Mo steht auf Assi - Slang und auf Nutellabrot mit Banane. Ansonsten ist sie Inhaberin der Schwarzen - Humor - Platincard, denn sie hat seit der Geburt ihrer ersten Tochter Maple (4) so richtig das volle Programm mit Schreikind und intoleranter Umwelt. Verheiratet ist sie mit dem Weltbesten Ehemann Karl Rotten und außerdem ist da noch Coco (2), geboren im Zeichen des Glückskeks. Mo twittert übrigens leidenschaftlich gern.

Meine Eltern können mir gestohlen bleiben

Meine Eltern können mir gestohlen bleiben
Geht es Euch auch so, dass Ihr den Mist, den Ihr als Kind erlebt habt, funktional und zuverlässig verdrängt hattet? Und kaum ist man schwanger oder bekommt Kinder, spätestens dann, trifft einen das sorgsam Verdrängte mit voller Wucht. Hier erzähle ich Euch, warum ich den Kontakt zu meinen Eltern abgebrochen habe.

 
 
Solche Bilder kann ich kaum aushalten: ich in den Armen meines Vaters
 
 
 
Dieser Beitrag ist Bestandteil der Blogparade, den Tante Emma auf ihrem Blog Gemischtwarenladen zum Thema gestartet hat. Meine Therapeutin hält das für eine überaus gute Idee. Und ich auch.
 
Puh. Ein glückserfüllter Tag liegt hinter mir, und ich bin nicht sicher, ob ich ihn mir versauen will. Andererseits brauche ich vielleicht genau die Kraft, die ich gerade habe, um das überhaupt anzugehen. Die Beziehung zu meinen Eltern. Schon allein, diese Worte zu schreiben, mit den Assoziationen an die konkreten Personen, ist für mich, wie in eine Kiste voller Würmer zu greifen. Mehr Aversion geht fast nicht. Und es sind – meine Eltern. Wie konnte das passieren?

 

Rückblick: Frieden geschlossen

Vor ein paar Jahren war noch „alles gut“. Meine Mutter ist ein Fall für sich. Ihre eingebildete Unabhängigkeit steht im krassen Kontrast zum faktischen Gegenteil, und ich ertrage das alles nur mit jemandem an meiner Seite und einer guten Portion Humor, den ich allein nicht aufbringe. Mein Vater war in meiner Kindheit ein unfassbar autoritäres Arschloch, den ich hasste und vor dem ich Angst hatte. Später gelang es uns, mit viel Distanz auf schriftlichem Weg auf der intellektuellen Ebene eine sonderbare Art von Nähe herzustellen, während ich mich von meiner Mutter immer weiter entfernte. Es gab überhaupt keine Basis.
 
Es gelang mir, meine von außen betrachtet behütete Kindheit und Jugend mit ordentlichem Elternhaus zu verdrängen und die Treffen mit meinen Eltern, besonders zu Weihnachten, als friedlich und geborgen zu erleben. Ungeachtet der Tatsache, dass meine Eltern es schafften, jedes zarte Pflänzchen eines aufkeimenden Selbstvertrauens nachhaltig niederzutrampeln. Sie pflanzten stattdessen in mir die bis heute wirksamen Botschaften „Du bist falsch so, wie Du bist – sei anders!“ und „Du bist nicht ernst zu nehmen!“ Rückblickend weiß ich, dass ich mich dabei vor allem davon leiten ließ, ihnen zu gefallen (vielleicht eine ungestillte Sehnsucht). Was andere über einen denken – auch das ist einer der wichtigsten Dinge, die mich meine Kindheit und Jugend gelehrt hatte. Solange ich in diesem Schema blieb, funktionierte das System.
 

 

Wenn Erwartungen enttäuscht werden

Dann wurde ich schwanger, und diese Schwangerschaft war ganz anders, als meine Eltern sich das vorgestellt hatten. Und das konnte doch nicht sein. Es ging mir gesundheitlich so schlecht wie noch nie in meinem Leben. Auch danach ging es mir körperlich nie wieder so mies. Ich litt unter Hyperemesis gravidarum, unterstrichen und mit Ausrufezeichen laut Mutterpass, und alles, einfach alles, war undenkbar. Es war beispielsweise unmöglich, zu meinem Gynäkologen zu kommen, um mich krankschreiben zu lassen. Ich wusste nicht einmal, wie ich vom Schlafzimmer in die Küche kommen sollte. Beim kleinsten Wimpernschlag (und das meine ich nicht bildlich) wurde die allgegenwärtige, alles bestimmende Übelkeit so übermächtig, dass ich keine Worte dafür finde. Meine Mutter kam eines Tages, um mich zum Arzt zu begleiten (einer der erfolglosen damaligen Versuche: Infusionen). Unter Aufwendung all meiner Kräfte versuchte ich, mich fortzubewegen, ohne irgend etwas an mir zu bewegen. Im Fahrstuhl hockte ich mich hin. Andere Menschen stiegen zu, und meine Mutter starb fast vor Scham. Sie schämte sich so sehr für mich, machte verlegene Witze über mich, weil sie den Gedanke, was wohl die Leute denken könnten, kaum aushalten konnte.
 
Sie ermahnte mich, mich im Ton zu mäßigen. Sie sagte, das könne doch alles gar nicht sein. Die Schwangerschaft sei doch eine Zeit der Freude. „Das ist doch alles eine Kopfsache.“
 
Von solchen Situationen gab es unzählige. Ich war maximal verletzbar. Ich lag physisch und psychisch am Boden, und meine Eltern schlugen zu, vor allem meine Mutter.
 
Ich bekam Alpträume, immer wieder dieselbe Situation. Ich fuhr im Auto, meine Mutter neben mir, ich verlor in der Wüste die Kontrolle über den Wagen, denn egal, wie ich lenkte, das Auto fuhr, wohin es wollte, es gab keine Verbindung zwischen Lenkrad und Rädern. Meine Mutter schrie mich im Traum die ganze Zeit an, ich solle doch lenken, verdammt! Und ich lenkte und lenkte, ohne irgendeine Wirkung. Ohnmacht. Ohnmacht, das bestimmende Gefühl unserer „Beziehung“. Und alles kam wieder hoch.
 

 

Das Urtrauma

All die Situationen in meiner Kindheit, in der ich, völlig unterlegen, versuchte, mein Handeln zu begründen, und keine Chance dazu bekam. Nur das drohende Gesicht meines Vaters ganz nah vor meinem, der schrie: „Haben wir uns verstanden?!“ und die erhobene Hand, zum Schlag auf den Hinterkopf bereit. Ich, die ich tränenüberströmt und panisch vor Angst ansetze zu erklären: „Ich wollte -“, Schlag auf den Hinterkopf, mein Vater: „HABEN WIR UNS VERSTANDEN?!“ und ich, verängstigt und weinend, noch ein Versuch: „Ich wollte ...“ Nächster Schlag. „OB WIR UNS VERSTANDEN HABEN?!“ Eine andere Antwort als ein blind gehorsames, kleinlautes „ja“ war nicht erlaubt. Es war das Einzige, was weitere schmerzende und entwürdigende Schläge verhindern konnte. Das Schlimmste daran war die Ungerechtigkeit, die Ohnmacht. Die Unmöglichkeit zu erklären. Gezwungen zu sein, sich selbst zu verleugnen. Nicht die Wahrheit sagen zu können, etwas sagen zu müssen gegen jede Überzeugung und Wahrheit. Das einzige, was mir, unterlegen und entwürdigt, blieb, war, die Zimmertür zuzuknallen, was ich natürlich umgehend bitterlich bereute.
 
