Mo steht auf Assi - Slang und auf Nutellabrot mit Banane. Ansonsten ist sie Inhaberin der Schwarzen - Humor - Platincard, denn sie hat seit der Geburt ihrer ersten Tochter Maple (4) so richtig das volle Programm mit Schreikind und intoleranter Umwelt. Verheiratet ist sie mit dem Weltbesten Ehemann Karl Rotten und außerdem ist da noch Coco (2), geboren im Zeichen des Glückskeks. Mo twittert übrigens leidenschaftlich gern.

Jede Maple kann schlafen lernen – nach ihren Bedingungen

Jede Maple kann schlafen lernen – nach ihren Bedingungen
Wie ich einmal dachte „Hey, wir ändern mal was an der Schlafsituation“ und die Rechnung ohne meine Tochter machte. Und wie sie mich wieder an das Wichtigste erinnerte: das eigene Tempo.

 
Schlaf Skills
 
 
Maple ist 5 und schläft mit mir im Familienbett: Sie und ich. Sie wird einschlafbegleitet und weint/ruft uns durchs Babyfon herbei, wenn sie abends wach wird. Das mag einige irritieren, wir haben das bisher nicht hinterfragt, weil es einfach gut passte. Nun hat die Sache einen Haken: Ich habe keinen Platz mehr in ihrem Bett, das eigentlich unser Ehebett ist (1,40x2m). Ich hatte genug, ich wollte einfach mal wieder schlafen, und zwar länger als 5 Minuten am Stück, bevor ich wieder eines dieser Gazellenbeine im Gesicht habe. Wer familienbettet, weiß, welchen erstaunlichen Radius selbst ein Baby haben kann. Maple ist knapp 1,20 m groß. Ich wachte heute Morgen total gerädert auf mit einem klaren Entschluss: So soll es nicht weiter gehen.
 
Ich denke, ich habe wie jede Mutter ein ganz gutes Gefühl für die Reife ihrer Kinder. Manchmal überraschen sie mich in die eine oder andere Richtung. Beispielsweise verkündete Maple urplötzlich an einem Nachmittag, den sie exklusiv bei ihrer Oma verbrachte, sie wolle heute dort schlafen (erstmals). Sie sagte das mit einer solchen Klarheit, dass wir auf Schlafanzug, Waschzeug, Zahnbürste oder sonstigen Kram pfiffen und sagten: „Ja, klar, darfst Du!“ Wir wussten, es kann schon sein, dass wir sie nachts holen müssen, das ist offenbar häufig so. Es ist eben ein Schritt, an dem man wächst. - Nix dergleichen. Es war ihr so selbstverständlich wie nur irgendwas, und als wir sie am nächsten Vormittag abholten und fragten, wie es war, guckte sie uns an mit dem Ausdruck: „Ich verstehe die Frage nicht.“
 
Manchmal überraschen mich meine Kinder auch in die andere Richtung. Dann traue ich ihnen locker längst etwas zu, was sie sich aber doch noch nicht trauen. Ihr kennt das vermutlich alle in beide Richtungen und kennt auch trotzdem das Grundgefühl, das ich meine: Ich kenne meine Kinder.
 
Auch wenn Ihr mich jetzt vielleicht hasst, muss ich sagen, dass Maple wirklich gut schläft. Sie schläft schnell ein, und wenn sie wach wird, genügt schon meine Stimme oder meine Berührung, und sie schläft innerhalb weniger Sekunden wieder tief und fest. Sie hat einen für uns angenehmen Rhythmus, geht nicht wer weiß wie spät schlafen und schläft auch nicht ewig lang (aber auch nicht zu kurz). Ich hatte das dankbar angenommen und bin mir dieses Glücks auch bewusst. Das liegt daran, dass ich es in diesem Fall tatsächlich schaffe, nicht nach oben zu vergleichen, denn dann hätte ich auch feststellen können:
 
Maple schläft nicht alleine ein.
Ich präzisiere: Maple schläft nur mit Körperkontakt ein.
Ich präzisiere: Maple schläft nur mit engem Körperkontakt ein.
Maple schläft nicht durch. In ihrem fünfjährigem Leben kann ich die Durchschlafnächte an einer Hand abzählen. (Damit meine ich vom abendlichen Einschlafen bis zur morgendlichen Aufstehzeit.)
 
