Wie schnell muss Frau wieder schlank sein nach der Geburt?

Es ist kaum zu glauben, aber es soll sie geben: die Frauen, die kurz nach der Geburt wieder in ihre alten Jeans gepasst haben. Ich gehöre natürlich nicht dazu, aber ich habe schon einige kennengelernt, die das glaubhaft von sich behauptet haben. Allesamt zierliche, schlanke Frauen, die auch so gerne davon reden, wie wenig sie essen und wie gesund sie doch sind. Und die Medien? Sind alle voll von tollen Beispielen...

Screenshot von Elena Perminova - Artikel und Bildrechte: Brigitte.de

 

Schlank nur 60 Tage nach der Geburt - beneidenswert oder zum Bedauern?

Wer schon mal Mutter geworden ist, weiß wie der Alltag in den ersten zwei Monaten aussieht. Je nach Anstrengung mit Baby mehr oder weniger intensiv, aber trotzdem nicht zwangsläufig easy. Also so easy, dass man mal eben fünf, sechs Stunden nebenher trainieren könnte - ausgewogen Cardio und Muskelaufbau und ein wenig Pilates zur Hautstraffung und was weiß ich was noch so dazugehört. Die ersten acht Wochen sind eigentlich die Zeit des Wochenbettes - hat man spontan geboren, hat man auch noch den sogenannten Wochenfluss und die geraden Bauchmuskeln haben sich auch noch nicht wieder da hin zurückverschoben, wo sie hingehören. Allein schon körperlich eine Zeit, in der man nicht unbedingt viel reißen kann. Und dann ist ja auch noch das Baby da, das in 99% der Fälle keine geregelte Tagesstruktur hat und man nur in Etappen schlafen kann.

Ist es also beneidenswert, dass Frau Perminova ihre Zeit so gut nutzen konnte? Ich will nicht abstreiten, dass ich nicht auch gern diese Figur gehabt hätte, wenigstens ein Jahr nach der Geburt, aber auch Veranlagung spielt ja eine Rolle (und möglicherweise die plastische Chirurgie). Aber die Zeit, die ich mit meinem Baby verbracht habe, möchte ich nicht missen und ganz ehrlich war ich auch emotional gerade in der ersten Zeit kaum in der Lage, die einfachsten Alltagsdinge in den Griff zu kriegen und war schlichtweg überfordert. Frau Perminova würde also wohl eher mich bedauern als umgekehrt...

 

Screenshot von Charlotte Würdig - Artikel und Bildrechte: Gala.de

 

Vom gesellschaftlichen Druck auf Mütter, alles richtig zu machen

Schon vor der Schwangerschaft geht es los: das Umfeld erwartet von der einen möglicherweise Kinder, vor der anderen schreckt sie zurück, zum Beispiel weil sie noch nicht genügend Karriere gemacht hat. Die Frauenärzte erwarten, dass man vor dem zweckgerichteten Verkehr einen Checkup durchläuft und gern auch mal ein paar Monate vorher sozusagen die Frau Doktor fragt, ob man denn nun überhaupt loslegen darf. (Die passenden Antikörper sollte man schon haben gell...) Richtige Ernährung und Lifestyle sollte man natürlich schon praktizieren, je früher desto besser, und ist man dann erstmal schwanger, wird man genaustens beobachtet und alles protokolliert. Gern auch vom Umfeld. Manchmal scheint es mir, als seien Schwangerschaften so selten geworden, dass ein jeder seinen Anteil daran haben möchte.

Ganz übel wird es dann, wenn man ein wenig über den guten deutschen Durchschnitt schreitet: - ein paar Kilo zu viel? Oh Gott, das Kind wird später adipös, mindestens mal zu schwer für eine spontane Geburt! - Vorwehen? Na was hast du denn falsch gemacht? Zu viel Streß? - Schwangerschaftsdiabetes? Na was isst du auch zu viele Süßigkeiten - ich hab ja damals Weißmehl und Zucker weggelassen... Wieviel Spaß man dann erst hat, sobald das Baby auf der Welt ist, lässt sich anhand dieser Grenzüberschreitungen schon erahnen. Aber eines, das interessiert wohl alle Welt am meisten: welche Frau schafft es (nicht), ihr Gewicht und oder ihre Figur "wieder zu bekommen"?

Ist es Schadenfreude, Anteilnahme oder gar beides, was die Umwelt motiviert so ganz genau hinzuschauen? Gerade bei den Promis ist ja regelrecht ein Volkssport geworden, schnellstmöglich abzuspecken - gern auch vor der Öffentlichkeit mit einem saftigen Scheck eines Diätunternehmens. Natürlich soll jede, wie sie will, aber dennoch empfinde ich den Druck immer stärker steigend mit jeder weiteren Magerlady, die sich in den Medien präsentiert - mit der Durchschnittsfrau mit Durchschnittsgenen, Durchschnittskonto und Durchschnittszeit hat das ja nun wirklich wenig zu tun...

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