Das war die eine Seite. Das war mein Vater.
 

 

Du bist falsch“

Meine Mutter war nicht gewalttätig. Aber sie hat sich auch nicht vor uns gestellt. Und das oben beschriebene Verhalten meines Vaters gab es ebenso, wenn mein Bruder bei der Klavierstunde zu Hause (mein Vater brachte ihm auf die ihm eigene pädagogische Weise Klavierspielen bei) „nicht gut genug geübt“ hatte und sich beim Vorspielen verspielte, die falschen Tasten traf, zu schlecht spielte. Zack, Schlag auf den Hinterkopf. Nochmal. Wieder nicht geklappt? Zack, Schlag auf den Hinterkopf. Natürlich kann man unter solcher Behandlung sein Können am besten unter Beweis stellen. Nicht. Meine Mutter ließ ihn gewähren, mit allem. Auch mit Verhauen, wenn wir wirklich etwas angestellt hatten, etwas kaputt gemacht hatten oder so. Von den milderen Entwürdigungen wie „Stell dich in die Ecke und schäm dich“ (was auch genau so umzusetzen war) mal gar nicht zu reden.

Und, was meine Mutter auch sehr gut konnte, war, deutlich zu zeigen, wenn wir nicht ihren Erwartungen entsprachen, besonders ich, das Mädchen.
 
1. Meine Mutter wollte eine Tochter, die raus ging, auf Bäume kletterte, vor Mut strotzte, sich dreckig machte, robust war. Leider war ich das nicht. Mit 14 schrieb ich mein erstes kleines Buch, was meine ganze Klasse las. Ich malte, ich zeichnete, ich las viel und schrieb viel und tanzte und sang für mein Leben gern. Kommentar: „Immer bist Du nur drinnen und bist am Lesen oder am Schreiben. Geh doch mal raus, auf Bäume klettern!“
 
Ich war in einer Musikgruppe, wo wir unter anderem ein Musical aufführten, Tabaluga oder die Reise zur Vernunft. Wir hatten auch tolle Kostüme und tanzten. Ich LIEBTE es, ich blühte auf, ich gab alles. Und ich war gut. Ein anderes, superbegabtes Mädchen dort, hatte Eltern, die zu jedem Auftritt in der ersten Reihe standen vor Stolz auf ihre Tochter platzten. Meine Eltern kamen nicht.
 
2. Ich hatte nicht die Sanduhr-Figur wie meine Freundin, sondern ironischerweise die Figur meiner Mutter geerbt: eher gerade, schmale Hüften, lange Beine, keine Taille. Als wir mal zusammen Anziehsachen kaufen wollten (ich mochte immer schon extrovertierte Sachen, knallige Farben, viel Schwarz, sehr kurze Röcke etc., wohingegen sie den Modestil „Kannste nix mit falsch machen“ favorisierte – möglichst wenig anecken), sagte sie nach reiflicher Überlegung: „Das sieht ALLES nicht aus an Dir, das steht Dir alles nicht. Bei Dir stimmen die Proportionen einfach nicht.“
 
3. Meine Mutter hatte sich selbst sehr früh gebunden, Kinder bekommen und dafür ihren Traumberuf aufgegeben. Sie vermittelte mir in ihren Bewertungen, Warnungen, Vorhaltungen und mit ihrem Verhalten, dass ich möglichst alles anders machen sollte. Aber das tat ich nicht. Ich verliebe mich schnell und heftig. Ich lebe in engen, symbiotischen Paarbeziehungen auf und werde zur besten Version meiner selbst. Ich tue Dinge aus Leidenschaft und Überzeugung, nicht aus Vernunft. Und alle, in ihren Augen unvernünftigen, Bauchentscheidungen, die ich getroffen habe, stellten sich als richtig heraus und waren Türöffner für weitere wichtige Schritte in meinem Leben. Sogenannte Vernunftentscheidungen entpuppten sich oft als Sackgasse.
 
Bereits mit 14 liebte ich heftig und echt, kämpfte um einen Jungen, der sich nach wenigen Tagen Glück doch gegen mich entschied. Meine Welt brach zusammen. Ich saß im Hochhaus auf dem Fensterbrett in meinem Zimmer. Ich hatte ihm versprochen, ihn anzurufen, wenn ich jemals solche Gedanken hätte. Ich rief ihn an, sagte meiner Mutter, ich wolle nicht gestört werden, legte „Bist Du taub“ von Grönemeyer in Dauerschleife ein, setzte mich aufs Fensterbrett, Beine nach draußen, den Sprung vor Augen, und weinte und weinte und weinte. Er kam. Er war durch die ganze Stadt mit dem Fahrrad gerast und fix und fertig. Denn er hielt, was er versprach. Es war ihm nicht egal, wie ich mich fühlte. Ich glaube, diese Erfahrung war ein Schlüsselerlebnis für mich, auch wenn ich nach wie vor natürlich furchtbar traurig war. E r k a m. Meine Mutter öffnete ihm meine Zimmertür, sah mich da auf dem Fensgterbrett sitzen, und ihr einziger Kommentar war: „Du guckst zu viel Fernsehen!“ und schickte ihn weg.

 

Der Schwur an meine ungeborenen Kinder

All diese ganzen sorgfältig verdrängten Erinnerungen kamen wieder hoch, als meine Mutter in meiner ersten Schwangerschaft, ich darf sagen: Horrorschwangerschaft, diese Ohnmacht wieder erzeugte.
 
Ich wusste: Ich wollte ALLES anders machen. Ich wusste, ich WÜRDE alles anders machen, egal, was es mich kosten würde (aber so weit habe ich damals noch nicht gedacht). Ich schwor mir, ich würde meine Kinder ernst nehmen, egal wie klein sie waren. Ich schwor mir, ihnen positives Feedback zu geben und sie zu selbstbewussten Kindern zu machen. Ich wollte, dass sie ein positives Selbstbild haben. Dass sie Selbstwert haben, unabhängig von irgendwelchem Können oder Eigenschaften.
 
Und gleichzeitig stieg meine Verachtung für meine Eltern ins Unermessliche. Ich verlor jeden Respekt vor ihnen. Sie hatten, Startbedingungen hin oder her, gründlich versagt. Alles in mir trauerte um mich, über das, was sie mir angetan hatten. Und da sie selbst der Meinung sind, sie hätten ihren Job ganz gut gemacht, hatte ich keine Basis mehr. Keinen Respekt mehr, keine Achtung. Wenn ich mich mit ihnen traf, dann nie, weil ich es schön fand, sondern um ihnen einen Gefallen zu tun, um Erwartungen und Konventionen zu erfüllen. Und ich hatte immer dieses Gefühl: „Kannste doch nicht bringen, sind ja deine Eltern.“ Ich konnte sie nicht so krass enttäuschen. Eine Freundin meinte mal: Vielleicht, weil ich selbst so oft enttäuscht worden war? Weil ich weiß, wie sich das anfühlt?
 
