Warum mein Kind kein High-Need-Baby ist

Gastbeitrag von Nina
Dieser Satz sollte eigentlich die Überschrift eines Artikels von mir werden, in dem ich erklärte, weshalb mein Kind eben kein High-Need-Baby ist. In letzter Zeit, zumindest empfand ich es so, kursierten die Worte "High-Need-Baby" nämlich überall herum. Sei es auf großen Plattformen, auf Blogs oder aber auch bei befreundeten Müttern.
 
 
Bildrechte: Nina
 

 

Zugegebenermaßen ...

... dachte ich für eine klitzekleine Sekunde schon daran, dass auch unser Kind ein sogenanntes High-Need-Baby sein könnte. Schaue ich mich nämlich in unserem Umfeld um, bin ich wohl eine der wenigen, deren Kind so viel einfordert. Ich habe kaum eine ruhige Minute, mein Kind ist sehr anhänglich, fordert viel von mir und ist extrem lebendig. Oft wird gequengelt, gemeckert oder geschrien, obwohl wir, wie alle anderen Eltern auch, nur das Beste für unser Kind wollen und versuchen alles für das Kind zu geben. All das empfinde ich zugegeben, schon auch als anstrengend. Aber richtig eingestehen, wollte ich es mir dann aber doch (noch) nicht. 

 


Ich bin der Meinung, dass ein Kind selbst aber selten wirklich schwierig ist.

Es sind die eher Lebensumstände, die die Situation möglicherweise schwierig machen. Fehlende Unterstützung für die Eltern, die Eingewöhnung in die Kita, die Mutter muss vielleicht auch wieder früh arbeiten gehen, möglicherweise sind es aber auch die großen oder kleinen Geschwister, die Druck auf das Kind ausüben, oder es ist etwas anderes, was das Kind und die Familie belastet. Ein Kind selbst kann nichts für solche Umstände. Es kann nichts für seine Eltern oder für seine Geschwister. Ein Kind wird nackt und hilflos geboren und lebt durch und von seinem Umfeld. 

Nach und nach konnte ich mich also langsam doch mit der Bezeichnung "High-Need-Baby" anfreunden. Allerdings ist es mir wichtig, dass ich mein Kind aber nicht so betitle. Aus meiner Sicht bekommt es nämlich so einen imaginären Stempel aufgedrückt und es wird dem Kind eingetrichtert: Du bist schwierig! Und auch wenn ich mein Kind selbst nicht so nenne, habe ich die Gedanken ja im Kopf und projiziere sie vielleicht in gewissen Situationen völlig unverhältnismäßig und ungerecht auf mein Kind. 

Leider kenne ich einige Menschen, denen man früher gesagt hat: "Du bist zu wild, du musst mal ruhiger werden." Oder "Du hast so viel geschrien! Du hast deine Eltern damit fertig gemacht." "Du warst so anstrengt." "Deine Eltern waren froh als sie dich mal abgeben konnten." 


Was meint ihr, mit welchem Selbstbild Kinder damit groß werden? 

All das finde ich blödsinnig und unfair. Kein Kind der Welt verdient solche Sätze. Kein Kind der Welt, soll mit solchen demütigenden Worten, groß werden. 

 


Aber nicht nur für die Kinder finde ich es unfair, auch für deren Eltern. 

Es macht mir als Elternteil das Leben ja nicht leichter, wenn ich mir und dem Kind ständig sage, dass es schwierig ist. Ich ziehe mich, aber vor allem das Kind, damit doch nur runter. Wenn ich aber von vorn herein ganz anders damit umgehe, mir und dem Kind nicht das Gefühl gebe, dass es schwierig ist, sondern an mir, an der Situation oder einfach an meinen Gedanken und damit schlussendlich auch an meinem Empfinden arbeite, werde ich die "Problematik" als nicht so störend empfinden, wie als wenn ich mir das "schwierige Kind" ständig vor Augen halte. 

Natürlich kann ich nur von mir sprechen und weiß nicht, was bei euch zu Hause wirklich los ist. Deshalb verurteile ich niemanden und drücke auch niemanden meine Meinung auf. 

Alles Liebe 
Nina 

 

 

Mehr von Nina findet ihr auf ihrem Blog Du und dein Kind

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