Maple geht eigentlich nur mit mir schlafen, außer in Ausnahmefällen, wenn sie widerwillig und mit deutlichem Protest und Papa-Ablehnung auch mal mit Papa schlafen geht. In Ausnahmesituationen ist sie sogar schon das eine oder andere Mal alternativlos allein eingeschlafen. Zum Beispiel als ich mal alleine war abends und die brüllende Coco, damals Säugling, auf dem Arm hatte und vor Maples Bett herumgetragen habe. Als Maples kleiner Körper gar nicht mehr konnte, nicht mehr warten, nicht mehr hinter mir her laufen mit ebenfalls ihrer Puppe auf dem Arm (was ich sehr kompetent fand), da ist sie eingeschlafen. Inzwischen kann man es ihr sogar erklären, und sie spürt dann die tatsächliche Alternativlosigkeit. Dann liegt sie im Bett, und derjenige von uns Eltern, der alleine mit beiden Kindern zu Hause ist und sich um die kranke Coco kümmern muss, kommt immer wieder zu ihr herein, und irgendwann ist sie halt eingeschlafen. Sie ist alt genug, um zu begreifen, wenn es mal einfach nicht anders geht.
 

 

Nun zu meinen Vorstellungen:

1. Ohne Babyfon

Maple ist fünf Jahre alt. Ich gebe zu, es ist kein Mutterinstinkt, sondern eine Konvention, die da in mir greift, aber ich finde, mit fünf kann es auch ohne Babyfon gehen. Ich kenne einige Eltern, die nie ein Babyfon hatten. Die einfach die Tür offen ließen. Klar muss man dann als Kind schon etwas lauter sein, bis man gehört wird (je nach Wohnsituation), wohingegen ein Babyfon ja schon anschlägt, wenn Kinder mal aufstöhnen oder reden im Schlaf oder leise wimmern. Unsere (im Babyalter krassen) Erfahrungen haben uns tausendmal gelehrt, sofort hinzugehen und nicht zu warten, ob das Baby sich auch selbst beruhigen kann. Jede Sekunde, jede Steigerung der Intensität des Weinens hat die Zeit, bis unsere Babys sich wieder beruhigen konnten, exponential in die Länge gezogen. Es eskalierte bei unseren Kindern schnell, um nicht zu sagen: sofort, und wir taten gut daran, es nicht so weit kommen zu lassen. Es rächte sich jedes mal. Im jetzigen Alter von Maple und Coco ist das was anderes, und Maple beruhigt sich manchmal auch schon selbst, und auch Coco macht das manchmal (selten). Aber aus der Gewohnheit heraus hatten wir immer Babyfone im Betrieb, für jedes Kind, für jedes Familienbett eines. Maple weiß, dass wir sie darüber hören.
 

 

2. Nicht in einem Bett

Ich möchte wieder friedlicher schlafen. Es ist mir einfach zu eng neben ihr, und das hat eine Grenze erreicht, die ich nicht mehr hinnehmen möchte. Ich glaube, sie kann auch alleine schlafen, wenn sie sich sicher fühlt. Es ist auch ein Stück weit Bequemlichkeit, dass ich bei ihr schlafe, weil die Überwindung so groß ist, bei Weinen sich aufzurappeln und rüber zu gehen, sie eine Sekunde zu beruhigen, um dann wieder zurückzugehen, sich wieder hinzulegen und weiterzuschlafen. Also der klassische Familienbett-Vorteil.
 
