Dank meinem High Need Kind bin ich als Mama gewachsen

Mein Name ist Nicole und ich lebe mit meiner Familie im Spreewald. Seit einer Weile blogge ich auch ein wenig über unser Leben und unsere Erfahrungen auf Instagram als Spreewaldmama.
 
 
Quelle: privat
 
 
 
Als ich den Aufruf zum Thema #highneedkind von der lieben Frida von 2KindChaos gesehen habe, war mir klar: hier muss ich mitmachen. Ich finde es toll, dass dieses Thema mehr Aufmerksamkeit bekommt und somit vielleicht dem einen oder anderen hilft, mit seinem #highneedkind besser umzugehen.
Denn genau das war es, was uns vor drei Jahren buchstäblich das Leben gerettet hat. Blogger! Eltern, die von ihren Erfahrungen berichteten und damit Lösungen für Alltagssituationen anboten. Auf die Erfahrungen in meinem Umfeld konnte ich nicht zurückgreifen und auf mein Wissen als frischgebackene Mama auch nicht. Mein Instinkt und meine Intuition haben mich aufgrund der Schwere der Situation verlassen.
 
Aber auf Anfang. Ich möchte Euch einladen auf eine Reise zurück in eine Zeit, die ich so nie wieder erleben möchte. Eine Zeit voller Fragen, Tränen, negativer Gefühle und Hilflosigkeit.
 
Meine Tochter wurde nach einer eher komplizierten und nicht geplanten Kaiserschnittgeburt um 21:00 Uhr an einem Samstag geboren. Am nächsten Morgen brachten sie mir mein Kind. Am Tag schlief sie meist und nachts schrie sie. Die Schwestern brachten unentwegt kleine Fläschchen mit Pre-Nahrung. Mein Milcheinschuss kam erst fünf Tage nach der Geburt. Natürlich habe ich sie angelegt, aber auch lang genug? Natürlich habe ich sie im Arm gehalten, bin rumgelaufen, aber was brauchte sie? Sie schrie! Nach unendlich langen sieben Tagen durften wir nach Hause. Die erste Nacht – sie schrie! Am Tag – sie schlief! Ich stillte, aber versuchte vier Stunden Abstand einzuhalten! Ich begann zu lesen. Die Tage vergingen, die Ratschläge flogen ein. Ich las und las und las! Schlechte Ratschläge folgten „Du musst sie am Tag wachhalten, damit sie nachts schläft.“ ,„Du darfst nicht so oft stillen.“ Ich las… Ich erfuhr, wie das mit dem Stillen wirklich geht. Nach Bedarf – aha! Man kann sein Kind nicht überstillen – aha! Niemals wachmachen – aha! Ich wurde Expertin – Stillexpertin!
Gut, beim Stillen wusste ich nun wie es läuft, da machte mir niemand etwas vor. Da brauchte ich keine Ratschläge. Aber sie schrie immer noch! Ich las und wehrte mich (noch) gegen Begriffe wie „Schreibaby“. Sie muss doch etwas haben?! Blockaden, Homöopathie, schwere Geburt, Massagen, Regulationsstörungen! Arzt, sie muss zum Arzt. Diagnose: Harnwegsinfekt, eine Woche Krankenhaus. Dort schrie sie JEDE Nacht durch. Das muss es gewesen sein, jetzt wird es besser! Nein wurde es nicht. Sie schrie weiter, auch Zuhause.
 
Ich las… Tragetuch, Familienbett, Stillen! Ok, das klappte. Wenn sie auf meinem Bauch schlief oder im Tragetuch kuschelte, war sie zufrieden, wenn ich sie stillte, wann immer sie weinte, war sie zufrieden. Also ging ich jeden Abend mit ihr ins Bett und stand auch nicht mehr auf. Anderthalb Jahre gab es keine Abende zu zweit mit meinem Mann. Aber auch die Schläfchen über den Tag. Mal ging es im Kinderwagen, aber umso älter sie wurde und im Bett schlief, umso mehr hieß es für mich auch ab ins Bett. Aber ich tat es – alles und immer. Ein letzter Arztversuch bei einem Spezialisten (Rückenblockade) mit fünf Monaten. Das muss es gewesen sein. Danach ist sie bestimmt entspannter. Pustekuchen! Es knackte aber das wars auch schon.
 
STOPP! Ich hörte auf! Ich hörte auf, zu experimentieren was sie wohl haben könnte, mit ihr zum Arzt zu gehen, Homöopathie, Osteopathie oder Massagen auszuprobieren. Ich hörte einfach auf und ich versprach ihr und mir, dass jetzt Schluss ist. Wir müssen unseren Weg finden und wenn dieser Weg heißt, jeden Tag um 17:00 Uhr ins Bett zu gehen, abhängig zu sein durchs Stillen und immer da zu sein, bei ihr, dann ist das eben so. Ich las und ich lernte viel über bedürfnisorientierte bzw. bindungsorientierte Erziehung, über anspruchsvolle Babys, über Nähe.
 
Und das war sie, die Antwort auf alles: Nähe und Liebe! Und das ist die Antwort auch heute noch. Nur damit schaffe ich es, unser Leben angenehm zu gestalten und erziehe sie nach ihren Bedürfnissen und am Ende nach meinen. Nur mit Nähe und Liebe beruhige ich sie, schläft sie, hört sie, versteht sie.  
 
In schweren Phasen zieht meine Tochter viel Energie.  Sie schläft heute noch auf meiner Schulter, jede Nacht. Und auch nur dann mit der Ruhe, die ich mir für sie wünsche. Sie ist schnell unzufrieden und sensibel. Nimmt alles ungefiltert war, ist schnell „drüber“. Umso mehr ich sie kennenlerne, umso mehr verstehe ich ihr Schreinen in den ersten anderthalb Jahren. Den Kindergartenplatz habe ich eine Woche vor Antritt an ihrem ersten Geburtstag gekündigt, meine Leitungsfunktion auf Arbeit aufgegeben, damit ich halbtags arbeiten konnte. Gestillt habe ich 26 Monate.
 
Mein Mann? Ohne ihn hätte ich das Alles nicht geschafft. Als es möglich war, dass sie auch bei ihm schlief, hat er übernommen, wann immer es nötig war. Seine Ruhe hat mich sooft geerdet. Er ist ohne ein Widerwort unseren Weg mitgegangen und geht ihn heute noch beherzt. DANKE!
 
Ich liebe mein Kind. Ihre Art ist so besonders, ihre Auffassungsgabe enorm (klar #nofilter ;-), ihre Emotionen so deutlich, dass ich sie fast nie falsch verstehen kann. Ich danke ihr, ich danke ihr von Herzen, dass ich durch sie so sehr wachsen durfte, dass ich durch sie so viel lernen durfte, dass ich durch sie zu der Mama wurde, die sie braucht und will. Mit ihrem Brudi im Bauch, sie an meiner Schulter liegend, friedlich atmend liege ich hier und weiß, egal wie schwer es wird, egal ob der Brudi auch ein #highneedkind wird, diesmal weiß ich besser Bescheid, diesmal bin ich entspannter, diesmal habe ich mehr Kraft! Und auch zu viert werden wir wieder einen Weg finden. Einen Weg, der unser ist und nur unser!
Von der großen Geschwisterliebe und meinem Mama Gl...
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