Mein High Need Baby. Ein Bericht mitten aus der Symbiose Phase

Ich bin glückliche und übermüdete Mutti von meinem kleinen mittlerweile sieben Monate altem Sohn. Ich bin 27 und bin gerade mitten im Studium, dass ich nach meiner Ausbildung begonnen habe. 
 
 
 
 

Babyzeit und Besonderheiten gab es im Vergleich zu anderen Babys

Mein Zwerg ließ sich von Anfang an nicht hinlegen, suchte die Nähe zu mir. Schlafen klappt bis jetzt nur auf meinem Arm oder im Tragegurt, nur sehr selten auch mal im Kinderwagen... Nachts auch nur mit viel kuscheln und ständigem Körperkontakt. Ich gehe also seit der Geburt gegen 19 Uhr schlafen.
Er schrie viel, hatte oft Bauchschmerzen. Ablegen, damit ich kurz zur Toilette gehen kann, sorgte für Schreikrämpfe... An guten Tagen klappte es wenn Papa oder Oma ihn hielten, an schlechten war selbst das zu weit weg...

Stillen wollte er gefühlt den ganzen Tag ohne Pause... Bis wir mit der Beikost angefangen haben. Tagsüber möchte er noch, wenn es aufregend war oder stressig. Mit fünf Monaten klappte es echt super, er kam nachts auch nur noch drei mal an. Dann musste er mit sechs Monaten operiert werden. Er kommt nachts wieder alle Stunde und auch nur Mama darf ihn beruhigen (meist funktioniert nur stillen). So lang Mama Nase an Nase liegt, ist einschlafen gar nicht so schwer, alternativ wird in den Schlaf gestillt, da ist Papa leider keine Hilfe...

Koliken war das Zauberwort der meisten Ärzte. Unsere jetzige Kinderärztin sagte er sei fit, freundlich und hypersensibel, hat sie auch so in das U-Heft geschrieben. Ich mag den Begriff Schreibaby nicht, er hat für mich einen negativen Beigeschmack. Ja er weint viel und schnell auch sehr heftig, aber genauso oft lacht er herzlich.
 


Laune, Temperament und Bezugspersonen

Mein Zwerg ist freundlich und lieb. Aber laute Situationen, vor allem laute Menschen, sind nicht seins. Oft reicht es, wenn ihm Unbekannte oder seltener Besuch zu nah kommt und er schreit, bis der Besuch geht oder wir Bus, Bahn etc verlassen. Lässt man ihm seine Zeit, und darf er zunächst mit Abstand alles und jeden beobachten ist er zuckersüß und offen. Nur wird Mamas oder Papas Arm dann nicht verlassen. Kennt er den Besuch besser, dürfen wir ihn ablegen, so lang der Besuch ihm nicht zu nah kommt. Kennt er den Besuch, darf dieser mit ihm spielen, auf den Arm aber nur bei Mama, Papa und der Oma.

Ein Buch gelesen oder was für mich getan, hab ich seit der Geburt nicht. Zu groß das schlechte Gewisse,n ihn in einer Situation zu lassen, in der es ihm nicht gut geht. TV hab ich seit der Geburt auch nicht mehr sehen können, das bunte Flackern von Filmen macht ihn nervös. Auch Musik ist teilweise nicht richtig, kommt auf den Tag und die Musik an.



Reaktionen vom Umfeld 

“Du hast ihn zu sehr verwöhnt“
“Er merkt sich das, wenn du ihn immer trägst“
“Er muss sich an Besuch und viele Menschen gewöhnen“
“Ich bin die/der (Ur)Oma / (Ur)Opa / oä, ich werd ihn ja mal nehmen dürfen, das wird ihm schon nichts ausmachen“

Verständnis nur von wenigen, der Großteil sagt, ich hätte es ihm anerzogen ängstlich und weinerlich zu sein, ich solle ihn einfach schreien lassen. Aber das tue ich nicht. Ich weiß, wann er nur schreit, weil er sich langweilt und wann es ihm nicht gut geht. Bei Langeweile darf er ruhig mal meckern oder wenn er an etwas wie Handy, Messer etc nicht darf. Aber wenn er sich in einer Situation oder bei einer Person unsicher fühlt, hol ich ihn da sofort raus.


Er macht es in seinem Tempo, gibt man ihm Zeit, geht er wohin er mag. Selbst Babyschwimmen mit vielen anderen Babys macht ihm mittlerweile Spaß und es wird nur noch gemeckert wenn wir das Becken verlassen sollen. Mit ein paar Babys hält er Händchen und zeigt deutlich Interesse. Aber da stürzt auch keiner auf ihn zu.



Persönliche Grenzen, Stress und gute Strategien

Jeder Spaziergang oder Einkaufen bringt mich an meine Grenzen, je nach dem, wie der Tag läuft. Kraft geben mir gute Tage, mein Mann und meine Mutter. Mein Tag richtet sich komplett nach ihm. Planen geht nicht. Liegen doch mal Termine an muss ich hoffen, dass er es gut verkraftet.


Aber sein Lachen und das Interesse an allem um ihn herum ist es wert. Er ist es wert. Ich liebe ihn so wie er ist, er braucht halt mehr (außer Schlaf, da braucht er kaum welchen). Dafür gibt er mir aber auch viel mehr. Er lernt so schnell, putzt sich jetzt schon allein die Zähne, übt allein vom Löffel zu Essen, trinkt aus Bechern... er will jetzt schon so erwachsen sein

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