Neulich, als wir ein Wochenende am Meer waren, ist allerdings etwas Interessantes passiert: Sie wollte nicht im Familienbett schlafen, sondern im Hochbett. Das haben wir ja zu Hause nicht, sie kennt es aber von Freundinnen und Freunden und findet das natürlich toll. Wir überließen ihr die Entscheidung, denn das Bett war ja nur 90 cm breit und daher war klar: Da passe ich nicht mit rein in der Nacht. Klar war jedoch, dass ich sie wie immer mit engem Körperkontakt in den Schlaf begleiten würde. Erst wenn sie schlafen würde, wäre sie in dem Bett da oben allein. Sie überlegte – Hochbett oder Familienbett – und hatte dann eine klare Vorstellung: Ja, sie wolle da oben alleine schlafen, aber nur wenn ich in dem Bett unter ihr schlafe (also nachts nicht spürbar). So haben wir es dann gemacht, und es klappte gut. Sie meldete sich ein paar mal nachts, ich reagierte aber nur das eine Mal, als es in Weinen überging, und deckte sie zu. (Der Klassiker bei ihr: Sie strampelt/wälzt sich aus der Decke und wird dann wach, weil sie friert, ist aber nicht wach genug, um sich die Decke wieder zu nehmen.)

 

3. Weniger symbiotische Einschlafbegleitung

Bei der Gelegenheit fiel mir auf, dass wir eigentlich auch mal das enge Einschlafen etwas lockern könnten. Denn wenn ich ehrlich bin, bin ich manchmal neidisch auf die Eltern, bei denen die Kinder einfach selbst schlafen gehen und die zeitlich NICHTS vom Abend einbüßen. Bei uns ist es oft so, dass wir wegen der Einschlafbegleitung liegend unter der Bettdecke selbst irgendwann mit einschlafen und dann erst wieder eine oder zwei Stunden später wachwerden, das heißt, da gehen gerne so 1-3 Stunden bei drauf.
 
Nun würde ich nicht zu Maple sagen: „Geh mal alleine schlafen, das machen A, B, C, D … Z ja schließlich auch.“ Aber ich hatte mir vorgestellt, ich könnte ja auch bei ihr auf der Bettkante sitzen und vorlesen und ihr über den Rücken und Kopf streicheln, während sie einschläft. Ist ja auch Körperkontakt, nur halt nicht in Löffelchenstellung (oder wie Maple sagt: „Einrollen!“). Sicher würde ich bei der Variante nicht ganz so schnell mit einschlafen und den halben Abend verlieren.

 

4. Im anderen Raum schlafen

Ich träume ja davon, dass Maple im Bedarfsfall einfach selbst herüberkommt ins Schlafzimmer und sich dazu kuschelt. Das wäre so genial. Ich bräuchte nicht aufzustehen. Seit wenigen Wochen steht Maple morgens, wenn sie selbst wach wird, alleine auf und kommt raus, was für uns etwa das Zusammenfallen von Weihnachten, Ostern, Geburtstag, Karneval und Silvester ist. Der Stolz steht ihr ins Gesicht geschrieben, sie sieht unsere Freude (und selbst Coco hat das heute mit demselben Triumphgefühl getan! Ich lobe mir den Schlafsack, aus dem die Füße herausschauen und dass sie jetzt an die Türklinke kommt). Maple wird sogar fuchsteufelswild, wenn wir sie wecken, obwohl sie schon so halbwach ist (aber noch zu müde, um aufzustehen). Sie flippt völlig aus, weil sie doch ALLEINE aufstehen wollte. (Wir wecken sie z. B. deshalb, weil es sonst knapp wird morgens. Davor haben beide aber ausgiebig Gelegenheit, selbst aufzustehen.)
 
Morgens ist selbst aufstehen aber natürlich leichter, weil es hell ist und weil klar ist: Ein neuer Tag ist da, jetzt sind oder werden alle wach. Nachts ist es dunkel, alles etwas unheimlicher, man ist eh verschlafen und will geborgen wieder einschlafen und soll dann auch noch so taff sein, selbst aufzustehen gegen die Müdigkeit und Sehnsucht nach Geborgenheit und vielleicht auch Angst, weil man etwas Unheimliches geträumt hat, und durch die ja doch recht dunkle, stille Wohnung allein die Eltern suchen und ins Schlafzimmer gehen.
 

