Setzt euch ein für gesundes Essen in KiTa und Schule - "Macht Dampf!" / Anzeige

Werbliche Kooperation mit dem BMEL. Dieser Artikel enthält dennoch meine persönliche Meinung. 

Sobald die eigenen Kinder von Milch auf feste Nahrung umsteigen, setzt man alle Mühen daran, dass sie sich richtig ernähren. Man studiert Bücher, kocht schonend, achtet auf Zutaten - aber sobald die Kinder in die KiTa kommen, hat man keinen Einfluss mehr auf die Ernährung. Oder doch? Die neue Aktion "Macht Dampf!" vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft will Eltern motivieren, sich für gesundes Essen in KiTa und Schule einzusetzen. Ich möchte euch deshalb von meinen Erfahrungen erzählen und euch die Aktion vorstellen, denn auch mir liegt das Thema am Herzen.

 

 

Bei uns in der KiTa: wie jetzt, das Kind isst vegetarisch?!

Wir sind seit einigen Monaten in der KiTa, und die ist so strukturiert, dass es ein Mal die Woche ein gemeinsames Frühstück gibt. Außerdem wird ein Mal im Monat gemeinsam gekocht. Schon bei den Vorgesprächen erwähnte ich jedes Mal, dass wir uns vegan ernähren beziehungsweise meine Kinder und der Papa auch vegetarisch essen und mir zumindest fleischlos sehr wichtig ist. Die Reaktionen waren immer gleich: Augen aufreißen, irritiertes Nachfragen und dann die halbherzige Zusicherung, man könne da natürlich ein wenig drauf schauen. Und was geschah am ersten gemeinsamen Frühstückstag? Meine Tochter griff beherzt zur Wurst und die Erzieherin sagte, sie hätte nicht eingreifen können, obwohl sie direkt nebendran saß. Ich wollte eigentlich vorher mit meiner Tochter sprechen, was es hier alles gibt und dass ich nicht möchte, dass sie das isst und war auch dementsprechend irritiert. Bei Allergien oder religiösen Gründen hätte die Erzieherin garantiert anders reagiert. 

Nach einem längeren Gespräch und mehreren Diskussionsversuchen meinerseits (ok, ich war etwas hartnäckig) haben sich die Erzieherinnen aber wirklich Mühe gegeben. Jetzt gibt es zusätzlich zum normalen Buffet vegetarische oder auch vegane Wurst in Fleischwurstformat, und zwar für alle Kinder, die auch gegessen wird. Beim Kochtag wurde das Hackfleisch oder die Wurst in der Nudelsauce weggelassen. Und ich spreche auch niemanden mehr groß darüber an, das Thema ist bekannt und wird von allen akzeptiert. 

 

Vorstellung der Aktion "Macht Dampf!" - Für gutes Essen in KiTa und Schule

Gesunde Ernährung ist definitiv ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt, und deshalb möchte ich allen, deren Kinder in öffentliche Einrichtung gehen und die nicht zufrieden mit dem Essen dort sind, die Aktion "Macht Dampf!" vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft vorstellen, denn ich halte sie für sehr sinnvoll und wichtig. Gute Ernährung ist nicht nur für eine körperliche Entwicklung, sondern auch für die geistige von großer Bedeutung. So sorgt zum Beispiel Vollkorn für einen länger gleichbleibenden Blutzuckerspiegel und somit für längere Konzentration, ausreichend Wasser ist die Voraussetzung für hohe Leistungsfähigkeit und Omega 3 Fettsäuren unterstützen bei Denkprozessen. Gutes Essen ist außerdem die Basis für ein gutes Heranwachsen des Körpers - eine ausgewogene Ernährung sorgt für optimale Nährstoffversorgung und beugt auch Übergewicht vor. Wie man sich in der Kindheit ernährt, prägt das Essverhalten und den Geschmack, den man im Erwachsenenalter hat.

Innerhalb der vom Bundesministerium geförderten Studie „Verpflegung in Kindertageseinrichtungen“ der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg wurden KiTas zu ihrem Ernährungsangebot befragt. Die Qualität des Schulessens wurde bereits 2014 in einer großen Studie evaluiert. Herausgekommen dabei ist, dass sowohl KiTas als auch Schulen auf einem guten Weg sind, aber viele Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) noch nicht flächendeckend umgesetzt werden. Deshalb gibt es die "Macht Dampf!" Aktion, die größte Aktion bislang in Deutschland für besseres Essen in KiTa und Schule.

