Wenn die ganze Familie krank ist

Wenn die ganze Familie krank ist
Wir waren allesamt krank, die ganze Familie. So richtig heftig war es noch nie, denn wenn es alle erwischt, wer kümmert sich dann um die Kinder, Tag und Nacht? Richtig, die Mama. Unser soziales Netz wollte entweder den Virus nicht abbekommen oder hatte ihn schon, also waren wir ganz auf uns allein gestellt... Wieso mich diese Erfahrung tiefe Dankbarkeit gelehrt hat, könnt ihr hier nachlesen.

 

 

 

Wie Dominosteine fallen wir einer nach dem anderen

An einem Nachmittag erwischte es zuerst unsere jüngste Tochter. Little Pea war schon eine Weile schlecht gelaunt und wollte nur auf dem Arm sein, und plötzlich kotzte sie los. Und hörte nur für wenige Minuten auf damit. Zu diesem Zeitpunkt waren wir bei meinen Eltern. Meine Mutter versuchte tunlichst, alles zu beseitigen und zu desinfizieren, während sie ein Handtuch nach dem anderen reichte. Es war so extrem, dass ich darauf warten musste, dass mein Partner von der Arbeit kam und mit uns fahren konnte, denn das arme Kind würgte und weinte ununterbrochen. Nicht mal das Vomex Zäpfchen half, und so saß ich da mit meiner kleinen Maus, Stunde um Stunde. Ab und zu fiel sie in einen leichten Schlaf, nur um weinend und würgend wieder aufzuwachen.
 
Als sie gegen Mitternacht dann so richtig fest schlief und ich auch die Große endlich ins Bett gebracht hatte, machte ich innerlich drei Kreuze. Ist doch super, dass Kinder Krankheiten sehr intensiv aber dafür kurzlebig mitmachen. Um 3 Uhr nachts begann die Kotzerei dann bei Peanut, und wer war der einzige Mensch, den sie Eimer - haltend an ihrer Seite wollte? Die Mama. Natürlich. Es war aber auch wirklich grauenhaft mit anzusehen, wie sie sich quälte, und so parkte ich uns vor dem Fernseher (um mich wach zu halten, aber scheiße, mit der 563839. Wiederholung von "Der Lehrer" ist das wirklich nicht so einfach), während Peanut im Halbdelirium vor sich hin vegetierte. 
 
Irgendwann ließen ihre "Nein, die Mama!" Schreie nach, wenn ich vorschlug, dass ich mal mit dem Papa tauschen könnte, und so ging ich gegen 5 Uhr zum Familienbett. Kaum hingelegt, setzte sich Little Pea auf und eimerte das ganze Bett noch mal ordentlich voll - schließlich hatte sie zwischendurch noch mal Milch getankt. Shit. Diese Nacht war wirklich denkwürdig. Nachdem ich das Bett bezogen hatte und der Papa mit beiden im Wohnzimmer saß, konnte ich dann doch noch mal kurz schlafen, bevor mir dann am nächsten Vormittag kotzübel war.
 
Mich haute es dann ab dem Mittag so richtig rein. Ich will euch nicht mit Details abschrecken, aber es sei so viel gesagt, dass ich meine schlimmste Kotzerfahrung aus alten Säufertagen mit Alkoholvergiftung um Längen geschlagen habe. Es war wirklich so schlimm, dass ich den ganzen Tag  bis spät in die Nacht damit beschäftigt war, den Eimer immer wieder zu leeren und wimmernd herum zu rollen, denn mittlerweile hatte die Migräne eingesetzt. Guter alter Freund, wollte mich halt nicht im Stich lassen. Als es Zeit war, die Kinder ins Bett zu bringen, fing dann der Papa an und legte sich dann erst mal ins Wohnzimmer. Na, immerhin musste ich nicht mehr alle 10 Minuten kotzen, sondern alle 30, also höchste Zeit, wieder das Zepter zu übernehmen.
 
Mit zwei muffligen Kindern im Bett liegen und ab und zu aufspringen, um den Eimer hoffentlich zu treffen - ihr könnt es euch vorstellen. Nachts mit Migräne kaum schlafen zu können vor Schmerzen und jedes Mal, wenn es doch geklappt hat, von schlecht schlafenden Kindern aufgeweckt werden. Am nächsten Tag völlig erschöpft von den Schmerzen im Bett liegen und hoffen, dass die Kinder sich wenigstens mal kurz allein beschäftigen. Diese gottverdammte Migräne dauerte 3 Tage und an Schlaf oder Erholung war kaum zu denken. Als der Schmerz irgendwann abklang, hörte ich innerlich nur noch meine Endorphin - Titelmelodie "I'm The Survivor".