 

So habe ich mir das vorgestellt

Toll fände ich, wenn Maple demnächst einschlafbegleitet im eigenen Hochbett schläft, die Tür nicht geschlossen, und bei Bedarf selbst kommt. Babyfon bräuchten wir nicht. Klingt einfach, ne? In meiner grenzenlosen Naivität twitterte ich heute Morgen den Gedanken, die Babyfon-Fee könnte ja ein Hochbett bringen.
 

 

Aber die Rechnung hatte ich natürlich ohne Maple gemacht.

Es war auch ein bisschen unreflektiert von mir, denn was ich mir da vorgestellt hatte, ist für Maple natürlich viel auf einmal. Es ist nicht eine herausfordernde Veränderung, sondern vier:
 
1. Nicht neben Mama schlafen
2. nicht mal mit Mama in einem Raum schlafen
3. weniger Körperkontakt bei der Einschlafbegleitung
4. Babyfon weg
5. Selber kommen, wenn was ist. Nicht gehört, nicht „gefunden werden“.
 
Wir sprachen über meine Ideen, und sie war sofort verängstigt, wechselte in den Baby-Klammer-Modus, und da merkte ich: Ok, das überfordert sie jetzt. Ja, es ist ja auch alles neu. Aber das war es nicht nur. Nicht nur die Veränderung an sich machte ihr Angst. Einzelne Teile davon sind ihr einfach noch nicht geheuer.
 
Auch hierzu gab sie mir differenzierte Rückmeldungen:
 
Hochbett: „Ja, das will ich, aber (erst) bald.“
 
Mama schläft im Schlafzimmer: Ganz schwierig. Offenbar hatte ich beim Meer-Wochenende zu oberflächlich gedacht mit der Annahme „Wenn ich nicht in ihrem Bett bin, bin ich auch nicht spürbar.“ Offenbar macht es für sie einen erheblichen Unterschied, ob ich in einem separaten Bett direkt unter ihr liege oder in einem anderen Raum.
 
Babyfon weg: Keine Chance. Richtig Angst. Wir könnten sie nicht hören, sprich, wenn sie uns braucht, könnte es sein, dass niemand kommt, dass sie allein bleibt. Eine Horrorvorstellung für sie. Alleine zu kommen, ist plötzlich meilenweit weg in ihrer Vorstellung. Vielleicht hatte sie die zwei oder drei Male, als sie selbst rüber kam, das Wissen des Babyfons als Netz und doppelten Boden und Sicherheitsgarantie im Kopf, ob bewusst oder nicht, die es ihr ermöglichte, selbst den nächsten Schritt zu gehen, obwohl – oder vielleicht eher: WEIL sie nicht musste. Das wäre ganz typisch für meine Kinder und übrigens auch für mich. Unter Druck geht nix. Ist der Druck weg, ist alles möglich. Wir einigten uns darauf, das Babyfon anzulassen und die Tür trotzdem ein Stück zu öffnen – falls sie selbst kommen möchte.
 
Einschlafbegleitung mal anders: Nicht sehr beliebt. Ich glaube, anfangs war sie nicht sicher, dass ich trotzdem bei ihr bleiben würde, bis sie schläft. Als ich ihr das dann immer wieder gesagt habe, ging es besser. Trotzdem spürte ich, dass sie sich nicht fallenlassen konnte, auf der Hut blieb. Es störte sie auch, dass die Tür (wie immer) geschlossen war, denn wir hatten ja ausgemacht, dass sie offen bleiben sollte. Ich saß auf dem Bett, las vor, und als ich mit Lesen fertig war, saß ich da und kam mir selbst ein bisschen verloren vor. Ich hing etwas in der Luft, und ich hatte auch keine Lust, dort ewig zu verharren.
 