Aber ich brauchte lange, um den Schritt zu gehen, sie aus meinem Leben zu entlassen. Ich tat das, weil ich mich von allen Menschen, die mir nicht gut tun, oder ja mehr noch, die mir schaden, verabschieden will. Ich habe lange und viel echt Heftiges ertragen in einer Zeit, in der ich sämtliche verfügbaren Kräfte, und die mit 1.000 multipliziert, brauchte, um durchzuhalten.
 
Da war erst die Schwangerschaft. Dann kam der Horror mit Maple, die ein neun Monate langes Martyrium hinter sich bringen musste, anders ist das nicht zu nennen. Weil sie, kaum geboren, unvorstellbare Schmerzen hatte, die kein Kinderarzt und keine Kinderärztin ernst nahm. Weil sie keine Ahnung hatten und weil es doch nichts geben kann, was sie nicht kennen. Erst nach endlosen 6 Monaten fanden wir nach Recherche jeder einzelnen Seite des weltweiten Internets, so kommt es mir vor, über Umwege und Zufälle einen Kinderarzt, Dr. Rüdiger Posth R. I. P., der uns glaubte, der wusste, was sie hatte, und der versuchte zu helfen (aber es war längst viel zu eskaliert) und der vor allem mit Maple mitfühlte, und auch mit uns.
 
Nach neun Monaten war es vorbei – aber dass es ein Ende haben würde und wann, das wussten wir ja nicht. Wir hatten alles, wirklich alles versucht, und alles blieb ohne Wirkung. Es war schlicht perspektivlos und dabei unaushaltbar. Diese Kombination ist tödlich.
 
Angesichts der Aussichtslosigkeit der Situation, jeglicher fehlenden Perspektive, dass es jemals aufhören würde, einer unbeschreiblichen körperlichen Anstrengung ohne Pause und der seelischen Höllenqual, täglich von morgens bis abends in das Hilfe suchende, schmerzverzerrte, brüllende Gesicht meines Säuglings schauen zu müssen, konnte ich nicht mehr. Es ist mehr, als man aushalten kann, und ganz ehrlich, seitdem verstehe ich, dass Menschen, die ansehen müssen, wie ihre Kinder gefoltert werden, sehenden Auges Diktatoren unterstützen. Karl sagte in der Zeit einmal heulend: „Ich würde alles tun, ALLES! Ich würde auch die NPD wählen, wenn es dann aufhören würde.“ Ihr könnt Euch meine Verzweiflung vielleicht vorstellen, und ich stand zweimal sehr knapp vor dem Suizid. Ich überlegte nur noch, ob ich mit oder ohne Maple von der Brücke springen sollte. Einerseits würde ich sie ihres Lebens berauben. Aber andererseits konnte ich doch mein Baby, das ich über alles liebte, das ich mehr liebte als mein Leben, nicht loslassen.
 
In diese Situation hinein, während dieser vielen Monate Horror, taten sich meine Eltern wieder mit ihrer Aussage „Das ist doch alles nur eine Kopfsache“ hervor. Auch sie glaubten uns nicht, dass es wirklich so schlimm sein sollte. Klar, Babys schreien schon mal. Sie bliesen ins selbe Horn wie die Ärzte. Das liege alles nur an uns unentspannten Eltern. Entspannte Eltern, entspannte Kinder, you know. Nur kurz, zur Aufklärung, Maples Darm war derart krank, dass die chronische Darmentzündung – untherapiert!! und ohne Schmerzmittel!!, die man uns verbot – nur noch als i-Tüpfelchen oben drauf kam.
 
Und meine Eltern fanden es ganz schön rücksichtslos von mir, nicht zu regelmäßigen Besuchen anzutanzen (sie könnten dann ja auch mal ein bisschen mit Maple im Kinderwagen spazieren gehen und uns entlasten. Ich lache im nächsten Jahrhundert über die Absurdität ihrer Vorstellung. Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht). Allen gegenüber sei ich empathisch, nur meinen Eltern gegenüber nicht.
 

 

Erster Kontaktabbruch: im Affekt

Auch schriftlich ließ mich mein Vater wissen, meine Mutter hätte doch solche Sehnsucht nach dem Baby. (Ich versuchte derweil, nicht von der Brücke zu springen.) Ich hatte die Nacht nicht geschlafen, ich hatte weder gegessen noch getrunken, noch Zähne geputzt oder mich gewaschen oder angezogen. Aber gut, dass die Oma ihre Babysehnsucht stillen kann, war schließlich wichtiger als mein Leben! In einem letzten Akt der Verzweiflung packte ich im Nachthemd mein brüllendes Baby ins Auto, fuhr die halbe Stunde unter einem Gebrüll, als ginge es um Leben und Tod, zu meiner Mutter, drückte ihr den Maxi Cosi in die Hand und sagte: „Hier. Jetzt kannst Du Deine Sehnsucht stillen!“ und ging. Meine Mutter freute sich. Davon, wie es mir ging, bekam sie nichts mit. Gar nichts. Meinem Vater schrieb ich eine SMS, ich hätte Maple zum Sehnsucht stillen vorbeigebracht, es sei ja auch egal, ob ich davor oder danach von der Brücke springe. Eisiges Schweigen, das war natürlich eine Unverschämtheit von mir. Meine Therapeutin bezeichnete es später hingegen mal als unterlassene Hilfeleistung, dieses Schweigen.
 
Als ich eine halbe Stunde später wiederkam, klärte mich meine Mutter auf: „Die schreit nicht, die knöttert.“ Sie hatte Maple auf dem Arm und – haltet Euch fest – weigerte sich, sie mir zurückzugeben. Auch nicht nach mehrmaliger Aufforderung. Es war wie in vertauschten Rollen, absurdes Theater. Als sei ich das Kind, sei ungezogen gewesen und bekäme deshalb nicht, was ich wollte. Ich war fassungslos. Es war MEINE Tochter! Ich war ihre MUTTER! Und sie gab mir mein Kind nicht zurück! Irgendwann sagte ich: „Du gibst mir jetzt sofort mein Kind zurück, oder ich hole ein Messer!“. Da gab sie mir die brüllende Maple, und ich verließ die Wohnung, sagte noch, dass ich mich nicht mehr melden würde und auch sie es unterlassen sollten.
 
Das war Kontaktabbruch Nr. 1. Ich weiß schon nicht mehr, in welcher geistigen Umnachtung ich mich befunden haben muss, den Kontakt wieder aufzunehmen, aber es war sicher irgendwas in Form von „Meine armen Eltern vermissen doch das Enkelkind so“. Also ihnen zuliebe. Immer mit Scheißgefühl und immer mit „Verhalte Dich so, dass es ihnen eine Freude macht“.

 

Selbstreflexion? Fehlanzeige

Ich begann, das erste Buch von Posth zu lesen: Vom Urvertrauen zum Selbstvertrauen. Posth vertritt einen hochempathischen, beziehungsorientierten Erziehungsstil. Er hat vieles von dem, was Bindungsexperten predigen, anhand von bildgebenden Verfahren verifiziert, also neurowissenschaftlich unterlegt. Alles das, was mir die ganze Zeit über mein Mutterinstinkt gesagt hatte, stand da drin, von jemandem bewiesen, der einen Doktortitel hat. Und zwar nicht in Psychologie (das ist in den Augen meines Vaters sowieso alles Quatsch), sondern in Medizin. Ich dachte, endlich hab ich das Richtige, um meinen Eltern fundiert klarzumachen, wie falsch sie alles gemacht haben. Ich schickte ihnen das Buch als Lektüreempfehlung. Der Knaller: Sie fühlten sich in ihrem Handeln von früher bestätigt. Da komme ich immer noch nicht drüber. Aber es zeigt ungefähr das Reflexionsniveau meiner Eltern. Wobei das in Bezug auf meine Mutter schon zu viel der Ehre wäre, da ihre gängige Antwort auf handfeste Gegenargumente lautet: „Ich mein ja nur.“ Noch schlimmer ist aber eigentlich bei meinem Vater, der ein intellektuell nicht blöder, analytischer Mensch ist. Aber da versagt jede Reflexion.
 
