Jede Maple kann schlafen lernen – nach ihren Bedingungen

Jede Maple kann schlafen lernen – nach ihren Bedingungen
Wie ich einmal dachte „Hey, wir ändern mal was an der Schlafsituation“ und die Rechnung ohne meine Tochter machte. Und wie sie mich wieder an das Wichtigste erinnerte: das eigene Tempo.

 
Schlaf Skills
 
 
Maple ist 5 und schläft mit mir im Familienbett: Sie und ich. Sie wird einschlafbegleitet und weint/ruft uns durchs Babyfon herbei, wenn sie abends wach wird. Das mag einige irritieren, wir haben das bisher nicht hinterfragt, weil es einfach gut passte. Nun hat die Sache einen Haken: Ich habe keinen Platz mehr in ihrem Bett, das eigentlich unser Ehebett ist (1,40x2m). Ich hatte genug, ich wollte einfach mal wieder schlafen, und zwar länger als 5 Minuten am Stück, bevor ich wieder eines dieser Gazellenbeine im Gesicht habe. Wer familienbettet, weiß, welchen erstaunlichen Radius selbst ein Baby haben kann. Maple ist knapp 1,20 m groß. Ich wachte heute Morgen total gerädert auf mit einem klaren Entschluss: So soll es nicht weiter gehen.
 
Ich denke, ich habe wie jede Mutter ein ganz gutes Gefühl für die Reife ihrer Kinder. Manchmal überraschen sie mich in die eine oder andere Richtung. Beispielsweise verkündete Maple urplötzlich an einem Nachmittag, den sie exklusiv bei ihrer Oma verbrachte, sie wolle heute dort schlafen (erstmals). Sie sagte das mit einer solchen Klarheit, dass wir auf Schlafanzug, Waschzeug, Zahnbürste oder sonstigen Kram pfiffen und sagten: „Ja, klar, darfst Du!“ Wir wussten, es kann schon sein, dass wir sie nachts holen müssen, das ist offenbar häufig so. Es ist eben ein Schritt, an dem man wächst. - Nix dergleichen. Es war ihr so selbstverständlich wie nur irgendwas, und als wir sie am nächsten Vormittag abholten und fragten, wie es war, guckte sie uns an mit dem Ausdruck: „Ich verstehe die Frage nicht.“
 
Manchmal überraschen mich meine Kinder auch in die andere Richtung. Dann traue ich ihnen locker längst etwas zu, was sie sich aber doch noch nicht trauen. Ihr kennt das vermutlich alle in beide Richtungen und kennt auch trotzdem das Grundgefühl, das ich meine: Ich kenne meine Kinder.
 
Auch wenn Ihr mich jetzt vielleicht hasst, muss ich sagen, dass Maple wirklich gut schläft. Sie schläft schnell ein, und wenn sie wach wird, genügt schon meine Stimme oder meine Berührung, und sie schläft innerhalb weniger Sekunden wieder tief und fest. Sie hat einen für uns angenehmen Rhythmus, geht nicht wer weiß wie spät schlafen und schläft auch nicht ewig lang (aber auch nicht zu kurz). Ich hatte das dankbar angenommen und bin mir dieses Glücks auch bewusst. Das liegt daran, dass ich es in diesem Fall tatsächlich schaffe, nicht nach oben zu vergleichen, denn dann hätte ich auch feststellen können:
 
Maple schläft nicht alleine ein.
Ich präzisiere: Maple schläft nur mit Körperkontakt ein.
Ich präzisiere: Maple schläft nur mit engem Körperkontakt ein.
Maple schläft nicht durch. In ihrem fünfjährigem Leben kann ich die Durchschlafnächte an einer Hand abzählen. (Damit meine ich vom abendlichen Einschlafen bis zur morgendlichen Aufstehzeit.)
 
