Über den "Mütterthron", Beziehungsgewalt und modernen Feminismus. Ein Interview mit Rona Duwe

Ein Thema erregt momentan vor allem die Gemüter emanzipierter (alleinerziehender) Frauen: der Artikel über die "Vaterentbehrung" in der SZ, der eher ein Schlag ins Gesicht darstellt als alles andere. Der Rant über den "Mütterthron", den Rona Duwe als Antwort schrieb, erregte viel Aufmerksamkeit und Kritik, denn sie räumt mit Vorurteilen auf. Für Mütter, gegen (einige) Väter. In diesem Interview geht es um ihre Position, aber auch um so vieles mehr: wie können Mütter heute Feminismus leben? Und was hilft bei Beziehungsgewalt? Ein sehr spannendes Interview, danke an der Stelle noch mal an Rona.

 

Bildrechte: Rona Duwe

 

Hallo Rona, danke dass du uns Fragen beantworten möchtest. Auf deinem Blog Phönix – Frauen geht es um (platt gesagt) gewalttätige Beziehungen, alleinerziehende Frauen und Feminismus. Wie kam es zu deinem Blog, was ist die Geschichte dahinter und was sind deine Ziele?

Ich habe selbst Erfahrungen mit Beziehungsgewalt gemacht. Daraufhin habe ich mich  sehr intensiv mit der Thematik befasst und festgestellt, dass offensichtlich sehr viele Frauen betroffen sind – auch Frauen, von denen man das im ersten Moment überhaupt nicht erwartet. Die Öffentlichkeitsarbeit zu dem Thema ist teilweise sehr einseitig ausgerichtet und trägt mit dazu bei, dass ein Bild entsteht: Sowas passiert nur in sozial schwachen Familien. Oder: Sowas gibt es in meinem Umfeld nicht. Und: Sowas würde ich nie mit mir machen lassen. Oder: Über sowas redet man nicht öffentlich.

Die Wahrheit ist: jede vierte Frau erlebt häusliche Gewalt in der ein oder anderen Form. Das bedeutet, dass eigentlich jeder eine Frau in seinem Umfeld hat, die diese Erfahrungen macht oder dass man sogar selbst betroffen ist, ohne es zu realisieren. Wenn man einmal für dieses Thema sensibilisiert ist, findet man fast jede Woche eine betroffene Frau – z.B. auch in sozialen Netzwerken.

Beziehungsgewalt hat viele Gesichter. Bekannt sind die Bilder von grün und blau geschlagenen Frauen. Viel weniger bekannt ist psychische und emotionale Gewalt, die schleichend Einzug nimmt in eine Beziehung und Schritt für Schritt ein Suchtmuster aufbaut in einem Wechselbad aus Liebe und Gewalt. Diese unsichtbare Gewalt, die mindestens genauso schädlich ist wie körperliche Gewalt, kann dann ab einem gewissen Punkt in körperlicher Gewalt gipfeln. Es ist sehr, sehr schwer, diese Muster zu erkennen und noch schwerer, sich daraus zu befreien. Zum einen sind innere Bilder und Einstellungen hinderlich („Du solltest ihm verzeihen“, „Zu einer Beziehung gehören immer zwei“, „Du darfst Deinen Kindern den Vater nicht nehmen“, „Du bist mitverantwortlich“, „An jeder Beziehung kann man etwas tun“, „Aber wir lieben uns doch.“). Zum anderen spielt auch die berechtigte Angst der Betroffenen eine Rolle. Denn gerade in einer Trennungssituation ist die Frau mit ihren Kindern am meisten gefährdet.

Nicht wenige Frauen erleben nach einer Trennung eine Fortführung der Gewalt in Form von Stalking oder in Form von eskalierenden Rechtsstreitigkeiten rund um Umgang und Sorgerecht gemeinsamer Kinder oder um gemeinsames Vermögen. Hier greift der Gewaltschutz nach wie vor zu kurz, denn auch in diesen Fällen wird sehr schnell gefordert, dass die Mutter wieder einen Kontakt zum Vater herstellt und regelmäßigen Umgang ermöglicht. Dabei ist es übrigens meiner Beobachtung nach zunehmend egal, was die Kinder wollen und was gut für die Kinder ist, die ja häufig mitbetroffen und traumatisiert sind durch familiäre Gewalt.