Irgendwann kam dann Maples Übernachtung bei ihnen, da war sie zwei, und danach regredierte sie aufs Heftigste ins Säuglingsalter. Sie konnte einen Zustand ohne Körperkontakt, nein, ohne auf meinem Arm zu sein, nicht ertragen, schrie sofort panisch los. Mein Gynäkologe schrieb mich 3 Wochen krank, weil ich schlicht nicht arbeiten gehen konnte. Ihre geliebte Tagesmutter und selbst Karl als Bezugsperson waren über Nacht undenkbar geworden. Angeblich ist in dieser Nacht nichts vorgefallen. Aber unser damaliger Kinderarzt, Dr. Posth, leider inzwischen verstorben, der auch Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut und Entwicklungspsychologe sehr ähnlich zu Renz-Polster war, sagte: „Irgendwas hat ihr Angst gemacht.“
 
Ab da sagten wir die übrigen sporadischen Treffen mit meinen Eltern unter irgendwelchen Vorwänden ab, denn es dauerte sowieso nur noch wenige Wochen bis zu Cocos Geburt. Und dann wollten wir erst mal Ruhe im Wochenbett.

 

Zweiter Kontaktabbruch: wohlüberlegt

Cocos Geburtsbedingungen und die sich anschließende Woche auf der Intensivstation waren traumatisch. Wieder dasselbe Muster von Ohmacht, Ungerechtigkeit und Leid des Neugeborenen mitansehen müssen, während man sich in einer Höhle von Löwen befindet, die einen nach Strich und Faden fertigzumachen versuchen und es auch schaffen. Wir kämpften wie die Irren, um endlich nach Hause zu kommen, denn wir wussten: Dann wird endlich alles gut. Nach einer gefühlt furchtbar langen Zeit und weiterer Verletzungen, die eine Traumatherapie nach sich zogen, hatten wir es geschafft und betraten endlich die heimische Wohnung. Ich heulte, heulte, heulte vor Erleichterung. SMS von meinen Eltern: Jetzt sei es aber nun endlich mal an der Zeit, dass die Großeltern Coco sehen dürften. Sie hätten lange genug gewartet. (Übrigens, auf der Intensivstation waren nur die Eltern des Babys und die Geschwister erlaubt). Von uns noch länger hingehalten zu werden, empfänden sie als eine Zumutung.
 
Ich kollabierte emotional fast. Wir erbaten uns ein paar Tage Zeit zum Ankommen. Und dann haben wir, nicht im Affekt, sondern nachdem wir die Entscheidung eine Woche lang gewälzt und zig mal drüber geschlafen hatten, beschlossen, dass wir bis auf Weiteres keinen Kontakt mehr zu ihnen haben wollen.
 
Maple hat nie, nicht ein einziges Mal, nach ihnen gefragt.
 
Ich habe das Bedürfnis, meine Kinder zu beschützen. Und auch mich selbst. Ich will für mich sorgen. Ich habe eine Verantwortung für meine Kinder und vor allem auch mir selbst gegenüber. Ich entscheide das. Und es ist die richtige Entscheidung, jeden Tag neu.
 
Zwei Schlussbemerkungen: Unser Leben mit Kindern ist ein High-Level-Leben, was viele Gründe hat. Es ist anstrengend. Ich brauche meine Ressourcen genau dafür. Ich habe keine Kraft übrig, um mich mit Hinkelsteinen zu beladen, die ich schleppen möchte, weil mir sonst langweilig würde. Ich erwarte ja gar nicht, dass sie mit ihrem Kind, mir, mitfühlen, wenn es mir schlecht geht, wie ich mit meinen Kindern mitfühle, wenn es ihnen schlecht geht. (Obwohl ich mich schon frage, warum das nicht so ist.) Aber eine Minimalbereitschaft zur kritischen Reflexion wäre in meinen Augen schon erforderlich, damit der Hinkelstein jemals zu einem Sandsack oder gar einem Ziegelstein schrumpfen könnte.
 
Zweitens: Das Argument mit der Generation. Auch in der Generation meiner Eltern konnte man sich (zumindest im Privaten!) gefahrlos gegen Konventionen und fürs eigene Gefühl entscheiden. Ich kenne auch einige, die solche Eltern hatten. Auch mein Gynäkologe ist gleich alt wie meine Eltern. Er las die damals gängige Literatur, die vorschrieb, wie man Kinder behandeln sollte. Er sagte mir: „Damals gab's ja gar nicht verschiedene Richtungen. Da haben alle dasselbe geschrieben. Nur – was nutzt mir das, wenn ich das nicht kann? Selbst wenn ich es geglaubt hätte – ich konnte es einfach nicht. Ich konnte meine Kinder nicht so behandeln.“
 
Es ist kein Naturgesetz.
 
Eure Mo
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Jede Maple kann schlafen lernen – nach ihren Bedingungen

Jede Maple kann schlafen lernen – nach ihren Bedingungen
Wie ich einmal dachte „Hey, wir ändern mal was an der Schlafsituation“ und die Rechnung ohne meine Tochter machte. Und wie sie mich wieder an das Wichtigste erinnerte: das eigene Tempo.

 
Schlaf Skills
 
 
Maple ist 5 und schläft mit mir im Familienbett: Sie und ich. Sie wird einschlafbegleitet und weint/ruft uns durchs Babyfon herbei, wenn sie abends wach wird. Das mag einige irritieren, wir haben das bisher nicht hinterfragt, weil es einfach gut passte. Nun hat die Sache einen Haken: Ich habe keinen Platz mehr in ihrem Bett, das eigentlich unser Ehebett ist (1,40x2m). Ich hatte genug, ich wollte einfach mal wieder schlafen, und zwar länger als 5 Minuten am Stück, bevor ich wieder eines dieser Gazellenbeine im Gesicht habe. Wer familienbettet, weiß, welchen erstaunlichen Radius selbst ein Baby haben kann. Maple ist knapp 1,20 m groß. Ich wachte heute Morgen total gerädert auf mit einem klaren Entschluss: So soll es nicht weiter gehen.
 
Ich denke, ich habe wie jede Mutter ein ganz gutes Gefühl für die Reife ihrer Kinder. Manchmal überraschen sie mich in die eine oder andere Richtung. Beispielsweise verkündete Maple urplötzlich an einem Nachmittag, den sie exklusiv bei ihrer Oma verbrachte, sie wolle heute dort schlafen (erstmals). Sie sagte das mit einer solchen Klarheit, dass wir auf Schlafanzug, Waschzeug, Zahnbürste oder sonstigen Kram pfiffen und sagten: „Ja, klar, darfst Du!“ Wir wussten, es kann schon sein, dass wir sie nachts holen müssen, das ist offenbar häufig so. Es ist eben ein Schritt, an dem man wächst. - Nix dergleichen. Es war ihr so selbstverständlich wie nur irgendwas, und als wir sie am nächsten Vormittag abholten und fragten, wie es war, guckte sie uns an mit dem Ausdruck: „Ich verstehe die Frage nicht.“
 
Manchmal überraschen mich meine Kinder auch in die andere Richtung. Dann traue ich ihnen locker längst etwas zu, was sie sich aber doch noch nicht trauen. Ihr kennt das vermutlich alle in beide Richtungen und kennt auch trotzdem das Grundgefühl, das ich meine: Ich kenne meine Kinder.
 