 

Aus dem Monitor zur Studie "Verpflegung in Kindertageseinrichtungen", Seite 11

 

Inhalt der Studie war auch, was sich in den KiTas ändert, sobald die DGE Standards übernommen werden. So ist die Zufriedenheit der Kinder um über 24% gestiegen, der Speiseplan ist abwechslungsreicher und umfasst mehr biologische und regionale Lebensmittel. Außerdem werden mehr Obst, Gemüse und Fisch, dafür weniger Fleisch und Süßes angeboten. Damit dies in allen KiTas gewährleistet werden kann, sollten im Idealfall die DGE Grundlagen überall eingeführt und mehr Fachkräfte beschäftigt werden. Die pädagogischen Fachkräfte sollten die Eltern stärker einbinden. 

 

Aus dem Pdf "Essenskalender" Seite 2 (von mir ausgefüllt)

 

Wie kann ich mein Kind unterstützen, damit sich die Ernährung in KiTa und Schule verbessert?

Zunächst mal sollte man sich einen guten Überblick verschaffen, was es in KiTa oder Schule zu essen gibt. Dafür habe ich mit meiner Tochter den Essenskalender ausgefüllt. Das hat zwar ein bisschen Zeit gekostet, war aber sehr aufschlussreich. Für den Qualitätscheck sollte man 4 Wochen lang die Speisepläne checken und dann auswerten - dafür gibt es ganz einfach auszufüllende Listen und Wochenpläne, die man sich kostenlos downloaden kann. Außerdem wird auch empfohlen, andere Eltern anzusprechen und sich zusammenzuschließen. Auch die KiTa Leitung und die Erzieher/innen sollten mit ins Boot geholt werden. Wer das lieber schriftlich machen möchte, findet bei der Download Sammlung sogar Musteranschreiben. 

 

Aus dem Pdf "Qualitätscheck KiTa Verpflegung" Seite 1 (von mir ausgefüllt)

 

Das klingt erst mal schwieriger als es ist - die Speisepläne über einen längeren Zeitraum prüfen können auch mehrere Eltern gemeinsam machen. Der Speiseplan, den ich aus unserer KiTa habe, ist zum Beispiel noch zu fleischlastig. Von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlen werden in 4 Wochen maximal 8 fleischhaltige Gerichte - in unserer Woche gab es schon allein an drei Tagen Fleisch. Außerdem gab es kein Vollkorn, viel Rahmsauce und Käse. Da es sich hierbei um eine exemplarische Woche handelt, wären natürlich die anderen zu beobachten, allerdings denke ich, dass es immer ähnlich aussieht. 

Die Eltern - Broschüre "Das beste Essen für mein Kind" hat alle Informationen im Überblick: woran erkennt man gutes Essen, wie man mit System aktiv werden kann, welche Tricks bei der Ernährung helfen und auch die Wochenkalender werden vorgestellt, die man dann wiederum anhand des Qualitätschecks ganz einfach auswerten kann. Wenn ich mir also meine Beispielwoche anschaue, komme ich zu einem ähnlichen Ergebnis wie schon vermutet: es fehlt die Abwechslung, definitiv zu viel Fleisch und Milchprodukte und zu wenig Obst und Fisch. Positiv hervorzuheben: es gibt immer Salat und Gemüse als Beilage.

 

Mein Fazit

Ich finde, das ist wirklich mal ein gutes und vor allem einfach zu nutzendes "Handwerkszeug", um sich gezielt für besseres Essen in KiTa und Schule einzusetzen. Vor allem fühlt man sich als Mama oder Papa sozusagen von oberster Instanz dabei unterstützt und weniger als "irrational fordernd". Ich hoffe, ich konnte euch die Aktion näher bringen und vielleicht gute Anregungen geben, sie selbst umzusetzen.

Seid ihr denn zufrieden mit der Ernährung eurer Kinder und könnt ihr euch vorstellen, den Qualitätscheck selbst durchzuführen?

 
Und dann stehst du da, allein. Die neue Einsamkeit...
Ich will eine heile Welt, verdammt!

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