Maple geht eigentlich nur mit mir schlafen, außer in Ausnahmefällen, wenn sie widerwillig und mit deutlichem Protest und Papa-Ablehnung auch mal mit Papa schlafen geht. In Ausnahmesituationen ist sie sogar schon das eine oder andere Mal alternativlos allein eingeschlafen. Zum Beispiel als ich mal alleine war abends und die brüllende Coco, damals Säugling, auf dem Arm hatte und vor Maples Bett herumgetragen habe. Als Maples kleiner Körper gar nicht mehr konnte, nicht mehr warten, nicht mehr hinter mir her laufen mit ebenfalls ihrer Puppe auf dem Arm (was ich sehr kompetent fand), da ist sie eingeschlafen. Inzwischen kann man es ihr sogar erklären, und sie spürt dann die tatsächliche Alternativlosigkeit. Dann liegt sie im Bett, und derjenige von uns Eltern, der alleine mit beiden Kindern zu Hause ist und sich um die kranke Coco kümmern muss, kommt immer wieder zu ihr herein, und irgendwann ist sie halt eingeschlafen. Sie ist alt genug, um zu begreifen, wenn es mal einfach nicht anders geht.
 

 

Nun zu meinen Vorstellungen:

1. Ohne Babyfon

Maple ist fünf Jahre alt. Ich gebe zu, es ist kein Mutterinstinkt, sondern eine Konvention, die da in mir greift, aber ich finde, mit fünf kann es auch ohne Babyfon gehen. Ich kenne einige Eltern, die nie ein Babyfon hatten. Die einfach die Tür offen ließen. Klar muss man dann als Kind schon etwas lauter sein, bis man gehört wird (je nach Wohnsituation), wohingegen ein Babyfon ja schon anschlägt, wenn Kinder mal aufstöhnen oder reden im Schlaf oder leise wimmern. Unsere (im Babyalter krassen) Erfahrungen haben uns tausendmal gelehrt, sofort hinzugehen und nicht zu warten, ob das Baby sich auch selbst beruhigen kann. Jede Sekunde, jede Steigerung der Intensität des Weinens hat die Zeit, bis unsere Babys sich wieder beruhigen konnten, exponential in die Länge gezogen. Es eskalierte bei unseren Kindern schnell, um nicht zu sagen: sofort, und wir taten gut daran, es nicht so weit kommen zu lassen. Es rächte sich jedes mal. Im jetzigen Alter von Maple und Coco ist das was anderes, und Maple beruhigt sich manchmal auch schon selbst, und auch Coco macht das manchmal (selten). Aber aus der Gewohnheit heraus hatten wir immer Babyfone im Betrieb, für jedes Kind, für jedes Familienbett eines. Maple weiß, dass wir sie darüber hören.
 

 

2. Nicht in einem Bett

Ich möchte wieder friedlicher schlafen. Es ist mir einfach zu eng neben ihr, und das hat eine Grenze erreicht, die ich nicht mehr hinnehmen möchte. Ich glaube, sie kann auch alleine schlafen, wenn sie sich sicher fühlt. Es ist auch ein Stück weit Bequemlichkeit, dass ich bei ihr schlafe, weil die Überwindung so groß ist, bei Weinen sich aufzurappeln und rüber zu gehen, sie eine Sekunde zu beruhigen, um dann wieder zurückzugehen, sich wieder hinzulegen und weiterzuschlafen. Also der klassische Familienbett-Vorteil.
 
Neulich, als wir ein Wochenende am Meer waren, ist allerdings etwas Interessantes passiert: Sie wollte nicht im Familienbett schlafen, sondern im Hochbett. Das haben wir ja zu Hause nicht, sie kennt es aber von Freundinnen und Freunden und findet das natürlich toll. Wir überließen ihr die Entscheidung, denn das Bett war ja nur 90 cm breit und daher war klar: Da passe ich nicht mit rein in der Nacht. Klar war jedoch, dass ich sie wie immer mit engem Körperkontakt in den Schlaf begleiten würde. Erst wenn sie schlafen würde, wäre sie in dem Bett da oben allein. Sie überlegte – Hochbett oder Familienbett – und hatte dann eine klare Vorstellung: Ja, sie wolle da oben alleine schlafen, aber nur wenn ich in dem Bett unter ihr schlafe (also nachts nicht spürbar). So haben wir es dann gemacht, und es klappte gut. Sie meldete sich ein paar mal nachts, ich reagierte aber nur das eine Mal, als es in Weinen überging, und deckte sie zu. (Der Klassiker bei ihr: Sie strampelt/wälzt sich aus der Decke und wird dann wach, weil sie friert, ist aber nicht wach genug, um sich die Decke wieder zu nehmen.)