Da hatte ich die Idee, dass es vielleicht leichter sein könnte, wenn ich ein paar Dinge tat, sie meine normalen Geräusche hören und dabei vielleicht friedlich einschlafen könnte. Es passte ganz gut, dass mir auffiel, dass ich noch dreckige barfuß-Spielplatz-Füße hatte, und ich sagte ihr, ich würde mir die kurz waschen. Das war überhaupt kein Problem, null Klammern. Als ich wieder kam, machten wir die Schildkröte an, die an die ganze Zimmerdecke und an die Wände Sterne projiziert. Maple liebt diese Lampe, und ich hatte den Eindruck, es war einfach schöner Input für die Augen, der von der Situation „alles neu und vorher war doch alles so vertraut“ ablenkte. Wir betrachteten den Sternenhimmel, und ich sagte: „Ach weißt Du, wenn Du Dir noch ein bisschen die Sterne anschaust, könnte ich ja noch eben die Spülmaschine ausräumen.“ Aber nix da. Jetzt klammerte sie. Irgendwann warf ich meine Pläne halb über Bord und beugte mich über sie, sodass wir doch mehr Körperkontakt hatten, obwohl ich saß. Ich spürte, dass sie mehr Geborgenheit brauchte und mir bereits weit entgegengekommen war. Irgendwann sagte sie mit Mimik und Stimmenklang, als müsste sie sich sehr zusammennehmen: „Ich find traurig, wenn wir das jetzt immer so machen wie heute.“ Und ich sah, dass sie ihre Mundwinkel nicht oben halten konnte, Tapferkeit hin oder her.
 
Ich glaube, was sie verstanden hat, denn da bin ich auch in mir selbst sehr klar, ist, dass ich nicht mehr mit ihr in einem Bett schlafen kann, weil ich da nicht zur Ruhe komme. Ich vermute, das respektierte sie, so wie Kinder persönliche Grenzen immer besser respektieren als irgendwelche Normen. Und dies ist die einzige persönliche Grenze. Ob Hochbett, Babyfon oder selbes Zimmer – all das wäre ok für mich, aber eben nicht das, was erholsamen Schlaf verhindert.
 
Und so komme ich zum Schluss: Wir werden das langsam machen, Schritt für Schritt, und zwar in dem Tempo, das Maple uns vorgibt. Wie immer. Ich weiß ja, dass es der beste Weg, und wenn ich tief in mich hineinhorche: auch der EINZIGE Weg ist, der funktioniert. Maple, das kompetente Kind, hat uns in ihrem fünfjährigen Leben immer wieder eindrucksvoll gezeigt: Wenn man ihr ihr eigenes Tempo lässt, wächst sie über sich hinaus.
 
Auf diese Weise entschied sie, bei Oma zu schlafen, brachte sich selbst Radfahren bei, verkündete damals, sie wolle in einen Schwimmkurs ohne Eltern für Vierjährige, fuhr irgendwann plötzlich doch Laufrad, erklärte, nachts brauche sie keine Windel mehr und so weiter.
Wir müssen ihr vertrauen. Und das werden wir.
 
Aktuell ist die Situation: Einschlafbegleitung mit etwas weniger Nähe (neu), das Babyfon ist an (wie immer), die Tür ist offen (neu). Ich werde bei Karl schlafen (neu) und zu Maple gehen, wenn sie durchs Babyfon ruft (wie immer). Je nach Müdigkeit und auch danach, wie Maple sich verhält, werde ich entweder bei ihr bleiben oder zurück ins Schlafzimmer gehen. Ein Hochbett wird sie dann bekommen, wenn sie es sich wünscht.
 
Jedes Kind wird schlafen lernen. Auf dem ihm eigenen Weg.
 
Eure Mo
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Ein Rant auf … ach ich weiß auch nicht.

Ein Rant auf … ach ich weiß auch nicht.
Wenn man sich den Arsch aufreißt, aus Überzeugung, muss es dann nicht auf irgendwie mal gut sein? Immer wenn das ein Elter denkt, fällt irgendwo ein Kind lachend auf die Turnmatte und schreit: „Mama! Guck doch mal!“
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Fragen über Fragen - an mich

Fragen über Fragen - an mich
Die sehr lesenswerte Mama Juja hat Fragen gestellt. Und dichten soll ich auch noch. Und wisst Ihr was? Jetzt hab ich ne Schreibblockade. In meiner Abiprüfung Mathe hab ich an der Stelle die Wurzel aus Null gezogen. Und das mach ich hier auch. Ab in die Psychoprüfung: Der Liebster Award! Ich liebe den Bloggerflausch.