Auch wenn Ihr mich jetzt vielleicht hasst, muss ich sagen, dass Maple wirklich gut schläft. Sie schläft schnell ein, und wenn sie wach wird, genügt schon meine Stimme oder meine Berührung, und sie schläft innerhalb weniger Sekunden wieder tief und fest. Sie hat einen für uns angenehmen Rhythmus, geht nicht wer weiß wie spät schlafen und schläft auch nicht ewig lang (aber auch nicht zu kurz). Ich hatte das dankbar angenommen und bin mir dieses Glücks auch bewusst. Das liegt daran, dass ich es in diesem Fall tatsächlich schaffe, nicht nach oben zu vergleichen, denn dann hätte ich auch feststellen können:
 
Maple schläft nicht alleine ein.
Ich präzisiere: Maple schläft nur mit Körperkontakt ein.
Ich präzisiere: Maple schläft nur mit engem Körperkontakt ein.
Maple schläft nicht durch. In ihrem fünfjährigem Leben kann ich die Durchschlafnächte an einer Hand abzählen. (Damit meine ich vom abendlichen Einschlafen bis zur morgendlichen Aufstehzeit.)
 
Maple geht eigentlich nur mit mir schlafen, außer in Ausnahmefällen, wenn sie widerwillig und mit deutlichem Protest und Papa-Ablehnung auch mal mit Papa schlafen geht. In Ausnahmesituationen ist sie sogar schon das eine oder andere Mal alternativlos allein eingeschlafen. Zum Beispiel als ich mal alleine war abends und die brüllende Coco, damals Säugling, auf dem Arm hatte und vor Maples Bett herumgetragen habe. Als Maples kleiner Körper gar nicht mehr konnte, nicht mehr warten, nicht mehr hinter mir her laufen mit ebenfalls ihrer Puppe auf dem Arm (was ich sehr kompetent fand), da ist sie eingeschlafen. Inzwischen kann man es ihr sogar erklären, und sie spürt dann die tatsächliche Alternativlosigkeit. Dann liegt sie im Bett, und derjenige von uns Eltern, der alleine mit beiden Kindern zu Hause ist und sich um die kranke Coco kümmern muss, kommt immer wieder zu ihr herein, und irgendwann ist sie halt eingeschlafen. Sie ist alt genug, um zu begreifen, wenn es mal einfach nicht anders geht.
 

 

Nun zu meinen Vorstellungen:

1. Ohne Babyfon

Maple ist fünf Jahre alt. Ich gebe zu, es ist kein Mutterinstinkt, sondern eine Konvention, die da in mir greift, aber ich finde, mit fünf kann es auch ohne Babyfon gehen. Ich kenne einige Eltern, die nie ein Babyfon hatten. Die einfach die Tür offen ließen. Klar muss man dann als Kind schon etwas lauter sein, bis man gehört wird (je nach Wohnsituation), wohingegen ein Babyfon ja schon anschlägt, wenn Kinder mal aufstöhnen oder reden im Schlaf oder leise wimmern. Unsere (im Babyalter krassen) Erfahrungen haben uns tausendmal gelehrt, sofort hinzugehen und nicht zu warten, ob das Baby sich auch selbst beruhigen kann. Jede Sekunde, jede Steigerung der Intensität des Weinens hat die Zeit, bis unsere Babys sich wieder beruhigen konnten, exponential in die Länge gezogen. Es eskalierte bei unseren Kindern schnell, um nicht zu sagen: sofort, und wir taten gut daran, es nicht so weit kommen zu lassen. Es rächte sich jedes mal. Im jetzigen Alter von Maple und Coco ist das was anderes, und Maple beruhigt sich manchmal auch schon selbst, und auch Coco macht das manchmal (selten). Aber aus der Gewohnheit heraus hatten wir immer Babyfone im Betrieb, für jedes Kind, für jedes Familienbett eines. Maple weiß, dass wir sie darüber hören.
 

 

2. Nicht in einem Bett

Ich möchte wieder friedlicher schlafen. Es ist mir einfach zu eng neben ihr, und das hat eine Grenze erreicht, die ich nicht mehr hinnehmen möchte. Ich glaube, sie kann auch alleine schlafen, wenn sie sich sicher fühlt. Es ist auch ein Stück weit Bequemlichkeit, dass ich bei ihr schlafe, weil die Überwindung so groß ist, bei Weinen sich aufzurappeln und rüber zu gehen, sie eine Sekunde zu beruhigen, um dann wieder zurückzugehen, sich wieder hinzulegen und weiterzuschlafen. Also der klassische Familienbett-Vorteil.
 
Neulich, als wir ein Wochenende am Meer waren, ist allerdings etwas Interessantes passiert: Sie wollte nicht im Familienbett schlafen, sondern im Hochbett. Das haben wir ja zu Hause nicht, sie kennt es aber von Freundinnen und Freunden und findet das natürlich toll. Wir überließen ihr die Entscheidung, denn das Bett war ja nur 90 cm breit und daher war klar: Da passe ich nicht mit rein in der Nacht. Klar war jedoch, dass ich sie wie immer mit engem Körperkontakt in den Schlaf begleiten würde. Erst wenn sie schlafen würde, wäre sie in dem Bett da oben allein. Sie überlegte – Hochbett oder Familienbett – und hatte dann eine klare Vorstellung: Ja, sie wolle da oben alleine schlafen, aber nur wenn ich in dem Bett unter ihr schlafe (also nachts nicht spürbar). So haben wir es dann gemacht, und es klappte gut. Sie meldete sich ein paar mal nachts, ich reagierte aber nur das eine Mal, als es in Weinen überging, und deckte sie zu. (Der Klassiker bei ihr: Sie strampelt/wälzt sich aus der Decke und wird dann wach, weil sie friert, ist aber nicht wach genug, um sich die Decke wieder zu nehmen.)

 

3. Weniger symbiotische Einschlafbegleitung

Bei der Gelegenheit fiel mir auf, dass wir eigentlich auch mal das enge Einschlafen etwas lockern könnten. Denn wenn ich ehrlich bin, bin ich manchmal neidisch auf die Eltern, bei denen die Kinder einfach selbst schlafen gehen und die zeitlich NICHTS vom Abend einbüßen. Bei uns ist es oft so, dass wir wegen der Einschlafbegleitung liegend unter der Bettdecke selbst irgendwann mit einschlafen und dann erst wieder eine oder zwei Stunden später wachwerden, das heißt, da gehen gerne so 1-3 Stunden bei drauf.
 
