Auf fast alles allergisch!? Pflanzenhaarfarbe rauswachsen lassen oder kann man sie rausziehen?

Wisst ihr, was richtig scheiße ist? Wenn man eigentlich mal so ein richtiger Haarpflegejunkie war und dann auf fast alles allergisch reagiert. Mir geht es seitdem ich Mutter bin so, und es nervt. Ich habe früher jahrelang Haare gefärbt, alle möglichen Pflegeprodukte durchprobiert, Haare gestylt, Nägel lackiert und war auch immer dick geschminkt. Und jetzt - vertrag ich nicht mehr allzu viel. Ja, sogar die Kontaktlinsen sind ein Problem geworden. Ich muss mich also zwangsläufig mit ganz natürlicher Pflege auseinander setzen und deshalb werde ich hier die Beauty Rubrik wieder entstauben und euch auf meine Reise back to basic mitnehmen. In diesem Artikel geht es erst mal um mein Problem mit der Pflanzenhaarfarbe und wie ich die jetzt wieder rausziehen oder rauswachsen lassen kann / muss.
 
 
 
 
 

Haare färben mit Henna und Indigo - kann man machen, ist dann aber dauerhaft

Ich hatte wie erwähnt jahrelang Haare gefärbt und war dann bestimmt 10 Jahre lang damit beschäftigt, die Naturhaarfarbe rauswachsen zu lassen und dann doch wieder zu tönen oder färben. Bis auf das neonbunte Spektrum hatte ich alle Haarfarben durch. Als ich dann von Chemieschwarz Haarausfall bekam, war das Experiment Chemiefarbe erstmal gestrichen, zumindest für die Kopfhaut. Blonde Strähnchen waren ok, oder mal eine Softtönung. Alles, was nicht regelmäßig verwendet werden muss. Mit der zweiten Schwangerschaft ließ ich mir dann die Naturhaare rauswachsen und war auch erst mal ganz zufrieden. Wusstet ihr, dass sich durch die Geburt die Haarstruktur und -farbe auch mal ändern können? Oft reguliert es sich nach einiger Zeit wieder auf den Normalzustand.
 
Ich hatte ein paar Monate ziemlich dunkle Haare und war echt begeistert, aber dann wuchsen sie wieder mittelblond raus. Und der Sommer hellte sie dann auch noch auf. Ich muss dazu sagen, ich liebe einfach dunkles Haar und fühle mich damit auch am wohlsten. Ich beschloss dann, einfach mal das Pflanzenhaarfarben Experiment zu wagen, schließlich ist das ja keine Chemie und vielleicht vertrage ich sie ja auch ganz gut. Der Nachteil: Friseure können einen nicht mehr retten, da Henna und Indigo unberechenbar auf Chemie und vor allem Blondieren reagieren und keiner Lust hat, verklagt zu werden. Ach ja, permanent sind die Farben natürlich auch, können sich aber in Maßen rauswaschen.
 

Grünstich dank Indigo auf blondem Haar

Pflanzenhaarfarben (weiter PHF genannt) sind aber so eine Wissenschaft für sich. Man kann nicht wesentlich dunkler färben, heller geht sowieso nicht und da man sich mit Henna (rote Pigmente) und Indigo (blaue Pigmente) behelfen muss, kann es auch mal ordentlich in die Hose gehen. Es kommt sehr stark auf die eigene Farbe an, da sich die PHF außen an die Haare anheftet und sozusagen erst anschichten muss, kann die eigene Farbe durchschimmern und so das Ergebnis verändern. Je öfter man färbt, desto dunkler wird das Farbergebnis. Und man sollte sich stark an den Anweisungen auf den Packungen orientieren - das ist nicht so Pi mal Daumen zu sehen, sondern toternst ;)
 
In meinem Fall dachte ich dann, ach ich hab ja eher dunkelblonde Haare, kannste ja mal das Henna braun nehmen. Dass ich aber ein paar sonnengebleichte Strähnen im Blondbereich hatte, die dann grünstichig werden, habe ich nicht bedacht. Man kann zwar nachhelfen, indem man zum Beispiel mehr Henna rot nimmt, aber ich wollte eigentlich keinen fetten Rotstich haben, steht mir einfach nicht. Dank einer Freundin habe ich einen Trick angewandt: ein rotes Farbshampoo länger einwirken lassen mindert diesen Grünstich auch ganz gut. Allerdings wäscht sich das auch irgendwann wieder aus - und wenn man wie ich allergisch auf Shampoo ist, überlegt man es sich eben zwei Mal, ob man wieder Bock auf zwei Wochen zickige Kopfhaut hat.
 
 

Meine empfindliche / allergische Kopfhaut verträgt keine Pflanzenhaarfarbe (mehr) und auch leider sonst kaum etwas

Trotz des Grünstichs war ich aber recht happy mit der PHF, da meine Haare gestärkt waren - die Gerbstoffe zieht die Haarstruktur zusammen, die zusätzlichen Pigmente können feines Haar robuster werden lassen. Mein weniger Spliss war erstmal verschwunden, das Haar fühlte sich super an. Es wird nicht umsonst als Haarpflege gepriesen. Ich sage es mal so, wenn man damit gut umgehen gelernt hat und sich seine Farbe anmischen kann und es einen nicht stört, dass man sich miefigen Kuhdung zwei Stunden auf die Rübe klatschen muss, dann ist es eine tolle Alternative zu Chemie, die ja immer schädlich ist. Und noch ein Vorteil, der Ansatz fällt nicht so stark auf, er ist sehr weich im Übergang, weil es sich eben mit der Naturfarbe verbindet und sich auch etwas raus wäscht.
 