Ziel meiner Seite ist zum einen in moderner und ansprechender Form aufzuklären und über dieses Thema zu sprechen. Dabei geht es mir insbesondere auch darum, an den inneren Einstellungen und Bildern zu rütteln, die solche Beziehungen ermöglichen und erhalten und die Trennung und Befreiung erschweren. Zum anderen biete ich für betroffene Frauen eine persönliche Freundinnen-Begleitung an. Meine Erfahrung war, dass nicht viele Menschen bereit sind, sich solche Geschichten anzuhören – einfach auch, weil es viele überfordert. Teilweise werden sogar von Profis völlig falsche Ratschläge gegeben. Und gerade in der ersten Zeit – im Erkenntnisprozess und nach der Trennung – braucht man einen Beistand, der einem immer wieder den Kopf zurechtrückt und bestärkt, die Trennung durchzuführen und aufrechtzuerhalten. Denn nicht wenige Frauen bleiben in diesen Beziehungen oder kehren nach einer Trennung zu einem gewalttätigen Partnern zurück, u.a. weil sie die Hoffnung auf Besserung nicht aufgeben.

 

Du bietest anderen Phönix – Frauen die Möglichkeit, ihre Geschichten auf deinem Blog zu erzählen. Wird das denn in Anspruch genommen und welche Resonanzen erhältst du?

Auf meinem Blog gibt es eine Interviewserie, in der von Beziehungsgewalt betroffene Frauen ihre Geschichte erzählen. Meine Erfahrung ist, dass diese Geschichten für andere Frauen in dieser Situation sehr hilfreich sein können. Zum einen zeigt es ihnen: Ich bin nicht allein und es passiert ganz vielen. Zum anderen zeigt es die Muster, die in eine solche Beziehung führen. Und zuletzt zeigt es, wie diese Frauen sich mutig befreien konnten und wie gut es ihnen – trotz aller Schwierigkeiten – nach der Trennung gehen kann. Ich sehe diese Interviews als Wegweiser für andere Frauen, die diesen Weg noch vor sich haben und vielleicht Angst haben, sie könnten das nicht schaffen. Die Wahrheit ist nämlich: viele Frauen, die Gewalt in ihrer Beziehung erleben, sind unheimlich stark. Die Stärke wird nur falsch eingesetzt. Wenn sie sie wieder für sich allein und ihre Kinder einsetzen, schaffen sie Erstaunliches. Viele Frauen haben schon meinen Interviewbogen erhalten. Es gibt aber nicht wenige, die Schwierigkeiten bei der Beantwortung haben, weil der Fragebogen sie triggert, da sie sich an teilweise verdrängte Erlebnisse wieder erinnern. Die Resonanz auf diese Bögen ist von Leserinnen noch gering. Ich glaube aber schon, dass sie auf Dauer wirken werden.

 

In deinem Artikel „Der Mütterthron“ räumst du mit den Vorurteilen gegenüber alleinerziehenden Müttern auf, die von Jeanette Hagen in der SZ aufgestellt wurden. Begegnen dir solche Vorurteile häufiger? Welche Beobachtungen hast du speziell in den Medien gemacht?

Jeannette Hagen beklagt in ihrem Buch und dem Interview die Vaterentbehrung. Viele Kinder getrennter Eltern erleben das – wobei nach meiner Erfahrung nicht jedes Kind seinen Vater entbehrt. Das Interview geht aber in eine völlig falsche Richtung. Statt die Verantwortung der Väter für diese Situation zu benennen, werden die Mütter dafür verantwortlich gemacht, dass die Kinder keinen Kontakt zum Vater mehr haben. Es gibt Fälle, wo Mütter den Kontakt zu Vätern erschweren. Dies hat aber nicht selten einen Hintergrund, der hier überhaupt nicht thematisiert wird. Mütter, die ihre Kinder z.B. vor Gewalt und Missbrauch schützen wollen, sollten unterstützt werden. Stattdessen herrscht derzeit ein Klima vor, dass der Vater auf jeden Fall wichtig ist – egal, wie er sich verhält oder verhalten hat.  Selbst bei häuslicher Gewalt und Stalking steht eine schnellstmögliche Umgangsanbahnung mit dem Vater rechtlich vor dem Schutz der Mutter und gemeinsamer Kinder. Solche Väter fordern sogar gar nicht so selten ein Wechselmodell oder setzen durch, dass das Kind der Mutter entzogen wird und bei ihm lebt, auch gegen den Willen der Kinder.