 

So, so, so dankbar

Ich weiß, dass es den meisten Eltern schon mal so ergangen ist. Oder dass viele aus den Krankheitsphasen gar nicht rauskommen. Ich dachte bisher, schon in der Elternhölle gelandet zu sein, wenn beide Kinder krank waren und ich gar nicht zum Schlafen kam und beide nur am Brüllen waren tagelang. Aber selbst zusätzlich noch ausgeschaltet zu sein und trotzdem nicht auf mich selbst Rücksicht nehmen zu können, das setzt wirklich alles außer Kraft, was ich bisher gekannt habe.
 
Kurzum, ich bin so scheiß dankbar dafür, dass das hinter mir liegt. Was habe ich davon geträumt, wenigstens einen Schluck Wasser trinken zu können. Selbst diese kleinen Dinge sind dann so wertvoll. Oder der Endorphinflash, wenn die Schmerzen nachlassen. Hallelujah. Plötzlich war der sonst so schwierige Winteralltag wieder ganz wunderbar, und ich spiele jetzt umso dankbarer den ganzen Tag drinnen mit meinen  Mädels, erfinde Spiele für sie, ertrage ihre Launen besser. Weil ich weiß, dass das trotzdem nicht mal ansatzweise so anstrengend ist wie das, was hinter uns liegt.
 
Love & Peace,
eure Frida
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Schütt - Spiel mit trockenen Bohnen

Schütt - Spiel mit trockenen Bohnen
Manche Spiele sind etwas für Kinder verschiedenen Alters. Schütt - Spiele zum Beispiel kann man gut mit Geschwistern spielen, außerdem sind sie super, wenn das Wetter draußen schlecht ist. Ich zeige euch unsere Spielvariante und erzähle euch, wieso das auch noch pädagogisch wertvoll ist.
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Von fehlender Weihnachtsstimmung und einem entspannten Heiligabend mit Kindern

Von fehlender Weihnachtsstimmung und einem entspannten Heiligabend mit Kindern
Dieses Jahr kam bei mir so gar keine Weihnachtsstimmung auf. Die Welt spielt verrückt, ich habe Schlafstörungen, die Kinder lassen mich einfach nicht zum Weihnachtswichtel mutieren und die Bude könnte auch mal wieder geputzt werden. Von Anlaufschwierigkeiten, Alltagschaos und einem dann doch ganz schönen Weihnachtsfest bei uns.

 
 
 

 

Weihnachtsgefühle (nicht) auf Knopfdruck

Ich war ja nicht allzu weihnachtlich eingestellt, muss ich gestehen. Ich weiß manchmal gar nicht, wie das genau geht. Die Bude war einigermaßen schön dekoriert, Rolf Zuckowsky düdelte seit Wochen die Ohrwürmer aus der Weihnachtshölle (nie wieder werde ich nachts aufwachen, ohne dass die Ohrwürmer "Guten Tag, ich bin der Nikolaus" intonieren) und wir hatten auch irgendwann mal Plätzchen gebacken, inklusive am selben Tag wieder gegessen. Das weihnachtlichste Gefühl kommt ja eher dann auf, wenn man Geschenke einpackt und verschickt, oder nette Weihnachtspost erhält. Irgendwie waren mir die Horrornachrichten aus aller Welt zu viel, und ich lag nachts wach, grübelte über die kleinen und großen Probleme dieser Welt. Nicht zu vergessen, mit Rolf Zuckowsky im Ohr. Ich hoffe sehr für Herrn Zuckowsky, dass wir uns niemals begegnen, denn ich weiß nicht, ob ich ihm eine scheuern würde. Diese Musik ist echt Teufelszeug.
 
