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Kindergartenkrise. Unser Weg.

Kindergartenkrise. Unser Weg.
L. wollte nicht mehr. Wir kamen aus einem wunderbaren Urlaub zurück und er wollte nicht mehr in den Kindergarten. Zum Hintergrund: L. ist mein Sohn, wird demnächst 3 Jahre alt, ist im Kindergarten seit er ein Jahr alt ist. Die Eingewöhnung lief gut und er ging bis zu unserem Urlaub meist gerne in den Kindergarten, den er zusammen mit seinem großen Bruder J. besucht (aber getrennte Gruppen). Und dann: Tränen über Tränen.

 
 
Quelle: privat
 
 
 
Na gut, nach so einem Urlaub ist das eben manchmal schwierig, dachten wir. Aber es wurde nicht besser. Er hat zwar im Kindergarten nicht die ganze Zeit geweint, aber wollte nicht mitspielen und war passiv, Nach einer Woche dann das erste große Gespräch mit seiner Erzieherin. Sie war ebenso ratlos. Wir waren völlig fertig.
 
Was tun? Ihn zu Hause lassen? Aber würde es das besser machen oder noch verschlimmern? Ich muss bald wieder arbeiten, dann ist das keine Option mehr. Ihn früher holen? Ja. haben wir gemacht. Aber auch danach: Tränen über Tränen. Schon in der Früh, beim Anblick des Autos Tränen. Ich las auf einschlägigen Blogs und fühlte mich als die schlimmste Rabenmutter aller Zeiten. Warum nicht dem augenscheinlichen Bedürfnis des Kindes nachgeben und ihn zu Hause bei Mama lassen? Warum ihn nicht "frei" aufwachsen lassen? Weil mein Bauchgefühl mir anderes sagte. Und ich darauf höre. Und mein Kind am Besten kenne.
 
Wir stellten fest, dass es nicht nur der Kindergarten war, den er plötzlich ablehnte. Er wollte nicht mehr in die Eisdiele. Nicht mehr auf den Spielplatz. Und langsam bekamen wir eine Ahnung, was mit ihm los war. Augenscheinlich hatte ihn seine eigene Entwicklung "überrollt", er kam emotional und sozial einfach nicht mehr mit sich selbst klar und suchte deswegen - Mama. Und dann fanden wir Lösungsansätze: Viele Gespräche (er ist sprachlich sehr weit), das Auto wurde in der früh durch Laufrad fahren und Bus ersetzt (Trigger entfernen und gezieltes Rituale brechen), im Kindergarten bekam er Verantwortung (Tisch decken, auf die Babys aufpassen) und die Nachmittage gestalteten wir ruhig.
 
Nach einigen Tagen schaute mich L. ruhig an und sagte :"Mama, früher musste ich ja immer weinen im Kindergarten. Jetzt nicht mehr. Ich bin jetzt groß." Seit diesem Tag geht L. wieder fröhlich aus dem Haus, hat seine diffusen Ängste Schritt für Schritt abgelegt und liebt seinen Kindergarten so sehr, dass ich ihn auf eigenen Wunsch erst um 15:30 Uhr abhole. Im Entwicklungsgespräch wurde mir bestätigt, dass er ein extrem aufgewecktes Kerlchen ist, Freunde hat und sich sehr wohl fühlt.
 
Warum dieser Artikel? Weil es nicht immer nur gut und böse gibt. Weil die Tränen jedes Kindes einen anderen Hintergrund haben. Weil nur die eigene Mutter und der Vater ihr Kind gut kennen und Ratschläge von außen oft nicht helfen, sondern ein schlechtes Gewissen machen. Verlasst euch auf euer Herz.
 
 
 
Der Gastartikel ist von Kristina, die ihr übrigens auch bei Twitter und Instagram als Kindhoch2 finden könnt.
 
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