Nun würde ich nicht zu Maple sagen: „Geh mal alleine schlafen, das machen A, B, C, D … Z ja schließlich auch.“ Aber ich hatte mir vorgestellt, ich könnte ja auch bei ihr auf der Bettkante sitzen und vorlesen und ihr über den Rücken und Kopf streicheln, während sie einschläft. Ist ja auch Körperkontakt, nur halt nicht in Löffelchenstellung (oder wie Maple sagt: „Einrollen!“). Sicher würde ich bei der Variante nicht ganz so schnell mit einschlafen und den halben Abend verlieren.

 

4. Im anderen Raum schlafen

Ich träume ja davon, dass Maple im Bedarfsfall einfach selbst herüberkommt ins Schlafzimmer und sich dazu kuschelt. Das wäre so genial. Ich bräuchte nicht aufzustehen. Seit wenigen Wochen steht Maple morgens, wenn sie selbst wach wird, alleine auf und kommt raus, was für uns etwa das Zusammenfallen von Weihnachten, Ostern, Geburtstag, Karneval und Silvester ist. Der Stolz steht ihr ins Gesicht geschrieben, sie sieht unsere Freude (und selbst Coco hat das heute mit demselben Triumphgefühl getan! Ich lobe mir den Schlafsack, aus dem die Füße herausschauen und dass sie jetzt an die Türklinke kommt). Maple wird sogar fuchsteufelswild, wenn wir sie wecken, obwohl sie schon so halbwach ist (aber noch zu müde, um aufzustehen). Sie flippt völlig aus, weil sie doch ALLEINE aufstehen wollte. (Wir wecken sie z. B. deshalb, weil es sonst knapp wird morgens. Davor haben beide aber ausgiebig Gelegenheit, selbst aufzustehen.)
 
Morgens ist selbst aufstehen aber natürlich leichter, weil es hell ist und weil klar ist: Ein neuer Tag ist da, jetzt sind oder werden alle wach. Nachts ist es dunkel, alles etwas unheimlicher, man ist eh verschlafen und will geborgen wieder einschlafen und soll dann auch noch so taff sein, selbst aufzustehen gegen die Müdigkeit und Sehnsucht nach Geborgenheit und vielleicht auch Angst, weil man etwas Unheimliches geträumt hat, und durch die ja doch recht dunkle, stille Wohnung allein die Eltern suchen und ins Schlafzimmer gehen.
 

 

So habe ich mir das vorgestellt

Toll fände ich, wenn Maple demnächst einschlafbegleitet im eigenen Hochbett schläft, die Tür nicht geschlossen, und bei Bedarf selbst kommt. Babyfon bräuchten wir nicht. Klingt einfach, ne? In meiner grenzenlosen Naivität twitterte ich heute Morgen den Gedanken, die Babyfon-Fee könnte ja ein Hochbett bringen.
 

 

Aber die Rechnung hatte ich natürlich ohne Maple gemacht.

Es war auch ein bisschen unreflektiert von mir, denn was ich mir da vorgestellt hatte, ist für Maple natürlich viel auf einmal. Es ist nicht eine herausfordernde Veränderung, sondern vier:
 
1. Nicht neben Mama schlafen
2. nicht mal mit Mama in einem Raum schlafen
3. weniger Körperkontakt bei der Einschlafbegleitung
4. Babyfon weg
5. Selber kommen, wenn was ist. Nicht gehört, nicht „gefunden werden“.
 
Wir sprachen über meine Ideen, und sie war sofort verängstigt, wechselte in den Baby-Klammer-Modus, und da merkte ich: Ok, das überfordert sie jetzt. Ja, es ist ja auch alles neu. Aber das war es nicht nur. Nicht nur die Veränderung an sich machte ihr Angst. Einzelne Teile davon sind ihr einfach noch nicht geheuer.
 
Auch hierzu gab sie mir differenzierte Rückmeldungen:
 
Hochbett: „Ja, das will ich, aber (erst) bald.“
 
Mama schläft im Schlafzimmer: Ganz schwierig. Offenbar hatte ich beim Meer-Wochenende zu oberflächlich gedacht mit der Annahme „Wenn ich nicht in ihrem Bett bin, bin ich auch nicht spürbar.“ Offenbar macht es für sie einen erheblichen Unterschied, ob ich in einem separaten Bett direkt unter ihr liege oder in einem anderen Raum.
 
Babyfon weg: Keine Chance. Richtig Angst. Wir könnten sie nicht hören, sprich, wenn sie uns braucht, könnte es sein, dass niemand kommt, dass sie allein bleibt. Eine Horrorvorstellung für sie. Alleine zu kommen, ist plötzlich meilenweit weg in ihrer Vorstellung. Vielleicht hatte sie die zwei oder drei Male, als sie selbst rüber kam, das Wissen des Babyfons als Netz und doppelten Boden und Sicherheitsgarantie im Kopf, ob bewusst oder nicht, die es ihr ermöglichte, selbst den nächsten Schritt zu gehen, obwohl – oder vielleicht eher: WEIL sie nicht musste. Das wäre ganz typisch für meine Kinder und übrigens auch für mich. Unter Druck geht nix. Ist der Druck weg, ist alles möglich. Wir einigten uns darauf, das Babyfon anzulassen und die Tür trotzdem ein Stück zu öffnen – falls sie selbst kommen möchte.
 
Einschlafbegleitung mal anders: Nicht sehr beliebt. Ich glaube, anfangs war sie nicht sicher, dass ich trotzdem bei ihr bleiben würde, bis sie schläft. Als ich ihr das dann immer wieder gesagt habe, ging es besser. Trotzdem spürte ich, dass sie sich nicht fallenlassen konnte, auf der Hut blieb. Es störte sie auch, dass die Tür (wie immer) geschlossen war, denn wir hatten ja ausgemacht, dass sie offen bleiben sollte. Ich saß auf dem Bett, las vor, und als ich mit Lesen fertig war, saß ich da und kam mir selbst ein bisschen verloren vor. Ich hing etwas in der Luft, und ich hatte auch keine Lust, dort ewig zu verharren.
 
Da hatte ich die Idee, dass es vielleicht leichter sein könnte, wenn ich ein paar Dinge tat, sie meine normalen Geräusche hören und dabei vielleicht friedlich einschlafen könnte. Es passte ganz gut, dass mir auffiel, dass ich noch dreckige barfuß-Spielplatz-Füße hatte, und ich sagte ihr, ich würde mir die kurz waschen. Das war überhaupt kein Problem, null Klammern. Als ich wieder kam, machten wir die Schildkröte an, die an die ganze Zimmerdecke und an die Wände Sterne projiziert. Maple liebt diese Lampe, und ich hatte den Eindruck, es war einfach schöner Input für die Augen, der von der Situation „alles neu und vorher war doch alles so vertraut“ ablenkte. Wir betrachteten den Sternenhimmel, und ich sagte: „Ach weißt Du, wenn Du Dir noch ein bisschen die Sterne anschaust, könnte ich ja noch eben die Spülmaschine ausräumen.“ Aber nix da. Jetzt klammerte sie. Irgendwann warf ich meine Pläne halb über Bord und beugte mich über sie, sodass wir doch mehr Körperkontakt hatten, obwohl ich saß. Ich spürte, dass sie mehr Geborgenheit brauchte und mir bereits weit entgegengekommen war. Irgendwann sagte sie mit Mimik und Stimmenklang, als müsste sie sich sehr zusammennehmen: „Ich find traurig, wenn wir das jetzt immer so machen wie heute.“ Und ich sah, dass sie ihre Mundwinkel nicht oben halten konnte, Tapferkeit hin oder her.
 