Es gibt Kinder, die nach ihren Erfahrungen mit häuslicher Gewalt kein Interesse mehr an ihrem Vater haben und den Umgang ablehnen. Nicht selten wird aber ihr Wunsch nicht gehört. Es wird so hingestellt, als hätte die Mutter das Kind negativ beeinflusst, selbst wenn sie sich sehr bemüht, einen guten Kontakt zu erhalten. Es gibt auch Kinder, die z.B. einen guten Vater haben, aber einfach so stark an die Mutter gebunden sind, dass sie z.B. kein Wechselmodell leben möchten. Das alles liegt nicht nur an der Mutter, sondern auch am Vater, der sich vielleicht von Anfang an wenig um das Kind kümmert und um ein gutes Verhältnis bemüht. Und es liegt auch sehr stark am Charakter des Kindes, so dass es auch Fälle gibt, wo weder Vater noch Mutter verantwortlich sind. DIESE Realtitäten müssen benannt werden, statt die wenigen Mütter anzuklagen, die angeblich ihre Kinder dem Vater entziehen.  Außerdem muss in dem ganzen Gezänke der Eltern um dieses Thema viel mehr auf die Kinder und ihren Wunsch geachtet werden. Allenthalben ist die Rede von Attachment Parenting und einfühlsamer Erziehung. Wenn aber ein Kind partout lieber bei der Mutter oder beim Vater leben will, wird das nicht gehört. Auf die Kinder wird zuallerletzt gehört, obwohl sie ihren Willen schon sehr früh sehr deutlich äußern können.

 

Deine Kritiker stoßen sich u.a. am pauschalisierten „Väter =Täter“*. Worauf begründest du diese Formulierung? Wie schließt sie diejenigen Väter ein oder aus, die sich kümmern – oder sind die derart in der Unterzahl?

* Im Artikel "Der Mütterthron"

Ich weiß, das ist sehr provokativ. Zuerst hatte ich das „Täter“ nicht im Text. Als ich aber ein paar Mal über den Beitrag las, habe ich dort immer „Täter“ statt „Väter“ gelesen – und das nicht ohne Grund. Wie ich oben schon kurz angerissen habe sind gerade narzisstisch veranlagte Väter, die offene oder verdeckte Gewalt ausüben, sehr an Machterhalt interessiert – auch und gerade nach einer Trennung. Das Hauptmotiv von gewalttätigen Partnern ist es, Macht und Kontrolle über Frau und Familie zu erlangen. Wenn die Frau aber geht, ist das nicht mehr so leicht mit der Kontrolle und Macht. Da wird dann gern ein Gerichtsverfahren anberaumt wegen angeblichem Kindesentzug oder auch wegen gemeinsamem Vermögen. Narzissten können sehr gut schauspielern und verkaufen sich dann vor Jugendamt und Gericht als liebender und verlassener Vater, der sie in Wahrheit aber nicht sind. Diese Männer können die öffentlichen Institutionen regelrecht für ihre Zwecke instrumentalisieren und den Krieg gegen ihre Frau auf diesem Weg fortführen. Da das Klima zur Zeit sehr in die Richtung Väterschutz und Väterrechte schwenkt, erarbeiten sie sich mehr und mehr Möglichkeiten.

Traumatisierte Frauen kommen gegen die sehr geschickt agierenden und häufig mit genügend finanziellen Mitteln ausgestatteten Täterväter nicht an. Sie stehen nicht selten am Ende selbst als Täterinnen da, die ihrem Ex-Mann die Kinder entziehen, ein psychisches Problem haben und daher evtl. sogar als erziehungsunfähig abgeurteilt werden. Ich bin sehr froh, dass in diesem Zusammenhang zur Zeit das Thema „mangelhafte Gutachten im Familiengericht“ in der Presse thematisiert wird. Es kommt nämlich vor, dass die Kinder aus einer solchen Beziehung am Ende dem Vater zugesprochen werden oder sogar ins Heim gehen. Dieser Absatz meines Textes bezieht sich also genau auf diese speziellen Fälle. Und wie gesagt: gerade diese Männer sind an einem Thron und an Macht interessiert, nicht aber in liebevoller Weise an ihren Kindern oder an einem gütlichen Auskommen mit der Exfrau. Insofern ist der Thron der Mütter in diesem Zusammenhang ein völlig falsches Bild.

