Warum ich neidisch auf polygame Mormonen bin

Ich habe in letzter Zeit öfters mal Fernsehen geschaut und bin an einer Serie auf TLC hängen geblieben "Alle meine Frauen". Kennt ihr die? Es geht um eine Mormonen Familie: ein Mann, vier Frauen, irgendwas um die zwei Dutzend Kinder. Wuhuu! Crazy shit, oder? Aber wisst ihr was - ich bin ein wenig neidisch... 

 

 

Polygame Beziehungen - polykompliziert

Ich hab natürlich zu allererst auch gedacht, dass der Typ einen richtigen Dachschaden hat. Klar, anfangs ist es vielleicht ganz witzig, vier Frauen zu haben, aber mal ehrlich - welcher Mann packt es denn, eine gescheite Beziehung zu führen, vor allem wenn Kinder im Spiel sind? Und der hat gleich vier Beziehungen, das ist alles harte Arbeit. Und die Frauen, die leben ja auch nicht steril in einer Box, die müssen sich ja auch untereinander verstehen. Also haben die auch Beziehungen untereinander (nicht sexuelle, aber ich würde sagen, es ist kompliziert). Die Mormonen nennen das "Schwestern Ehefrauen". Ob und wie gut das bei den meisten Polygamisten läuft, kann ich natürlich nicht beurteilen, aber bei dieser Familie gibt es immer mal wieder fette Beziehungskriesen - zwischen dem Mann und einer Frau, aber auch zwischen zwei Frauen. Ist sicherlich normal. Man kann ja nicht erwarten, nur weil jemand polygam ist, dass er gefälligst auch permanent zufrieden und niemals eifersüchtig sein soll.

 

Der Mega Vorteil: wenn alles klappt, hast du dein eigenes Dorf

Als ich mir also diese Fernsehserie reinzog von einer Familie, die so ganz andere Strukturen hat als alles, was ich bisher gekannt habe, da wuchs in mir ein wenig Neid. Abgesehen davon, dass ich keinen Bock auf Männer Sharing hätte (selbst wenn mir das Körperliche egal wäre, die Ladys haben einfach sehr wenig Zeit mit ihrem Mann und sind in Sachen Erziehungsarbeit auf sich allein gestellt) - das wirklich Geile finde ich den Zusammenhalt unter den Schwester Ehefrauen. Denn im Bestfall hast du ein Haus mit deinen besten Freundinnen, ihr teilt euch alles - eine kocht, während die andere Hausaufgaben betreut, die nächste hat Bock Vollzeit zu arbeiten - jede hat ihren Platz und man hat ständig Unterstützung, wenn man sie braucht. Das fühlt sich ja fast so an, als hätte man sein eigenes Steinzeit Dorf, oder? Aber das ist jetzt auch ein wenig zu romantisch gedacht, denn es ist wohl in den meisten Fällen eher so, dass jede Mormomenfrau ihren eigenen Haushalt führt und die anderen Frauen nicht so oft sieht, während der Mann die Nächte durch die Betten rotiert. Yay.

 

Menschen sind dafür geschaffen, in größeren Verbänden zu leben

Nicht dass ihr denkt, ich wäre jetzt zu den Mormonen konvertiert oder das hier wäre ein sponsored post. Mir geht es gar nicht um die Polygamie, sondern es macht mich eher traurig, dass wir heutzutage so wenig Familienbande haben, so wenig im Verbund leben wie früher. Wie es eigentlich sein sollte. Oder wie wir es, wenn wir Kinder haben, eigentlich benötigen würden. Scheiße, Babys sind doch so anstrengend, das kriegt man allein kaum hin. Ich bewundere Alleinerziehende und stelle mir immer vor, dass das echte Wonderwoman (-men) sind. Denn ich gehe schon auf dem Zahnfleisch, obwohl ich abends noch den unterstützenden Papa an meiner Seite habe. Und nachts kann ich ihn auch mal mit dem Baby aus dem Bett kicken, wenn es mir zu viel wird. Aber ideal ist doch was anderes...

Es heißt ja immer, es braucht ein Dorf um ein Kind zu erziehen. Und Kinder sind echt mega anstrengend. Fucking mega anstrengend. Deshalb freuen wir uns ja, dass es sowas gibt wie Kindertagesstätten und Schulen. Aber eigentlich bräuchten wir doch was ganz anderes, nämlich eine große happy Kommune mit Leuten, die ähnlich ticken wie wir. Wo wir uns mal ausheulen können, unsere Kinder hinschicken wenn wir mal was zu tun haben, wo wir willkommen sind, als Mensch, Freund, Eltern. Wo man sich gegenseitig hilft und es auch zurückgeben kann. So wie in einer Großfamilie. Wo wir wieder bei den polygamen Familien sind. Warum gibt es eigentlich keine Mehrfachehen mit mehreren Männern und Frauen? Ach, das wäre vermutlich zu kompliziert. Oder nicht oder doch?

Fakt ist, ich träume weiter meinen Traum von der Kommune mit so tollen Leuten wie meinen Mitautoren hier oder einigen anderen, die ich in der letzten Zeit kennenlernen durfte. Vielleicht wird das ja doch mal was. 

Schweinehund geh weg! Ich versuch's mal mit Abnehm...
Über Mut. In Germany we call it a „Schisser“…

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