mitmachen. Um 3 Uhr nachts begann die Kotzerei dann bei Peanut, und wer war der einzige Mensch, den sie Eimer - haltend an ihrer Seite wollte? Die Mama. Natürlich. Es war aber auch wirklich grauenhaft mit anzusehen, wie sie sich quälte, und so parkte ich uns vor dem Fernseher (um mich wach zu halten, aber scheiße, mit der 563839. Wiederholung von "Der Lehrer" ist das wirklich nicht so einfach), während Peanut im Halbdelirium vor sich hin vegetierte. 
 
Irgendwann ließen ihre "Nein, die Mama!" Schreie nach, wenn ich vorschlug, dass ich mal mit dem Papa tauschen könnte, und so ging ich gegen 5 Uhr zum Familienbett. Kaum hingelegt, setzte sich Little Pea auf und eimerte das ganze Bett noch mal ordentlich voll - schließlich hatte sie zwischendurch noch mal Milch getankt. Shit. Diese Nacht war wirklich denkwürdig. Nachdem ich das Bett bezogen hatte und der Papa mit beiden im Wohnzimmer saß, konnte ich dann doch noch mal kurz schlafen, bevor mir dann am nächsten Vormittag kotzübel war.
 
Mich haute es dann ab dem Mittag so richtig rein. Ich will euch nicht mit Details abschrecken, aber es sei so viel gesagt, dass ich meine schlimmste Kotzerfahrung aus alten Säufertagen mit Alkoholvergiftung um Längen geschlagen habe. Es war wirklich so schlimm, dass ich den ganzen Tag  bis spät in die Nacht damit beschäftigt war, den Eimer immer wieder zu leeren und wimmernd herum zu rollen, denn mittlerweile hatte die Migräne eingesetzt. Guter alter Freund, wollte mich halt nicht im Stich lassen. Als es Zeit war, die Kinder ins Bett zu bringen, fing dann der Papa an und legte sich dann erst mal ins Wohnzimmer. Na, immerhin musste ich nicht mehr alle 10 Minuten kotzen, sondern alle 30, also höchste Zeit, wieder das Zepter zu übernehmen.
 
Mit zwei muffligen Kindern im Bett liegen und ab und zu aufspringen, um den Eimer hoffentlich zu treffen - ihr könnt es euch vorstellen. Nachts mit Migräne kaum schlafen zu können vor Schmerzen und jedes Mal, wenn es doch geklappt hat, von schlecht schlafenden Kindern aufgeweckt werden. Am nächsten Tag völlig erschöpft von den Schmerzen im Bett liegen und hoffen, dass die Kinder sich wenigstens mal kurz allein beschäftigen. Diese gottverdammte Migräne dauerte 3 Tage und an Schlaf oder Erholung war kaum zu denken. Als der Schmerz irgendwann abklang, hörte ich innerlich nur noch meine Endorphin - Titelmelodie "I'm The Survivor".

 

So, so, so dankbar

Ich weiß, dass es den meisten Eltern schon mal so ergangen ist. Oder dass viele aus den Krankheitsphasen gar nicht rauskommen. Ich dachte bisher, schon in der Elternhölle gelandet zu sein, wenn beide Kinder krank waren und ich gar nicht zum Schlafen kam und beide nur am Brüllen waren tagelang. Aber selbst zusätzlich noch ausgeschaltet zu sein und trotzdem nicht auf mich selbst Rücksicht nehmen zu können, das setzt wirklich alles außer Kraft, was ich bisher gekannt habe.
 
Kurzum, ich bin so scheiß dankbar dafür, dass das hinter mir liegt. Was habe ich davon geträumt, wenigstens einen Schluck Wasser trinken zu können. Selbst diese kleinen Dinge sind dann so wertvoll. Oder der Endorphinflash, wenn die Schmerzen nachlassen. Hallelujah. Plötzlich war der sonst so schwierige Winteralltag wieder ganz wunderbar, und ich spiele jetzt umso dankbarer den ganzen Tag drinnen mit meinen  Mädels, erfinde Spiele für sie, ertrage ihre Launen besser. Weil ich weiß, dass das trotzdem nicht mal ansatzweise so anstrengend ist wie das, was hinter uns liegt.
 
Love & Peace,
eure Frida
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