 
 
Tasse von Claus Peter
 
 
Bekanntermaßen liebe ich Fragebögen. Das kommt daher, dass ich auch Fragen liebe. Dann fang ich mal an. Hab noch keinen Plan. Über die langsame Verfertigung der Gedanken beim Reden Schreiben.
 
Das sind Jujas Fragen an Lottes Motterleben, Frau Papa, Liebseeligkeiten Oma und mich:
 
  1. Versuche ein Gedicht zu schreiben, das Dich möglichst genau (entweder in Form oder Inhalt oder beides) trifft. Bitte.
 
Da ich ein wandelndes Zitate-Lexikon bin, fallen mir gleich tausend Beispiele ein, wo Menschen mich besser beschrieben haben, als ich es selbst könnte. Das ist eines meiner Lieblingsbeispiele:
 
Mehr Licht!
(Goethe)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Mehr nicht
(Brecht)
 
Und in eigenen Worten:
 
Die Liebe ist alles, und alles ist nichts,
wenn nichts, nur die Liebe, abhanden gekommen.
Beklommen, verschwommen zur Kenntnis genommen:
Die Liebe ist: Mama. Und niemals zerbricht's.
 
  1. Welches ist Dein liebster Duft?
 
Wald. Meint man vielleicht nicht, weil ich ein Stadtkind bin. Aber der einzige Duft, den ich immer riechen kann, selbst noch unter Hyperemesis gravidadum mit Ausrufezeichen, ist der Geruch von Wald. Es gibt allerdings noch einen weiteren Duft, der hier erwähnt werden muss, da er Glück explodieren lässt: der Duft von Cocos Köpfchen, wenn sie die Nacht über in Karls Achselhöhle gekuschelt geschlafen hat. Mein Leben als Duft.
 
  1. Was verbindest Du damit?
Alte Krankheit: Ich kann keine Frage ohne Begründung beantworten. Also siehe oben.
 
  1. Wie hast Du Dir dieses Erwachsensein vorgestellt, als Kind?
 
Gar nicht. Übers Erwachsensein hab ich mir als Kind nie Gedanken gemacht. Aber mit 16 fing es an, nämlich als mein 7 Jahre älterer, sehr attraktiver Freund (sein jüngerer Bruder hatte mich gerade abgeschossen) mich aus der Loser-Szene der hässlichen kleinen Entlein-Streber in die aus meiner Sicht High Society der Erwachsenenwelt beförderte. Seit diesem Moment, und tatsächlich wird mir das erst jetzt, in diesem Moment klar, renne ich den Älteren, Erwachseneren, Ernstzunehmenderen hinterher. Ich bin gefühlt immer noch die, die halt noch 7 Jahre jünger ist und noch nicht so richtig dazugehört. Ich bin 38 und habe immer noch nicht das Gefühl dazuzugehören. Fühle immer noch dieses Defizit. Aber es wird weniger. Ich freue mich über Falten wie Nina über Orangenhaut.
 
  1. Sport oder Kunst?
 
Genuss. Und der fällt mir bei Sport leichter. Allerdings bin ich da sehr wählerisch. Sport aus Disziplin, weil gesund und um keine gesellschaftlich verbotene Walmutter zu sein, kann ich nicht. Dazu bin ich viel zu undiszipliniert. Aber Sport, der so unfassbar schön ist, dass längst alle Muskeln zittern und streiken, aber man nicht aufhören kann, dieser Sport, der ist was für mich. Tanzen. Ästhetik. Sich spüren können. Schönheit. Ausdruck.
 
Ich kotze bei Wettbewerbssportarten.
 
Bei Kunst finde ich das Ganze schwieriger. Sie berührt mich nicht, erstaunlicherweise. Ich habe keinen Zugang zu Kunst. Kunst, bei ich schwach werde, ist in der Regel in Typografie gegossene Poetik. Einer meiner Lieblingskünstler ist Claus-Peter.
 
