Mit (High Need?) Kind in der KiTa arbeiten

Ich bin Franziska 28 Jahre alt und Mutter von zwei Söhnen. Der Große ist 2010 geboren und war ein super "Anfängerkind". Bis heute ist er sehr kuschelig und sensibel aber ein High Need war er nie. Weil er so sensibel und sich schnell verschreckt in sein Schneckenhaus verkriecht, wollte ich ihn nicht auf eine Regelschule schicken und nun geht er auf eine Waldorfschule. Wir sind über glücklich mit unserer Entscheidung.
 
 
 

Nun zu unserem "Mini". Er ist 2015 geboren, spontan und ohne große Komplikationen. Wobei es keine selbstbestimmte Geburt war, was mich heute noch etwas verfolgt. Ob er ein High Need ist, weiß ich nicht, aber er auf jeden Fall ein Kind mit besonderen Bedürfnissen. Was ich bei anderen High Need Müttern lese ist der Wahnsinn, und ich glaube, ich hätte das nicht überlebt.

Ich erzähle einfach mal etwas von ihm. Er wird seit 19 Monaten gestillt, was immer ohne große Probleme geklappt hat. Aber er war von Anfang an ein Kind, welches fast nur bei mir auf dem Arm oder im Tuch sein will. Er hatte teilweise Wochen, wo er tagsüber nur ein paar Minuten geschlafen hat. Ablegen ließ er sich nie gut. Auch heute ist es so, wenn ich den Raum verlasse fängt er an zu weinen. Wenn ich nicht da bin, geht das alles, aber wenn ich da bin, bin ich sein Zentrum und er will auch gar nicht runter von meinem Arm.

Nun arbeite ich seit ein paar Wochen in einer Kita und er kommt mit. Auch dort ist er heute noch fast ausschließlich auf dem Arm. Ich muss mir ziemlich viele dumme Kommentare anhören, aber es ist mir egal. Er braucht mich, dann bekommt er mich. Von Attachement Patenting hat noch nie jemand was gehört, und so ist es schwierig, meine Beweggründe zu erläutern, da immer gesagt wird, ich hätte ihn verwöhnt. Dabei habe ich ihm immer nur das gegeben, wonach er verlangt hat.

Bei meinem Großen hatte ich nichts von Attachement Parenting gehört, und habe mich viel auf das, was mir von Außen gesagt wurde, verlassen (wobei meine Intuition mich doch einiges in diese Richtung machen ließ). Mit dem Thema Erziehung habe ich mich immer viel auseinander gesetzt, und bin somit recht schnell auf die Bindungsorientierte Erziehung gestoßen. Bei dem Kleinen funktioniert es super, bei dem Großen mittlerweile auch. Wir sind glücklich als Familie, aber der äußere Druck macht es oft nicht einfach. Gott sei Dank habe ich einen Mann, der zu 100% hinter mir steht.

Ich hoffe ich kann auch einen Teil dazu beitragen das bedüfnisorientierte Erziehung mehr Anklang findet und man sich nicht ständig rechtfertigen muss das man seinen Kinder nicht "abhärtet".

Danke das ich meine Geschichte mal loswerden durfte, auch wenn wir kein so dolles High Need Kind haben wie andere, hat mich die permanente Aufmerksamkeit, die mein Kind von mir fordert, oft an den Rand der Verzweiflung gebracht, und trotzdem möchte ich keine Tag missen.
... bei einem Jungen hättet ihr euch das nicht gef...
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