 

3. Weniger symbiotische Einschlafbegleitung

Bei der Gelegenheit fiel mir auf, dass wir eigentlich auch mal das enge Einschlafen etwas lockern könnten. Denn wenn ich ehrlich bin, bin ich manchmal neidisch auf die Eltern, bei denen die Kinder einfach selbst schlafen gehen und die zeitlich NICHTS vom Abend einbüßen. Bei uns ist es oft so, dass wir wegen der Einschlafbegleitung liegend unter der Bettdecke selbst irgendwann mit einschlafen und dann erst wieder eine oder zwei Stunden später wachwerden, das heißt, da gehen gerne so 1-3 Stunden bei drauf.
 
Nun würde ich nicht zu Maple sagen: „Geh mal alleine schlafen, das machen A, B, C, D … Z ja schließlich auch.“ Aber ich hatte mir vorgestellt, ich könnte ja auch bei ihr auf der Bettkante sitzen und vorlesen und ihr über den Rücken und Kopf streicheln, während sie einschläft. Ist ja auch Körperkontakt, nur halt nicht in Löffelchenstellung (oder wie Maple sagt: „Einrollen!“). Sicher würde ich bei der Variante nicht ganz so schnell mit einschlafen und den halben Abend verlieren.

 

4. Im anderen Raum schlafen

Ich träume ja davon, dass Maple im Bedarfsfall einfach selbst herüberkommt ins Schlafzimmer und sich dazu kuschelt. Das wäre so genial. Ich bräuchte nicht aufzustehen. Seit wenigen Wochen steht Maple morgens, wenn sie selbst wach wird, alleine auf und kommt raus, was für uns etwa das Zusammenfallen von Weihnachten, Ostern, Geburtstag, Karneval und Silvester ist. Der Stolz steht ihr ins Gesicht geschrieben, sie sieht unsere Freude (und selbst Coco hat das heute mit demselben Triumphgefühl getan! Ich lobe mir den Schlafsack, aus dem die Füße herausschauen und dass sie jetzt an die Türklinke kommt). Maple wird sogar fuchsteufelswild, wenn wir sie wecken, obwohl sie schon so halbwach ist (aber noch zu müde, um aufzustehen). Sie flippt völlig aus, weil sie doch ALLEINE aufstehen wollte. (Wir wecken sie z. B. deshalb, weil es sonst knapp wird morgens. Davor haben beide aber ausgiebig Gelegenheit, selbst aufzustehen.)
 
Morgens ist selbst aufstehen aber natürlich leichter, weil es hell ist und weil klar ist: Ein neuer Tag ist da, jetzt sind oder werden alle wach. Nachts ist es dunkel, alles etwas unheimlicher, man ist eh verschlafen und will geborgen wieder einschlafen und soll dann auch noch so taff sein, selbst aufzustehen gegen die Müdigkeit und Sehnsucht nach Geborgenheit und vielleicht auch Angst, weil man etwas Unheimliches geträumt hat, und durch die ja doch recht dunkle, stille Wohnung allein die Eltern suchen und ins Schlafzimmer gehen.
 

 

So habe ich mir das vorgestellt

Toll fände ich, wenn Maple demnächst einschlafbegleitet im eigenen Hochbett schläft, die Tür nicht geschlossen, und bei Bedarf selbst kommt. Babyfon bräuchten wir nicht. Klingt einfach, ne? In meiner grenzenlosen Naivität twitterte ich heute Morgen den Gedanken, die Babyfon-Fee könnte ja ein Hochbett bringen.
 

 

Aber die Rechnung hatte ich natürlich ohne Maple gemacht.