Ja, also diese fehlende Weihnachtsstimmung wurde natürlich noch untermalt von Horroreinkäufen auf den letzten Drücker. Little Pea ist nämlich gerade aus ihrem Angstschub rausgewachsen, der besagte "Du sollst bei deiner Mama klammern, was das Zeug hält". Stattdessen lief sie ständig weg, räumte am andren Ende des Universums Regale aus, stieß Pappaufsteller um, schminkte sich in der Drogerie und warf mir Dinge, die ich nie haben wollte, in den Einkaufswagen. Während Peanut keinerlei Bock auf irgendwas hatte und schonmal die Pubertät trainierte. Inklusive bratzenvoller Einkaufsgänge und Menschen, die sich um jede Tafel Schokolade balgen. So muss das. Das ist eine echte Challenge. Ohne die wäre mir ja echt langweilig, ich fürchte, wenn die Kinder älter sind, kann ich nie wieder mit demselben Adrenalin einkaufen gehen.
 
Tja, und nachdem dann am Tag vor Weihnachten auch nur gebrüllt wurde, weil Peanut keinen Zentimeter von Mamas Seite weichen wollte (inklusive Bettgehzeiten von halb 1), hatte ich natürlich auch keine Geschenke eingepackt. RABÄÄÄäääÄÄÄÄÄHHhhHH! Auch mein Ablenkungsprogramm, das darin besteht, abends Horrorserien zu schauen (je weniger Realität, desto besser kann ich abschalten), macht irgendwie nicht so viel her, wenn man ständig über die Schulter linsen und dann auf Pause klicken muss, weil das Kind reingeschlichen kommt. Stöhn. Uncool. Ja, so kann man auch seine Abende verbringen.
 

 

Heiligabend - alles soll "perfekt" sein?!

Und der Weihnachtsmorgen. Bude unaufgeräumt, Waschbecken in der Küche verstopft, Geschenke nicht eingepackt. Zum Glück keine Verabredungen getroffen. Die ganze Zeit hatte ich schlechte Laune, weil ich mir vorgenommen hatte, es allen schön zu machen. Wenigstens eine gewisse Grundordnung reinbringen. Schnell noch irgendwas weihnachtliches Backen. Ich packte dann die Geschenke morgens auf den letzten Drücker ein, während der Papa am Wasserrohr fluchte - und dann beschloss ich, dass wir einfach alles so unaufgeräumt lassen, wie es ist.
 
Dieses Jahr hatte ich mal keine Lust auf Streß und Geschrei, denn jedes Mal putzen wird mit einer massiven Klammer- und Langeweilegebrüllorgie der Kinder bezahlt. Wir sind dann erstmal direkt in den Wald, haben mittags Kekse gefressen und haben nach dem Mittagsschläfchen von Little Pea eine wilde Tanzparty veranstaltet. Auf unserem Familienbett. Mit meinen Lieblingsbands. (Eat this, Rolf.) Ging auch, ging sogar sehr gut. Und die Stimmung kam, als wir die Lichter ausmachten und alles mit Kerzen beleuchteten. Mal ein ganz anderes Weihnachten, ganz nach meinem Geschmack. Ich glaube, das machen wir nächstes Jahr wieder so.
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"Geb dem Kind doch mal Fleisch". Vom veganen und vegetarischen Familienleben

"Geb dem Kind doch mal Fleisch". Vom veganen und vegetarischen Familienleben
Meistens ist das Thema nicht so präsent auf dem Blog, einfach weil ich mir die Ernährungsthematik nicht so auf die Flagge schreiben möchte. Ich bin keine Hardlinerin und habe viel negative Erfahrungen gemacht mit allen möglichen Menschen, was Ernährung angeht. (Ähnlich wie bei Religion geht da schnell der Humor verloren.) Und jetzt kommt meine Große so langsam in das Alter, wo sie versteht, dass sie etwas nicht essen soll, das die meisten anderen essen... Gedanken zum Thema Ernährung, Aufklärung und Anpassung an die Gesellschaft.
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Bedürfnisse von allen – die wahre Relativitätstheorie

Bedürfnisse von allen – die wahre Relativitätstheorie
Bedürfnisorientierte Elternschaft, ein beziehungsbasiertes Miteinander, Aufgabe des Machtgefälles, wo immer es geht, und dafür ein gemeinsames Bemühen: Ja. Da geht mir das Herz auf. So und nicht anders möchte ich mein Leben mit Kindern gestalten. So vieles wird leichter, wenn man die Bedürfnisse von Kindern ernst nimmt – ja, wenn man Kinder überhaupt ernst nimmt. Aber der Teufel steckt im Detail: Die Bedürfnisse widersprechen sich.
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