Ich glaube, was sie verstanden hat, denn da bin ich auch in mir selbst sehr klar, ist, dass ich nicht mehr mit ihr in einem Bett schlafen kann, weil ich da nicht zur Ruhe komme. Ich vermute, das respektierte sie, so wie Kinder persönliche Grenzen immer besser respektieren als irgendwelche Normen. Und dies ist die einzige persönliche Grenze. Ob Hochbett, Babyfon oder selbes Zimmer – all das wäre ok für mich, aber eben nicht das, was erholsamen Schlaf verhindert.
 
Und so komme ich zum Schluss: Wir werden das langsam machen, Schritt für Schritt, und zwar in dem Tempo, das Maple uns vorgibt. Wie immer. Ich weiß ja, dass es der beste Weg, und wenn ich tief in mich hineinhorche: auch der EINZIGE Weg ist, der funktioniert. Maple, das kompetente Kind, hat uns in ihrem fünfjährigen Leben immer wieder eindrucksvoll gezeigt: Wenn man ihr ihr eigenes Tempo lässt, wächst sie über sich hinaus.
 
Auf diese Weise entschied sie, bei Oma zu schlafen, brachte sich selbst Radfahren bei, verkündete damals, sie wolle in einen Schwimmkurs ohne Eltern für Vierjährige, fuhr irgendwann plötzlich doch Laufrad, erklärte, nachts brauche sie keine Windel mehr und so weiter.
Wir müssen ihr vertrauen. Und das werden wir.
 
Aktuell ist die Situation: Einschlafbegleitung mit etwas weniger Nähe (neu), das Babyfon ist an (wie immer), die Tür ist offen (neu). Ich werde bei Karl schlafen (neu) und zu Maple gehen, wenn sie durchs Babyfon ruft (wie immer). Je nach Müdigkeit und auch danach, wie Maple sich verhält, werde ich entweder bei ihr bleiben oder zurück ins Schlafzimmer gehen. Ein Hochbett wird sie dann bekommen, wenn sie es sich wünscht.
 
Jedes Kind wird schlafen lernen. Auf dem ihm eigenen Weg.
 
Eure Mo
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Ein Rant auf … ach ich weiß auch nicht.

Ein Rant auf … ach ich weiß auch nicht.
Wenn man sich den Arsch aufreißt, aus Überzeugung, muss es dann nicht auf irgendwie mal gut sein? Immer wenn das ein Elter denkt, fällt irgendwo ein Kind lachend auf die Turnmatte und schreit: „Mama! Guck doch mal!“
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Fragen über Fragen - an mich

Fragen über Fragen - an mich
Die sehr lesenswerte Mama Juja hat Fragen gestellt. Und dichten soll ich auch noch. Und wisst Ihr was? Jetzt hab ich ne Schreibblockade. In meiner Abiprüfung Mathe hab ich an der Stelle die Wurzel aus Null gezogen. Und das mach ich hier auch. Ab in die Psychoprüfung: Der Liebster Award! Ich liebe den Bloggerflausch.

 
 
Tasse von Claus Peter
 
 
Bekanntermaßen liebe ich Fragebögen. Das kommt daher, dass ich auch Fragen liebe. Dann fang ich mal an. Hab noch keinen Plan. Über die langsame Verfertigung der Gedanken beim Reden Schreiben.
 
Das sind Jujas Fragen an Lottes Motterleben, Frau Papa, Liebseeligkeiten Oma und mich:
 
  1. Versuche ein Gedicht zu schreiben, das Dich möglichst genau (entweder in Form oder Inhalt oder beides) trifft. Bitte.
 
Da ich ein wandelndes Zitate-Lexikon bin, fallen mir gleich tausend Beispiele ein, wo Menschen mich besser beschrieben haben, als ich es selbst könnte. Das ist eines meiner Lieblingsbeispiele:
 
Mehr Licht!
(Goethe)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Mehr nicht
(Brecht)
 
Und in eigenen Worten:
 
Die Liebe ist alles, und alles ist nichts,
wenn nichts, nur die Liebe, abhanden gekommen.
Beklommen, verschwommen zur Kenntnis genommen:
Die Liebe ist: Mama. Und niemals zerbricht's.
 
  1. Welches ist Dein liebster Duft?
 
Wald. Meint man vielleicht nicht, weil ich ein Stadtkind bin. Aber der einzige Duft, den ich immer riechen kann, selbst noch unter Hyperemesis gravidadum mit Ausrufezeichen, ist der Geruch von Wald. Es gibt allerdings noch einen weiteren Duft, der hier erwähnt werden muss, da er Glück explodieren lässt: der Duft von Cocos Köpfchen, wenn sie die Nacht über in Karls Achselhöhle gekuschelt geschlafen hat. Mein Leben als Duft.
 
  1. Was verbindest Du damit?
Alte Krankheit: Ich kann keine Frage ohne Begründung beantworten. Also siehe oben.
 
  1. Wie hast Du Dir dieses Erwachsensein vorgestellt, als Kind?
 
Gar nicht. Übers Erwachsensein hab ich mir als Kind nie Gedanken gemacht. Aber mit 16 fing es an, nämlich als mein 7 Jahre älterer, sehr attraktiver Freund (sein jüngerer Bruder hatte mich gerade abgeschossen) mich aus der Loser-Szene der hässlichen kleinen Entlein-Streber in die aus meiner Sicht High Society der Erwachsenenwelt beförderte. Seit diesem Moment, und tatsächlich wird mir das erst jetzt, in diesem Moment klar, renne ich den Älteren, Erwachseneren, Ernstzunehmenderen hinterher. Ich bin gefühlt immer noch die, die halt noch 7 Jahre jünger ist und noch nicht so richtig dazugehört. Ich bin 38 und habe immer noch nicht das Gefühl dazuzugehören. Fühle immer noch dieses Defizit. Aber es wird weniger. Ich freue mich über Falten wie Nina über Orangenhaut.
 
  1. Sport oder Kunst?
 
Genuss. Und der fällt mir bei Sport leichter. Allerdings bin ich da sehr wählerisch. Sport aus Disziplin, weil gesund und um keine gesellschaftlich verbotene Walmutter zu sein, kann ich nicht. Dazu bin ich viel zu undiszipliniert. Aber Sport, der so unfassbar schön ist, dass längst alle Muskeln zittern und streiken, aber man nicht aufhören kann, dieser Sport, der ist was für mich. Tanzen. Ästhetik. Sich spüren können. Schönheit. Ausdruck.
 
Ich kotze bei Wettbewerbssportarten.
 
Bei Kunst finde ich das Ganze schwieriger. Sie berührt mich nicht, erstaunlicherweise. Ich habe keinen Zugang zu Kunst. Kunst, bei ich schwach werde, ist in der Regel in Typografie gegossene Poetik. Einer meiner Lieblingskünstler ist Claus-Peter.
 
 
 
  1. Welchen Menschen (außer deiner engsten Familie) würdest Du am liebsten in der Hosentasche immer dabei haben?
 
Die, mit denen ich gern eine Kommune gründen würde. Alle über Blogs oder Twitter kennengelernt. Gott sei Dank passt ihre Repräsentation in die Hosentasche. (Was gegen Kleider spricht.)
 
