Für mehr Offenheit und Akzeptanz

Ich lernte letzte Woche einen ganz tollen Menschen auf Twitter kennen, jemand der mir einfach half und das obwohl wir uns nicht kennen. Jemand, der einfach schonungslos ehrlich ist und mir etwas erzählte, was mich sehr zum Nachdenken anregte. Diese Person, um die es geht, lebt im falschen Körper, ist transsexuell, aber darum soll es jetzt gar nicht gehen, sondern vielmehr um meine Gedanken, die sich anhäufen, weil dieser Mensch mir erzählte, wie schwer er es hat, so zu leben, und dass es einfach an soviel Akzeptanz fehlt.
 
 
 
 
 
Mich hat das ehrlich getroffen und sehr traurig aber auch wütend gemacht. Die Gesellschaft von heute tut immer so weltoffen und so tolerant, dabei ist das tatsächlich gar nicht so. Bestimmt, ganz sicher gibt es viele Menschen, die weder nach religiöser, sexueller Orientierung oder Erscheinung urteilen, aber das scheint mir wohl wirklich nur eine Handvoll zu sein. 
 
Ich will nicht so sein, ich bin es auch nicht. Ich habe in meinem eigenen Elternhaus erfahren, dass es total egal ist, wen man liebt oder wie man aussieht, solange man selbst nur glücklich ist, und genau das will ich meinen Kindern auch vermitteln. Wenn ich mein Mädchen frage, wen es später heiraten will, sagt es ganz selbstsicher "also einen Mann oder eine Frau, Hauptsache der Mensch ist lieb", wieso kann eine Vierjährige denn so denken, aber so mancher Erwachsene nicht? 
 
Einer meiner engsten und besten Freunde ist homosexuell, für die Mädchen ist es ganz normal dass er und sein Partner uns besuchen, Händchen halten und sich küssen, so wie es auch ihre Eltern tun, um sich ihre Zuneigung zu zeigen, was genau sollte daran auch nicht normal sein? Ich will nicht mit erhobenem Zeigefinger da stehen, aber ist es nicht an der Zeit, generell mal umzudenken und mehr Toleranz und Akzeptanz zu schaffen? Anderen nicht mit Vorurteilen zu begegnen? 
 
Mir wurde durch diesen Menschen auf Twitter erst bewusst, dass meine Meinung, es läge sicher auch daran, ob man dörflich lebe oder in einer großen Stadt wie das Umfeld auf einen reagiere; ich war fest überzeugt davon, auch weil es sich aus den Schilderungen meines Freundes immer so anhörte, dass Menschen in der Großstadt ein höheres Maß an Toleranz aufbringen und ihre Antwort darauf war: "In großen Städten haben die Menschen nur mehr gesehen. Es ist nicht mehr Toleranz, sondern mehr Ignoranz. Man fällt halt einfach nicht so deutlich auf, wie im Kaff... aber mehr Verständnis habe ich auch in Städten bisher nicht erlebt" ... mir fiel es wie Schuppen von den Augen, dieser eine Satz veränderte meine komplette Denkweise. Warum? Weil sie damit Recht hat!  
 

 

Und nun liegt es an mir

Ich erkläre meinen Kindern oft, dass das was uns fremd erscheint, für die Gegenseite genauso befremdlich sein mag, wie wir leben, aber dass es wichtig ist, sich mal hinter die Fassade zu blicken und den Menschen zu sehen. Die dicke Frau im Park zum Beispiel, vielleicht ist sie krank oder isst aus Kummer, wie auch immer, es ist okay und alleine ihre Sache, wie langweilig wäre es doch wenn wir alle gleich wären?!? Genau das kann man doch auf alles ummünzen, das lesbische Paar von nebenan, der Mann, der noch bei seiner Mutter lebt mit 40, die Frau, die jede Woche einen neuen Liebhaber hat, das homosexuelle Paar, das sich verlobt hat, der Jugendliche mit den vielen Tattoos, das Mädchen mit dem kurzen Rock oder die alte Oma, die zu viel trinkt. Es ist nicht unser Leben, wir sind gar nicht in der Lage, urteilen zu dürfen, vielmehr sollten wir mal Nächstenliebe zeigen und einfach akzeptieren, tolerieren und wertschätzen. 
 
Sagen können wir viel, unsere Kinder nehmen sich ein Beispiel an dem, was wir tun und wie wir uns verhalten. Ich möchte nicht, dass meine Mädchen später mobben oder verletzende Dinge sagen oder peinlich berührt sind, nur weil sie nie gelernt haben von uns als Eltern, dass es eben Menschen gibt, die anderes Leben haben als wir und damit sehr glücklich sind. 
 
 

Man kann Vorbild sein

Es geht hierbei ja nicht nur um mehr Toleranz anderen gegenüber, sondern auch darum, nicht generell zu verurteilen, wenn jemand etwas tut, was man selbst nicht tun würde, Dauerbrenner unter Müttern wäre hier wahrscheinlich das Stillen oder das Thema Kinderschlaf, Vollzieht Mama oder berufstätig, Kindergartenkind oder kindergartenfrei. Diese Liste lässt sich doch ins Unendliche fortführen. 
 
Ich glaube, meine Generation ist schon im Aufruhr und wir sind dran, dass sich etwas tut und verändert, doch das darf bei unseren Kindern nicht stoppen, gerade nicht im Punkt auf andere Lebensstile. Mir lag das ganze wirklich schwer im Magen, und ich sage gar nicht, dass man gegen seine Überzeugung Dinge gutheißen soll, ich frage mich nur, ob es nicht an der Zeit wäre, diese Dinge einfach zu tolerieren und unseren Kindern mit einem guten Beispiel voran zu gehen. Denn lasst euch mal erzählen, wie verletzend es ist oder es einem Spießroutenlauf gleicht, wenn man nicht der Norm unserer Gesellschaft entspricht, das ist erschreckend.
 
Ich für meinen Teil habe entschieden ich mache da nicht mit. Getreu dem Motto: "was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu.“
Von fehlender Weihnachtsstimmung und einem entspan...
Blogbeiträge planen mit einem super easy Blogplane...

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