 
 
  1. Welchen Menschen (außer deiner engsten Familie) würdest Du am liebsten in der Hosentasche immer dabei haben?
 
Die, mit denen ich gern eine Kommune gründen würde. Alle über Blogs oder Twitter kennengelernt. Gott sei Dank passt ihre Repräsentation in die Hosentasche. (Was gegen Kleider spricht.)
 
  1. Dein peinlichster Fauxpas?
 
Keine Ahnung, ehrlich gesagt. Vermutlich verdrängt.
 
  1. Dein größter Erfolg?
 
Meine Kinder sind schon jetzt, mit 2 und knapp 5, mitfühlende, soziale, liebevolle Wesen. Ich glaube, das hat etwas damit zu tun, dass wir ihnen die Möglichkeit dazu gegeben haben und weiterhin geben, sich so zu entwickeln. Und dass das zu gelingen scheint, macht mich sehr stolz. Das ist mir so, so wichtig.
 
Ich habe lange überlegt, welcher Erfolg der größere ist. Aber ja. Das mit meinen Kindern ist mein größter Erfolg. Das ist ein noch größerer Erfolg als die Tatsache, dass wir es Maple ermöglicht haben, einen Weg aus den Schmerzen heraus zu finden. Zweimal. Erst aus den primären Schmerzen mit allseits verleugneter organischer Ursache und dann noch mal aus den daraus resultierenden, erlernten Schmerzen ohne organische Ursache. Gegen alle „Medizin“ und „ÄrztInnen“. Natürlich haben wir das nicht allein getan. Aber wir haben nicht aufgegeben, bis wir jeweils jemanden gefunden hatten, der bzw. die Maple helfen konnte.
 
  1. Lieber frieren oder in dicker Jacke scheiße aussehen?
 
Nie wieder frieren. Nie. wieder. frieren. Außer natürlich für meine Kinder. Wie neulich, als wir uns ohne Handy, Portemonnaie oder irgendwas in einer fremden Stadt verpassten, Karl und ich. Karl mit Coco im Auto, ich mit Maple draußen, weil sie noch mal dringend Pipi musste, das Parkticket aber schon bezahlt war und die Ausfahrt drängte. Als ich ihr, während wir nach Karl suchten, meinen Daunenmantel anzog und deshalb nur noch ein Baumwollkleid anhatte. Bei minus 2 Grad. Die sich für mich noch viel kälter anfühlen.
 
 
 
Mo Zart
Kragen hoch
 
  1. Hundemensch oder Katzenmensch?
 
Hundemensch. Ich bin ohne Tiere aufgewachsen, meine Eltern hielten nichts von Tieren, die machen nur Dreck. Ich hatte große Angst vor Hunden. Eines Tages öffnete mir mein 7 Jahre älterer Freund die Tür, und da stand eine Schäferhündin. Aus dem Tierheim. Ich hatte eine Zehntelsekunde Panik, dann war da Seelenverwandtschaft. Die Hündin und ich waren einander so nah, sie war eine gebrochene Seele, hatte vor allem Angst und bei mir spürte sie Liebe und Sicherheit. Und ich bei ihr. Manchmal denke ich, Maple war in ihrem früheren Leben diese Hündin. Sie waren einander unglaublich ähnlich. Als ich meinen Freund zwei Jahre später verließ, mit einem Rest Selbstachtung und um meine Seele zu retten, musste ich auch die Hündin verlassen. Es brach mir das Herz.
 
  1. Was macht Dich glücklich?
 
Liebe. Nähe. Innigkeit. Wärme. Geborgenheit. Staunen. Schönes teilen. Sich verstanden fühlen. Sich selbst spüren können. Intensität. Flow. Inspiration. Wahrheit.
 

So, und jetzt meine Fragen an Euch:

 
1. Was macht Dich zum Menschen?
2. Wenn Du träumen könntest: Wie sieht Dein Leben in 10 Jahren aus?
3. Wofür bist Du dankbar?
4. Wobei steht die Zeit für Dich still?
5. Was tut Dir gut?
6. Worauf freust Du Dich im Frühling?
7. Was wäre der ideale Job für Dich? („Job“ umfasst dabei alles: von Nichtstun in der Hängematte über Ehrenämter, Familienzeit und Nebenjob bis hin zu US-Präsidentin.)
8. Wenn Du frei wählen könntest, finanziell unabhängig: Bei welchem Modell hättest Du ein gutes Beruf-Familie-Balance-Gefühl? (Kann natürlich auch Fulltimejob oder Vollzeit-Mama bedeuten!)
9. Deine beste Mama-Version unterhält sich mit Deiner fiesesten Mama-Version. Was sagen sie?
10. Dein Leben als Film. Wie heißt er, und wo läuft er?
11. Wofür brennst Du?
 