Es war auch ein bisschen unreflektiert von mir, denn was ich mir da vorgestellt hatte, ist für Maple natürlich viel auf einmal. Es ist nicht eine herausfordernde Veränderung, sondern vier:
 
1. Nicht neben Mama schlafen
2. nicht mal mit Mama in einem Raum schlafen
3. weniger Körperkontakt bei der Einschlafbegleitung
4. Babyfon weg
5. Selber kommen, wenn was ist. Nicht gehört, nicht „gefunden werden“.
 
Wir sprachen über meine Ideen, und sie war sofort verängstigt, wechselte in den Baby-Klammer-Modus, und da merkte ich: Ok, das überfordert sie jetzt. Ja, es ist ja auch alles neu. Aber das war es nicht nur. Nicht nur die Veränderung an sich machte ihr Angst. Einzelne Teile davon sind ihr einfach noch nicht geheuer.
 
Auch hierzu gab sie mir differenzierte Rückmeldungen:
 
Hochbett: „Ja, das will ich, aber (erst) bald.“
 
Mama schläft im Schlafzimmer: Ganz schwierig. Offenbar hatte ich beim Meer-Wochenende zu oberflächlich gedacht mit der Annahme „Wenn ich nicht in ihrem Bett bin, bin ich auch nicht spürbar.“ Offenbar macht es für sie einen erheblichen Unterschied, ob ich in einem separaten Bett direkt unter ihr liege oder in einem anderen Raum.
 
Babyfon weg: Keine Chance. Richtig Angst. Wir könnten sie nicht hören, sprich, wenn sie uns braucht, könnte es sein, dass niemand kommt, dass sie allein bleibt. Eine Horrorvorstellung für sie. Alleine zu kommen, ist plötzlich meilenweit weg in ihrer Vorstellung. Vielleicht hatte sie die zwei oder drei Male, als sie selbst rüber kam, das Wissen des Babyfons als Netz und doppelten Boden und Sicherheitsgarantie im Kopf, ob bewusst oder nicht, die es ihr ermöglichte, selbst den nächsten Schritt zu gehen, obwohl – oder vielleicht eher: WEIL sie nicht musste. Das wäre ganz typisch für meine Kinder und übrigens auch für mich. Unter Druck geht nix. Ist der Druck weg, ist alles möglich. Wir einigten uns darauf, das Babyfon anzulassen und die Tür trotzdem ein Stück zu öffnen – falls sie selbst kommen möchte.
 
Einschlafbegleitung mal anders: Nicht sehr beliebt. Ich glaube, anfangs war sie nicht sicher, dass ich trotzdem bei ihr bleiben würde, bis sie schläft. Als ich ihr das dann immer wieder gesagt habe, ging es besser. Trotzdem spürte ich, dass sie sich nicht fallenlassen konnte, auf der Hut blieb. Es störte sie auch, dass die Tür (wie immer) geschlossen war, denn wir hatten ja ausgemacht, dass sie offen bleiben sollte. Ich saß auf dem Bett, las vor, und als ich mit Lesen fertig war, saß ich da und kam mir selbst ein bisschen verloren vor. Ich hing etwas in der Luft, und ich hatte auch keine Lust, dort ewig zu verharren.
 
Da hatte ich die Idee, dass es vielleicht leichter sein könnte, wenn ich ein paar Dinge tat, sie meine normalen Geräusche hören und dabei vielleicht friedlich einschlafen könnte. Es passte ganz gut, dass mir auffiel, dass ich noch dreckige barfuß-Spielplatz-Füße hatte, und ich sagte ihr, ich würde mir die kurz waschen. Das war überhaupt kein Problem, null Klammern. Als ich wieder kam, machten wir die Schildkröte an, die an die ganze Zimmerdecke und an die Wände Sterne projiziert. Maple liebt diese Lampe, und ich hatte den Eindruck, es war einfach schöner Input für die Augen, der von der Situation „alles neu und vorher war doch alles so vertraut“ ablenkte. Wir betrachteten den Sternenhimmel, und ich sagte: „Ach weißt Du, wenn Du Dir noch ein bisschen die Sterne anschaust, könnte ich ja noch eben die Spülmaschine ausräumen.“ Aber nix da. Jetzt klammerte sie. Irgendwann warf ich meine Pläne halb über Bord und beugte mich über sie, sodass wir doch mehr Körperkontakt hatten, obwohl ich saß. Ich spürte, dass sie mehr Geborgenheit brauchte und mir bereits weit entgegengekommen war. Irgendwann sagte sie mit Mimik und Stimmenklang, als müsste sie sich sehr zusammennehmen: „Ich find traurig, wenn wir das jetzt immer so machen wie heute.“ Und ich sah, dass sie ihre Mundwinkel nicht oben halten konnte, Tapferkeit hin oder her.
 