 

Welchen Schwierigkeiten sehen sich die Exfrauen bzw. die alleinerziehenden Mütter gegenüber, speziell im Themenschwerpunkt Umgang mit dem Vater und Vorurteile durch Gerichte, Medien und Gesellschaft?

Es ist einfach ein Unding, dass die Verantwortung für einen schlechten Kontakt des Vaters zum Kind oder sogar für einen Kontaktabbruch hauptsächlich den (alleinerziehenden) Müttern und dem System Unterhalts-/Sorge-/Umgangsrecht in die Schuhe geschoben wird. Es gibt in diesem Zusammenhang unsägliche Diskussionen und Reaktionen – auch z.B. auf meinen Text. Ich bin sehr froh, dass Jochen König als Mann in letzter Zeit mit diesem Gejammer aufräumt. Es sollte viel mehr Männer geben, die sich dazu differenziert äußern und ihren Geschlechtsgenossen mal den Kopf waschen.

Wenn ein Mann sich als Vater kümmern will, dann soll er das verdammt nochmal tun und nicht die Ex, die Neue, die Arbeit, die Freizeit, das Geld, das mangelnde Talent, die mangelnde Zeit und anderes vorschieben. Es gibt so viele Möglichkeiten, Interesse zu zeigen und einen Kontakt zu erhalten – und wenn es nur ein regelmäßiger Brief ist. Außerdem: Sich wirklich kümmern sollte er dann bitteschön auch schon vor der Trennung. Dann ist es nämlich auch äußerst schwer, ein gemeinsames Kind zu entfremden. Und wenn er ein Problem mit Gewalt hat, muss ER sich um Therapie bemühen – im Interesse seiner Kinder.

Warum es nach wie vor möglich ist, dass Frauen hintenrum für das Verhalten ihrer Ex-Männer eins übergebraten bekommen und warum sowas gern von Frauen kommt ist mir ein Rätsel. Es zeigt sehr deutlich, wie weit wir in der öffentlichen Darstellung eben noch nicht gekommen sind als Mütter und Väter und wo es noch nicht weit her ist mit der Gleichberechtigung, die übrigens die Väterrechtler in diesem Zusammenhang gern für sich einfordern.

Die Männer müssen mit dem Gejammer aufhören und sich wirklich anstrengen und bemühen für einen guten Kontakt zu Ex und Kindern. Sie müssen sich für ihre Kinder durchsetzen gegenüber ihrem Chef, ihrer Next, ihren Kumpels und ihrer Couch. Sie können ihre Kinder z.B. auch nicht immer auf ihre Neue, auf die Kita oder die Oma abwälzen. SIE werden gebraucht von ihren Kindern. Sie sollen aufhören, ihre Verantwortung als erwachsener Mann anderen aufzubürden – schon gar nicht der alleinerziehenden Mutter ihrer Kinder. Die hat genug um die Ohren.

In dem Zusammenhang frage ich immer gern provokant, was wohl geschehen würde, wenn alle getrennten Vätern dazu verpflichet wären, sich 50% um ihre Kinder zu kümmern (finanziell, zeitlich, organisatorisch etc.) – und zwar sie selbst und nicht die neue Frau oder die Oma. Ich glaube, da würde dann sehr deutlich werden, woher der Wind eigentlich weht.

 

Du hast dir den Feminismus auf die Flagge geschrieben – wo siehst du im Elternkosmos dringend gesellschaftlichen Handlungs- bzw. Umdenkungs- Bedarf? Wie kann eine Mutter an heutigen Standards gemessen feministisch sein und wenn ja, beißt sich das mit einer kinderorientierten Lebensweise?