Bei mir habe ich leider spätestens nach dem zweiten Mal Färben gemerkt, dass ich es leider nicht vertrage. Die Kopfhaut tut echt weh, juckt, ich bekomme offene Stellen. Börks. Also so, wie wenn ich mir permanent mit Shampoo die Haare wasche. Irgendwann würde ich dann auch Schuppen bekommen. Nicht schön. (Zum Haare waschen mache ich noch mal einen extra Post. Lavaerde hatte ich ja schon mal vorgestellt, die vertrage ich ganz gut. Hat aber langfristig auch ein paar Nachteile.) Also heißt es für mich wieder - Naturhaarfarbe rauswachsen lassen. Was ja besonders schön ist, wenn man einen dezenten Grünstich hat. Stöhn. Das Rotshampoo möchte ich nur im Notfall benutzen, da ich echt ein Problem damit habe. Aber wenn ihr ein ähnliches grünes Problem habt, versucht es mal. Der rote Ton wäscht sich raus und die Haare haben dann einen satten braunen Ton.
 
 

Kann man Henna und Indigo Pflanzenhaarfarben rausziehen?

Also nach dem ganzen Mimimi über allergische Kopfhaut und so könnt ihr euch schon denken, dass ich keine hardcore Mittelchen anwenden kann oder möchte. Im Internet gibt es ja viele interessante Tipps, was genau die Pflanzenhaarfarbe ziehen kann. (Für Chemiefarbe gibt es übrigens auch Tipps, das sind aber eher andere, da die chemisch anders wirkt als PHF.) Ein paar habe ich bereits ausprobiert und stelle sie euch kurz vor.
 
* (heiße) Öl Kur: Das ist die schonendste Variante überhaupt, da sie auch eine Haarkur ist. Man erwärmt zum Beispiel Olivenöl und gibt sie dann so warm wie möglich auf den ganzen Kopf, massiert sie leicht in die Haare ein und umwickelt das Gesamtwerk dann mit einem Handtuch. (Evtl. auch vorher mit Frischhaltefolie, finde ich aber aus ökologischen Gründen nicht so gut.) Am besten dann so lange wie möglich einwirken lassen, mindestens eine Stunde, eher länger. Dann sehr gut auswaschen. Da ich wie gesagt kein Shampoo vertrage, nutze ich hierfür gern Lavaerde; klappt eigentlich ganz gut.
 
* Sommer / Sonne / Meer / Chlorwasser: Wer sich keinen Haarschutz auf die Haare aufträgt, der hat es schon gemerkt; im Urlaub hellen sich die Haare schnell auf. Mindestens einen Ton. Da das alles natürlich auch sehr strapazierend ist, muss man immer gut pflegen, zum Beispiel mit Haarkuren.
 
* saure Rinse: Dies ist eine Haarspülung, die man schnell selbst gemischt hat und dann nach dem Haare waschen über die Haare gießt und dann nicht ausspült. Zum Beispiel einen Liter Wasser mit einem Esslöffel Apfelessig oder Zitrone. Das hat nicht so den Burner Effekt, wirkt aber auf Dauer gesehen. Die saure Rinse ist eigentlich dazu gedacht, um die Haarstruktur zu glätten und kämmbarer / weicher zu machen. Die Haare haben dadurch einen schönen Glanz.
 
* Naturkosmetik Haarkuren: Das ist ein Effekt, den schon viele Nutzer von Naturkosmetik festgestellt haben, betrifft aber nicht alle Haarkuren. Ein Geheimtipp in Haarforen ist zum Beispiel die Sante Brilliant Care. Ich schmiere sie gern in die Haarlängen, lasse die Spülung trocknen und mache über Nacht einen Zopf - das gibt echt butterweiche Haare. Generell sollte die Spülung sehr pflegend sein - je fettiger, desto besser zieht sie.
 
* Haarmaske selbst anrühren mit Kokosmilch oder Joghurt: PHF scheint wohl durch alles fettige gut gezogen zu werden, deshalb haben auch einige gute Erfahrungen mit Kokosmilch und Joghurt gemacht. Hier kann man auch alles mögliche mit rein rühren, zum Beispiel Haarkur oder Öl, um die Pampe nicht ganz so flüssig werden zu lassen. Bei mir steht das als nächstes auf der To Do Liste.
 
 
Da ich ja vor kurzem im Urlaub war, starte ich nicht bei 0 und meine Haare sind eh schon nicht mehr mittel- sondern hellbraun. Die Ölkuren in Kombination mit der Lavaerde haben auch noch etwas Farbe gezogen. Ich bin gespannt wie es sich entwickelt und vielleicht probiere ich doch noch mal ein rotes Shampoo aus. Der "Geheimtrick" mit dem Tomatenmark funktioniert übrigens nicht, dafür riecht es auf der Rübe gut nach Nudelsauce.
 
Habt ihr denn noch Tipps oder ähnliche Probleme?
 
Love & Peace,
 
eure Frida
 
 
 
Sinnlose Wutanfälle? Gibt es nicht! Wie ich meine ...
20 Dinge, die nach dem Urlaub richtig scheiße sind

Ähnliche Beiträge

 

Copyright © 2015-2017 2KINDCHAOS - ELTERN BLOGAZIN Alle Rechte vorbehalten.
Powered by Hilkert Consulting