Deutschlands Kinderärzte - größtenteils ein menschliches Armutszeugnis

Ich war noch nie wirklich zufrieden mit einem Arzt, weder Haus- noch Facharzt. Aber seit ich Kinder habe, durfte ich feststellen: die schlimmsten Ärzte sind Kinderärzte! Ganz ehrlich, jeder Tierarzt ist netter zu einem Hamster als das Sammelsurium, das ich bisher besucht habe, zu meinen Kindern! Ich finde das ist wirklich ein menschliches Armutszeugnis und ich fordere psychologische Eignungstests, mindestens mal!

 

 

Baby oder Brathähnchen?

Den ersten Kinderarztbesuch im elterlichen Leben begeht man meist mit der U3. Ein Mal Reflexe testen, messen, wiegen, begutachten. Während man als Mutter und oder Vater meist mit einem lauwarmen Händedruck und einem unehrlichen Lächeln begrüßt wird, bekommt das Neugeborene keinen Seitenblick geschenkt. (Wer ist hier der Patient?) Blabla, gratuliere Ihnen zum Kind, sülz. Ein Mal nett Hallo sagen zum Säugling, davon hätte ich mehr, aber ok. Wie läuft es denn zuhause, kackt es regelmäßig, trinkt es ordentlich? (Mäßiges Interesse.) Haben Sie noch Fragen? (Hier bloß nichts von Bauchweh und Schreien erzählen, da rollen alle regelmäßig die Augen und seufzen. Jaja. Das machen sie alle. Nerv. Kackeltern mit ihren kacknervigen Kacksorgen!) Das Kind wird nach erfolgreicher Befragung herumgerollt und gehievt, ohne dass es auch nur ein Gutschi Gu gehört hätte und brüllt natürlich erwartungsgemäß. (Seufz. Schon wieder so ein hysterisches Blag.)

Nach erneut genervtem Abwinken der elterlichen Sorge und Entlassen der Parentalen ohne sinnvolle Medikation oder Ratschläge wurden wir bei dem zweiten Brathähnchen mit einer Notiz im U Heft entlassen, dass es sich um eine Anpassungsstörung des Nachwuchses handle. Unkommentiert versteht sich. Auf Nachfragen hieß es, das seien die ärztlichen Arbeitspapiere und gingen die Eltern nichts an. Thanks for that. Ich dachte ja das wäre das U Heft des Kindes.

 

Kleinkind ohne Rechte

Während ein Baby mehr einem einfachen Gegenstand gleicht, handelt es sich beim Kleinkind immerhin um einen Menschen zweiter Klasse. Die meisten Kinderärzte lassen sich hier nach einem halbseidenen Plausch mit dem Elternteil zu einem gereizt-aufgesetzten pseudo-kinderfreundlichen Hallonawerbistdudenn hinreißen und warten die Antwort gar nicht erst ab, Pflicht erfüllt. Ohne jegliche Erklärung wird das Kind untersucht, ab und zu bekommt die Wärterin äh Mutter einen Befehl zugeranzt, sie möge das Kind doch endlich festhalten oder hierhin ziehen und dorthin drücken. Ganz besonders ätzend habe ich eine Impfszene im Kopf, wo meine Tochter unter zwei Jahren auf die Untersuchungsliege geknallt wurde, die Beine langgezogen und eine Spritze hineingerammt bekam. Ein Bild einer Vergewaltigung ähnlich. Dass dort eine massive Angst vor Ärzten ausgelöst wurde, die noch Monate anhielt muss ich wohl nicht erwähnen. NawillstdunocheinGummibärchen hat da auch nichts geholfen...

 

Überzogene Forderungen an einen Kinderarzt

Schaue ich mir diese Bewertungsportale für Ärzte im Internet an, werden die von mir als Gargoyles abgestempelte Fachidioten oft sogar noch als nett oder gar kinderfreundlich bewertet. Dass es sich aber bei unseren Besuchen um Einzelfälle handelt, glaube ich nicht - erst recht nicht, wenn im Wartezimmer eine "Leihbibliothek für junge Eltern" aufgestellt ist, in denen es wahlweise ums Ferbern geht oder um die Endlösung der Tyrannenfrage. Reine Mutmaßung, aber ich glaube, Kinder haben generell in unserem Gesellschaftssystem so wenig Ansehen und Rechte, dass es schon als nett bewertet wird, wenn die Eltern einigermaßen Rede und Antwort gestanden bekommen oder sie Antibiotika anstatt Globuli in die Hand gedrückt bekommen. Je nach Gusto natürlich auch anders herum. Zu einem Tierarzt, der den geliebten Waldi oder die treue Miezi so rauh behandelt, würde hingegen kaum einer mehr gehen wollen...

Dabei wäre es doch gar nicht so schwer, halbwegs kinderfreundliche Bedingungen herzustellen. Damit meine ich nicht nur, aber auch, passende Räumlichkeiten. Eine Truhe mit speckigem 80er Jahre Spielzeug ist freilich nicht ansatzweise genug oder ein lustiges Poster, das zumindest mehr als drei Farben aufweist und zum gemütlichen Ambiente beisteuern soll. Wichtiger noch sind nette Arzthelferinnen, das sind immerhin die Ladys mit den Spritzen (Kreisch!). Aber noch wichtiger sind die Ärzte selbst, und die sollten es doch wenigstens hinbekommen, ihre kleinen Patienten zu begrüßen und mit demselben Respekt begegnen, den sie auch für sich selbst einfordern. Eltern werden generell als hysterische Helikopters eingestuft, wenn sie es wagen, eine Nachfrage zu stellen oder nicht genau das zu machen, was der Herr (die Frau) Doktor predigt. Ja ich würde mir auch als Eltern einen gewissen Respekt wünschen, als Stellvertreter der Wünsche meines Kindes. Und auch die Arbeitsschritte sollten mit Kommentaren und Empathie begleitet werden. Ärzte sollten sich fortbilden, auch in Sachen Erziehung (neuste Erkenntnisse! Nicht nur Studien), Stillen und Familienbett.

 

Ich jedenfalls bin weiter auf der Suche, wenn auch entmutigt und genervt. Ärzte sind für mich niemand, dem ich mich anvertrauen oder gar eine Frage stellen würde und das ist nun wirklich das ultimative Armutszeugnis...

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