Naja, ich habe ein Problem mit dem Wort „Feminismus“, auch wenn ich wohl inzwischen eine Feministin bin. Ich mag die „ismen“ nicht und fühle mich unfrei, wenn ich mich so benenne. Da Feminismus als Begriff schon so abgegriffen ist und sofort – ähnlich wie Beziehungsgewalt – schräge Bilder im Kopf entstehen lässt, sage ich eher, dass ich mich für ein selbstbestimmtes Leben von Frauen einsetze. Das ist für mich auch das eigentliche Wesen von Feminismus. Und das bedeutet für mich, dass jede Frau sich selbst für ihre Form zu leben entscheiden können sollte. Insbesondere im Zusammenhang mit Mutterschaft entstehen da ja gern Glaubenskriege zwischen Frauen. Das finde ich nicht förderlich.

Wenn eine Frau gern zu Hause bleibt mit den Kindern finde ich das genauso in Ordnung wie wenn eine Frau ihr Kind schon früh in die Krippe gibt und wieder arbeiten geht. Ich finde es auch in Ordnung, wenn z.B. eine Mutter sagt, das Kind bleibt besser beim Vater nach einer Trennung (so war das bei mir). Oder wenn man sich auf ein Wechselmodell einigt nach einer Trennung, wenn das für alle gut passt. Oder auch ein Residenzmodell, wenn das für das Kind besser ist. Am besten ist es, wenn immer alle gemeinsam entscheiden – je nach Lebenssituation und Alter. Es gibt ja z.B. auch Kinder, die später beim Vater wohnen, nachdem sie vorher jahrelang bei der Mutter gelebt haben. Es gibt so viele Möglichkeiten. Wir müssen sie nur denken lernen und zulassen.

Dringenden Handlungsbedarf sehe ich bei den inneren Bilder und Mythen, die wir zu  Mutterschaft im Kopf haben. Daher finde ich z.B. die Diskussion um #regrettingmotherhood nach wie vor sehr, sehr wichtig. Innere Bilder, Mythen und Dogmen erlebe ich in vielen Bereichen als sehr hinderlich. Als alleinerziehende Mutter muss man viele Dogmen und Mythen durchbrechen, da es einfach nicht anders geht. Ich sehe da aber auch eine Chance für alle Mütter. Denn allen würde es gut tun, sich von einseitigen Sichtweisen und Handlungsmustern zu verabschieden.

 

Eine letzte Frage: welche Tipps oder Ratschläge möchtest du anderen Alleinerziehenden mit auf den Weg geben, die sich an den Vorurteilen ihrer Exen oder des Umfelds die Zähne ausbeißen?

Ich sehe eine besondere Schwierigkeit darin, dass viele alleinerziehende Mütter hauptsächlich unter ihrer hohen Verantwortung leiden. Bei den Podcasts von Alexandra Widmer fällt regelmässig die Bemerkung, dass die Verantwortung die größte Last für diese Frauen ist. Daher fühlen sie sich auch häufig nicht nur verantwortlich für ihre Kinder, sondern auch für ihren Ex-Mann und sein Verhalten. Am wenigsten tun sie für sich selbst – einfach, weil oft die Zeit fehlt. Ich finde, man muss als Alleinerziehende an vielen Stellen alten Krempel in Form von belastenden Vorstellungen und Bildern rausschmeißen. Das ist schwierig, weil man dazu sehr bewusst denken und handeln muss und sich ständig abgrenzen muss gegenüber teilweise gutgemeinte Einflüsterungen und Ratschlägen. Ich finde, Alleinerziehende sollten sich viel öfter selbst loben und sich als Vorbilder sehen für andere Lebenswege. Hier gilt für mich immer wieder der Text von Janis Joplin „Freedom is just another word for nothing left to loose“. Es kann eine Chance sein, dass man aus altbekannten Familien- und Lebensmustern – gezwungenermaßen oder aus eigener Entscheidung – herausgeworfen wurde.  Man kann sich seine ganz eigene Form von Leben und Familie erarbeiten. Man hat seinen guten Ruf nicht mehr zu runinieren, denn das ist ja bereits geschehen und den kriegt man nach solchen Lebenskrisen nicht wieder. Daher kann man dann auch getrost sein eigenes Ding machen. 

 

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