Ich will eine heile Welt, verdammt!

Liebe Welt, was geht ab bei dir? Was ist da gerade los? Wieso müssen wir uns alle davor fürchten, dass bald der dritte Weltkrieg kommt - oder, wie ich an manchen Tagen, davor, dass wir alle im Roman 1984 aufwachen? Sollen wir jetzt alle depressiv werden oder, besser, lernen, alles Negative abzuschalten und uns umso mehr mit Oberflächlichkeiten beschäftigen?

 

 

Terror, Krieg, Flüchtlinge - und die Gegenmaßnahmen

Der Krieg, der ist schon längst da. Terroranschläge gibt es immer mal wieder in Europa, und manchmal frage ich mich, wann er auch in Deutschland ankommt. Also genau genommen ist er das ja schon. Wir nehmen Flüchtlinge auf, und das ist das einzig Richtige, das wir tun können. Fragt sich nur, ob wir sie auch beschützen können vor dem, was kommt. In welchem Land ist es denn nun sicher? Jede größere Stadt ist ein potentieller Anschlagsort, jeder Bahnhof und jeder Flughafen sowieso. Bin ich panisch, wenn ich bei jeder Reise in eine größere Stadt ein mulmiges Gefühl habe - oder eher realistisch? Ich fühle mich hilflos und klein und es macht mir eine scheiß Angst.

Früher saß ich mal im Geschichts - Leistungskurs und habe immer und immer wieder die beiden Weltkriege durchgenommen. Boah, langweilig. Aber jetzt kommt mir so vieles bekannt vor und ich frage mich, ob Deutschland nix gelernt hat. Ob die Welt nix gelernt hat. Ob es einfach in zyklischen Abständen immer wieder so weit kommen muss, kommen wird. Ob wir einfach eine verdammt lange Zeit Glück hatten und jetzt geht es wieder los. Wird diese Welt bald den dritten Weltkrieg erleben, oder werden die Regierungen uns vorher abriegeln und kontrollieren, vermeintlich als Sicherheitsmaßnahmen und alle Persönlichkeitsrechte sukzessive abschalten? Und was heißt das für uns, die Kinder in die Welt gesetzt haben?

 

Keine heile Welt (für mich)

Andererseits, in so vielen Ländern ist und war Krieg, und wir haben uns an unserem Wirtschaftswachstum gefreut, zu Weihnachten ein paar Euro gespendet und uns ansonsten die Augen schön zugehalten. Unsere Welt war nie schön und sicher. Selbst ohne Krieg gibt es Verbrechen, Vergewaltigungen, Mord. Unsere Welt ist ein gefährlicher Ort, und ich könnte an manchen Tagen nur heulen, weil ich so sensibel bin, dass mir die Vorstellung, wie Hühnern die Schnäbel abgeschnitten werden, damit sie sich in den Legebatterien nicht tothacken, die Tränen in die Augen treibt. Wie sollen Menschen wie ich in dieser Welt noch leben können? Der Mensch ist per se dazu in der Lage, das grösste Arschloch zu sein, aber genauso gut hat er all diese Liebe in sich, Mitgefühl, Empathie.

Ich bin natürlich kein besseres Wesen, nur ein empfindsameres. Mein eigenes Ich macht mir oft genug Angst, denn alle Bewertungen, die ich mal über mich getroffen hatte, musste ich auch an der Realität verwerfen. Also um es mal kurz zu fassen: all die Abhärtung, die ich in meinem Leben erfahren habe, hat es nicht geschafft, meine vermutliche Hochsensibilität auszuradieren und ich gehe davon aus, dass ich auch eher zerbreche als dass ich mal eine harte Sau werde, die um ihr Überleben kämpft (im Fall der Fälle). Die Welt war nie heile und wird es auch nie werden. Nennt mich einen Emo aber so sehe ich das.

 

Was bleibt uns übrig als weiterzumachen

Sorry wenn ich jetzt so negativ klinge. Gerade in Eltern Blogs sollte es ja vornehmlich um Anekdoten gehen, vielleicht eine Prise Erziehung, netten Lifestyle. Und wenn es um traurige Storys geht, dann bitte nicht zu viel davon, was macht das für eine Außenwirkung. Aber Gedanken über Politik und Gesellschaft haben hier ja nichts zu suchen. Oder doch? Wer wenn nicht wir Eltern sollten uns Gedanken machen über die Welt, in der wir unsere Kinder großziehen? Wer wenn nicht wir Eltern sollten eine scheiß Angst haben, wenn es Terroranschläge und Putschversuche in unseren Nachbarländern gibt?

Klar, durchdrehen sollte keiner, aber manchmal fehlt mir auch die Kraft, ständig Angst zu haben. Dann mache ich einfach weiter, kümmere mich um meine alltäglichen Probleme, denn die sind ja nicht weniger wichtig geworden. Es ist immer noch genauso relevant, wie ich meine Kinder erziehe (oder auch nicht), wie ich meinen Alltag gestalte, wie ich mit meinen Mitmenschen umgehe. Ich muss immer wieder an den Spruch denken:

 

"Dein Alltag ist ihre Kindheit."

 

Darum lasst uns nicht in Angst versinken, stillstehen, abwarten was jetzt mit unserer Welt passiert. Manchmal ist es gut, sich an Oberflächlichkeiten oder auch Alltäglichkeiten zu klammern. Gerade jetzt sollten wir lachen, fröhlich sein. Lassen wir das Böse in unserer Welt nicht gewinnen. Damit meine ich nicht, die Augen (wieder) fett zu verschließen, aber auch nicht ins komplette Gegenteil zu verfallen. Unsere Kinder brauchen uns und möchten eine heile Welt haben. Und so lange ich das ermöglichen kann, will ich versuchen, ihnen wenigstens die Illusion zu verschaffen, denn das ist ihr gutes Recht. Sie sollen sich sicher fühlen und zu starken Menschen heranwachsen, die es dann besser machen können. Die gern anderen helfen, die in Not sind. Die nicht aus Angst und Hass agieren. Die auf andere zugehen und Frieden wollen. Kinder sind unsere Zukunft, und wir können ihnen die nötige Stärke geben, gut mit ihr umzugehen.

 

Kinder sollen zwei Dinge von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.

J.W. von Goethe

 

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