Ich glaube, was sie verstanden hat, denn da bin ich auch in mir selbst sehr klar, ist, dass ich nicht mehr mit ihr in einem Bett schlafen kann, weil ich da nicht zur Ruhe komme. Ich vermute, das respektierte sie, so wie Kinder persönliche Grenzen immer besser respektieren als irgendwelche Normen. Und dies ist die einzige persönliche Grenze. Ob Hochbett, Babyfon oder selbes Zimmer – all das wäre ok für mich, aber eben nicht das, was erholsamen Schlaf verhindert.
 
Und so komme ich zum Schluss: Wir werden das langsam machen, Schritt für Schritt, und zwar in dem Tempo, das Maple uns vorgibt. Wie immer. Ich weiß ja, dass es der beste Weg, und wenn ich tief in mich hineinhorche: auch der EINZIGE Weg ist, der funktioniert. Maple, das kompetente Kind, hat uns in ihrem fünfjährigen Leben immer wieder eindrucksvoll gezeigt: Wenn man ihr ihr eigenes Tempo lässt, wächst sie über sich hinaus.
 
Auf diese Weise entschied sie, bei Oma zu schlafen, brachte sich selbst Radfahren bei, verkündete damals, sie wolle in einen Schwimmkurs ohne Eltern für Vierjährige, fuhr irgendwann plötzlich doch Laufrad, erklärte, nachts brauche sie keine Windel mehr und so weiter.
Wir müssen ihr vertrauen. Und das werden wir.
 
Aktuell ist die Situation: Einschlafbegleitung mit etwas weniger Nähe (neu), das Babyfon ist an (wie immer), die Tür ist offen (neu). Ich werde bei Karl schlafen (neu) und zu Maple gehen, wenn sie durchs Babyfon ruft (wie immer). Je nach Müdigkeit und auch danach, wie Maple sich verhält, werde ich entweder bei ihr bleiben oder zurück ins Schlafzimmer gehen. Ein Hochbett wird sie dann bekommen, wenn sie es sich wünscht.
 
Jedes Kind wird schlafen lernen. Auf dem ihm eigenen Weg.
 
Eure Mo
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Der positive Start ins Geschwisterleben

Wenn es um Geschwister geht, so ist doch auch der Start dieser Beziehung als wichtig zu achten. Bei uns war es nämlich von Anfang an positiv - Peanut freute sich (meistens) auf das Baby, und obwohl ich ihre obskuren Namensvorschläge nicht annehmen wollte, tat ich alles, um sie auch auf ihre kleine Schwester vorzubereiten. Peanut wurde in alles mit einbezogen und das Wichtigste: sie fand es auch ganz spannend. Als ich dann von dem Papa und ihr aus dem Geburtshaus abgeholt wurde, da war sie total euphorisch und zuhause wollte sie permanent das schlafende Baby streicheln. Die ganze restliche Nacht lag sie hibbelig nebendran und konnte nicht mehr schlafen, so geflashed war sie.
 
Und bei aller Wut, Trauer und Enttäuschung, dass sie mich nun teilen musste und das Baby hauptsächlich schrie, so richtete sich der Zorn vor allem gegen mich, und das ist auch im Nachhinein betrachtet sehr gut so gewesen. Peanut und ich hatten eine waschechte Krise, aber wir haben sie echt gut überstanden. 
 

