Offener Brief an alle, die NeuEltern nicht in Ruhe lassen können

Nachdem ich jetzt zum zweiten Mal Mutter geworden bin, fallen mir im Nachhinein natürlich viele Kleinigkeiten und Gegebenheiten ein, in denen ich beim ersten Kind übertrieben habe oder zu empfindlich war. Trotzdem denke ich, dass das kein Grund für die vielen Menschen hätte sein sollen, die sich eingemischt und mich mit RatSCHLÄGEN noch weiter verunsichert haben. Deshalb schreibe ich hier einen offenen Brief an alle, die NeuEltern im Verwandten- oder Bekanntenkreis haben...

 

 

Liebe(R) Besserwissende(R),

zuerst einmal bin ich mir sicher, du freust dich für deine Verwandten oder Bekannten, dass sie Nachwuchs bekommen haben. Vielleicht hast du sie sogar auf dem langen Weg bis hierhin begleitet, hast ihnen Babykleidung geliehen und ihnen nette Karten geschrieben, sie mit Geschichten deiner Kinder unterhalten und vielleicht gehörst du sogar zu denen, die als einer der ersten von der Geburt erfahren durften.

Ganz bestimmt erinnerst du dich jetzt an all die Dinge, die dir widerfahren sind, Gutes und Schlechtes, das du gerne weitergeben möchtest. Die NeuEltern davor bewahren, deine Fehler zu wiederholen oder ihnen gleich sagen, was gut geklappt hat, damit sie es einfacher haben als du damals. Und sicherlich zu Recht denkst du dir oft, dass die NeuEltern ein wenig überfürsorglich sind oder zu ängstlich, sich nicht so viel trauen oder Bedenken haben, ihrem Baby etwas zuzumuten.

Du hast sicherlich viele wertvolle Erfahrungen gesammelt und möchtest aus bestem Wissen und aus vollem Herzen helfen.

Aber ich bitte dich inständig: lass es!

Lass es, solange dich niemand um deine Meinung bittet. 

Erinnere dich daran, wie es für dich war, all diese neuen Erfahrungen, die auf dich eingeprasselt sind und die dich an deine Grenzen gebracht haben. Die Schwangerschaft, aus Mutter- oder Vatersicht, die Geburt, die übersprudelnden Gefühle und Hormone, die einen butterweich und mega unsicher werden lassen und vor allem dafür sorgen, dass du dich auf dein Baby einlassen konntest. Vielleicht hast du auch zwei oder mehr Kinder und weisst aus eigener Erfahrung, dass jedes Kind anders und einzigartig ist. (Und somit auch das Kind der NeuEltern.)

Erinnere dich daran, wie es für dich war, als sich bei dir alle eingemischt haben, ungefragt Ratschläge erteilten oder sogar gröbere Grenzüberschreitungen gemacht haben. Ich weiß, es ist so schwer, nichts zu tun und den NeuEltern das Feld zu überlassen. Vielleicht fällt es dir wahnsinnig schwer, nichts zu sagen, wenn die NeuEltern das Baby zu dick oder zu dünn anziehen, stillen oder Fläschchen geben, Stoff- oder Wegwerfwindeln verwenden, tragen oder schieben, sofort Ausflüge machen oder ganz lang zuhause bleiben. Oder andere Dinge machen, die du schon tausendmal gemacht hast.

Aber es ist ihr erstes Mal.

Es ist ihr Recht, diese Erfahrungen selbst zu machen, und zwar unkommentiert.

Danke.

Papa fails! Sind die so doof oder machen die das m...
Nach der Entthronung ist vor dem Paradies

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