Anmerkung: Männer (entsprechend Väter) sind ausdrücklich mitgemeint.
 
Bis zu elf Personen darf ich nominieren. Ich nominiere 19. Meine Therapeutin sagt: „Sie dürfen alles entscheiden.“ Alle, die absolut unbedingt notwendig sind, und die, die ich mit diesen Fragen gern besser kennenlernen möchte.
 
  1. Meine 2kindchaos-Bloggerkollegin Esme Scott
  2. Sonnenschein vom Blog Wachsen und Lernen
  3. Quirlimum Sandy
  4. Meine 2kindchaos-Bloggerkollegin Rote Zora
  5. Bella vom Blog Freiraumkind
  6. Julia aus der Guten Kinderstube
  7. Nochmal Sonnenschein: Shynarja vom Blog Sonnenshyn
  8. Zesyra vom Blog Nooborn
  9. Christine vom Blog Pusteblumen für Mama
  10. Lela vom Blog Nahtkäfer
  11. 2kindchaos-Bloggerkollege Sepp Karachow
  12. Nina vom Blog Frau Papa
 
Ist man weniger wert, wenn man nur eine unter 19 ist statt unter 3 oder 7 oder 11? Alle Mehrfacheltern können diese Frage beantworten, denn sie kennen die Sorge „Ich kann meine unendliche Liebe zu meinem Kind doch nicht teilen!“ Und dann erfahren sie, dass man für jedes Kind wieder ein neues, zusätzliches Unendlich-Kontingent bekommt. Jeder Mensch ist es einzeln wert, als einziger nominiert zu sein. Und ich hoffe, dass Ihr alle mitmacht! Aaalleeee!
 

Und so geht’s:

 
  • Beantwortet die Fragen, nominiert selbst (bis zu 11) weitere Menschen und stellt ihnen Eure eigenen Fragen.
  • Verlinkt Eure Texte mit den Antworten bitte gern im Kommentarfeld.
  • Verlinkt die Blogs, deren kreative Köpfe Ihr selbst nominiert, in Eurem Text.
Ich freue mich sehr auf Eure Antworten! Juhu!
 
Eure Mo
 
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Wie ich vor 15 Jahren zu meinem heutigen Ich sprach

Wie ich vor 15 Jahren zu meinem heutigen Ich sprach
Gerade bin ich in einer Phase, die das Durchhalten schwer macht. Vieles, was endlich besser wurde, ist wieder schlechter, und da alles mit allem zusämmenhängt, reicht eine einzige Ursache: ein Winter voller Infekte. Das haut die Kinder raus, die statt Selbstständigkeit den Arm wählen, was meine körperliche Baustelle wieder verschlimmert, weswegen ich umso mehr Pausen brauche, die aber umso schwieriger möglich sind - und so weiter. Da fällt mir heute beim Ausmisten ein kleiner Block in die Hände, auf den ich, vermutlich während eines Seminars, ein paar Zeilen geschrieben habe. Botschaft: Halte durch! Hier kommt das kleine Gedicht aus dem Jahr 2001:
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Shame on me: Ich bin eine Cappuccino-Mutter

Shame on me: Ich bin eine Cappuccino-Mutter
Auf den ersten Blick würde ich das natürlich weit von mir weisen. Denn ist eine Cappuccino-Mutter nicht eine, die weiter, halt teure Kinderwagen schiebend, ihren Latte Macchiatos süppelt und ihr bisheriges Leben weiterlebt, wobei das Kind sie bitte nicht zu stören hat? Nein, das bin ich nicht. Und: Ja. Genau das bin ich.
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