 

Wenn Geschwister zusammen wachsen

Nachdem bei uns die schlimmste Schreizeit vorbei war, stellte sich Little Pea als meist entspanntes Baby heraus, und so lag sie recht zufrieden nebendran, wenn Peanut und ich etwas spielten. Als sie mit einem halben Jahr begann, zu krabbeln, wurde sie dann zunehmend interessanter als Spielgefährtin - und für mich war es wunderbar, mit anzusehen, wie Peanut sie in ihre Spiele einbezog. Zum Beispiel baute sie einen Deckenhaufen mitten ins Zimmer und spielte ihre Fantasiespiele, während Little Pea die Herausforderung sportlich nahm und Spaß daran hatte, sich immer wieder hoch zu ackern. 
 
Ähnlich ging es weiter. Little Pea begann früh, zu laufen, etwa mit 11 Monaten lief sie gut und Peanut akzeptierte sie zuehmend mehr als Mini-me. Sie schoben ihre Buggys um die Wette, hüpften sich auf dem Familienbett müde oder erfanden andere Spiele, derer es erstaunlicherweise einige gab. So langsam wurden die beiden richtig gute Freunde. Vielleicht war auch die Tatsache zuträglich, dass Peanut nicht in den Kindergarten ging und oft keine andere Wahl hatte, als ihre Schwester als Spielgefährtin zu nehmen. Oder dass ich oft von ihnen erwartete, sich selbst zu beschäftigen.
 
Ich vertraue Peanut, und ich weiß, dass sie eine sehr liebe, fürsorgliche Person ist. Das spürt sie und gibt es ihrer kleinen Schwester wirklich zurück. Ich kann die beiden auch mal unbeaufsichtigt lassen (wenn ich koche o.ä.), und ich weiß, dass wenn Little Pea weint, hat sie etwas nicht hinbekommen oder sich selbst weh getan. Im schlimmsten Fall will Peanut ein Spielzeug nicht teilen, den Konflikt muss ich natürlich öfters moderieren, aber ich bin oft so erstaunt, wie wertschätzend sie schon mit ihrer Schwester umgehen kann. 
 
Und dann wird es auch immer geschwisterplüschiger mit den beiden. Ja, wirklich. Beim Einkaufen mit dem Papa erzählt der mir hinterher, Peanut hätte aufgepasst, dass Little Pea nicht abhaut. Wenn ich mit Peanut am Tisch sitze, kommt Little Pea und bringt ihr "Baby Buuu" zu Peanut, damit die ihr vorliest (nicht zu mir!). Und wenn sie nach dem Baden nur in der Windel herum rennt und ich später ins Kinderzimmer komme, hat Little Pea tatsächlich Klamotten an. Gut, alles ist extrem rosa, aber Peanut hat sie eingekleidet. Wie süß ist das denn bitte?!
 
 

Habt keine Angst vor dem zweiten Kind

Natürlich habe ich jetzt vor allem das Positive berichtet. Die Mädchen streiten sich auch gerne mal, und auch eine ordentliche Keilerei ist mindestens ein Mal täglich drin. Aber die Geschwisterliebe wächst und die beiden sind richtig gute Freunde geworden - und das muss ich ganz dringend aufschreiben, denn mein Mutterherz hüpft und tanzt jeden Tag vor Liebe, wenn ich die beiden so sehe. Was habe ich am Anfang geweint und ein schlechtes Gewissen gehabt - was tue ich der Großen an, kann ich der Kleinen jemals gerecht werden? Und jetzt - die beiden so zusammen zu sehen, wie sie sich gegenseitig unterstützen ist einfach großartig. Peanut ist eine tolle große Schwester und Little Pea ist so eine mutige kleine Person, die der Großen die Scheu vor fremden Situationen nimmt. Zusammen sind sie stark und ich denke, der Grundstein für eine lebenslange Freundschaft ist hier auch gelegt.
 
 
Als Bloggerin nehme ich euch mit durch  meine schönen und auch die weniger schönen Momente - und ich fand es oft schade, zu hören, dass ich andere motiviere, es bei nur einem Kind zu belassen. Ich kann wirklich nur sagen, dass es gut wird. Vielleicht nicht immer genau so wie bei uns (denn die Charaktere müssen ja auch zusammen passen), aber es wird immer besser.
 
Love & Peace,
eure Frida
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