  1. Dein peinlichster Fauxpas?
 
Keine Ahnung, ehrlich gesagt. Vermutlich verdrängt.
 
  1. Dein größter Erfolg?
 
Meine Kinder sind schon jetzt, mit 2 und knapp 5, mitfühlende, soziale, liebevolle Wesen. Ich glaube, das hat etwas damit zu tun, dass wir ihnen die Möglichkeit dazu gegeben haben und weiterhin geben, sich so zu entwickeln. Und dass das zu gelingen scheint, macht mich sehr stolz. Das ist mir so, so wichtig.
 
Ich habe lange überlegt, welcher Erfolg der größere ist. Aber ja. Das mit meinen Kindern ist mein größter Erfolg. Das ist ein noch größerer Erfolg als die Tatsache, dass wir es Maple ermöglicht haben, einen Weg aus den Schmerzen heraus zu finden. Zweimal. Erst aus den primären Schmerzen mit allseits verleugneter organischer Ursache und dann noch mal aus den daraus resultierenden, erlernten Schmerzen ohne organische Ursache. Gegen alle „Medizin“ und „ÄrztInnen“. Natürlich haben wir das nicht allein getan. Aber wir haben nicht aufgegeben, bis wir jeweils jemanden gefunden hatten, der bzw. die Maple helfen konnte.
 
  1. Lieber frieren oder in dicker Jacke scheiße aussehen?
 
Nie wieder frieren. Nie. wieder. frieren. Außer natürlich für meine Kinder. Wie neulich, als wir uns ohne Handy, Portemonnaie oder irgendwas in einer fremden Stadt verpassten, Karl und ich. Karl mit Coco im Auto, ich mit Maple draußen, weil sie noch mal dringend Pipi musste, das Parkticket aber schon bezahlt war und die Ausfahrt drängte. Als ich ihr, während wir nach Karl suchten, meinen Daunenmantel anzog und deshalb nur noch ein Baumwollkleid anhatte. Bei minus 2 Grad. Die sich für mich noch viel kälter anfühlen.
 
 
 
Mo Zart
Kragen hoch
 
  1. Hundemensch oder Katzenmensch?
 
Hundemensch. Ich bin ohne Tiere aufgewachsen, meine Eltern hielten nichts von Tieren, die machen nur Dreck. Ich hatte große Angst vor Hunden. Eines Tages öffnete mir mein 7 Jahre älterer Freund die Tür, und da stand eine Schäferhündin. Aus dem Tierheim. Ich hatte eine Zehntelsekunde Panik, dann war da Seelenverwandtschaft. Die Hündin und ich waren einander so nah, sie war eine gebrochene Seele, hatte vor allem Angst und bei mir spürte sie Liebe und Sicherheit. Und ich bei ihr. Manchmal denke ich, Maple war in ihrem früheren Leben diese Hündin. Sie waren einander unglaublich ähnlich. Als ich meinen Freund zwei Jahre später verließ, mit einem Rest Selbstachtung und um meine Seele zu retten, musste ich auch die Hündin verlassen. Es brach mir das Herz.
 
  1. Was macht Dich glücklich?
 
Liebe. Nähe. Innigkeit. Wärme. Geborgenheit. Staunen. Schönes teilen. Sich verstanden fühlen. Sich selbst spüren können. Intensität. Flow. Inspiration. Wahrheit.
 

So, und jetzt meine Fragen an Euch:

 
1. Was macht Dich zum Menschen?
2. Wenn Du träumen könntest: Wie sieht Dein Leben in 10 Jahren aus?
3. Wofür bist Du dankbar?
4. Wobei steht die Zeit für Dich still?
5. Was tut Dir gut?
6. Worauf freust Du Dich im Frühling?
7. Was wäre der ideale Job für Dich? („Job“ umfasst dabei alles: von Nichtstun in der Hängematte über Ehrenämter, Familienzeit und Nebenjob bis hin zu US-Präsidentin.)
8. Wenn Du frei wählen könntest, finanziell unabhängig: Bei welchem Modell hättest Du ein gutes Beruf-Familie-Balance-Gefühl? (Kann natürlich auch Fulltimejob oder Vollzeit-Mama bedeuten!)
9. Deine beste Mama-Version unterhält sich mit Deiner fiesesten Mama-Version. Was sagen sie?
10. Dein Leben als Film. Wie heißt er, und wo läuft er?
11. Wofür brennst Du?
 
Anmerkung: Männer (entsprechend Väter) sind ausdrücklich mitgemeint.
 
Bis zu elf Personen darf ich nominieren. Ich nominiere 19. Meine Therapeutin sagt: „Sie dürfen alles entscheiden.“ Alle, die absolut unbedingt notwendig sind, und die, die ich mit diesen Fragen gern besser kennenlernen möchte.
 
  1. Meine 2kindchaos-Bloggerkollegin Esme Scott
  2. Sonnenschein vom Blog Wachsen und Lernen
  3. Quirlimum Sandy
  4. Meine 2kindchaos-Bloggerkollegin Rote Zora
  5. Bella vom Blog Freiraumkind
  6. Julia aus der Guten Kinderstube
  7. Nochmal Sonnenschein: Shynarja vom Blog Sonnenshyn
  8. Zesyra vom Blog Nooborn
  9. Christine vom Blog Pusteblumen für Mama
  10. Lela vom Blog Nahtkäfer
  11. 2kindchaos-Bloggerkollege Sepp Karachow
  12. Nina vom Blog Frau Papa
 
Ist man weniger wert, wenn man nur eine unter 19 ist statt unter 3 oder 7 oder 11? Alle Mehrfacheltern können diese Frage beantworten, denn sie kennen die Sorge „Ich kann meine unendliche Liebe zu meinem Kind doch nicht teilen!“ Und dann erfahren sie, dass man für jedes Kind wieder ein neues, zusätzliches Unendlich-Kontingent bekommt. Jeder Mensch ist es einzeln wert, als einziger nominiert zu sein. Und ich hoffe, dass Ihr alle mitmacht! Aaalleeee!
 

Und so geht’s:

 
  • Beantwortet die Fragen, nominiert selbst (bis zu 11) weitere Menschen und stellt ihnen Eure eigenen Fragen.
  • Verlinkt Eure Texte mit den Antworten bitte gern im Kommentarfeld.
  • Verlinkt die Blogs, deren kreative Köpfe Ihr selbst nominiert, in Eurem Text.
Ich freue mich sehr auf Eure Antworten! Juhu!
 
Eure Mo
 
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Wie ich vor 15 Jahren zu meinem heutigen Ich sprach

Wie ich vor 15 Jahren zu meinem heutigen Ich sprach
Gerade bin ich in einer Phase, die das Durchhalten schwer macht. Vieles, was endlich besser wurde, ist wieder schlechter, und da alles mit allem zusämmenhängt, reicht eine einzige Ursache: ein Winter voller Infekte. Das haut die Kinder raus, die statt Selbstständigkeit den Arm wählen, was meine körperliche Baustelle wieder verschlimmert, weswegen ich umso mehr Pausen brauche, die aber umso schwieriger möglich sind - und so weiter. Da fällt mir heute beim Ausmisten ein kleiner Block in die Hände, auf den ich, vermutlich während eines Seminars, ein paar Zeilen geschrieben habe. Botschaft: Halte durch! Hier kommt das kleine Gedicht aus dem Jahr 2001:
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